SEO & Online-Marketing

SEO für Bilder: Die Bildersuche als Traffic-Quelle nutzen

25. Juni 2009
von

Für Menschen „sagen“ Bilder oft mehr als Worte – Suchmaschinen sagen Bilder nichts. Daher müssen Seitenbetreiber ihre Grafiken mit Information aufbereiten. Dann werden ihre Bilder in den Bildersuchen gefunden und können für viel Traffic sorgen.

Das Potenzial der Bildersuche

Die Bildersuche ist die meistgenutzte Option nach der „normalen“ Websuche bei Suchmaschinen. Die Schätzungen der Nutzungshäufigkeit liegen zwischen 8 (Martin Mißfeldt) und 15 Prozent (TechDivision). Das bedeutet, dass jedes sechste bis zwölfte Mal nach Bildern gesucht wird.

Seitenbetreibern eröffnet die Bildersuche daher eine Traffic-Quelle abseits der textlastigen Suchanfragen und bringt noch zwei entscheidende Vorteile mit. Die Ergebnislisten (SERPs) der Grafiken sind noch nicht so hart umkämpft wie jene der „normalen“ Websuche. Es ist also leichter, eine gute Position in den SERPs zu erlangen. Und dank neuer multimedialer Suchprozesse wie der Google Universal Search können Sites nur dank der Bilder bei klassischen Suchanfragen ganz oben stehen.

beispielbild universal search

Die Universal Search liefert Bilder und andere Medien an prominenter Stelle in den Suchergebnissen.

Multimediale Trefferlisten wie jene der “Google Universal Search” tragen verstärkt dazu bei, dass die Suchmaschinenoptmierung für Bilder immer größere Bedeutung erlangt. Schließlich will niemand, der sich eine gute organische Position in den SERPs erarbeitet hat, nun Plätze an Grafiken und Bilder verlieren. Zudem werden Links mit Bildern häufiger angeklickt als reine Textlinks. Allerdings werden Grafiken durch den Internet-User deutlich schneller als wichtig oder unwichtig eingestuft. Ein Bild muss also auch dem entsprechen, was der User sucht. Damit beides eintritt – eine gute Position in den Suchergebnissen und das richtige Bild für den richtigen User – müssen Bilder entsprechend optimiert werden. Denn im Gegensatz zu Menschen, können Suchmaschinen Bilder und Grafiken (noch) nicht erkennen und einordnen.

Wie optimiere ich Bilder für Suchmaschinen?

Weil Suchmaschinen mit Bildern alleine nichts anfangen können, sind diese auf die Informationen rund um die Grafik angewiesen. Der Seitenbetreiber muss den Suchmaschinen also mitteilen, was auf dem Bild zu erkennen ist. Im Gegensatz zur „normalen“ Suchmaschinenoptimierung einer Website entscheidet bei Bildern (noch) nicht fast ausschließlich die externe Linkpower. Eine Umfrage des Online-Marketing-Fachmanns Andre Alpar unter SEOs ergab, dass die fünf wichtigsten Faktoren für die Suchmaschinenoptierung von Bildern der Datei-Name, der Alt-Text, die Umgebung, der Page Title und erst an fünfter Stelle externe Links sind.

Die wichtigsten Maßnahmen für die Optimierung der eigenen Bilder sind daher für jeden Webmaster umzusetzen, auch ohne die Möglichkeit, schnell viele externe Links zu generieren.

Als erstes sollte ein logischer Dateiname gewählt werden. Der Name „DSCN0821“ verrät nicht mehr, als dass dieses Foto von einer Digitalkamera stammt. Mehrere Wörter im Dateinamen sollten mit Bindestrich, nicht mit Unterstrich gekennzeichnet werden. Im Alt-Tag sollte eine Beschreibung des Bildes folgen. War sie in früheren Zeiten für User mit langsamer Internetverbindung gedacht, die sich keine Grafiken anzeigen ließen, machen sich dieses Attribut heute Suchmaschinen zu nutze. Das Alt-Tag wird daher zu einer der wichtigsten Informationsquelle für die Webcrawler.

Speichert man Grafiken auf seinem Webserver, sollte für eine bestimmte Art von Grafik auch die richtige Datei-Endung gewählt werden. So „vermuten“ Suchmaschinen hinter JPEGs meist Fotos, während Grafiken eher als GIF und PNG angelegt werden. Das ist von entscheidender Bedeutung, wenn ein User den Suchbegriff „Foto“ seiner Anfrage hinzufügt. Zudem sollten die Bilder und Grafiken nicht in einem allgemeinen „Upload“- oder „Images“-Odner abgelegt werden, sondern lieber im themenrelevanten Ordner des Beitrags.

Auch die Position des Bildes auf der Seite spielt eine Rolle. Die Grafik sollte nahe an den zugehörigen Keywords des Textes platziert sein. Im Idealfall wird das Bild von den Keywords umgeben.

felder bildbeschreibung

Für die Beschreibung eines Bildinhalts sollten Seitenbetreiber alle Felder nutzen.

Für Bilder und Grafiken gilt wie für Textinhalte, dass Suchmaschinen duplicate Content (doppelte Inhalte) abstrafen. Daher sollte man seine Bilder nicht mehrfach verwenden. Geschieht dies doch, muss mittels robots.txt darauf geachtet werden, diese Bilder nicht indizieren zu lassen.

Ob größere oder kleinere Bilder besser gerankt werden, ist nicht sicher zu sagen. Manche Seitenbetreiber wollen jedoch festgestellt haben, dass größere Bilder leichter eine gute Position erhalten.

Aktualität, wie sie beim Textcontent günstig ist, scheint sich bei der Bildersuche eher nachteilig auszuwirken. Viele Seitenbetreiber haben beobachtet, dass vor allem ihre älteren Bilder besser gerankt wurden. Hierbei ist auch zu erwähnen, dass einmal indizierte Pics nicht geändert werden sollten. Vermehrt finden sich Erfahrungsberichte, dass trotz gleichem Namen und gleicher Größe (die Bilder wurden lediglich mit einem Urheberhinweis versehen) Grafiken von Google aus dem Index genommen wurden. Als Grund wird das veränderte Erstellungsdatum der Datei auf dem Server angenommen.

Diese Grundregeln umzusetzen, erfordert viel Handarbeit. Vor allem von Webmastern, die sehr viele Bilder auf ihren Seiten haben. Für manche CMS gibt es daher mittlerweile SEO-Erweiterungen, die bei der Optimierung von Grafiken helfen. Diese vereinfachen und automatisieren einzelne Arbeitsschritte.

Bildersuche und das Problem des „richtigen“ Besuchers

Mit dem Besucheraufkommen via Bildersuche stellt sich zwangsläufig die Frage, ob das auch jene User sind, die sich Seitenbetreiber wünschen. Da Suchmaschinen Bilder trotz aller Informationen, die man den Grafikdateien anhängen kann, das Thema und vor allem die Relevanz zur Suchanfrage nicht so gut erkennen können wie bei der Textsuche, ist die Gefahr des „falschen“ Besuchers groß. Zudem fürchten sich bestimmte Branchen vor Urheberrechtsdiebstahl. Fotografen und Maler fragen sich beispielsweise mit Recht, ob sie von dem Traffic via Bildersuche auch einen Kauf erwarten können oder ob es sich nur um Personen handelt, die Bilder für ihre eigene Homepage „klauen“ wollen. Ebenso ist es für ein Reiseportal nicht der „richtige“ Besucher, wenn er nur ein Foto der Pyramiden will, anstatt eine Reise nach Ägypten zu buchen.

Nichtsdestotrotz sollte man diese Traffic-Quelle nicht leichtsinnig außer Acht lassen. Abgesehen davon, dass die Bildersuche nicht nur „falsche“ User anlockt, wird mit ein paar simplen Optimierungsmaßnahmen zusätzlich ein Werbeffekt für die eigene Site losgetreten. ™

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

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