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Rotzblogging und der Wert des Wortes

3. Dezember 2008
von

Wenn ich mir Blogdorf so ansehe und auf meine eigenen Anfänge zurückblicke, stelle ich allerlei Veränderung fest. Dabei kann ich den meisten Veränderungen keine positiven Effekte zusprechen. Ich sollte vielleicht vorwegschicken, dass ich während des Schreibens dieses Beitrages Andy Williams´ Album “Moon River” höre. Zwar hat das nach meiner Auffassung keinerlei Bedeutung, dennoch sollte es Erwähnung finden. Ohnehin ist Andy Williams immer eine Erwähnung wert. Und irgendwie hat er, wenn ich es mir recht überlege, dann doch wieder eine ganze Menge mit dem Thema Rotzblogging zu tun, über das ich mich heute beschweren oder erleichtern, je nachdem, von welcher Seite man drauf guckt, will.

Was ist Rotzblogging?

Rotzblogging ist ein Wort, das ich definiere als “im Wesentlichen unreflektiert hinschmierendes Schreiben von Blog-Beiträgen”. Deutlich abzugrenzen also vom bekannten und beliebten Motzblogging, das wenigstens unterhaltsam und in der Sache richtig sein kann, wenn es auch häufig sprachlich in Exzessen endet, vor allem, wenn man die Kommentarbereiche in die Betrachtung einbezieht. Rotzblogging ist schlimmer.

Rotzblogging ist ziemlich einfach zu erkennen, denn Rotzblogger legen im Wesentlichen Wert darauf, irgendwas zu schreiben, um überhaupt etwas zu schreiben. Dabei spielt der sprachliche und – schlimmer noch – der gedankliche Rahmen in den allerseltensten Fällen eine Rolle. Rotzblogger scheren sich nicht um einen logischen formalen und inhaltlichen Aufbau ihrer Texte. Sie haben zumeist im Vorhinein nicht einmal vor Augen, welche Aussage denn letztlich den Beitrag schmücken, sprich, was der Sinn der Schreiberei sein soll. Rotzblogger rotzen Beiträge hin und verstopfen auf diese Weise das Internet als sinnvollen Informationskanal. Immer häufiger treffe ich auf der Suche nach wertvollen Nachrichten, Neuigkeiten und Meldungen auf Hingerotztes.

Google ist Teil des Problems

Die tief empfundene Liebe Googles zu den gängigen Blog-Softwares sorgt für eine kontinuierliche Verschärfung dieses Problems. “Hat einer ein WordPress im Einsatz, hat er auch was zu sagen”, scheint das ungerechtfertigte Vorurteil Googles zu sein. Und der Blogger sieht sich umgekehrt durch hohes Suchmaschinenranking in seinen durchaus geringen Bemühungen hinreichend bestätigt. Im schlimmsten Falle erhöht er vielleicht auch noch seine Postingfrequenz, was wiederum andere zur Erhöhung derer Postingfrequenz animieren mag. Eine regelrechte Abwärtsspirale beginnt sich zu drehen.

In der Tat gibt es einen Zusammenhang zwischen der Beitragsfrequenz und der Besucherzahl. Nach allen meinen Beobachtungen lässt sich der einfache Schluss ziehen, dass mehr Beiträge auch mehr Besucher bedeuten. Für ambitionierte Blogger kann es daher wichtig sein, mit anderen mithalten zu können, um die Besucherentwicklung positiv zu gestalten. Ist man kein Vollzeitblogger muss diese Verfahrensweise zwangsläufig zu Lasten der Qualität des einzelnen Artikels gehen. Insofern ist Rotzblogging wie der Teebeutel im heißen Wasser Blogdorfs. Er zieht und zieht und hinterher ist das vormals klare Wasser trüb und schmeckt bitter. Das wiederum bemerkt sogar der in der Regel unbedarfte Besucher, verzieht das Gesicht und schlägt seinen Spiegel oder seine ZEIT oder ein gutes Buch auf und erfreut sich an wohl gesetzten und durchdachten Worten (obschon es inhaltlich auch in den genannten Periodika bisweilen schwere Mängel gibt).

Microblogging verschärft die Lage rasant

Vermutlich ist der Trend zum Rotzblogging unumkehrbar, wird er doch noch befeuert von sogenannten Microblogging-Diensten wie “Twitter” oder “Identica” oder “Jaiku” oder oder. Alles Dienste, die einen quasi zwingen, zu rotzen, weil für einigermaßen ausgewogene Worte nicht einmal genügend Raum gegeben ist. Die Geschwindigkeit, die in diesen Diensten herrscht, wirkt auf viele Teilnehmer wie ein Schrittmacher oder vielleicht doch eher wie ein Galeerentrommler oder dieses elektrische Kaninchen, das bei Hunderennen eingesetzt wird. Leider verursachen die Microblogs nicht nur eine Trivialisierung dessen, was man äußert. Es entsteht nicht nur inhaltlich Rotz. Nein, der Zwang, sich auf – zumeist – 140 Zeichen zu begrenzen, führt auch noch dazu, dass die jahrhundertealten Regeln deutscher Sprache mit Füßen getreten werden. “Tach. Eben fon danach Bus. Spät dran Chef @knorke87 sauer. Gleich McD #Hunger”

Das Slow Blog-Manifest

Und so will ich mich schon fast mit dem Exodus Song von Andy Williams identifizieren, als ich den Blog des Kanadiers Todd Sieling finde und auf sein Slow Blog Manifesto stoße. Sieling war Product Manager des recht bekannten Web2-Dienstes Magnolia, eines Wettbewerbers von “Delicious” und “Mister Wong” und ist heute Informationsarchitekt und Interfacedesigner an der Schnittstelle zwischen Mensch und Web. Sieling bringt also schon berufsbedingt dem Medium Internet eine große Wertschätzung entgegen. Dem Medium, das durch Fehlentwicklungen wie Rotzblogging  gefährdet ist.

Es würde nicht schaden, wenn der durchschnittliche Blogger sich ein paar der wesentlichen Aussagen aus dem Slow Blog-Manifest zu Herzen und vor allem zu Hirne nehmen täte. Die wichtigste Erkenntnis meiner Meinung nach wäre die, Slow Blogging an sich zum Prinzip zu machen. Blogging sollte etwas von Genuss haben, mit einem gerechtfertigte Aufwand verbunden sein, damit andere das Gebloggte ebenfalls genießen und den dahinter steckenden Aufwand als wertsteigernd erleben können. Ganz ähnlich dem Umgang mit Essen als Kulturgut übrigens. Etwas, das man schnell zubereiten kann, ist als Fast Food verpönt. Aufwändige Mahle werden schwärmerisch als “Slow Food” bezeichnet und sind oft noch tagelang Gesprächsthema. Den Burger vom örtlichen Brutzelbuben hingegen hat man schon vergessen, wenn man noch Teile davon zwischen den Zähnen spazieren trägt. Wahres Blogging sollte slow, langsam, durchdacht stattfinden, denn

“Slow Blogging is the re-establishment of the machine as the agent of human expression, rather than its whip and container”.

Lasset uns diese schönen Worte als Motto mit in die diesjährige Weihnachtszeit nehmen und haltet Euch dran! ™

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

55 Kommentare zu „Rotzblogging und der Wert des Wortes
  1. Gunther am 3. Dezember 2008 um 07:18

    Danke für diesen Artikel, der den Kern trifft und sehr gut tut. Er ist auch gleichzeitig ein Plädoyer für Qualität, Sorgfalt und die Wertschätzung der Leserschaft – Aspekte, die leider allzu oft vergessen werden.

  2. [...] Mehr bei Dr. Web >> [...]

  3. hingerotzt am 3. Dezember 2008 um 11:10

    Gähn! Schnarch! Der Artikel ist doch auch hingerotzt und in etwas so sinnvoll wie sich über die Boulevard-Presse oder Arzt-Romane aufzuregen. Nämlich gar nicht.
    Wird hier jemand zum Lesen gezwungen? Oder zum Anklicken der entprechenden Seiten? Nein. Und wenn die Google-Suche nur Hingerotztes liefert, würde ich mal die Suchkriterien ändern.

  4. Arne am 3. Dezember 2008 um 11:42

    Sehr schöner Artikel, der viele Punkte wirklich gut beleuchtet.
    Twitter sehe ich da aber anders, denn gerade dass das Rotzblogging zu twitter abwandern kann, “säubert” die Blogs vom rotzgeblogge und verlagert eben diese Beiträge in twitter.
    So war/ist jedenfalls meine Hoffnung :)

  5. mike am 3. Dezember 2008 um 12:15

    Die paar Allgemeinplätze in Twitter reingerotzt, hätte allen Beteiligten jede Menge Zeit und Energie gespart.

  6. Paul am 3. Dezember 2008 um 13:07

    @Arne: Dazu müsste aber <meta name="robots" content="none" /> auf allen Twitter (-ähnlichen) Seiten stehen. Das tut es leider nicht.

  7. L-Roy am 3. Dezember 2008 um 13:33

    Sollte nicht jeder nach seinem Gutdünken bloggen dürfen?

    Es ist doch klar, dass manche mangels Begabung nicht so durchdachte und wohlfeile Texte anbieten können wie andere. Dass diese Leute trotzdem gern und häufig ihre Gedanken in den PC hämmern, ist doch nur ihr gutes Recht.

    Diesen Bloggern aus der Frequenz und der Qualität ihrer Posting einen Strick zu drehen, ist der völlig falsche Ansatz. Denn wie du richtig schreibst, ist die Tatsache, dass ich diese Ergüsse weit vorne bei entsprechenden Suchen finde, das eigentliche Problem. Hier sind die Suchmaschinenanbieter in der Pflicht, entsprechende Filter einzubauen, um hochwertige Suchergebnisse anzubieten.

  8. Klaus-Peter am 3. Dezember 2008 um 13:43

    “Slow blogging” erfordert, wie slow-food, ein Netzwerk.
    Denn diese Artikel werden nicht in der Suchmaschine gesucht, also braucht man Stammleser.

  9. Robert am 3. Dezember 2008 um 14:44

    Guter Artikel. Auch wenn ich die Ansicht teile, das nicht jeder Blogbeitrag einen informativen Nährwert haben muss sondern nur interessante Momentaufnahmen sein können, vermisse auch ich die Qualität. Viel schlimmer finde ich, das Beiträge mit Informationen oder Aussagen immer häufiger jeder Grundlage entbehren. Es wird nicht mehr recherchiert oder informiert sondern mit Halbwissen geglänzt.

    Die Blogssphäre braucht beides, Blogs mit Informationsgehalt und solche die einfach nur dem ursprünglichen Sinn eines Blogs folgen, einfach nur ein Tagebuch zu sein.

    Twitter und Co. sind nur sinnlose SMS-Dienste im Netz. Nur eine Frage der Zeit, bis die Klingeltonindustrie zur Featureindustrie wird und Twitter mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen vermarktet.

    Bleibt zu hoffen, das Google die Zeichen der Zeit erkennt und Qualitativ bessere Ergebnisse liefert. Vielleicht ist aber auch eine Gelegenheit für neue und frische Suchdienste sich auf dem Markt zu präsentieren.

  10. [...] bloggt, und zusätzlich noch Zeugs das keinen eigenen Blog-Eintrag wert ist (Stichwort “rotzblogging” bei Twitter, so bleibt das Blog sauber)? Wie entscheidet ihr was ihr bloggt, und was ihr [...]

  11. Dieter Petereit am 3. Dezember 2008 um 18:25

    Auffällig ist eine gewisse Polarisierung. Guter Artikel oder hingerotzt. Wobei “hingerotzt” diejenigen behaupten, deren eigener Blog entweder wie hingerotzt aussieht oder gar nicht erst existiert.

    @Robert: Superidee. Jamba übernimmt Twitter. Schneller könnte man diese Sprachvernichtungsplattform gar nicht zerstören…

    @andere: In der Tat sind Suchmaschinen Teil des Problems. Ich erwähnte es im Text.

    @Klaus-Peter: Stammleser sind natürlich wichtig (für den Blogger). Aber betrachte es mal aus der Leserperspektive. Du suchst Informationen zu bestimmten Themen, da nützen Dir Stammblogs bestenfalls zufällig.

  12. Marek am 3. Dezember 2008 um 21:25

    Ich finde solche “Elitarisierungs”-Versuche immer sehr problematisch.

    Es stellt sich mir dann naemlich immer auch die Frage, mit welchem Recht man solche Versuche unternimmt. Ich verstehe natuerlich, dass jemand einen bestimmten intellektuellen Anspruch hat und diesen befriedigt wissen moechte. Das ist aber noch lange kein Grund und gibt einem auch nicht das Recht, jemandem die Existenzberechtigung abzusprechen, weil er diese Forderung nicht erfuellen kann oder will.

    Ich moechte nur darauf hinweisen, dass gerade in der Kunst diese Debatte oft gefuehrt wurde. Der Dadaismus ist mit Sicherheit ein passendes Beispiel, wie die Forderung nach “echter” Kunst eine Kunstrichtung hervorgebracht hat, die – etwas stark vereinfachend ausgedrueckt – ihren Ursprung in der Nicht-Erfuellung dieser Forderung hatte. Um noch ein anderes Beispiel anzufuehren: Viele Songs, die von Millionen von Menschen geliebt werden, sind unter Drogeneinfluss geschrieben worden und eigentlich nicht “verstehbar” – selbst fuer den Songwriter nicht. Genau die gleichen Songs werden aber von einer anderen Gruppe von Menschen als Schund abgetan, weil sie zum Beispiel klassische Musik als die einzig wahre Musik ansehen.

    Um nicht zu weit abzuschweifen: Es hat in meinen Augen keinen Sinn, etwas zu verdammen, weil man selbst damit nichts anfangen kann oder anzufangen weiss. Wenn man es nicht mag, ist das o.k. Aber nach fadenscheinigen Gruenden zu suchen, warum etwas entfernt werden sollte, ist m.E. etwas vermessen. In einem Song von den Animals wird meine Haltung relativ gut wiedergegeben:

    Electric light shines bright
    But against the sun it is dim
    Jet airplanes sure travel fast,
    But how fast is the speed of light?
    And no matter how low you are
    There is always somebody lower
    And no matter how slow you are
    There is always somebody slower

    Es gibt immer jemanden, der noch besser ist als du. Und wie fair waere es, wenn ploetzlich jeder ueber deinen Blog behaupten wuerde, dass es ihm an Niveau fehlt? Wuerdest du dann das Bloggen einstellen?

    Ich gebe zu, dass ich manchen Artikel auf meinem Blog auch hingerotzt habe. So what? Entweder hatte ich keine Zeit, keine Lust, oder beides. Um aber am Ball zu bleiben, muss man in einer gewissen Regelmaessigkeit bloggen. Zudem erlaube ich es mir, nicht immer fehlerlos oder auf einem “hohen” sprachlichen Stil zu schreiben. Dies darf ich mir im Job nicht erlauben. Aber das ist ja auch ein weiterer wichtiger Punkt: Viele Blogger bloggen just for fun. Und erlaubt ist, was ankommt. Selbst Robert Basic gibt den Tip, so zu schreiben wie man spricht, um den Leser zu
    erreichen.

    Ich koennte mich noch weiter zu dem Thema auslassen, denke aber, dass ich meinen Standpunkt deutlich genug gemacht habe. Mir widerstrebt es, sich ueber andere in der Form zu erheben, dass ich ihnen ihre Existenzberechtigung abspreche. Lass die Leute bloggen, wenn sie Bock drauf haben. Wenn sie bloggen, ohne Kommentare zu erhalten und auf diese auch nicht scharf sind, dann haben sie vielleicht einen anderen Antrieb. Wenn es fuer sie ein Ventil ist, so wie fuer andere Tanzen oder Gedichte verfassen, dann ist doch alles gut.Und wenn sie es dilletantisch machen, auch nicht schlimm.

    Ich denke, jemand der sich selbst die Messlatte so hoch setzt (wie du), wird irgendwann zu einem Getriebenen, staendig darauf bedacht, seinem hohen Anspruch gerecht
    zu werden. Und er wird natuerlich auch von den anderen an seinen eigenen Vorgaben gemessen. Und wie das in solchen Faellen halt oft so ist, kommen die Klugscheisser
    um die Ecke und finden ein Haar in der Suppe (z.B. ist “täte” – vor allem in der geschrieben Sprache – sehr schlechter Stil ;-) )

    Also, lass die Leute doch machen. Viele Blogs sind nicht gut, aber das muessen sie auch nicht sein. Denn sie erfuellen fuer ihre Verfasser vielleicht eine andere
    Funktion. Und wenn jemand einen Blog in Rotzmanier betreibt und er erhaelt Zuspruch, dann zeigt das doch nur,dass auch in diesem Fall eine Nachfrage besteht, d.h. sich ein Publikum findet, das eine wie auch immer geartete Befriedigung durch diesen Blog erhaelt.

    In diesem Sinne, jeder Jeck ist anders…

    (P.S.: Sorry, falls die Laenge des Kommentars gegen irgendwelche Konventionen
    verstoesst – ich war gerade so in Schreiblaune… ;-) )

  13. [...] Definition bei drweb.de gefunden. [...]

  14. Dieter Petereit am 3. Dezember 2008 um 23:22

    Es geht mir nicht um die Bildung von Eliten, sondern lediglich um ein Mindestniveau. Ich sehe auch nicht so sehr den Intellekt als Problem, sondern ich meine, einen Erosionseffekt zu erkennen, was die Wertschätzung der Grundsätze zwischenmenschlcher Kommunikation betrifft. Das Risiko besteht darin, dass wir uns in zwanzig Jahren verbal nur noch ansimsen. Und das ganz ohne Handy…

  15. [...] Dieter, kann man das zum Rotzblogging [...]

  16. Marek am 4. Dezember 2008 um 10:04

    Die Forderung nach einem Mindestniveau, das sich zudem vermutlich an deiner Auffasung von Niveau orientiert, ist fuer mich eine Art von elitaerem Denken. Bei Studenten ist dies oft sehr haeufig ausgepraegt, und bei Reich-Ranitzki konnte man es vor kurzem auch bestaunen. Das haengt meiner Meinung nach oft damit zusammen, dass sie sich auf einem bestimmten (Fach-)Gebiet bestimmte Kenntnisse angeeignet und somit ein Level erreicht haben, das sie nicht mehr (nach unten) verlassen wollen; daraus folgt dann auch, dass sie meinen, jeder sollte dieses Level erreichen, weil es ja erstrebenswert sein muesse, auf so einem Level zu kommunizieren. (Das Ganze erinnert in Ansaetzen dann an die missionarischen Bemuehungen zur Bekehrung von “Wilden” und “Heiden”.) Ich denke, das “Problem” ist, dass man hier eine Gruppe in gewisser Hinsicht diskriminiert, weil man nicht akzeptiert, dass sie eine andere Wertvorstellung hat.

    Ich gebe dir Recht, dass die Kommunikation einem Wandel unterliegt. Das war aber schon immer so. Aber leider gibt es immernoch besorgte Sprachwaechter, die einen Sprachverfall wahrzunehmen meinen, wenn sie irgendwo einen Anglizismus hoeren. Und wie gross war die Aufregung, als die Kids anfingen zu chatten, und damit quasi eine “neue” Sprache bzw. Sprachform kreierten. Und wieviel wurde darueber geschrieben, dass durch die E-Mail der Sprachstil verflacht und das Simsen der sichere Tod der “normalen” deutschen Sprache sei. Dabei wird aber voellig ausser
    Acht gelassen, dass vor allem die Kiddies durchaus in der Lage sind, ihre Sprache der jeweiligen Situation anzupassen, d.h. ein “lol” oder ““URT1″ wirst du in der
    gesprochenen Sprache wohl kaum antreffen.

    So wie du in der Kneipe anders sprichst als in deinem Blog, so sprechen diejenigen, die du hier fuer die Erossion verantwortlich machst, eben so, wie sie es fuer
    angemessen halten. Und die Gefahr, dass wir uns irgendwann nur noch ansimsen, sehe ich aus vielen Gruenden nicht. Die auszufuehren, wuerde aber zu weit fuehren (du siehst, ich bin lernfaehig und gestalte nicht jedes Postings so lang ;-) )

    LG,

    Marek

  17. ramses101 am 4. Dezember 2008 um 10:05

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell im Netz pure Meinungen zu Tatsachen und persönliche Beobachtungen zu Bestandsaufnahmen gemacht werden. Der Wert des Wortes (was auch immer das sein mag) ist also gefährdet durch die Tatsache, dass man Dinge auch in 140 Zeichen sagen kann? Das nenne ich doch mal eine sportliche Ansage.

    Ich jedenfalls bin der Meinung, dass jemand, der einem hingerotzten „Ich liebe Dich“ offensichtlich Inhaltsleere unterstellt, sich vielleicht noch mal etwas eingehender mit seiner These beschäftigen sollte.

    Und was die jahrhundertealten Regeln der deutschen Sprache angeht: Schreibt doch mal einen Text im Deutsch von 1500. Dann können wir uns gerne noch einmal über Regeln unterhalten.

  18. Dieter Petereit am 4. Dezember 2008 um 11:07

    @ramses:
    1. Es sollte klar sein, dass meine Meinung meiner Meinung entspricht und diese das ist, was hier geäußert wurde.
    2.Ein “Ich liebe Dich” ist ein schlechtes Beispiel, weil es sowohl hingerotzt und damit wertlos, wie auch ernsthaft vorgetragen und damit der wichtigste Inhalt der Welt sein kann.
    3. Dinge, die in 140 Zeichen gesagt werden können, sollten auch in 140 Zeichen gesagt werden. Da gibt es keinen Dissens.
    4. Mit den Regeln der deutschen Sprache meinte ich keineswegs Formalia wie Rechtschreibung.

  19. ramses101 am 4. Dezember 2008 um 12:47

    “Ich liebe Dich” ist ein schlechtes Beispiel, weil es sowohl als auch ist? Damit ist es eigentlich im Gegenteil das beste Beispiel dafür, dass die Qualität einer Aussage nicht an ihrer Länge hängt (was übrigens kein Seitenhieb auf Marek sein, soll, dessen Ansichten ich voll iund ganz teile).

    Und zu den Regeln: Die Ortographie ist da eigentlich nur die, die sich am offensichtlichsten geändert hat. Auch andere Regeln ändern sich. Ständig. Salopp gesagt: Wenn alle irgend etwas lang genug falsch sagen, ist es irgendwann richtig. Beispiel für eine Änderung, die man aktuell gut beobachten kann: “Weil + Hauptsatz” statt “Weil + Nebensatz”.

    Bei jeder neuartigen Kommunikationsmöglichkeit wurde der Verfall der Sprache prognostiziert. Die älteste Quelle für das Beklagen von Sprachverfall ist (lt. Guy Deutscher) ca. 4000 Jahre alt und in Hieroglyphen verfasst. Verfällt sie Sprache seitdem? Dann müsste es in der Vergangenheit eine ideale Sprache gegeben haben. Die da wäre?

    Deutsch kann es jedenfalls nicht sein, denn Deutsch kann nach Verfallslogik nur ein Verfallsprodukt sein.

  20. Gunther am 4. Dezember 2008 um 14:11

    Die pauschale Behauptung, jemand, der Qualität fordert, sei elitär, hat zwei gravierende Nachteile:

    1. Man kann sie nicht prinzipiell widerlegen, und damit taugt sie nicht zur Diskussion.

    2. Jeder, der einem anderen, der Qualität fordert, elitäres Denken vorwirft, erwartet in irgendeinem anderen Bereich seines eigenen Lebens selbst Mindeststandards und fordert damit ebenfalls Qualität; somit trifft ihn (oder sie) der eigene Vorwurf.

    Letzteres kann man auch umformulieren: Wer z. B. beim schriftlichen Ausdruck Mindeststandards und Qualität fordert, fährt vielleicht eine Rostlaube, in die ein anderer, dessen Mindeststandards bezüglich Technik deutlich unterschritten würden, erst gar nicht einsteigt. Oder noch kürzer: Von einem bestimmten Niveau abwärts ist jeder elitär. – Wichtig für die Diskussion ist natürlich auch, auf welchem Qualitätsniveau das Bemängelte und Geforderte liegen, denn unrealistische Ansprüche sind meist wenig hilfreich.

    Somit sind „Mindeststandard“, „Qualität“ und Verwandtes in nicht wenigen Fällen höchst subjektive Dinge, so dass es besser wäre zu sagen „Ich erwarte … bei …“. Allerdings halte ich es auch nicht zielführend, alles zur Disposition zu stellen, setzen zahlreiche Aspekte unseres Zusammenlebens doch Mindeststandards und damit eine gewisse Qualität im weitesten Sinne voraus.

    In diesem Zusammenhang vielleicht auch noch erwähnenswert ist der Umstand, dass viele derjenigen, die mit der Qualität bestimmter Dinge unzufrieden und damit in den Augen anderer elitär sind, zu denen gehören, die für Verbesserungen sorgen – und von diesen wiederum profitieren dann letztendlich auch die, denen die Kritik am Bestehenden als überzogen oder elitär erschien.

  21. Marek am 4. Dezember 2008 um 14:32

    @ Ramses101: Wer so nett meine Partei ergreift, der soll auch auf meine Hilfe zaehlen duerfen.
    Also: In dem von dir angesprochenen Fall beschreibst du einen Aspekt, der die Sprachnorm betrifft. Es handelt sich dabei um die Ersetzung der Nebensatzstellung (finites Verb am Schluss) durch die Hauptsatzstellung (finites Verb an zweiter Stelle), die von vielen Sprachnormern als falsch angesehen wird.

    Wer eine Diskussion darueber fuehrt, ob dies nun falsches oder richtiges Deutsch sei, muss im Grunde die Struktur des Satzes untersuchen. Denn der Sprecher, der einen solchen Satz aeussert, verlaesst nicht einfach den Bereich der Regeln, sondern waehlt eine Konstruktion, die es im Deutschen tatsaechlich gibt.

    Nun ist es so, dass das Woertchen “denn” fast das Gleiche bedeutet wie “weil” – aber im Gegensatz zum Letzteren den Hauptsatz verlangt. Dies koennte ein Grund sein, warum manche Leute – vorwiegend in der gesprochenen Sprache – bei mit “weil” eingeleiteten Nebensaetzen dennoch das finite Verb an die zweite Stelle setzen.

    Ich koennte das noch weiter ausfuehren, denke aber, dass man leicht erkennen kann, dass man hier nicht von einem “falschen” Deutsch oder einem drohenden Sprachverfall reden kann. Es handelt sich schlicht um einen Sprachwandel, der schon immer da war, da Sprache etwas lebendiges ist, das man nicht konservieren kann. Ich habe fertig. :-D

  22. Marek am 4. Dezember 2008 um 14:41

    @ Gunther: Verstehe deine Kritik nicht ganz. Dieter hat doch explizit beschrieben, welche Anforderungen er an andere Leute stellt und ich habe darauf geantwortet, dass ich diese fuer zu hoch halte. Damit ist doch eine Ebene zum Disskutieren geschaffen.

    Zudem unterhalten wir uns hier ueber Sprache. Vorwiegend in Blogs. Dass ich auf anderen Gebieten ein bestimmtes Niveau verlange, habe ich doch nie bestritten bzw. laengst zugegeben (z.B. in meinem Job).

    Letztendlich habe ich auch einen Mindeststandard meinerseits formuliert, naemlich: Lass die Leute einfach bloggen. Egal wie. Hauptsache sie tun es.

    Kann also, wie gesagt, deinen Einwand nicht ganz einordnen…

  23. ramses101 am 4. Dezember 2008 um 15:40

    @Marek: Exakt. Sprachwandel und der macht auch vor den “jahrhundertealten Regeln” nicht halt. Dass das einige Leute doof finden, weiß ich und respektiere ich. Ich werde nur nie begreifen, warum diese Leute permanent (und über alle Jahrhunderte hinweg) vom “Verfall” reden.

    @Günther: Qualität zu fordern ist ja im Prinzip schön und gut. Aber sie – gerade bei Sprache – an seinem Geschmack festzumachen, ist doch ein bisschen dünn. War Bukowski ein guter Schriftsteller? In meinen Augen vielleicht nicht. Andere sehen das wieder anders.

    Qualität kann ich aber nur von jemandem fordern, der mich auch mit etwas beliefert. Die oben gescholtenen Blogs und Twitteruser richten sich aber vielleicht gar nicht an Slow-Blogger. Mir wäre es auch lieber, wenn alle Musik der Welt meinem Qualitätsanspruch genügte. Tut sie aber nicht, weil es einem Sido scheißegal ist, ob ich seine Musik höre oder nicht.

  24. zonebattler am 4. Dezember 2008 um 15:44

    Der Verzicht auf “Rotzblogging” ist nach meinem Dafürhalten ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der eigenen Leserschaft. Wer mir dafür ein “Elitär!”-Etikett aufpappen will: Bitte.

  25. ramses101 am 4. Dezember 2008 um 16:07

    “Eigene Leserschaft”. Da haben wir es doch.

  26. zonebattler am 4. Dezember 2008 um 17:04

    Streiche “eigene”: unreflektierte Buchstabensuppe ist ein Zeichen mangelnder Wertschätzung gegenüber jeglicher Leserschaft… Deshalb befleißigt man sich auch als Kommentator in anderer Leute virtuellen Poesiealben gemeinhin einer angemessenen Ausdrucksweise.

    Die Einhaltung gewisser (Mindest-)Konventionen im Umgang mit anderen (sei es in Kommunikation, Straßenverkehr, Lebensraum, …) stellt das Schmiermittel der menschlichen Gesellschaft dar. Wer auf derlei zivilisatorische Errungenschaften pfeift und sie als “elitär” verpönt, erodiert das, was man unter “Kultur” subsummieren kann.

  27. Dieter Petereit am 4. Dezember 2008 um 17:52

    Ich kann zonebattler nur unterstützen.

    Die Bezeichnung “elitär” ist in diesem Zusammenhang schlicht falsch und wird auch durch die ständige Wiederholung nicht richtiger. Mir geht es, wie nun bereits mehrfach dargestellt, um die Einhaltung eines ungeschriebenen Konsenses hinsichtlich eines Mindestmaßes an wertschätzender Kommunikation untereinander.

    Sprachliche Erosion kann man nicht beobachten? Man begebe sich in eine beliebige Jugendlichenkneipe und versuche, zu verstehen, was da geredet wird.

  28. Marek am 4. Dezember 2008 um 21:49

    O.K. Nehmen wir einmal fuer einen Moment an, der Anspruch in dem obigen Posting sei nicht elitaer und stellen die Frage nach dessen Botschaft. So wie ich das verstanden habe, ist die (nicht offen ausgesprochene) Botschaft diese: Weg mit den Blogs ohne Anspruch. Weg mit den Blogs, die sprachlich und inhaltlich nicht ein mindestmass an Niveau erfuellen.

    Wenn das nun kein eliaterer Anspruch ist, dann nennt ihr mir doch die passende Bezeichnung. Anmassend? Arrogant? Vermessen? Ueberheblich? Klang fuer mich alles etwas negativ, aber gut. Eine dieser Bezeichnung wird wohl passen.

    Nehmen wir weiterhin an, jeder dieser Blogger, deren Niveau unter dem vom Betreiber dieses Blogs geforderten (und von ihm willkuerlich festgesetzten) Niveau liegt, gibt auf und hoert auf zu schreiben. Dann existieren ja bald nur noch Blogs auf relativ hohem Niveau. Aber: Es gibt dann natuerlich, wie vorher auch schon, Blogs, die ganz oben und welche die ganz unten auf der Niveau-Skala liegen.

    Nehmen wir nun weiterhin an, dass diejenigen Blogger, die auf ganz hohem Niveau schreiben, ploetzlich beschliessen, man sollte alle Blogs entfernen, die zwar auf hohem, aber eben nicht ganz hohem Niveau schreiben. Und nun die Frage: Wuerdest du, Dieter, versuchen, auf ganz hohem Niveau mitzuschreiben oder wuerdest du deinen Blog aufgeben? Oder, und das ist eine Option, die es auch noch gibt, wuerdest du einfach so weitermachen wie bisher? Mit deiner eingeschworenen Leserschaft, die das wertschaetzt was du machst, auch wenn es nicht auf einem vermeintlich ganz hohem Niveau ist.

    Wer nach Verboten ruft, sei es nur indirekt oder verdeckt, weil er sich fuer besser haelt als andere, der ist elitaer. Denn elitaer bedeutet nichts anderes, als eine Auswahl oder Auslese treffen. Und das tust du doch, oder nicht? Die Slow Blogger duerfen bleiben, die Rotzblogger muessen weg.

    Wenn ich dir auf die Fuesse getreten bin, weil ich deine Einstellung elitaer genannt habe, dann tut es mir leid. Aber in meinen Augen ist sie es. Und das Gefaehrliche an ihr ist, dass du heute noch denken kannst, dass du dazugehoerst, und morgen schon von einer Bewegung ueberrant wirst, der du entweder nicht elitaer genug bist oder die das genau Gegenteil durchzusetzen versucht – und der DU dann ein Dorn im Auge bist.

    Was ich dich gern noch fragen wuerde: Was ist denn eigentlich dein Grund fuer diese Einstellung? Ich meine, die Aussage bzgl. Google ist doch etwas duenn. Ich habe mir mal die Muehe gemacht, und mir das Manifesto durchgelesen, auf das du oben verlinkst. Ich habe dabei leider den Eindruck gewonnen, dass da jemand versucht, der Langsamkeit der Zeit zu einer Renaissance zu verhelfen. Periodisch wechseln sich diese Bewegungen ab und der Autor schreibt in meinen Augen nichts wirklich Neues. Nach dem Motto: Halt die Zeit an, verweile im Augenblick etc. Das ist ja ganz nett und sicherlich fuer einige das Richtige. Aber wir leben nun einmal in einer schnellebigen Zeit, wo eine Twitternachricht ueber einen Flugzeugabsturz mehr “Konsumenten” findet als ein SlowBlog-Eintrag Tage spaeter.

    Ich halte daher deinen Versuch, aus dem Manifest eine Rettung der deutschen Sprache abzuleiten, fuer nicht sehr gelungen und auch unnoetig. Trotz der Beispiele, die du oben angebracht hast: Die deutsche Sprache ist definitiv nicht in Gefahr. Es gibt Menschen, die sich mit dieser Frage sehr viel professioneller auseinandersetzen als du und ich – und die sehen sie auch nicht in Gefahr.

    Gerade dein letztes Beispiel mit der Kneipe zeigt aber eigentlich, dass wir im Grunde ueber etwas anderes sprechen, als den Verfall der Sprache, naemlich ueber die aktuelle Jugendkultur. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass du in einer Kneipe so sprichst, wie du auf deinem Blog schreibst. Hinzu kommt, dass die Jugend von den aelteren Semestern vielleicht gar nicht verstanden werden will. Darueber schon mal nachgedacht?

    Also, klarer kann ich meinen Standpunkt nicht machen und hoffe daher, dass er im Kern verstanden wurde.

    LG,

    Marek

  29. Ich bin ein Rotzblogger! | Webbericht am 5. Dezember 2008 um 11:11

    [...] Oh je, irgendwie fühle ich mich hier angesprochen .. *hust* Rotzblogging ist ziemlich einfach zu erkennen, denn Rotzblogger legen im Wesentlichen Wert darauf, irgendwas zu schreiben, um überhaupt etwas zu schreiben. Dabei spielt der sprachliche und – schlimmer noch – der gedankliche Rahmen in den allerseltensten Fällen eine Rolle. Rotzblogger scheren sich nicht um einen logischen formalen und inhaltlichen Aufbau ihrer Texte. Sie haben zumeist im Vorhinein nicht einmal vor Augen, welche Aussage denn letztlich den Beitrag schmücken, sprich, was der Sinn der Schreiberei sein soll. Rotzblogger rotzen Beiträge hin und verstopfen auf diese Weise das Internet als sinnvollen Informationskanal. Quelle: Dr. Web – Rotzblogging und der Wert des Wortes von Dieter Petereit [...]

  30. Dieter Petereit am 5. Dezember 2008 um 12:45

    @Marek: Ich fühle mich nicht auf den Schlips oder sonst wohin getreten. Das mal vorweg. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Du mein Ansinnen falsch interpretierst. Mir geht es absolut nicht um einen elitären Ansatz.

    Mir geht es darum, dass der Blogger sein Tun im Vorhinein reflektiert und seinen Beitrag entsprechend folgen lässt. Mir geht es darum, dass man nicht einfach etwas hinrotzt. Das ist unhöflich seinen Lesern gegenüber. Immerhin verbraucht man als Blogger nicht nur seine eigene Lebenszeit, sondern auch diejenige des Lesers. Da sehe ich eine Anspruchsberechtigung des Lesers, dass man seine Lebenszeit nicht einfach unbedacht vergurkt.

    Daraus ergibt sich, dass es überhaupt keines besonderen Niveaus, Intellekts oder wie man es auch nennen will, bedarf. Was ich fordere, kann jeder leisten. Jeder, der es möchte. Das Entscheidende ist der Wille. Im Rahmen seiner intellektuellen und stilistischen Möglichkeiten kann ein Jeder reflektierte Beiträge schreiben. Ich möchte, dass er/sie es auch tut!

  31. Schorsch am 6. Dezember 2008 um 10:24

    Im Grunde hat sich seit den Anfangszeiten des Internets im Niveau der Nutzer nicht viel geändert: Die “Kids”, die früher in Chatrooms, Foren und Gästebüchern ihren Mist verbreiteten, stellen heute ihren Müll bei YouTube, MySpace oder ähnlichen Web 2.O – Diensten ein. Ärgerlich finde ich, wenn in geschlossenen Netzwerken wie Facebook und andere Communities, wo nur registrierte Nutzer Zugang haben, unkontrolliert fremde Inhalte eingebunden und mit eigenen Inhalten “gemischt” werden können. Und über andere Leute jeder Unsinn geschrieben werden kann. Einerseits wünschen wir zbs alle das Internet als ein für jedermann verfügbares Medium. Andereerseits hat es halt auch seine Schattenseiten. Es spiegelt das Durchschnittsniveau der Gesellschaft wieder. Wo es unappetitlich wird hilft nur eins: Wegklicken!

  32. Dieter Petereit am 6. Dezember 2008 um 13:25

    @Schorch: Ich habe auch sehr lange, mehr als 10 Jahre lang, den Standpunkt vertreten, dass das Web lediglich einen Querschnitt der Gesellschaft zeigt. Mittlerweile glaube ich aber, dass ich mich geirrt habe. Eher scheint es mir so, dass das Web das Durchschnittsniveau der Gesellschaft senkt.

  33. ramses101 am 6. Dezember 2008 um 14:48

    Der “Verfall” der Jugendsprache ist fast so alt wie der “Verfall” der Sprache ansich. Da hart auch Platon schon drüber gewettert – trotzdem gab es auch nach ihm noch Philosophen. Jugendsprache ist immer auch Abgrenzung. Ich habe mit 15 auch anders geredet als jetzt. Nicht, weil ich es mit 15 nicht besser gekonnt hätte. Sondern weil man sich als Jugendlicher eben nur durch eine andere Sprache abgrenzen kann von der Welt der Erwachsenen.

    Aber nochmal kurz zurück zur Wertschätzung der Leser. Im Web2.0 läuft es doch so: Ich schreibe etwas und vielleicht wird es gelesen. Icgh habe in meinem Weblog einen bestimmten Stil, eine bestimmte Art, die einigen Lesern sauer aufstößt. Das sagen die mir auch – per Kommentar oder per Mail. Schön und gut, niemand wird gezwungen mein Blog zu lesen, niemand hat Eintritt bezahlt, niemand musss eine Gebühr berappen.

    Andere Leser mögen meine Art und meinen Stil. Wer hat jetzt Recht? Niemand mus Hingerotztes lesen. Mach ich auch nicht. Aber ich würde im Leben nicht auf die Idee kommen, von den Hinrotzern ztu fordern, sie mögen damit doch bitte aufhören, weil es für mich dadurch schwieriger wirde, die Perlen tzu entdecken.

    Es ist ja ok, Qualität und Geist zu verlangen. Aber man kann doch, ich habe es oben schon geschrieben, von niemandem Qualität verlangen, der einen gar nicht beliefert. Wem es nicht gefällt, der liest es nicht. So einfach ist das und bei Twitter nochmal ganz besonders: Ich lese de facto nur die, die ich lesen will. Es KANN mich überhaupt niemand vollrotzen, selsbt wenn er es noch so gerne will (was in der Regel nicht der Fall ist).

  34. Marek am 6. Dezember 2008 um 17:13

    @ Ramses01 Genau das ist der Punkt. Und nach meinem Erachten auch die einizge Gegenpostion zu der, die Dieter in seinem Posting vertritt. Ich bekomme nur leider immer mehr den Eindruck, dass es laengst nicht mehr um das geht, was eigentlich in dem Posting steht. Ein sehr gutes Beispiel dafuer ist der Beitrag von Schorsch, der sich hier – in meinen Augen voellig ohne Bezug auf den Artikel – einfach mal ueber die “Kids” auslaesst.

    Es geht um die Kritik an der Jugend bzw. deren Kultur. Meine Oma hat immer gesagt: Der schoene Schwan hat die Zeit laengst vergessen, als er noch ein haessliches Entlein war.” Den Spruch wendete sie auf Personen an, die sich ueber Dinge aufregten, die sie in ihrer Kindheit selbst getan haben, davon aber nichts mehr wissen wollen.

    “Ich habe auch sehr lange, mehr als 10 Jahre lang, den Standpunkt vertreten, dass das Web lediglich einen Querschnitt der Gesellschaft zeigt. Mittlerweile glaube ich aber, dass ich mich geirrt habe. Eher scheint es mir so, dass das Web das Durchschnittsniveau der Gesellschaft senkt.” – Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber: Wie soll denn das Web einen Querschnitt der Gesellschaft darstellen? Welche Kriterien legst du denn da zugrunde? Und: Zuerst sprichst du vom Querschnitt der Gesellschaft, zum Schluss vom gesenkten Durchschnittsniveau der Gesellschaft. Wo ist denn da der Zusammenhang?

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Es soll mir bitte doch mal einer endlich sagen, nach welchen Kriterien ein “Mindestniveau” erreicht werden kann bzw. wofuer das gut sein soll – ausser dafuer, dass einige Leute, die plotzlich der Slow-Blogging-Fraktion angehoeren und kuenstlich das Internet vom “Niveaulosen” befreien moechten, zufrieden gestellt werden.

    Dieter, ich denke es waere fuer die Diskussion foerderlich, wenn du klar darstellen wuerdest, ob dir einfach die Generation X mit ihrer Sprache, ihrer Vorlieben und all dem anderen Zeug, das die Jugend immer von den Erwachsenen unterschieden hat, auf den Sack geht, oder ob es hier darum geht, dir eine Welt zu schaffen, die dir das Leben im Internet einfacher macht, oder ob dir einfach um eine Stroemung ging (Slow Blogging), die du interessant fandest, wobei du aber mit deinem Artikel eine Diskussion losgetreten hast, die so nicht beabsichtigt war, oder…

  35. Martin am 6. Dezember 2008 um 21:58

    Ich höre hier immer wieder Worte wie “elitär”, “Niveau”, “Ramses”, “Hieroglyphen”, “Hochschulen”. Ist doch alles Bullshit in diesem Kontext.

    Dieter geht es doch nur darum, dass ein Minimum an Information und Orthografie – ein Minimum! – in Blogeinträgen geboten wird. Um nichts anderes! Dass nicht so ein Datenmüll wie “habe schlechte Laune, scheiße” als Blogeintrag verfasst wird, wo sich der Leser fragt “und warum habe ich diesen hirnlosen Satz jetzt gelesen?”

    Wenn ich etwas verfasse, dann mache ich mir zumindest ansatzweise Gedanken, ob das Hand und Fuß hat. Und wenn ich nichts zu sagen habe, dann lasse ich es eben. Ich muss doch nicht immer vor mich hin plappern.

    Auch ich ärgere mich, wenn ich belanglosen, hirnrissigen Bla-Bla lese, weil es einfach nur Müll ist und immer Müll sein wird. Ohne Aussage, ohne irgendwas. Hauptsache was geschrieben.

  36. Marek am 6. Dezember 2008 um 22:35

    @Martin: Zumindest das Wort “Hochschulen” bringst du als Erster in diesen Kontext ein, traegst also selbst zum Bullshit bei.

    Aber mal sachlich: “…dass ein Minimum an Information und Orthografie – ein Minimum! – in Blogeinträgen geboten wird.” – Wird es doch. Denn zum einen enthaelt jede Aeusserung einen gewissen Informationsgehalt – man muss nur etwas mit ihm anzufangen wissen. Und zum anderen existiert offenbar auch ein Minimum an Orthografie. Denn sonst wuerdest du ja nichts verstehen. (Reicht ja schon, den ersten und letzten Buchstaben richtig zu setzen). Die Angabe von “Minimum” ist also nicht ausreichend, sondern sollte, wie ich oben schon gesagt habe, etwas genauer definiert werden.

    “habe schlechte Laune, scheiße” – Nettes Beispiel. Wuerde gern den Blog sehen, wo dieser Eintarg existiert. Klingt fuer mich naemlich eher nach Twitter, Und dass diese Art von “Kommunikation” Twitter ausmacht, darueber muessen wir wohl nicht diskutieren.

    Aber um die Polemik mal rauszunehmen und zu einem Beispiel aus dem Alltag zu kommen: Solltest du Kinder haben, dann wirst du wissen, dass die sich stundenlang am Telefon unterhalten koennen, obwohl sie sich u.U. gerade erst gesehen haben. Und worueber unterhalten die sich: ueber “belanglosen, hirnrissigen Bla-Bla”. Zumindest erscheint dir und mir das so. Aber nochmals: So what? Du bist ja nicht der Adressat! Du hoerst es zufaellig mit, kannst damit nichts anfangen, haeltst es fuer Schrott.

    Meine Gute, ist das so schwierig zu verstehen? Treib dich dort rum, wo du auf Gleichgesinnte triffst und gut ist. Wie kommt es, dass ihr alle auf Seiten landet, die ihr gar nicht erreichen wollt und das Zeug dann auch noch lest, obwohl es doch nur Schund ist? Seid ihr auch die Gleichen, die sich DSDS angucken, um am naechsten Tag darueber ablaestern zu koennen?

    Mal ehrlich, ihr ward doch fruher mit Sicherheit nicht alle Musterschueler, oder? Auf Korrektheit in allen Lebenslagen getrimmt. Habt erst ueberlegt und dann gesprochen.

    Letzte Frage noch: Koennte es ein, dass ich es hier mit Leuten zu tun habe, die in ihren Berufen viel mit dem Internet zu tun haben? Und dass das Internet leider den Nachteil hat, dass sich – wie im realen Leben kaum anzutreffen – die Dilletanten gleichberechtigt neben den Profis tummeln. Und dass dieser Umstand den Profis das Arbeiten erschwert, weil sie ihre Infos erst “filtern” muessen, die sie z.B. von Google erhalten. Wenn dem so ist, dann waere es einfacher, dies auch so zu sagen, und nicht einen auf Oberlehrer, Sprachbewahrer und sophisticated zu machen…

  37. Robert am 7. Dezember 2008 um 04:57

    Ein englischer Schriftsteller schrieb in einem Reiseführer über Deutschland, das wir ein Volk von Oberlehrern sind. Er sprach mir aus der Seele und insofern gebe ich Dir recht.

    Ich teile nicht die Ansicht alles an “unserer” Jugend zu polarisieren denn wie ramses101 bereits erwähnte sind wir selbst in unserer Jugend nicht besser gewesen.

    Qualität ist ein weit gefasster Begriff und sorgt offenbar für einen gewissen Zündstoff. Rechtschreibung und Grammatik sind für mich nur 2 kleine Aspekte, leisten aber auch ihren Beitrag an meiner Definition von Qualität. Während der Slowblogger eher auf gute Recherche bedacht ist, kann der Rotzblogger durch kreative Impulse ebenfalls seinen Beitrag leisten.

    Leider ist das viel zu oft nicht der Fall. So beschränken sich einige Rotzblogger darauf Informationen einfach nur durch simples Copy&Paste weiterzureichen, anstatt sie mit ihrer eigenen Ansicht zu würzen um ihnen damit einen gewissen Mehrwert zu geben.

    “hab schlechte Laune, scheiße” wäre als Blogbeitrag wirklich ein wenig dünn. Er trifft aber ein anderes Phänomen ganz gut. So nervt mich persönlich, das niemand mehr sagt was er denkt, sondern das Beiträge so oft durch den Wolf gedreht werden, bis sie geschwollen klingen und mit dem eigentlichen Grundgedanken nicht mehr viel zu tun haben. Wie herzerfrischend wäre es, wenn mehr Leute einfach mal ihre Meinung sagen würden, anstatt es möglichst vielen Leute vermeintlich recht machen zu wollen. Wenn ich einen Song scheiße finde, ist schlecht das falsche Wort.

    Deshalb finde ich, Qualität hat nicht unbedingt etwas mit geschwollenen Wörter zu tun, sondern vielmehr mit einem gewissen Inhalt, die Rechtschreibung ist nur ein löbliches Beiwerk ;)

    @Marek: Habe beruflich nichts mit dem Internet zu tun.

  38. ramses101 am 8. Dezember 2008 um 09:24

    Martin, verrate uns doch mal, warum Du den Müll überhaupt liest, wenn Du ihn nicht lesen willst. Und was Du jemandem antwortest, den es einen Scheißdreck interessiert, was Du in Deinem Blog schreibst und dann auch noch Deinen Stil furchtbar findet. Ich antworte solchen Leuten: Dann lass es halt. Lies es nicht.

    Das Internet ist kein Philosophie-Club. Wenn ein 15jähriger in seinem Blog schreibt “Digga wasn Noob” anstatt “Meine Güte, was für ein Anfänger” dann ist das halt die Sprache die er und seine Leute sprechen. Die richten sich aber nicht an Euch. Genau so wenig wie sich Hip-Hopper an mich wenden. Und dshalb rufe ich auch nicht bei enjoy-Radio an und sagen denen, wie scheiße ihr Programm ist, sondern ich höre einfach andere Sender. Eigentlich ganz einfach.

    Und noch eins zum “Minimum”: Ein Minimum an sprachlichen Regeln wird immer eingehalten, sobald mit Sprache hantiert wird. Ist doch auch logisch.

  39. Dieter Petereit am 8. Dezember 2008 um 18:59

    Die Diskussion nimmt Formen an, die den Kern der Sache nicht mehr treffen. Verständlicherweise versucht nun ein jeder im Rahmen der Vermeidung einer kognitiven Dissonanz das Thema so passend zu machen, dass es zu seiner Meinung zumindest insoweit korresspondiert als er seine Punkte daran aufhängen kann.

    Ich wiederhole es daher noch einmal:

    Was ich fordere, kann jeder leisten. Jeder, der es möchte. Das Entscheidende ist der Wille. Im Rahmen seiner intellektuellen und stilistischen Möglichkeiten kann ein Jeder reflektierte Beiträge schreiben. Ich möchte, dass er/sie es auch tut!

  40. Marek am 8. Dezember 2008 um 20:21

    @ Dieter: Ich denke, der Grund warum die Diskussion so ausufert, ist, weil du sie nur unzureichend moderierst.
    1. Du gehst kaum auf die Beitraege ein und widerlegst nicht die in ihnen vorgebrachten Argumente.
    2. Du bringst immer wieder die gleiche Erklaerung vor, ohne sie aber mal aus anderer Postion zu beleuchten und deinen Diskussionpartnern die Moeglichkeit zu geben, dich besser zu verstehen. Immerhin ist es ja so, dass du auf einen externen Artikel, der zudem in Englisch verfasst ist, verlinkst und dann davon ausgehst, dass jeder den Artikel gelesen resp. verstanden hat. Eine kurze Zusammenfassung der fuer dich besonders wichtigen Punkte, haette mit Sicherheit deiner Argumentation nicht geschadet.
    3. Du “definierst” Rotzblogging und verwendest dann das “Slow Blog Manifesto”, um deine Position zu untermauern bzw. zu staerken. “Die wichtigste Erkenntnis meiner Meinung nach wäre die, Slow Blogging an sich zum Prinzip zu machen.” – Was soll ich mit so einer Aussage anfangen??
    4. Du schreibst Saetze wie “Ich sollte vielleicht vorwegschicken, dass ich während des Schreibens dieses Beitrages Andy Williams´ Album “Moon River” höre. Zwar hat das nach meiner Auffassung keinerlei Bedeutung, dennoch sollte es Erwähnung finden. Ohnehin ist Andy Williams immer eine Erwähnung wert. Und irgendwie hat er, wenn ich es mir recht überlege, dann doch wieder eine ganze Menge mit dem Thema Rotzblogging zu tun…” und verlangst im gleichen Atemzug “reflektierte Beitraege”. Soll das ein Massstab fuer diejenigen sein, die du als Rotzblogger ansprichst? Also, definier deinen Anspruch!
    4. Mehrmals wurde die Bitte geaeussert, du moechtest bitte genau definieren, was du forderst und warum. Bis heute kam nur das heraus: “Was ich fordere, kann jeder leisten. Jeder, der es möchte. Das Entscheidende ist der Wille. Im Rahmen seiner intellektuellen und stilistischen Möglichkeiten kann ein Jeder reflektierte Beiträge schreiben. Ich möchte, dass er/sie es auch tut!” – Warum sollte jemand das tun? Aufgrund welcher Kriterien unterstellst du anderen, dass sie nicht einem bestimmten Anspruch genuegen (der sich ggf. von deinem unterscheidet)? Warum solltest du oder das Slow Blogging ein MAssstab fuer mich sein???
    5. Die Diskussion zu entzerren, indem man einen neuen Kriegsschauplatz eroeffnet (Link zu einem Beitrag ueber “kognitive Dissonanz”) ist ein alter rethorischer Trick – und gleichzeitig das Signal, dass die urspruengliche Diskussion beendet ist.

    In diesem Sinne,

    sehen uns bei der naechsten Diskussionsrunde.

    LG,

    Marek

  41. ramses101 am 9. Dezember 2008 um 09:20

    @Dieter: Ich würde allerdings gerne beim Kern bleiben. Der da lautet: Du forderst. Was Du allerdings noch nicht klar machen konntest: Warum sollte jemand Deine Forderungen erfüllen, der sich gar nicht an Dich wendet?

  42. Dieter Petereit am 9. Dezember 2008 um 15:19

    Wenn wir schon beim Nichtverstehen sind. Ich verstehe beispielsweise nicht, wieso sich zwei Blogger, die ganz offensichtlich nicht zu den Angegriffenen gehören, derart ereifern.

    @Marek: Du forderst immer wieder ein, ich möge doch mal auf die anderen Argumente eingehen. Das tue ich mit Absicht nicht. Denn diese anderen Argumente bedeuten eine andere Diskussion und haben mit dem hier diskutierten Thema nichts zu tun. Wieso also sollte ich mich mit sachfremden Argumenten auseindersetzen? Bloß, weil es jemand will? Immerhin ist auch das ein alter rhetorischer Trick…

  43. [...] let’s get back to my official post in order to dont make some rotzblogging… ( i love drweb )  Well im alone at home… and…… Im in a mood between .. ( [...]

  44. ramses101 am 10. Dezember 2008 um 09:14

    Dieter, ich ereifere mich nicht. Ich sehe nur nicht ein, warum ein Blogger in der Situation sein sollte, vom anderen Blogger etwas zu fordern. Was legitimiert Dich oder andere für so eine Position? Und wenn jemand von Dir etwas forderte, was Du nicht bereit bist zu erfüllen – was würdest Du denn da sagen?

  45. Marek am 10. Dezember 2008 um 10:59

    Dieter, mal ganz ehrlich: Wenn du Besseres zu tun hast, als dich hier einer Diskussion ueber dein Posting zu stellen, dann sag das doch einfach. Das waere in meinen Augen viel ehrlicher, als hier Antworten rauszuschiessen, die nun wirklich voellig deplatziert sind.

    1. “Ich verstehe beispielsweise nicht, wieso sich zwei Blogger, die ganz offensichtlich nicht zu den Angegriffenen gehören, derart ereifern.” – Hast du dich mit deinem Posting also direkt und ausschliesslich an die “Rotzblogger” gewendet? Wo steht das? Und denkst du wirklich, mit denen koenntest du auf Augenhoehe diskutieren, wenn die deiner Meinung nach noch nicht einmal dazu imstande sind, ueber ihre eigenen Postings zu reflektieren? Desweiteren warst du doch z.B. auch nicht betroffen, als es bei Robert um den Fall Peter Hogenkamp ging. Und trotzdem hast du deine Meinung dazu abgegeben. Das scheint mir auch voellig legitim zu sein, da es meines Wissens zu den Grundprinzipien des Bloggens gehoert.

    2. “Du forderst immer wieder ein, ich möge doch mal auf die anderen Argumente eingehen. Das tue ich mit Absicht nicht. Denn diese anderen Argumente bedeuten eine andere Diskussion und haben mit dem hier diskutierten Thema nichts zu tun. Wieso also sollte ich mich mit sachfremden Argumenten auseindersetzen? Bloß, weil es jemand will? Immerhin ist auch das ein alter rhetorischer Trick…”
    - Du erweckst den Eindruck , als gingest du nicht auf meine (oder andere) Argumente ein, weil du keine hast. Ich meine, das hier ist dein Blog und wir diskutieren nach deinen Regeln. Aber: Die Argumente anderer nicht aufzugreifen, mit der Begruendung, sie haetten nichts mit dem Thema zu tun, ist schon etwas arrogant. Im Grunde sagst du nichts anderes, als dass ich zu dumm bin, um etwas zur Sache Gehoeriges vorzubringen. Das sehe ich natuerlich etwas anders. In meinen Augen hast du selbst einen Artikel dahingerotzt, den aber schoener verpackt als andere. Du wolltest einem Manifest zu Popularitaet verhelfen, hast es aber etwas, sagen wir mal stuemperhaft, getan. Nun bekommst du die Unzulaenglichkeiten in deinem Artikel um die Ohren gehauen und hast keinen Bock mehr, darauf einzugehen. Sogleich ziehst du dann eine, von dir wieder mal willkuerlich gezogene Grenze, und behauptest, “diese anderen Argumente bedeuten eine andere Diskussion und haben mit dem hier diskutierten Thema nichts zu tun.” Basta. Alle von mir vorgebrachten Argumente waren also am Ziel vorbei geschossen. Naja, wer’s glaubt…
    Und der groesste Witz ist ja ohnehin der, dass du auf die Argumente nicht eingehst, “weil es jemand will”. Ist doch genau das, was ich dir schon seit Anfang an vorwerfe: Du fordest bloss (dass die Rotzblogger dies und jenes tun) – aber warum sollte jemand auf dich hoeren? Aber die Frage hat ja mit dem Thema nicht zu tun, ich weiss.

    Zuletzt noch eins: “Immerhin ist auch das ein alter rhetorischer Trick…” – Nein, ist es nicht.

    LG,

    Marek

  46. Mo am 10. Dezember 2008 um 12:34

    *Im Rahmen seiner intellektuellen und stilistischen Möglichkeiten kann ein Jeder reflektierte Beiträge schreiben. Ich möchte, dass er/sie es auch tut!*

    @Dieter,
    dann ist die ganze Diskussion hier ja eigentlich überflüssig.
    Denn Deine Aussage besagt im Grunde: “Jeder nach seiner Fasson.”
    Was Du mit Deinem gesamten Blogbeitrag ausdrücken wolltest ist doch eigentlich nur, dass Du nicht gewillt bist auch jeder Fasson zu lesen.
    Habe ich das so richtig verstanden?

  47. Dieter Petereit am 10. Dezember 2008 um 12:38

    Kurze Richtigstellung: Dies hier ist nicht mein Blog! Dies hier ist das Dr.Web-Magazin. Ich bin einer der vielen Autoren.

    Auch eine Verschärfung des Tons, gepaart mit beleidigenden Äußerungen wird mich nicht veranlassen, in eine Diskussion einzusteigen, die ich nicht initiiert habe und die ich nicht zu führen bereit bin. Damit will ich nicht sagen, dass diese andere Diskussion es nicht wert wäre, geführt zu werden, sondern schlicht und ergreifend, dass sie mit den hier aufgeworfenen Fragestellungen nichts zu tun hat.

    Wenn also jemand nun noch etwas zum Thema beitragen möchte, gerne.

    @Mo: Nein, das hast Du nicht richtig verstanden. Ein Text erschließt sich stets besser, wenn man die Gesamtheit der Aussagen bedenkt und nicht bloß einzelne Punkte, die einen selektiv bespringen. (Aber, das weißt Du ja bereits ;-))

  48. Mo am 10. Dezember 2008 um 13:14

    Lieber Dieter,
    ich wollte ja nur eine Brücke bauen.
    Und zwar deshalb, weil mich eben nicht nur einzelne Punkte selektiv anspringen, sondern weil die Gesamtheit Deiner Aussagen einen Dieter mit leicht erhobenen Zeigefinger vermuten lassen. ;-)

  49. ramses101 am 10. Dezember 2008 um 13:22

    Wenn also jemand nun noch etwas zum Thema beitragen möchte, gerne.

    Das habe ich eigentlich getan, aber wenn es Dir noch nicht konkret genug war, zitiere ich Dich gerne (ich darf annehmen, dass zumindest Deine Beiträge Deiner Ansicht nach Beiträge zum Thema sind?):

    Im Rahmen seiner intellektuellen und stilistischen Möglichkeiten kann ein Jeder reflektierte Beiträge schreiben. Ich möchte, dass er/sie es auch tut!

    Nenne mir doch endlich mal den Grund, warum er oder sie tun sollte, was Du willst. Und was Du tun würdest, wenn jemand von Dir ähnliches fordern würde.

  50. Dieter Petereit am 10. Dezember 2008 um 14:46

    @Mo: Ich habe eine klare Meinung zum Thema Rotzblogging und diese Meinung habe ich zum Ausdruck gebracht. Wenn das für Dich nach Zeigefinger aussieht, bitte. Da habe ich kein Problem mit. Ich habe auch kein Problem damit, wenn jemand eine andere Meinung vertreten möchte. Ich bin Demokrat, ich halte das aus…

    @ramses101: Warum er/sie tun sollte, was sinnvoll ist, nämlich seine/ihre Leser wertschätzend zu behandeln und nicht mit bestenfalls Redundanzen, schlimmstenfalls Verbalmüll zu bewerfen, sollte eigentlich auf der Hand liegen. Weil es sich so gehört. Dass es zu der Frage, was sich gehört, in unterschiedlichen Altersgruppen, sozialen Schichten etc. unterschiedliche Auffassungen gibt, ist mir bewusst. Deshalb plädiere ich ja lediglich für ein Mindestmaß!

  51. ramses101 am 10. Dezember 2008 um 15:15

    Deine Forderung wird doch nicht sinnvoll, indem Du sie so bezeichnest. Und als Mindestmaß sehe ich das Mindeste, was erfüllt werden muss, um sich zu verständigen. Das ist eine sehr, sehr niedrige Latte, die es zu überspringen gilt. Denn fersteen tuht man Setze irgendwie imer.

  52. Dieter Petereit am 10. Dezember 2008 um 20:38

    @ramses101: Ofenba biss duh tsu mea Degenerazion beraid alls ich. Dan köhn wia ja au nich tsusamkom.

  53. [...] DrWeb berichtet in Rotzblogging und der Wert des Wortes vom Slow Blog Manifesto. Das ist ein 6-Punkte-Manifest, das in prosaischer Art und Weise die Entschleunigung beim Bloggen herbeisehnt. Der Autor fragt auch, wie das Manifest des Leseres aussieht … da mache ich mir ein paar Gedanken [...]

  54. [...] via Dr. Web: Rotzblogging und der Wert des Wortes [...]

  55. Strategiewechsel | BLOGMANUFAKTUR am 18. Juli 2013 um 19:47

    [...] sind dort einfach besser aufgehoben. Ein eigener Blog sollte mehr sein als ein Konglomerat von Gerotzbloggtem. Insofern soll dieser Beitrag hier der letzte Rotzblog-Content gewesen sein. Künftig kommt hier [...]

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