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Scribd iPaper – Ist YouTube die Zukunft des geschriebenen Wortes?

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Das größte Problem beim digitalen Dokumentenaustausch war und ist die Kompatibilität. Mit iPaper will Scribd diese Barriere aus dem Weg geräumt haben. Auf den ersten Blick zweifelsfrei eine positive Entwicklung. Nutzungsbeschränkungen und Rechtsklagen stellen die Plattform jedoch in Frage.

Scribd ist eine Document-Sharing Plattform. Mittels iPaper-Format, eine von Scribd selbst einwickelte Flash-Technologie, können User auf dieser Plattform kostenlos Dokumente veröffentlichen. Diese werden von der Community betrachtet, kommentiert und bewertet. Scribd überträgt damit die YouTube-Idee von Videos auf das geschriebene Wort.

Das Angebot scheint die Bedürfnisse der Netizens zu treffen. Laut eigenen Angaben verzeichnet Scribd 23 Millionen Zugriffe pro Monat und mehr als 200.000 registrierte Nutzer. Auch prominente Websites wie das Wissenschaftsnetzwerk LabMeeting oder das Weblog des zukünftigen US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama nutzen iPaper für die Dokumentpräsentation.

Der Scribd-Dienst im Detail

Mit der iPaper-Technologie löst Scribd das essentielle Problem des barrierefreien Dokumentaustauschs – die eingeschränkte Kompatibilität. iPaper schlägt eine Brücke zwischen zahlreichen Dokumentformaten:

  • Adobe PDF (*.pdf)
  • Adobe Post Script (*.ps)
  • Microsoft Word (*.doc)
  • Microsoft PowerPoint (*.ppt, *.pps)
  • Microsoft Excel (*.xls)
  • OpenOffice Text Document (*.odf, *.sxw)
  • OpenOffice Presentation Document (*.odp, *.sxi)
  • OpenOffice Spreadsheet (*.ods, *.sxc)
  • Plain Text (*.txt)
  • Rich Text Format (*.rtf)
  • und zahlreiche Bildformate

Dazu lädt der Nutzer das Dokument in einem dieser Formate hoch und iPaper wandelt es in Flash um. Ein Flash-Plugin ist durchschnittlich auf 98 von 100 Rechnern installiert.

Je nach Wunsch des Nutzers steht sein Dokument nun auf Scribd öffentlich zur Verfügung oder ist als „privat“ markiert. Bei aktivierter „Privat“-Funktion kann nur mit Hilfe vordefinierter Applikationen auf das Dokument zugegriffen werden. Auf diese Weise bestimmt der Nutzer auch, ob die Texte von Suchmaschinen indiziert werden können.

Erlaubt ein Publisher den Download des Dokuments, so steht dies grundsätzlich als PDF und im Ausgangsformat zur Verfügung. Auf Wunsch konvertiert iPaper die Dateien auch in alle anderen unterstützten Formate.

Soll das Dokument in die eigene Homepage eingebaut werden, muss dazu lediglich das entsprechende JavaScript Code-Snippet, ein so genanntes „Embed-Tag“, in die eigene Site eingebaut werden. Will man iPaper häufiger auf der eigenen Homepage einsetzen, so empfiehlt Scribd einen Entwickler-Account anzulegen und „Quickswitch“ zu verwenden. Dabei werden automatisch alle Dateien einer Website für iPaper in Scribd geladen, konvertiert und für die Präsentation auf dem eigenen Webauftritt vorbereitet.

Veröffentlicht man seine Dokumente auf der eigenen Homepage, besteht sogar die Möglichkeit, Google-Werbung ins Dokument einzufügen. Auf dem Scribd-Server ist dies allerdings nicht erlaubt. Dort werden Dokumente nur werbefrei dargestellt.

Für den Betrachter kann das Flashdokument wie ein Buch mit Umblätterfunktion, wie ein klassisches Dokument zum Scrollen oder als Seitenübersicht dargestellt werden. Der Text oder die Bilder können herangezoomt, markiert, kopiert und ausgedruckt werden. Zudem bietet iPaper den Komfort, dass die Dokumente nicht mehr heruntergeladen werden müssen. Das spart Traffic und Zeit. Anders als beim Einsatz des PDF-Readers werden die Inhalte „gestreamt“, wodurch selbst bei einem 1.000 Seiten langen Dokument schnell jede beliebige Seite aufgerufen werden kann.

Nachteile und Gefahren durch die Plattform

Viele Webworker schrecken mit Sicherheit vor der Verwendung der Scribd-Technologie zurück, da sie nicht auf dem eigenen Server einsetzbar ist. iPaper kann nur genutzt werden, wenn die Dokumente auf dem Scribd-Server abgelegt werden. Eine Alternative zum Embed-Tag gibt es nicht. Scribd garantiert seinen Usern dafür professionelle Verwaltung der Files, permanente Erreichbarkeit und Sicherheit. In den FAQs verweist Scribd darauf, dass bereits viele große Unternehmen sensible Dokumente über die Plattform verwalten. Genannt werden diese Firmen allerdings nicht. Der bittere Beigeschmack, jedes Dokument aus der Hand geben zu müssen, bleibt.

Scribd könnte sich zudem als Gefahr für die Verlagshäuser erweisen, denn der Dienst bietet die Möglichkeit kostenlos und frei zugänglich Dokumente im Netz zu veröffentlichen; selbst eingescannte Zeitschriften, Magazine und Bücher. Das ist zwar auch an anderer Stelle im Netz möglich, allerdings nicht so schnell, einfach und anonym und man erreicht nicht sofort ein solch großes Publikum. Der Schaden für die Rechteinhaber, in der Regel die Verlagshäuser, könnte daher unüberschaubare Ausmaße annehmen. Zumindest in dieser Hinsicht darf Scribd in jedem Fall mit dem großen Vorbild YouTube verglichen werden. Schon wenige Tage nach dem Start der Plattform (6. März 2007) erhielten die Betreiber die ersten Rechtsklagen wegen Urheberrechtsverletzungen. Daraufhin mussten bereits die ersten Dokumente wieder vom Server gelöscht werden.

Die iPaper-Technologie und die Plattform Scribd bieten aber auch eine Chance für Verlage. Schließlich werden dadurch die Akzeptanz für E-Books unter dem Leserpublikum erhöht und ein neuer Vertriebsweg geschaffen.

Für Printverlage stellt sich jedoch primär die Frage, ob dies der richtige Weg ist. Von technischer Seite können Druck-Erzeugnisse zwar problemlos digitalisiert werden, ob diese Medienübertragung von dem Leserpublikums auch gewünscht ist, bleibt abzuwarten. Derzeit scheint der Trend eher in eine andere Richtung zu gehen. Diejenigen Inhalte, die online gut aufgenommen werden, sind auch jene Inhalte, die eigens für die Online-Welt produziert sind. Wird dagegen ein Printerzeugnis in das Internet übertragen, so geht meist etwas verloren. Und sei es nur der Komfort der Übersichtlichkeit oder das Zusammenspiel von Layout und Text, die sich aus Zeitschriften meist nicht mit der gleichen Wirkung auf Websites übertragen lassen.

Die Grenzen der Online-Welt werden somit auch durch die iPaper-Technologie nicht gesprengt; deren Möglichkeiten jedoch um eine Variante der Publikationstechnik erweitert, die durchaus komfortable Vorteile mitbringt. Ob die Zukunft des Dokumentenaustauschs in solchen „Sammelplattformen“ liegt, bleibt zu bezweifeln. Noch mehr, wenn berufliche Interessen im Vordergrund stehen. Der Community-Faktor im Business-Leben ist wohl kaum „YouTube-tauglich“. Als eigenes Medienform oder als neuer Vertriebsweg für Magazine ist ein iPaper-Trend eher vorstellbar. (tm)

Über Manuel Diwosch

Gravatarstudierte Politikwissenschaften in Wien und ist seit 2000 als Journalist tätig. Besonderes Interesse an der Nutzung des Internets hegt er in Bezug auf Wirtschaft und Politk: E-Commerce, E-Business und E-Governement sind seine Stichworte. Derzeit lebt der Wiener in Innsbruck und arbeitet als Redakteur und freier Journalst. Website. Weitere Beiträge für Dr. Web: 64

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5 Kommentare zu “Scribd iPaper – Ist YouTube die Zukunft des geschriebenen Wortes?”

  1. 1
    derWeisseDrache
    8.01.2009 05:48

    Was ist Ipaper überhaupt und was braucht man um ein IPaper es lesen zu können? ich verstehe das hier nicht!

    Auf iPaper Seiten ist immer nur zu lesen "Please Wait Loading Streaming Document"

    nach 3 Stunden steht das immer noch da. Ohne Irgendeine Veränderung. Egal auf welcher Seite iPaper integriert ist.

    Antwort

  2. 2
    8.01.2009 09:14

    flash und javascript braucht man dazu. sonst geht nichts.

    Antwort

  3. 3
    13.05.2009 11:39

    Ich denke es wäre nicht schwer Ipaper mit einem digitalen Urheberschutz zu versehen. Scripd könnte Bücher im Ipaper-Format verkaufen, die dann nur mit dem eigenen Account lesbar wären. Download wäre nur signiert möglich. Das wäre vom Standpunkt des Datenschutzes natürlich eine Katastrophe...

    Antwort

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