Webdesign

Quick Tipp: Google Buzzes als Artikel in WordPress importieren

1. September 2010
von

Wie es gelingen kann, Buzzes automatisch in ein selbst gehostetes WordPress zu integrieren, fragten Cookie und Volker A. Mönch in den Kommentaren zum Beitrag Google Buzz Plugins für Content Management Systeme. Auf diese Weise habe man eine stetige Beitragsfrequenz im Blog, ohne dauernd selbst Content produzieren zu müssen. Dieter Petereit hat sich nach einer Lösung für unsere Leser umgeschaut und gefunden. Diese könnte zwar eleganter sein, funktioniert aber…

Grundlegendes

Ausgangspunkt für alle weiteren Tätigkeiten ist zunächst der Zugriff auf den korrekten, vollständigen Feed. Dieser lautet nach API-Dokumentation:

https://www.googleapis.com/buzz/v1/activities/userId/@public

Dabei ist der Teil userID zu ersetzen durch den Teil des Googleaccounts, der vor dem @googlemail.com oder @gmail.com kommt. Alternativ kann auch die drölfundsiebzig Stellen lange Nummer genommen werden, die Google automatisch einzusetzen pflegt, wenn man Zugriff auf seinen Feed nehmen will. In meinem Falle lauten die korrekten Feed-URLs also so:

https://www.googleapis.com/buzz/v1/activities/dieter.petereit/@public

https://www.googleapis.com/buzz/v1/activities/101026873872956334466/@public

In diesen Feeds ist der komplette Content enthalten, sofern er direkt in Google Buzz erfasst wurde. Ebenso komplett enthalten sind Tweets. Sonstiger nach Buzz syndizierter Content, wie etwa Blogbeiträge, werden im Feed nur mit ihren Überschriften gezeigt. Das ist zwar schade, aber insofern für unseren Anwendungsfall nicht wirklich relevant, da es uns ja nicht darum geht, Blogbeiträge über Buzz wieder zurück ins Blog zu holen und damit doppelten Content zu erzeugen.

Eigenständig via Buzz entstandener Content erscheint vollständig im Feed und kann auf diese Weise auch zur Generierung eines vollwertigen Artikel im Blog verwendet werden.

Feed importieren via Plugin

Leider gibt es für Google Buzz nicht etwas mit den Twitter Tools von Alex King vergleichbares. Sonst hätte man die Möglichkeit, beispielsweise einen wöchentlichen Beitrag mit allen Buzzes der abgelaufenen Woche zu erzeugen. Die Lösungen, die wir für Buzz hernehmen können, erzeugen für jeden Buzz einen eigenen Beitrag, weshalb wir später noch weitere Maßnahmen ergreifen werden.

Für unseren Zweck in Frage kommen die beiden Plugins FeedWordPress und WP-O-Matic. Dabei hat sich WP-O-Matic in meinen Testumgebungen als sehr konfliktfreudig anderen Plugins gegenüber gezeigt, weshalb ich im Folgenden mit FeedWordPress weiter arbeite.

Ein wichtiger Hinweis noch: WP-O-Matic arbeitete im Test (mit abgeschalteten sonstigen Plugins) ohne weiteres mit den oben genannten Feeds, während ich beim Versuch, den Buzzfeed in FeedWordPress zu importieren stets die folgende Fehlermeldung erhielt:

200: GnuTLS recv error (-9): A TLS packet with unexpected length was received.

Nach einiger Recherche fand ich heraus, dass es sich um einen Fehler in der Konfiguration des Servers handelt. Zu diesem habe ich allerdings keinen Zugang, weshalb ich das Problem nicht lösen konnte. Ich behalf mir damit, dass ich für den oben genannten Publicfeed einen Feedburnerfeed erzeugte, nämlich http://feeds.feedburner.com/buzzdpetereit. Dieser wiederum liess sich einwandfrei nach FeedWordPress importieren. Da Buzz und Feedburner mit PubSubHubbub arbeiten, dürfte die entstehende zeitliche Verzögerung im Rahmen bleiben.

Schritt für Schritt mit FeedWordPress

Nachdem Sie das FeedWordPress-Plugin wie gewohnt manuell oder per Backend installiert und aktiviert haben, sehen Sie im Backendmenü einen Oberpunkt namens Syndication.

syndication-feedwp-backend.png
Der Hauptmenüpunkt Syndication im WP-Backend

Unter dem ersten Menüpunkt, der ebenfalls Syndication heißt, geben Sie die Feed-URL an, in meinem Fall nach einigem Trial and Error die Feedburner-URL. FeedWordPress prüft dann die URL daraufhin, ob es sich um einen importierbaren Feed handelt und blendet sodann die wesentlichen Informationen dazu ein.

addurl.png
FeedWordPress hat den Feed erkannt.

Sie bestätigen nun “Use This Feed”, woraufhin dieser in der Liste der Quellen auftaucht. Sie können im Grunde beliebig viele Quellen definieren, wir bleiben für unser Beispiel aber bei einer. Von der Liste aus können Sie ein manuelles Update des Feed anstoßen. Tun Sie das jetzt aber noch nicht, da weitere Einstellungen fehlen.

updatefeedsnow.png
Update Feeds Now

Hinweis zu WP-O-Matic: WP-O-Matic ist an dieser Stelle noch flexibler. Sie haben dort auch eine Liste mit Feeds. Diese können Sie aber zusätzlich noch in sog. Kampagnen sortieren. Eine Kampagne ist immer eine Reihe zu importierender Feeds, die jeweils eigenständig konfiguriert werden kann. Für Massivsyndizierer sicher die bessere Alternative, für unseren Buzzfeed irrelevant.

Unter dem Menüpunkt Feeds & Updates konfigurieren Sie im Wesentlichen, auf welche Art Updates durchgeführt werden. Es empfiehlt sich hier, die Option “cron job or manual updates” zu wählen. Haben Sie keine Möglichkeit, bei Ihrem Webhost einen Cronjob abzusetzen, bietet es sich an, einen der kostenlosen Anbieter von WebCronjobs zu wählen.

Exkurs: MyWebCron.com

Unter MyWebCron.com finden Sie einen kostenlosen Cron Job Service, der aus der Cloud funktioniert. Melden Sie sich mit einem Ihrer vorhandenen Konten, wie Google, WordPress, Yahoo, AOL oder einer beliebigen OpenID anderer Dienste an, können Sie direkt Zugriff auf das höchst übersichtliche Einrichtungsformular für Cronjobs (das sind zeitgesteuerte Jobs, abgeleitet von “chronos”, Griechisch für Zeit – Anmerkung der Redaktion).

webcron.png
My WebCron in der Konfigurationsansicht

Hier setzen Sie den Status auf “Enabled”, damit der Cronjob beginnen kann. Danach geben Sie die URL ein, die Ihnen FeedWordPress freundlicherweise mitteilt und die da lautet: http://subdomain.domain.tld/?update_feedwordpress=1 Danach legen Sie das Intervall fest, in dem MyWebCron den Job abarbeiten soll. Ich habe eine einmal tägliche Ausführung um Mitternacht gewählt.

Zu guter Letzt setzen Sie Ihre Zeitzone, sowie Start- und Endedatum und klicken auf “Save New Task”. Der Cronjob erscheint in der darunter stehenden Task List, die auch jeweils Informationen zum letzten Ausführungszeitpunkt enthält. Dort sollte stehen “HTTP Code 200″, dann ist alles wie gewünscht verlaufen. MyWebCron gilt im Übrigen gemeinhin als “set it and forget it”, also so zuverlässig, dass man nach der ersten Einrichtung in der Regel nie wieder dran muss.

Weitere FeedWP-Einstellungen

Interessant in der Konfiguration der Einstellungen zu Feeds & Updates ist noch der Punkt “Updated Posts”. Hier können Sie einstellen, ob Artikel, die aus dem Feed entstanden sind, ein Update erhalten, wenn der Feedinhalt geändert wurde. Da dies bei Google Buzz nicht möglich ist, vernachlässigen wir die Funktion.

Unter dem Menüpunkt “Posts & Links” verbirgt sich ein für unseren Zweck interessanterer Konfigurationspart. Hier legen Sie nämlich fest, wie mit neuen Buzzes umgegangen werden soll. So besteht die Möglichkeit, diese sofort zu veröffentlichen, als privat zu kennzeichnen, als Entwurf abzulegen oder als zum Review zu kennzeichnen. Was Sie einstellen, hängt stark von der inhaltlichen Qualität Ihrer Buzzes ab. Wenn Sie ausschließlich eigenständigen Content verbuzzern, spricht eigentlich nichts gegen die Einstellung, importierte Buzzes sofort zu veröffentlichen.

Haben Sie hingegen auch noch Ihren Twitterstream nach Buzz gezogen oder sonstige redundante Informationen darin verankert, wird es mehr Sinn machen, die Buzzes zunächst als Drafts (Entwürfe) zu speichern. So können Sie die redundanten, sinnlosen oder aus anderen Gründen nicht im Blog gewünschten löschen, bevor sie den Augen Ihrer Blogleserschaft anheim gefallen sind.

Wichtig ist auch die Entscheidung, ob die Permalinks auf den Buzz zurück verweisen, oder ob Sie die lokale Kopie aufrufen sollen. Das hängt wesentlich davon ab, wo Sie eine etwaige Diskussion weiterführen wollen, bei Buzz oder in Ihrem Blog. Kleiner Hinweis: Mit Buzz Comments können Sie in Buzz geschriebene Kommentare wieder zurück in Ihren Blog holen.

postslinks.png
Posts- und Links-Settings

Exclusive Kategorie für Buzzes anlegen

Für die weitere Vorgehensweise wichtig ist der nächste Punkt “Categories & Tags”. Hier stellen Sie ein, dass Buzzes nicht eigenständig neue Kategorien und Tags erstellen können (Don´t create new categories or tags”) und weisen alle importierten Buzzes der Kategorie “Buzz” zu. Legen Sie eine an, wenn Sie noch keine haben. Sie können die Kategorie auch “Wolfgang”, “Elma” oder sonstwie nennen. Wichtig ist nur, dass es sich um eine exklusive Kategorie für Ihre Buzzes handelt. Wenn Sie möchten, können Sie beliebige Tags zuweisen. Das ist für die weitere Vorgehensweise nicht wesentlich.

categoriestags.png
Einstellungen zu Kategorien und Tags

Die weiteren Optionen vernachlässige ich, da sie zunächst für unseren Anwendungsfall nicht relevant sind.

Zwischenergebnis

Wenn Sie alles so gemacht haben wie bis hierhin beschrieben, verfügen Sie jetzt über eine funktionierende FeedWordPress-Installation mit einem funktionierenden und kompletten Buzzfeed. Den haben Sie bis jetzt noch nicht importiert, was auch richtig ist. Einen entsprechenden Job unter MyWebCron richten Sie bitte erst ein, wenn dieses Tutorial durch ist.

Der Haken an der Sache ist, wie eingangs bereits beschrieben, dass es derzeit keine Möglichkeit gibt, Buzzes zusammen zu fassen. Jeder Buzz wird also einen eigenständigen WordPress-Artikel generieren. Haben Sie FeedWP so konfiguriert, dass es immer erst in die Entwürfe speichert, haben Sie noch die Möglichkeit, allzu triviale Buzzes im Vorhinein zu entfernen und nur diejenigen Ergüsse tatsächlich zu publizieren, die es auch auf den zweiten Blick noch wert erscheinen.

Aber selbst mit dem kritischen Blick betrachtet, werden Sie womöglich nicht davon überzeugt sein, Ihre Buzzposts unbedingt über die Startseite und/oder den RSS-Feed Ihres Blogs zu verbreiten. Wenn dem so ist, lesen Sie weiter. Anderenfalls können Sie hier abbrechen und Ihren Cronjob starten.

Buzzes nicht überall anzeigen – der Advanced Category Excluder

Ein weiteres Plugin wird uns helfen, Buzzes nur dort anzuzeigen, wo wir es für sinnvoll halten. Es handelt sich um das Plugin Advanced Category Excluder, dass übrigens ohnehin in jedem Blog, der mehr CMS-Funktionalität benötigt, nicht fehlen sollte. Nach Installation und Aktivierung finden Sie den ACE als Hauptmenüpunkt links im Backend.

ace-backend.png
ACE im WordPress-Backend

Spielen Sie mit den Einstellungen. Für unseren Zweck ist es zunächst nur wichtig, den Untermenüpunkt “Categories” aufzurufen. Sie sehen eine Abbildung ähnlich der folgenden:

ace-exclude.png
Kategorien im ACE

Hier können Sie detailliert bestimmen, welche Kategorien Ihres Blogs an welcher Stelle nicht angezeigt werden sollen. Darin ist übrigens begründet, warum Sie Ihre Buzzes einer eigenen Kategorie zuordnen sollten. Nun hätten Sie die Möglichkeit, durch einfachen Klick fest zu legen, dass alle der Kategorie “Buzz” zugeordneten Artikel zum Beispiel nicht auf der Startseite und auch nicht im RSS-Feed angezeigt werden. So wie ich es mit der Kategorie “Twitter” getan habe – was Sie an der Abbildung erkennen können.

Fertig

Starten Sie Ihren Cronjob! Schöner wäre eine Digestfunktion für den Buzzimport. Da es diese aber nicht gibt, kombinieren wir das Abspeichern aller Buzzes als Entwurf mit nachfolgender Löschung/Freischaltung und den Advanced Category Excluder, der dafür sorgt, dass uns die Buzzposts nicht die Startseite und den RSS-Feed fluten. Wie gesagt: Haben Sie nur hochwertige Buzzes, so benötigen Sie den ACE natürlich nicht.

(mm),

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

4 Kommentare zu „Quick Tipp: Google Buzzes als Artikel in WordPress importieren
  1. […] immer noch nicht genug gebüzzt wurde, kann hier nachlesen, wie er Google Buzzes als Artikel in WordPress importieren kann. Ist zwar ein wenig umständlich, aber wer’s braucht … [Peter van I. per […]

  2. […] Dr. Web knows the truth… […]

  3. […] Dr. Web knows the truth… […]

  4. Volker A Mönch am 24. September 2010 um 12:00

    Danke Dieter, wenn ich heute abend Feierabend habe, freue ich mich auf deinen Artikel! Heute ist ja passendes Wetter, um das in aller Ruhe auszuprobieren ;-)

    Dabei habe ich gerade eine Idee: Es gibt für WordPress ein PlugIn, welches Notizen aus Evernote publizieren kann. Nun suche ich einfach meine Buzzes und übernehme das Suchergebnis in Evernote. Mit dem PlugIn wandert diese Notiz dann als Artikel in mein Blog. Wie gesagt, nur eine Idee, habe das noch nicht probiert.

Ein Kommentar? Schön!

Wir freuen uns immer über Leser, die durch nützliche und konstruktive Beiträge zum Thema eine Diskussion anstoßen oder den Artikel mit weiteren Informationen anreichern. Alle Kommentare werden in diesem Sinne moderiert. Zum Kommentar-Fairplay gehört für uns auch der Einsatz von rel="nofollow". Bitte verwenden Sie zudem als Namen weder eine Domain noch ein spamverdächtiges Wort. Vielen Dank!