Responsive Images: Das Picture-Element ist endlich da!

Was lange währt, wird endlich gut. Die viel diskutierte Lösung für die Umsetzung von Bildern in responsiven Designs ist tatsächlich in der Realität angekommen. Und es ist tatsächlich das Picture-Element des W3C geworden, nachdem sich die WhatWG zuletzt für das Srcset-Attribut am Img-Element ausgesprochen hatte. Von wegen, die W3C würde nur einen statischen Schnappschuss verwalten, während die WhatWG diejenige wäre, die HTML5 als lebenden Standard, als Work in Progress betrachten.

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Responsive Images: Ein steiniger Weg mit vielen aufgeschlagenen Knien

Ich will an dieser Stelle nicht wieder die Diskussion zu Gehör bringen, die sich in den letzten zwei Jahren intern abgespielt hat. Der Streit um die richtige Lösung für Responsive Images und andere wichtige Fragen kommender Standards hatte bekanntlich sogar dazu geführt, dass sich die Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) als einflussreichste Arbeitsgruppe innerhalb des W3C von diesem abgespalten hatte, um HTML5 künftig als lebenden Standard weit schneller fortzuentwickeln als unter der Ägide des W3C vermeintlich möglich. Wir berichteten am 23. Juli 2012 darüber.

Erst wenige Tage vorher hatte sich eben diese WhatWG auf Srcset als Lösung für Responsive Images festgelegt, wir berichteten auch darüber. Im Nachhinein wenig verwunderlich, wollte sich das W3C in Form seiner HTML Working Group mit Unterstützung der W3C Community Group so gar nicht mit diesem nassforschen Vorgehen einverstanden erklären und stellten im Herbst 2012 klar, dass das Picture-Element mitnichten tot, sondern vielmehr sehr lebendig und genau die Stoßrichtung des W3C sei. Hier berichteten wir darüber.

Dann passierte nur wenig Plakatives, wenn auch hinter den Kulissen fleißig gewerkelt wurde. Im Februar 2014 gingen wir bei Dr. Web sogar so weit eine neue JavaScript-Lösung zu empfehlen, anstelle noch länger auf Picture oder Srcset zu warten.

Responsive Images: Chrome Canary hat es schon, andere fast

Und jetzt also ist es tatsächlich so weit. In einem brandaktuellen Beitrag auf A List Apart gab Mat Marquis, der umtriebige Kopf der Responsive Images Community Group, ehemaliger Mitarbeiter im jQuery Mobile Team und hauptberuflicher Designer/Developer bei der nicht unbekannten Filament Group, die erste Browser-Implementation des Picture-Elements bekannt.

Es ist Chrome Canary, die Developer-Version des Chrome-Browsers, der ab sofort für erste Tests des Elements herangezogen werden kann, wozu Marquis naheliegenderweise direkt auffordert. Chrome Canary gibt es übrigens hier. Nach der Installation pasten Sie folgende Zeile in die URL-Leiste

1
chrome://flags/#enable-experimental-web-platform-features

bestätigen mit der Enter-Taste und klicken im folgenden Fenster auf "Aktivieren". Sie brauchen sich übrigens nicht zu sorgen. Die Änderungen, die Sie im Canary vornehmen, wirken sich nicht auf eine etwa vorhandene, reguläre Chrome-Installation aus. Beide werden separat gehalten.

Als Startpunkt für eigene Tests empfiehlt Marquis die Picturefill-Demos, welche bekanntlich so ausgelegt sind, dass das Polyfill nur da einspringt, wo die nativen Browserfähigkeiten nicht ausreichen.

Ausweislich der diversen Roadmaps ist ersichtlich, dass der Firefox ebenfalls kurz vor der Implementation von Picture steht, ebenso das Webkit-Projekt. Microsoft ziert sich wie stets und führt das Picture-Element, neben dem Srcset-Attribut gleichberechtigt als "Under Consideration". Na ja, der IE ist bei mir ohnehin nur "Under Consideration", wenn er sich nicht vermeiden lässt.

So, Kämpen des Netzes. Dann mal ran. Was haltet ihr von der Umsetzung?

Übrigens funktioniert das Picture-Element in der jetzigen Implementation noch nicht voll responsiv bei Änderungen des Viewport. Also, nach Änderungen einmal kurz einen Refresh machen.

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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[…] des „<picture>“-Elementes ist es möglich, für verschiedene Auflösungen unterschiedliche Bilddateien auszuzeichnen. Um zu prüfen, ob alle Bilder eines „<picture>“-Elementes korrekt […]

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