Webdesign

Schützen Sie Ihren Ruf im Netz

16. Februar 2009
von

Der eigene Ruf im Netz hat direkte Auswirkungen auf den beruflichen Erfolg. Eine „schlechte Nachrede“ kann Bewerber, Freelancer und auch Unternehmen vor nachhaltige Probleme stellen. Jugendsünden in Communities oder unzufriedene Kunden kosten im schlimmsten Fall einen guten Job oder lösen ein PR-Desaster aus. Mit Online-Reputation-Management lenken Sie selbst, was andere im WWW über Sie finden.

Das Internet beeinflusst die meisten Entscheidungen

Online-Reputation bezeichnet die Summe aller Inhalte, welche über eine Person, ein Unternehmen oder ein Produkt im Internet zu finden sind. Sie bestimmen den Ruf, den man im WWW genießt. Am wichtigsten sind jene Inhalte, die in den Ergebnislisten der Suchmaschinen ganz oben zu finden sind. Weil sie am häufigsten gelesen werden, bestimmen ausschließlich diese den Eindruck der Person, des Unternehmens oder des Produkts auf den Surfenden.

Noch vor wenigen Jahren waren die klassischen Medien, allen voran das Fernsehen, die wichtigste Informationsquelle für Produktinformationen. Mittlerweile hat das Internet das Fernsehen abgelöst. Laut einer Studie der Universität Bonn besuchen mehr als sechs von zehn Personen soziale Netzwerke, Foren und Preisvergleichsplattformen, bevor sie ein Produkt kaufen. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um jüngere Generationen. Auch die Altersgruppe der 50 bis 59jährigen nutzt mehrheitlich das Internet für die Entscheidungsfindung vor großen Anschaffungen.

Die Auswirkungen der Bewertungen im Internet durch Dritte können für Unternehmen fatal sein. Schon ein einziger enttäuschter Kunde kann mit einer negativen Kritik in seinem Blog einen massiven Imageschaden verursachen. Wird sein Blog nämlich von Suchmaschinen weit oben geführt, so kann seine Meinung tausende potenzielle Kunden verschrecken. Und das, obwohl andere Käufer mit dem gleichen Produkt und Service vollauf zufrieden waren.

Doch nicht nur Unternehmen kämpfen mit den Folgen einer negativen Online-Reputation. Auch Privatpersonen kann es treffen: In einer Umfrage des Bundesverbands deutscher Unternehmensberater geben mehr als zwei von drei Personalverantwortlichen an, nach dem Namen der Bewerber zu „googeln“, sieben von zehn Personalentscheidern durchsuchen die Business-Plattform Xing und jeder Zweite hat bereits nach Internetrecherchen einen Jobaspiranten von der Bewerberliste gestrichen.

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Online-Reputation muss jedoch nicht zwangsläufig negative Auswirkungen haben. Ein guter Ruf im Internet kann auch zum Erfolgsgaranten werden. Privatpersonen oder Freelancer haben die Möglichkeit, sich als Experten für bestimmte Gebiete zu profilieren und so Arbeit- oder Auftraggeber auf sich aufmerksam zu machen. Unternehmen profitieren von einem geschäftsfreundlichen Klima im Arbeits-, Kapital- und Absatzmarkt. Eine positive Reputation bindet Kunden, erspart Margen vernichtende Preiskämpfe, begünstigt die Einführung neuer Produkte und erleichtert die Unternehmenskommunikation in Krisenzeiten.

Online-Reputation-Management: Aktiv den Ruf steuern

Sie sind der Online-Reputation durch dritte nicht hilflos ausgeliefert. Durch die richtigen Maßnahmen können Sie entscheidenden Einfluss darauf nehmen, wie Sie oder Ihr Unternehmen im Internet wahrgenommen werden. Dieser Prozess wird als Online-Reputation-Management bezeichnet.

Die Basis dafür bildet das Online-Monitoring. Durch gezielte Suchmaschinen-Abfragen müssen Sie in Erfahrung bringen, wie es um Ihren Ruf steht und dessen Veränderungen genau beobachten. Danach richtet sich die Zielsetzung des Online-Reputation-Managements, entweder Reputation-Setting (Sie müssen sich erst einen Ruf im Internet schaffen), Reputation-Cutting (eine Verschlechterung des Rufes muss verhindert oder rufschädigende Inhalte müssen verdrängt werden) oder Reputation-Surfing (der Ausbau und die Nutzung eines positiven Rufs, um weitere Projekte zu etablieren).

Egal, welches Ziel Sie verfolgen, es führt kein Weg daran vorbei, selbst aktiv im Internet aufzutreten. Sie müssen die Meinungsbildung über sich oder Ihr Unternehmen mitgestalten. Laut Kommunikationsberater Klaus Eck gilt: Je weniger Sie selbst tun, desto mehr könnte unter Umständen Ihre Reputation zerstört werden. Schließlich haben andere die Möglichkeit, Falsches zu behaupten oder Richtiges aus dem Zusammenhang zu reißen. Verzichten Sie auf die aktive Mitgestaltung Ihrer Internetreputation, so verzichten Sie im günstigsten Fall darauf, sich positiv zu profilieren und bleiben „unsichtbar“. Deutlich schwerwiegendere Folgen wären es, wenn Ihr Ruf bereits von anderen beschädigt wurde, Sie dadurch um eine Jobchance gebracht wurden oder Kunden verlieren.

ORM im Detail: Wie beseitigt man negative Inhalte Dritter?

Eine schlechte Nachricht gleich vorweg: Es ist nicht möglich, alle negativen Inhalte über Sie aus dem Netz zu entfernen. Sie können Seitenbetreiber nämlich rechtlich nicht dazu zwingen, Beiträge oder Kommentare zu löschen, solange Sie keine direkte Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung beinhalten. Sie müssen sich an den Webmaster wenden und ihn freundlich darum bitten.

Daher müssen Sie eine Online-Reputation-Management-Kampagne starten. Damit haben Sie die Möglichkeit, die negativen Beiträge zu verstecken. Der SEO Sven Geppert erklärt in seinem Blog, dass die wirksamste Methode sei, die ersten 20 bis 30 Suchmaschinentreffer permanent mit eigenen, positiven Seiten und Inhalten zu besetzen. Er empfiehlt diese Methode vor allem großen und mittelständischen Unternehmen, da dies meist die Arbeit eines professionellen SEOs erfordert und auch dementsprechend kostenintensiv ist.

Im SEO-Marketing-Blog veröffentlichte Manuel Fuchs ein Tutorial zum Thema Online-Reputation-Management und erklärte die Basis einer solchen ORM-Kampagne. Den Anfang bildet die eigene Website. Diese muss suchmaschinenoptimiert werden. Im Bedarfsfall wird sie noch so umgestaltet, dass die Gesamtaussage einheitlich ist und mit dem Online-Reputation-Management Vorhaben zusammenpasst. Des Weiteren werden Multiplikatoren in die Kampagne eingebunden oder im Bedarfsfall generiert. Dies sind Websites, Beiträge in Branchen- und Artikelverzeichnissen, Portale oder Web 2.0-Anwendungen, die das Ziel der Kampagne (Unternehmen, Person, Produktreihe) im gewünschten, positiven Licht darstellen. Bestehende Websites mit positiven Nachrichten und Informationen werden offsite optimiert, sodass diese im Idealfall in den Top-Ten der Suchergebnisse landen.

Um den Ruf von Einzelpersonen positiv zu beeinflussen, rät SEO Geppert zu fünf einfachen Maßnahmen:

1. Profile auf Facebook und MySpace erstellen und diese von Suchmaschinen indizieren lassen.

2. Profile auf Network-Portalen wie Xing und Social-Media Communities wie YouTube, Flickr oder Yigg erstellen.

3. Eine Domain mit dem eigenen Namen registrieren. So kann man verhindern, dass jemand anderes sie besetzt und den eigenen Ruf schädigt. Zudem ist es wahrscheinlich, dass die Domain dann auch mit Ihrem Namen als Anchor-Text verlinkt wird und so die erste Position bei einer Suchanfrage nach dem Namen belegt. Unter dieser Domain sollten Sie eine Online-Visitenkarte hinterlegen, die Sie positiv darstellt und Besucher mit den von Ihnen gewünschten Informationen versorgt.

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4. Erstellen Sie auf dieser Website zusätzlich einen Blog. Veröffentlichen Sie dort einen Lebenslauf und weitere interessante Berichte zu Ihrer Person. Verlinken Sie zudem ab und an die verschiedenen Social-Media-Profile in Ihren Beiträgen

5. Durchsuchen Sie das Netz nach positiven Beiträgen zu Ihrer Person. Auf diese sollten Sie dann Social Bookmarkings setzen.

Die Notwendigkeit einer guten Online-Reputation für Privatpersonen schafft auch einen entsprechenden Markt für Dienstleister. Die Firma Reputationdefender bietet beispielsweise ein umfassendes Angebot, den Online-Ruf von Privatpersonen, deren Familien und Kinder zu schützen. Der Preis für das Monitoring beträgt pro Person 14,95 Euro im Monat und für die Tilgung eines Eintrags 29,95 Euro. Ob diese Methode jedoch tatsächlich effizienter ist, als wenn Sie selbst hin und wieder nach Ihrem Namen suchen und die Seitenbetreiber bitten, Inhalte zu entfernen, ist fraglich. Denn auch “Reputation Defender” räumt in den FAQs ein, dass das Löschen bestimmter Beiträge von den Seitenbetreibern abhängt. (tm)

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

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