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Raus ODP!

17. Juli 2006
von

Endlich. Und ich hätte es fast übersehen… Das Open Directory Projekt war mal toll, isses aber nicht mehr. Eine Art Open-Source Alternative zu Yahoo, bei der engagierte Menschen für ihre eigene Katalog-Rubrik zuständig sein konnten. Google, Alexa, MSN und Andere haben gern auf die freiwillig erstellten Texte zurückgegriffen – und tun es leider noch immer. Als Folge der Jahre anhaltenden Mumifizierung des ODP finden sich ärgerliche uralte Fundstellenbeschreibungen in den Suchmaschinen. Bisher war man machtlos dagegen, doch nun lässt sich auch Google auf passende Meta-Tags ein (MSN tat das schon früher). Mehr dazu im S-O-S SEO Blog und bei Klaus Patzwaldt.

Im Bild: Dr. Web Magazin Fundstellenbeschreibung bei Google. Der verhunzte Titel ist einem OPD-Editor vor Jahren eingefallen.

opd google foto

 foto

Sven Lennartz

Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.

13 Kommentare zu „Raus ODP!

  1. Manuel am 17. Juli 2006 um 12:03

    Ui, da ist ja gleich einiges durcheinander geraten, schade:

    - der Screenshot mit der Beschreibung stammt nicht aus dem ODP, sondern aus dem Google Directory. Dieses verwendet eine “alte” Kopie des ODP. Der aktuelle Eintrag für drweb.de lautet “DrWeb.de – Virtuelle Seitendoktor, handfeste Infos und Geheimnisse für bessere und erfolgreichere Webseiten. Tipps und Tricks zur Gestaltung von Homepages, auch für Fortgeschrittene.”

    - wenn ein Benutzer mit seiner Beschreibung unzufrieden ist, dann gibt es über jeder Kategorie den Link “Eintrag aktualisieren”.

    - das ODP ist nach wie vor genau SO toll, wie seine freiwilligen und ehrenamtlichen Editoren. Worte wie “Mumifizierung” wirken mit solchen Beispiel eher so, als ob drweb in diesem Fall eine Diagnose getroffen hat, ohne eine Anamnese durchzuführen.

    Im Zweifelsfall gilt hier (wie auch in der Wikipedia): wen was stört soll mitmachen. Wie das geht ist im ODP-Weblog sehr schön erklärt: http://www.dmoz-blog.de/uber-das-open-directory-project/

    Beste Grüße,
    Manuel (ein ehrenamtlicher ODP-Editor und ehemaliger drweb-Aktionär)

  2. hghuebscher am 17. Juli 2006 um 14:49

    > Der verhunzte Titel ist einem OPD-Editor vor Jahren eingefallen

    … manchmal ist das eigene Gedächtnis doch zu kurzlebig.
    Mit diesem Trailer ist Dr. Web jahrelang durch die Gazetten gezogen und hat Kompendien verlegt.

    Seine Markenkommunikation umzustellen ist ein Aspekt.
    Dies nicht weiter als über den eigenen Tellerrand zu publizieren ist ein anderer. Hausgemachter.

  3. Sven Lennartz am 17. Juli 2006 um 17:47

    das problem ist nicht was ihr in eure einträge hineinschreibt, liebe opd-leute, sondern dass diese einträge von google und msn übernommen werden. (der screenshot ist von google wie es auch drübersteht).

    es gibt noch hundert oder tausend andere verzeichnisse, glaubt ihr ernsthaft ein seitenbetrieber hat nix anderes zu tun als diese dauernd auf dem laufenden zu halten?

    wenn bei euch sechs jahre alte texte oder urls auftauchen ist das eine schwäche des odp und nicht eine der verlinkten seiten.

  4. Benji Wiebe am 17. Juli 2006 um 20:00

    Damit sind wir in der sachlichen Diskussion angelangt. Schön. Natürlich hat das ODP Schwächen, wie wohl jedes größere Unternehmen, vor allem wenn Freiwillige beteiligt sind. – Dass ein Seitenbetreiber nicht sehr glücklich ist, wenn Google und Co. einfach die ODP-Beschreibungen für ihre Suchergebnisse übernehmen, kann ich sehr gut nachvollziehen – ist ja so auch nicht ganz im Sinne der Erfinder. Ich wollte nur kurz anmerken, das das ODP auch heute noch eine lebendige Community von engagierten Menschen beheimatet die für einzelne Kategorien zuständig sind. Und es kommen ständig neue Freiwillige hinzu. Ein Artikel im letzten ODP-Newsletter war überschrieben mit “Quantity versus Quality” – da wird weiter dran gearbeitet ( http://dmoz.org/newsletter/2006Spring/index.html )

  5. Michael am 17. Juli 2006 um 22:19

    Ich hatte im März mal über DMOZ/ODP berichtet: DMOZ (ODP) näher angesehen

    Was ich mittlerweile noch festgestellt habe: Google hinkt sehr hinter ODP hinterher. Heißt: Google übernimmt vom ODP Änderungen teilweise erst nach Monaten. Z.B. wurde meine Webseite vor ein paar Monaten im ODP in eine andere Kategorie verschoben, nur Google ignoriert das beharrlich im Google-Verzeichnis.
    D.h. es bestehen wohl auch größere Probleme bei der Aktualisierung seitens Google.

  6. Michael am 17. Juli 2006 um 22:20

    Hier noch der fehlende Link, wurde rausgeworfen (warum auch immer):
    http://sw-guide.de/weblog/2006-03-03/dmoz-odp-naeher-angesehen/

  7. Sven Lennartz am 18. Juli 2006 um 02:15

    das odp hat den anschluß verpasst. eigentlich könnte es web 2.0 sein, aber vielleicht gibt es interne grabenkämpfe verbreitete lethargie. die aussenwirkung ist ungut. schon lange.

    wenn man schaut was blogs drüber schreiben … in den letzten monaten … praktisch nichts… nur die sache mit dem metatag.

    im mai wars wieder herr steffens mit allgemeinen befindlichkeiten, der die sache imo trifft.
    http://www.suchmaschinen-optimierung-seo.info/sosblog/2006/05/02/ode-ans-odp/

    anderen die schuld zu geben wird kaum weiterhelfen.

  8. mark am 19. Juli 2006 um 16:20

    das odp hat den anschluß verpasst. eigentlich könnte es web 2.0 sein

    Yepp.
    Die Social Komponente hat das ODP schon früh aufgegriffen, nur hängt das Ganze der Entwicklung hinterher.

    Imho eine nicht ganz glückliche Sache ist die Appendix-Funktion bei AOL.

    Richtig stolz scheinen diese nicht darauf zu sein, ansonsten wäre da vielleicht auch mehr Begeisterung für das, trotz aller Schwächen und Macken, größte von Menschen geschaffene Verzeichnis im www.

    Was interne Grabenkämpfe und Lethargie angeht …

    Eine gewisse Festgefahrenheit kann man wohl nicht leugnen.
    Es fehlt an mutigen Entscheidungen und Entscheidern. Aber diese “Organe” sind in der Demokratur ODP nicht wirklich vorhanden.

    Da die Hoffnung aber zuletzt stirbt und von aussen Änderungen nur noch schwerer zu erreichen sind bleibe ich mal dabei.

    Den “verhunzten Titel” kann man auch über einen “Update / Aktualisierungswunsch” zur Änderung vorschlagen.

  9. Benji Wiebe am 19. Juli 2006 um 21:10

    Im Dmoz-Blog steht ein schöner Artikel über Social Bookmarks vs. Verzeichnisse. Ist ein “good read” und passt zum Thema:
    http://www.dmoz-blog.de/social-bookmarks-%e2%80%93-nachfolger-von-webkatalogen/

  10. hghuebscher am 23. Juli 2006 um 17:39

    > es gibt noch hundert oder tausend andere verzeichnisse,
    > glaubt ihr ernsthaft ein seitenbetrieber hat nix anderes
    > zu tun als diese dauernd auf dem laufenden zu halten?

    … und das gilt auch für ODP Editoren, Herr Lennartz.

    Mit dem Grundkonzept des ODP sollten Sie sich schon vertraut machen. Wie hoch das Werbebudget eines Submitters
    ausgelegt ist und welche vollmundigen Sprachregelungen von
    Submittern promotet werden, spielt bei Nutzern und Editoren doch keine Rolle.

    Wichtiger ist, und das habe ich schon 1999 bei DrWeb
    gelernt, als Seitenbetreiber die Submits proaktiv
    aufzuzeichnen, damit solche, von Ihnen beklagten Pannen
    im eigenen Haus vermieden werden.

    Im Zweifelsfall können Sie ja SEOs u.a. Dienstleister
    zur Pflege der externen Kommunikation einsetzen. Einen
    Grund dafür haben Sie ja nun gefunden. Hope it helps.

  11. Ralf Jordan am 26. Juli 2006 um 09:58

    Hallo,

    Raus ODP! – Und irgendwann kommt Raus Wikipedia!

    Ich finde, hier machen Sie es sich etwas einfach, Herr Lennartz. Zwei Punkte sind doch deutlich geworden, Google hinkt in der Aktualisierung hinterher und der Eigentümer einer Seite hat eine gute Chance mit einer passenden Beschreibung, diese dann auch einmal in Suchmaschinen wie Google zu drücken. Neben den Meta-Tags ein sinnvoller Weg. Leider nutzen diese Möglichkeit wenige. Fast alle Anmeldungen müssen in der Beschreibung überarbeitet werden.

    Sicher braucht dmoz auch wieder frischen Wind, schwierig in einer Demokratie ;-). Im ersten Schritt durchgängig mehr Qualität.

    Schönen Tag noch!
    Ralf
    ODP-Editor Sachsen

  12. Andreas Weygandt am 26. Juli 2006 um 13:48

    Beispielhaft diese Kategorie:

    http://dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Beziehungen/Kontakte/Partnervermittlung/Asien/

    Die Einträge werden unter dem Namen des Seiteninhabers geführt… Kein Wunder, dass Bedarf für ein NOODP Tag entstand.

    Und dann der Name des Ganzen: DMOZ, ODP – typischer Fall von Aküfi (=Abkürzfilmmel). Kann man mit nichts assoziieren und schlecht merken.

    Das Ganze ist nur noch für SEOs interessant.

  13. sky am 1. August 2006 um 22:51

    ODP: Es wird immer groß getönt, man solle doch mitmachen, und es dadurch besser machen. Aber gleichzeitig ist man dort offenbar so elitär, eben nicht jeden zu nehmen. Ich hatte mich einst für zwei Rubriken beworben, wurde aber abgelehnt, natürlich ohne Begründung.

    Wenn man auf die Mitarbeit von Normalsterblichen verzichten kann, kann man auch auf normalsterbliche Besucher verzichten.

    Schade, dass Google und Konsorten das ODP immer noch so hoch einschätzen.

    Just my two cent.

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