Ranking Faktoren: Die dunkle Seite

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Spam ist die Geißel des Internetzeitalters. Als Seitenbetreiber hat man sich vor den Techniken der Spammer zu hüten, um nicht unfreiwillig in deren Nähe gerückt zu werden. Auch sonst lässt sich in guter Absicht jede Menge falsch machen.

Die hier vorgestellten, wichtigsten und am häufigsten genannten Kriterien beziehen sich nicht auf eine bestimmte Suchmaschine. Die vorgestellten Technik haben das Potenzial dazu ein Ranking negativ zu beeinflussen, manche können einen kompletten Ausschluss zur Folge haben.

Keyword Spamming
Die Versuchung ist groß. Doch wer es übertreibt, riskiert seine gute Platzierung. Ein Übermaß an Keywords findet sich oft in den Meta-Tags oder als mehr oder weniger versteckter Text typischerweise am Seitenende, manchmal durch zahlreiche Leerzeilen vom eigentlichen Inhalt abgegrenzt. Suchmaschinen mögen Übertreibungen nicht. Sie können Keyword Spamming leicht feststellen.

Cloaking
Eine Methode von der Besucher nichts mitbekommen, da ihnen ein anderer Inhalt als einer Suchmaschine geliefert wird. Scripts sorgen anhand einer stets aktuell gehaltenen IP-Liste dafür, dass möglichst jeder Spider nur “seine” Version zu Gesicht bekommt. Nützlicher Nebeneffekt des bösen Treibens: die für Suchmaschinen relevanten Seiten bleiben vor Mitbewerben versteckt und lassen keinerlei Rückschlüsse auf das Zustandekommen des Rankings zu.

Verschiedene Versionen
Gut möglich, dass eine (Start)seite gleich in mehreren Version in einer Suchmaschine auftaucht. Also:

http://www.domain.de

http://domain.de

Möglich, dass sich diese Versionen ein Ranking quasi “teilen” müssen. Gleiches kann bei einem Domainwechsel passieren. Neuer und alter Name können lange nebeneinander in einem Index existieren.

Zu viele 404 Fehler
Kann die Suchmaschine veranlassen eine Website als Quelle minderer Qualität einzustufen.

Screenshot
Was der Googlebot nicht findet… Google gibt gern Auskunft über solche Probleme. Bedingung ist die Benutzung der Sitemap und eine Verifizierung Ihrer Website.

Neue Domains
Zumindest von Google ist die Tatsache bekannt. Neue Projekte unter frischen Domainnamen werden erst einmal unter Quarantäne gestellt. Die so genannte “Sandbox”. Erst wer sich bewährt, wird vollständig auf den Index losgelassen. Für den Webdesigner und Seitenbetreiber heißt das: die neue Domain schon einmal provisorisch befüllen und anmelden, bevor mit den eigentlichen Arbeiten am Projekt begonnen wird. Wer das versäumt, muss mit monatelanger Wartezeit rechnen. Das passiert nicht immer, die Wahrscheinlichkeit ist aber gegeben. Gerüchte sagen: Seiten, die per AdWords beworben werden, verlassen die Sandbox schneller. Ein höheres Ranking erreichen sie jedoch nicht.

Duplikate
Tauchen Inhalte mehrfach auf, liegt der Verdacht nahe, es mit automatisch generierten Content zu tun zu haben. Es gibt Software, die aus freien Quellen und RSS-Feeds neue Seiten in Massen zusammenbasteln. Eine gute Suchmaschine verzichtet auf solchen Content und legt Wert auf Originale. Subdomains oder zusätzliche Domainnamen werden erkannt.

Mindere Link-Qualität
Verweise zum Beispiel im Rahmen von Partnerprogrammen in das virtuelle Rotlichtviertel oder auf Online-Casinos können für Abzüge sorgen, da man dieser, als zwielichtig geltenden Klientel dann zugeordnet wird. Dasselbe gilt, sollte man Links aus solchen Quellen erhalten. Oder Traffic von so genannten “free-for-all”-Listen beziehen.

Link Spam
Jede Menge Links aus schwach positionierten Gästebüchern, aus Forensignaturen, Blogkommentaren und ähnlichem können einen Spam-Verdacht zur Folge haben.

Illegale Inhalte
Das mit illegalen Inhalten oder deren Beschreibung kein Staat zu machen ist, liegt auf der Hand.

Unsaubere Codierungen
Ausufernd komplex oder gar fehlerhaft codierte Seiten wirken auf einen Spider wenig anziehend. Texte können nicht ausgelesen oder Verweise nicht erkannt werden.

Partnerprogramme
Sind selbstverständlich erlaubt, doch auch hier muss man sich vor Übertreibungen hüten. Partnerprogramme sind die Haupt Einnahmequelle für Spammer.

Javascript, Java, Flash, PDF
Machen mehr oder weniger große Schwierigkeiten. Auch wenn ein PDF-Dokument verlinkt und indiziert werden kann, die Nachteile bleiben. Denn eine suchmaschinengerechte Aufbereitung des Dokuments ist unmöglich. Den Links einer mit Java realisierten Menüleiste folgt kein Spider. Glücklicherweise wird Java kaum noch dafür eingesetzt. Aber auch Javascript sorgt für Ungemach. Seine Verwendung sollte im Zusammenhang mit Links vermieden werden.

Brückenseiten
Man konstruiert eine Garnitur zusätzlicher, keywordoptimierter Seiten, die einen einzigen Link enthält. Man versucht auf diese Weise mehrere Eingänge etwa für die Startseite oder ein wichtiges Thema zu schaffen. Sinnvoll ist das auch, wenn Frames oder viel Grafik zum Einsatz kommen. Da eine Brückenseite keinen originären Inhalt einbringt, mögen Suchmaschinen sie nicht. Auch hier gilt, die Menge macht das Problem. Die eine oder andere Brücke stellt kein Problem dar.

Eine Frage bleibt. Warum ist das Web voll von Spam, wenn die genannten Techniken zu Abzügen oder gar zum Raufwurf aus einem Index führen? Simpel. Ein Spammer befüllt ständig neue Domains. Das PHP-Script ist sein bester Freund. Er ist Kunde bei vielen Providern. Wenn an einem Tag zehn Domains gesperrt werden, entstehen am nächsten zwanzig neue. Unbrauchbare gewordene Domains werden anschließend im Paket verkauft.

Erstveröffentlichung 18.11.2005

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Über Sven Lennartz

Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.

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