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PowerPoint Adé! Slid.es ist ein neuer Cloud-Service für HTML5-Präsentationen im Browser

14. Mai 2013
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Im Oktober 2012 stellten wir Ihnen hier bei Dr. Web das auf HTML5 basierende JavaScript-Framework Reveal.js des Schweden Hakim El Hattab vor. Mit Reveal.js ist es sehr einfach, ansprechende Präsentationen für die Nutzung im Browser zu erstellen. Auf der Basis seines eigenen Framework entwickelte El Hattab dann den Cloud-Service Rvl.io, der es erlaubt, mittels eines WYSIWYG-Editors Präsentationen ohne Coder-Kenntnisse zu bauen. Rvl.io ist nun erwachsen geworden und betritt umbenannt in Slid.es, zusätzlich ausgestattet mit weiteren Funktionen, den Markt der Präsentations-Lösungen.

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Slid.es bietet viel Leistung für kein bis wenig Geld

Seit einer knappen Woche steht mit Slid.es der Nachfolger des auf Reveal.js fußenden Präsentations-Baukastens Rvl.io bereit. Die beiden Gründer Hakim El Hattab, Programmierer von Reveal.js, und Owen Bossola bieten die Grundfunktionalitäten weiterhin, wie schon bei Rvl.io kostenlos an. Die Registrierung für einen kostenfreien Account kann mittels Facebook oder Google+, aber auch klassisch mit dediziertem Slid.es-Account erfolgen.

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Das Geschäftsmodell des Dienstes ist einfach. Es gibt zwei Arten von Konten, das kostenlose und das kostenpflichtige für 7 USD pro Monat. In der kostenlosen Variante steht das gesamte Presentation-Framework ohne Einschränkungen bereit. Für eigene Präsentationen sind 250 MB Cloud-Speicher verfügbar, alle Präsentationen, die sog. Decks, sind allerdings grundsätzlich öffentlich zugänglich, wozu man aber auch die entsprechende URL kennen müsste.

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In der kostenpflichtigen Variante steht Speicherplatz in einer Größenordnung von 2 GB bereit. Zudem können neben öffentlichen Decks auch private Präsentationen angelegt werden, die wiederum auch nur ausgewählten Teilnehmern zugänglich gemacht werden können. Zusätzlich wird in der Bezahlversion eine Revisions-Historie mitgeführt, mit deren Hilfe man zu nahezu jedem beliebigen Bearbeitungszeitpunkt zurück springen kann. Zur Präsentation ohne Online-Zugang können die Decks herunter geladen werden.

Damit bietet die kostenpflichtige Variante einige klar erkennbare Mehrwerte für Personen, die häufig professionell präsentieren müssen. Da rechnen sich die 7 Dollar unter Umständen schnell. Abgesehen von diesen handfesten Vorteilen, die man natürlich benötigen muss, um sie zu würdigen zu wissen, unterscheiden sich die beiden Konten-Modelle funktional überhaupt nicht. Die Darstellungsmöglichkeiten innerhalb der Präsentationen, das eigentliche Kerngeschäft des Dienstes, sind identisch.

Die Decks funktionieren auch auf mobilen Geräten und verhalten sich dort responsiv. Es gibt übrigens eine Möglichkeit, auch aus der kostenlosen Version seine Slides lokal zu speichern. Dazu später mehr…

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Slid.es: WYSIWYG-Editor erzeugt reines HTML

Nach der Registrierung findet man sich ohne Umschweife im Editor wieder. Dieser orientiert sich ganz zeitgemäß an den Prinzipien des Flat Design mit leichten Reminiszenzen an die UI des iPad, was beides nicht schlecht ist.

Insgesamt drei Toolbars links, oben und rechts am Content erlauben das Zusammenstöpseln der eigenen Präsentation. Die Inhalte werden komplett als HTML erzeugt. Das HTML lässt sich im Editor auch als solches direkt bearbeiten. Die gesamte Bewegung und sonstige Interaktionen werden durch das hinterliegende JavaScript gesteuert.

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Neben den erwartbaren Standardfunktionalitäten der oberen Toolbar, die man aus allen visuellen Editoren der Welt bereits kennt, erweckt besonders die kleine Toolbar rechts am Content, die erst erscheint, wenn man sich in das Contentfenster bewegt, Aufmerksamkeit. Neben der Möglichkeit, den Farbhintergrund jedes einzelnen Slides hier zu definieren und der bereits erwähnten Option, das HTML direkt zu editieren, findet sich hier die kleine, aber feine Funktion “Create Fragment”, die PowerPoint-User aus dem alltäglichen Präsentations-Wahnsinn kennen.

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Aktiviert man “Create Fragment” fordert einen der Editor auf, ein Element zu wählen, das zu einem Fragment deklariert werden soll. Ein Fragment ist ein Element, das nicht initial mit dem Slide eingeblendet wird, sondern erst nach einemm weiteren Klick auf “Weiter”. So lassen sich die mittlerweile gefürchteten Punktelisten aus PowerPoint 1:1 nachbauen. Natürlich können Fragmente auch sinnvoller genutzt werden als es heutzutage in 99,9% aller Business-Präsen der Fall ist.

Im HTML-Quelltext schlägt sich ein Fragment dadurch nieder, dass dem gewählten Element die Klasse fragment und ein zugehöriges Data-Attribut zugewiesen wird.

Die Vorschau ist jederzeit per Klick auf das Augen-Icon links oben aufrufbar, das Symbol links daneben initiiert einen Speichervorgang. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Punkt Export in der linken Navigationsleiste. Dieser erlaubt den kompletten Download des HTML-Quelltextes aller erstellten Slides. Diesen kann man dann ohne weitere Änderungen in Reveal.js füttern, womit man auch ohne den kostenpflichtigen Account eine lokale Verwendungsmöglichkeit gewinnt. Natürlich muss man sich dazu dann mit Reveal.js beschäftigen wollen und können.

In weiteren Einstellungen legt man das allgemeine Erscheinungsbild des eigenen Decks fest. Farb- und Schriftkombinationen, Übergänge, Art und Dauer der Präsentation und einiges mehr. Die Funktionen sind, soweit es das überhaupt gibt, weitgehend selbsterklärend. El Hattab und Bossola dürfen sich gegenseitig auf die Schulter klopfen.

Fazit: Im Ergebnis ist Slid.es ein wirklich großartiger Service, um schicke Präsentationen mit HTML5 und JavaScript zu bauen. Selbst Nutzer, die Reveal.js auf den eigenen Seiten einsetzen wollen, sollten überlegen, schon der schieren Einfachheit halber, den WYSIWYG-Editor auf Slid.es zu nutzen und dann den HTML-Quelltext zur Weiterverarbeitung zu exportieren.

Ich bin ein klein bisschen begeistert…

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ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

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