Essentials

Serie: Markdown-Editoren für das iPad – Byword und iA Writer (1/3)

15. Januar 2013
von

Im Rahmen unserer Reihe “iOS for Creative Professionals” befassen wir uns ab heute mit verschiedenen Markdown-Editoren für das Tablet aus Cupertino. Während es in der Windows- und auch in der Android-Welt erstaunlich wenige Markdown-Editoren gibt, ist das Apple-Universum gut bestückt mit einer ganzen Reihe dieser Tools. Die Platzhirsche der Mac-Plattform stehen auch für das iPad zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einige iOS-exklusive, nicht minder interessante Vertreter. Ich habe sie mir näher angesehen.

Markdown – warum sollte man sich dafür entscheiden?

Markdown ist eine einfache Auszeichnungssprache, die als Rohmaterial für verschiedene Zielformate dienen kann. Jeder, der etwa für Online-Magazine schreibt, aber auch Print bedienen will oder muss, wird sich eher früher als später nach einem Format umsehen, dass ihn nicht von vornherein determiniert. Versuchen Sie mal, aus einem HTML-Dokument ein RTF, DOC oder anderes Format zu erzeugen. Das geht zwar, ist aber kein Vergnügen. Mit Markdown ist all das und noch viel mehr kein Problem, liegt quasi in den Genen dieser Auszeichnungssprache.

Auch Lektoren ziehen Markdown voll formatiertem HTML vor, da es sehr viel lesbarer ist. Entwickler setzen meist ebenfalls auf Markdown, auf Github ist es die Standardauszeichnungsprache. Für WordPress gibt es entsprechende Plugins zur automatischen Konvertierung von Markdown nach HTML zur Laufzeit. Der Shooting Star der Entwickler-Editoren, Sublime Text 2, etwa, kann zum wahren Markdown-Wunder ausgebaut werden. Kollege Peter Müller arbeitet gerade an einem Beitrag, in dem er erläutern wird, wie man das im Einzelnen macht.

Markdown wurde entwickelt von John Gruber und Aaron Swartz. Aaron hat sich leider dieser Tage zum Selbstmord entschlossen. Er wurde nur 26 Jahre alt.

Markdown auf dem iPad – sinnvoll und komfortabel nutzbar

Auf dem iPad ist Markdown ebenfalls das Format der Wahl, speziell wenn man mit der On-Screen-Tastatur schreibt, wie ich das gerade tue. Wir werden uns einig sein, dass es insbesondere, aber nicht nur auf dem Touchscreen einfacher ist, ein # vor eine Überschrift erster Ordnung zu setzen, anstatt vor die Überschrift <h1> und danach </h1> setzen zu müssen. Erst im Rahmen des Exports zu HTML verwandelt der Markdown-Editor die Raute in die korrekte HTML-Formatierung.

Die Apps für das iPad, die ich im folgenden vorstellen werde, können neben der Grundfunktionalität des HTML-Exports, für die Markdown ursprünglich entwickelt wurde, weitere Formate erzeugen. Die Unterschiede liegen im Detail. So könnte man das Fazit vorweg nehmen und konstatieren, es käme angesichts der Ähnlichkeiten im Funktionsumfang nicht darauf an, für welche App man sich letztlich entscheidet. Dem ist allerdings nicht so. Denn die Details wirken sich doch auf den Workflow aus. Und wenn man eines durch den Einsatz von Markdown erreichen will, dann ist es ein optimaler Workflow. Insofern sind die Details entscheidend.

Im Testfeld finden sich Byword, iA Writer, Writing Kit, WriteUp, Daedalus Touch und Elements. Bis hierhin entstand der Beitrag mit Byword, weil Byword auf dem Mac mein Editor der Wahl ist. Die folgenden Einzeltest verfasste ich mit der jeweiligen App.


Sublime Text 2 mit Markdown-Plugins

Die Schlussbearbeitung erfolgte übrigens mit Sublime Text 2, ausgestattet mit den Plugins aus Peter Müllers morgen erscheinendem Beitrag “Dreamteam: Texte schreiben mit Sublime Text 2 und Markdown”.

Im heutigen Teil 1 unserer dreiteiligen Serie befasse ich mich mit Byword und dem iA Writer. Der zweite Teil wird Elements und Writing Kit vorstellen, bevor der dritte Teil mit WriteUp und Daedalus Touch den Abschluss bildet.

Blättern Sie weiter zum Test von Byword >>

Pages: 1 2 3

Tags: , , , ,

Ein Kommentar zu „Serie: Markdown-Editoren für das iPad – Byword und iA Writer (1/3)
  1. Peter Müller am 16. Januar 2013 um 09:06

    Ich habe es lange Zeit unterschätzt/ignoriert und war eher genervt, wenn in Online-Communities wieder was mit Markdown war. Z. B. bei Github in den Kommentaren musste ich wohl tausend Mal in der Schnellhilfe die Syntax für einen Link nachschauen? [Linktext](URL “title”). Aber Markdown ist wirklich superpraktisch.

    Bei mir entstehen Texte übrigens momentan mit einer Mischung aus iA Writer (Inspiration, meist eher am Anfang) und Sublime (tolle Bearbeitungswerkzeuge, zum Verwurschteln).

    Zu letzterem kommt ja hier bei euch heute oder morgen ein Beitrag.

Ein Kommentar? Schön!

Wir freuen uns immer über Leser, die durch nützliche und konstruktive Beiträge zum Thema eine Diskussion anstoßen oder den Artikel mit weiteren Informationen anreichern. Alle Kommentare werden in diesem Sinne moderiert. Zum Kommentar-Fairplay gehört für uns auch der Einsatz von rel="nofollow". Bitte verwenden Sie zudem als Namen weder eine Domain noch ein spamverdächtiges Wort. Vielen Dank!