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SkyFonts: Die beste Art, Google Fonts auf dem Desktop zu nutzen

7. Mai 2013
von

Google Fonts, so heißt Googles zunächst als Web Font Directory bekanntes Verzeichnis von Schriften unter Open-Source-Lizenz seit einigen Wochen. Im Grunde verbirgt sich hinter der Namensänderung nichts von Neuigkeitswert, konnte man doch schon immer die Google Fonts auch lokal installieren und etwa in Photoshop oder beliebiger anderer Software frei nutzen. Neu ist allerdings die Integration des gesamten Angebots der Google Fonts in den Schriftenmanager SkyFonts aus dem Hause Monotype…

skyfonts-home

SkyFonts – Synchronisieren von Desktop-Fonts aus dem Portfolio von Schriftarten-Verkäufern

SkyFonts ist eine Technologie, mit deren Hilfe sich Schriftarten zwischen dem Desktop und den Angeboten einiger Type Foundries synchronisieren lassen. Ursprünglich ersann Monotype das Tool, um Designern zu ermöglichen, Schriftarten zu Designzwecken für einen begrenzten Zeitraum von fünf Minuten auf dem Rechner vorhalten zu können. So konnte evaluiert werden, ob die Schrift zum Design passt.

SkyFonts sorgt dabei nicht nur für die automatische Übertragung der gewählten Schriftart auf das eigene System und deren Verfügbarkeit über einen beliebigen Font-Wähler jeder installierten Desktop-Software, sondern vor allem auch für deren Entfernung nach Ablauf des Probierzeitraums. Derzeit ist SkyFonts nur auf dem Monotype-Angebot Fonts.com im Einsatz, prinzipiell ist die Technologie jedoch auch an andere anpassbar.

SkyFonts und Google Fonts – Gut für Open-Source-Enthusiasten

Aufgrund einer frischen Kooperation mit Google, steht SkyFonts seit kurzem auch für alle Schriften der Google Fonts zur Verfügung. Hier spielt naheliegenderweise die technische Möglichkeit der automatischen Entfernung eine eher untergeordnete Rolle. Die Synchronisation ist einfach und zuverlässig. So geht’s:

Dreh- und Angelpunkt der Integration zwischen SkyFonts und Google Fonts ist diese Seite, die Sie sich am besten direkt in die Bookmarks legen. Denn hier werden Sie des öfteren wieder vorbei schauen.

Hier angekommen, klicken Sie auf den Button “SkyFonts Download”. Es wird automatisch die richtige Version vorgewählt. Derzeit stehen Versionen für Windows 32 und 64, sowie für Mac OSX zur Verfügung. Die Mac-Version bringt einen Download von komprimiert knapp 9 MB auf die Waage, der ein DMG von fast 30 MB beherbergt. Für die Windows-Version ist das Vorhanden des .Net-Framework 4 erforderlich, welches aber auch im Zuge der Installation nachgeladen werden kann.

Nach dem Download des im Falle der Version für Windows 64bit 3,5 MB schweren Zip-Datei gilt es, den darin enthaltenen Installer aufzurufen und mit Hilfe des üblichen Assistenten das Setup zum Abschluss zu bringen.

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Wenig Optionen im Client, Hauptdarsteller ist der Web-Service

Nach dem ersten Start enthält SkyFonts naheliegenderweise noch keine Schriftarten. Diese fügen Sie über den bereits erwähnten Dreh- und Angelpunkt, dort unter Verwendung des Button “Google Fonts durchsuchen” hinzu.

Nach Klick auf die Schaltfläche öffnet sich ein modales Popup. Von hier aus sind alle Font-Varianten des Google Portfolios, derzeit über 1.100 aus über 600 Schriftarten zugänglich. Gesucht werden kann nach Namensfragmenten, über ein klickbares Alphabet oder durch schlichtes Durchscrollen.

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Haben Sie eine Schriftart gefunden, die sie auf dem Desktop verwenden wollen, so klicken Sie den zugehörigen Button “SkyFonts” auf der rechten Seite des Popup an und wählen im sich öffnenden Fenster “Hinzufügen”.

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Ein kleiner Haken im SkyFonts-Button wird sichtbar, zudem sollten Sie auf dem Desktop eine kleine Notification erhalten, die die Synchronisation bestätigt.

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Die Schriften stehen direkt und ohne weitere Eingriffe Ihrerseits sofort zur Verwendung bereit, wie Sie folgend am Beispiel von Word 2013 sehen können:

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Innerhalb des SkyFonts-Clients können Sie stets sehen, welche Fonts installiert sind, welche entfernt wurden etc. Sie haben jedoch im Client nicht die Möglichkeit, die Schriften zu verwalten. Das ist ausschließlich über die bereits mehrfach erwähnte Website möglich.

skyfonts-client-sync

Es dürfte wohl eine Selbstverständlichkeit sein, ich weise dennoch darauf hin. SkyFonts synchronisiert ausschließlich die Desktop-Schriften, also TTF oder OTF. Die Web Fonts werden nicht auf den Rechner verfrachtet.

Ändern sich die von Ihnen gewählten Schriften im Ursprungsangebot, sorgt SkyFonts automatisch für die Synchronisation mit Ihrem Rechner. Das geht auf bis zu fünf Geräte simultan. Dafür bedarf es allerdings eines Fonts.com-Accounts, denn der Zugriff auf Google Fonts erfolgt nicht basierend auf einem vorhandenen Google-Account. Um die Synchronisation auch nach einem Neustart verfügbar zu halten, empfiehlt sich das Setzen des entsprechenden Häkchens im Client:

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Mercurial: Google Fonts anders verwenden

SkyFonts bietet nach meiner Meinung die derzeit beste Methode, das breit gefächerte Angebot der Google Fonts strukturiert und aufwandsarm zu verwenden. Bereits vor einem Jahr stellten wir Ihnen hier im Dr. Web Magazin eine weitere, nach wie vor taugliche Alternative zu dieser Vorgehensweise vor.

Unter Nutzung von Mercurial mit den optionalen GUI-Aufsätzen MacHG für Mac und TortoiseHG für Windows saugen Sie das komplette Google Fonts Directory auf Ihre heimische Festplatte und installieren es von dort aus mit Bordmitteln. Linuxer verwenden Mercurial ohne GUI.

SkyFonts stellt allerdings die elegantere Methode dar, sofern man Windows- und/oder Mac-Nutzer ist.

Links zum Beitrag:

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

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7 Kommentare zu „SkyFonts: Die beste Art, Google Fonts auf dem Desktop zu nutzen
  1. Martin am 7. Mai 2013 um 09:10

    Schönes Tool, erspart eine Menge Arbeit! Danke fürs ausführliche Vorstellen.

  2. Andreas am 8. Mai 2013 um 10:07

    Leider funktioniert es bei mir nicht (Win7). Sobald ich das Tool aufrufe, werden alle HTTP-Verbindungen blockiert (Emails und anpingen von Webseiten ging aber). Erst nach einem Rechner-Neustart und vorherigem Rausnehmen aus dem Autostart (msconfig) funktioniert mein Internet wieder. Schade, hätte es gerne genutzt, so ist es aber unbrauchbar :-(

    • Dieter Petereit am 8. Mai 2013 um 13:35

      Das sieht mir aber eher nach einem Problem mit der eigenen Konfiguration, denn nach einem Problem aus, für das man SkyFonts verantwortlich machen könnte.

    • Jörn Schellhaas am 31. August 2013 um 17:39

      Bei mir das selbe Problem. Finde ich schon ziemlich dubios, das sowas passiert. Bei mir fliegt das Programm direkt wieder vom Rechner, werde mir einfach alle Fonts herunterladen.

  3. Pascal Kläres am 10. Juli 2013 um 07:35

    SkyFonts ist ne schöne Sache, aber irgendwie läd es die Schriften nicht mehr, wenn ich zum Beispiel einen Neustart gemacht habe. (Mac). Auch nach manuellem Sync und eine Bestätigung, dass alles geladen wurde sind die Schriften nicht da. =(

  4. Susanne Jansen am 21. Juli 2013 um 14:58

    Installiert und sofort danach keine Internetseiten mehr aufrufbar. Nach einiger Zeit startete Firefox nicht mehr auf, danach Avira nicht mehr etc. etc. Nach Rechnerneuinstallation! Skyfont wieder installiert (weil ich nicht glaubte dass es daran lag) das SELBE. Schade, hätte es gerne genutzt.
    Seid vorsichtig, scheinbar ist es nicht für jeden nutzbar.

  5. dadri am 28. September 2013 um 22:05

    So ganz erschließt sich mir der Vorteil dieses Tools nicht.
    Auf der Website (von Google Fonts) kann ich auch Schriften suchen: nach Namen und/oder einer beliebigen Kombination aus bis zu 4 Eigenschaften “oder durch schlichtes Durchscrollen”. Darüber hinaus kann ich dort eigene Vorschauen definieren (Text & Schriftgröße), mir Schriftsätze komplett anzeigen lassen oder auch nicht, passende andere Schriftarten vorschlagen lassen etc. pp.
    Der Download erfordert maximal 3 Klicks (auswählen, download, als zip file – fertig).

    Der einzige Vorteil würde also darin liegen, dass SkyFonts auch die Schriften updatet – wofür ich dann quasi mit Rechenzeit und Speicherplatz “bezahle”.
    Ich bin absolut kein Experte, aber wie häufig werden denn bitte freie Schriftarten aktualisiert? Allenfalls wird doch eine neue Version unter angepasstem Namen aufgesetzt (z.B. falls weitere Schnitte ergänzt werden). Und sollte mal jemand auf die Idee kommen, nicht nur neues hinzuzufügen sondern womöglich Zeichen zu überarbeiten, habe ich dann Layout-Salat in meinen Dokumenten, Wasserzeichen (Fotos) & Co.

    Achja und noch eine Nebensächlichkeit: Wenn ich das Tool nutze, werden die Schriften gemäß Google Fonts EULA installiert?? Öhm wie bitte? Wenn, dann legt doch der Autor/Urheber der Schriften die Lizenz für diese fest (wird im Web-UI auch angezeigt), die kann Google nicht ersetzen. Also wird Google wohl eigene Bestimmungen ergänzen. In der Praxis wird es wohl irrelevant sein, außer Google kommt mal auf die Idee, den Service einzustellen und womöglich die Schriften fernzulöschen (falls sie sich das in der EULA erlauben – ist Spekulation), rechtlich verkompliziert es die Sache genau genommen nur unnötig.

    So… viele offene Fragen, ein möglicher Vorteil oder Nachteil und Einschränkungen gegenüber der Website… nein, der Sinn dieses Tools erschließt sich mir hier wirklich absolut nicht, aber trotzdem danke für die Vorstellung.

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