Dr.Web - Das Online Magazin für Seitenbetreiber

So funktioniert die Zusammenarbeit mit Web-Profis

Werbung

Sie haben einen Webdesigner gefunden und wollen mit dem Auftrag starten. Worauf müssen Sie bei der Zusammenarbeit mit einem Webdesigner achten? Welche Vorarbeit und Zuarbeit ist notwendig? Welche Stolperfallen gibt es?

Klare Ziele definieren
Am Anfang eines Webprojektes müssen Sie sich selbst über Ihre Zielsetzung klar werden. Was wollen Sie mit der neuen Website erreichen? Wie sieht die Design-Linie Ihre Unternehmens aus? Welches Budget wollen oder können Sie investieren? Vergessen Sie dabei nicht die kontinuierliche Pflege nach dem Release der Website. Geben Sie dem Webdesigner alle wichtigen Informationen und Materialien am Anfang der Arbeit. Falls Sie kein Corporate Design für Ihr Unternehmen definiert haben, bringen Sie dem Webdesigner alle vorhandenen Drucksachen Ihres Unternehmens mit oder zeigen Sie ihm Beispiele von gelungenen Gestaltungen bei Partnerunternehmen oder Konkurrenten.

Abbildung

Struktur gut planen
Das A und O ist eine Struktur, die der Nutzer Ihrer Website versteht und möglichst intuitiv bedienen kann. Die Versuchung ist oft groß, die eigene Unternehmensstruktur eins zu eins auf die Website zu übertragen. Vielmehr sollte die Struktur immer aus Kundensicht angelegt werden. Nutzen Sie den unverstellten Blick von außen, den der Web-Profi mitbringt. Er wird mit Ihnen zusammen die Inhalte gewichten und sinnvoll strukturieren. Verbannen Sie offensichtlich unwichtige Themen konsequent aus der Website. Idealerweise bleibt dabei eine Struktur übrig, die aus maximal sieben Hauptpunkten besteht. Dies bildet die Grundlage der späteren Seitennavigation.

Designphase
Als nächstes wird der Webdesigner Ihnen ein oder mehrere Vorschläge des neuen Designs unterbreiten. Wie hart das für Sie persönlich klingen mag: Ihr persönlicher Geschmack ist nicht das wichtigste Entscheidungskriterium. Versuchen Sie sich bei der Beurteilung möglichst in Ihren Kunden - den Nutzer der Website - hinein zu versetzen. Wird er sich wohlfühlen? Wird er Ihr Unternehmen sofort wiedererkennen? Spiegelt es Ihren Qualitätsstandard wider? Im Normalfall sollten Sie den Webdesigner im Vorfeld so genau über Ihre Ziele, die Richtlinien Ihres Corporate Design informiert haben, dass Sie hier keine Überraschung erleben. Falls doch, bitten Sie den Webdesigner um einen neuen Vorschlag. Sagen Sie ihm genau, warum Ihnen der oder die Entwürfe nicht gefallen. Haben Sie aber bitte auch Respekt. das Firmenlogo noch größer zu machen, ist meistens nicht notwendig.

Prototyping
Ist das Design von Ihnen abgesegnet, wird der Webdesigner einen ersten Prototyp der Website ausarbeiten. Dieser Entwurf enthält zumeist Blindtext und Platzhalter-Bilder, zeigt aber schon Umfang und Struktur der Website auf. Hier können Sie das erste Mal testen und eventuelle Schwachstellen, zum Beispiel in der Navigation finden. Besprechen Sie Fehler sofort mit dem Webdesigner und lassen Sie, wenn nötig, Änderungen vornehmen. Korrekturen sind in dieser Phase kostengünstig oder kostenlos möglich. Je später aufwändige Änderungen notwendig sind, umso größer das Kostenrisiko. Ein guter Webdesigner wird Sie jederzeit auf mögliche Verbesserungen aufmerksam machen und Ihnen genau sagen, ob dadurch höhere Kosten entstehen. Halten Sie solche Zusätze zum bestehenden Auftrag in jedem Fall schriftlich fest und lassen Sie gegenzeichnen, auch wenn Sie kostenlos vom Webdesigner ausgeführt werden.

Live-Entwicklung
Moderne Websites basieren heute fast immer auf Content-Management-Systemen (CMS). Der Vorteil ist, dass Struktur-, Inhalts- und Designentwicklung parallel auf dem sogenannten Entwicklungserver stattfinden können. Klären Sie mit dem Webdesigner ab, ob er diesen Service anbietet, Sie sparen eine Menge Zeit. Fehler werden dadurch erkannt und Sie können die Entwicklung live mitverfolgen. Legen Sie die Arbeitsteilung genau fest und lassen Sie sich einen Account auf dem Entwicklungserver einrichten.

Keine Angst vor dem Public Release
Viele Kunden zögern das Freischalten, das sogenannte Public Release, ihrer neuen Internetpräsenz hinaus und feilen wochenlang an Kleinigkeiten herum. Bedenken Sie, eine gute Website ist ohnehin nie fertig. Der Schaden durch eine veraltete oder nicht vorhandene Homepage ist meist größer als eine nagelneue, an der noch ein paar Feinarbeiten zu erledigen sind. Klären Sie das mit dem Web-Profi ab, er muss kurz nach dem Release auch kurzfristig für mögliche Notreparaturen zur Verfügung stehen und sollte dann nicht ausgerechnet im Urlaub sein.

Putzen
Eine Website sollte nicht nur inhaltlich aktuell und gepflegt sein, auch unter der Haube gibt es immer Arbeit. Da müssen Scripte und Shopsysteme angepasst und aktualisiert werden. Gerade veraltete Content-Management-Systeme weisen oft Sicherheitslücken auf, die durch Updates geschlossen werden müssen. Klären Sie, ob diese Arbeiten im Vertrag enthalten sind oder Sie einen gesonderten Service-Vertrag abschließen müssen.

Checkliste auf einen Blick

  • Fixieren Sie alle Vereinbarungen mit dem Webdesigner schriftlich - auch Zusatzvereinbarungen bei laufender Arbeit
  • Fragen Sie bei unklarem Fachchinesisch nach, viele Begriffe der Branche sind ungenau definiert
  • Achten Sie darauf, dass der Webdesigner eine Website gestaltet, die zum Erscheinungsbild Ihres Unternehmens passt
  • Behalten Sie immer den Kundennutzen Ihrer Website im Auge
  • Lassen Sie sich mögliche Folgekosten (Hostinggebühren, Abrechnungssysteme bei Shops) genau aufschlüsseln
  • Legen Sie Wert auf eine offene und klare Kommunikation, am besten per Mail als Dokumentation
  • Greifen Sie bei sichtbaren Fehlentwicklungen möglichst frühzeitig ein
  • Definieren Sie die Ziele der Website möglichst genau und realistisch, nutzen Sie die Erfahrung Ihres Webdesigners
  • Klären Sie die technischen Anforderungen (CMS, Onlineshop usw.) im Vorfeld genau ab
  • Planen Sie frühzeitig, Webentwicklung braucht Zeit
  • Vereinbaren Sie eine verbindliche Deadline für den Public Release
  • Bestehen Sie nach Abschluss der Arbeiten auf einem schriftlichen Übergabeprotokoll
  • Klären Sie bei Serviceverträgen die Responsezeiten - wie schnell muss der Servicepartner reagieren und reparieren (tm)

Erstveröffentlichung 06.08.2008

Über Ruth Schilling

Gravatarist Fachautorin in den Bereichen Marketing, Werbung, Verkauf, Internet und Mitinhaberin der Agentur taula communication, calden. Website. Weitere Beiträge für Dr. Web: 13

Verwandte Artikel

Bookmarken! Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • TwitThis
  • Hype
  • StumbleUpon
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
abstimmenabstimmenabstimmenabstimmenabstimmen (No Ratings Yet)

1 Kommentar zu “So funktioniert die Zusammenarbeit mit Web-Profis”

  1. 1
    24.10.2009 18:11

    Hallo lieber Dr. Web und seiner Leser,
    wie kann man sich mehr bekannt machen in Joomla! Webdesign?

    Antwort

Meine Meinung

Bitte beachten Sie: Werbung und Spam sind unerwünscht und können eine Rechnung zur Folge haben. Woher kommen die Bilder neben den Kommentaren?