Photoshop: Von 0 auf 100 - Bildqualität optimieren
Bildmaterial lässt sich in wenigen Schritten aufwerten. In Photoshop gibt es dazu einen standardisierten Ablauf, der sich bewährt hat. So werden Farbstiche entfernt, der Kontrast gesteigert und die Tonwerte angeglichen. Für die Bildqualität entscheidend ist auch die Schärfe eines Fotos. In kürzester Zeit von 0 auf 100.
Vorbereitung
Um Schritte auch später noch schnell und unkompliziert zu verbessern oder ganz rückgängig zu machen bietet es sich an, Einstellungsebenen einzusetzen oder einfach für jeden der folgenden Schritte eine eigene Ebene mit einer Kopie anzulegen.
Nachdem man etwa die Tonwertkorrektur angewendet hat, erhält die Ebene durch einen Doppelklick auf den Ebenennamen eine passende Bezeichnung. Im Anschluss wird diese Ebene durch »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene durch Kopie« oder Strg+J kopiert und der nächste Bearbeitungsschritt kann folgen.

Tonwertkorrektur
Klickt man im Menü auf »Bild ↔ Korrekturen (Anpassungen)«, so wird eine Liste geboten, die nicht zufällig ist. Dem ein oder anderen Photoshop-Anwender werden auch die Trennlinien aufgefallen sein. Adobe hat sich dabei etwas gedacht. Zur allgemeinen Steigerung der Bildqualität ist die Abfolge von oben nach unten bis zur ersten Trennlinie sinnvoll.

Den Anfang macht die Tonwertkorrektur. Dabei ruft man die einzelnen Kanäle Rot, Grün und Blau auf, die bei Bedarf bearbeitet werden. Die schwarze Hügellandschaft des Histogramms sollte mit den Tonwertspreizungreglern für die Tiefen und Lichter (also das schwarze oder weiße Dreieck) links wie rechts so eingeklammert werden, dass Lücken verschwinden. Man setzt die Dreiecke also an die erste Pixelgruppe an. Wurde das in allen drei Kanälen erledigt, bestätigt man den Vorgang mit »OK«. Im besten Fall wurde ein Grauschleier über dem Foto entfernt und der Kontrast leicht gesteigert.
Gradationskurven
Helligkeit und Kontrast einer Aufnahme hat man mit den Gradationskurven unter Kontrolle. Um einzig die Helligkeit zu verändern, setzt man einen Punkt genau auf die Mitte der Linie. Dieser Punkt wird nach oben oder unten verschoben, wodurch das Bild heller oder dunkler wird. Um nun zusätzlich den Kontrast zu steigern oder abzuschwächen, setzt man einen weiteren Punkt links unten an der ersten Überschneidung des Rasters im Hintergrund.

Wird der Punkt nach rechts verschoben, also eine leichte S-Kurve geformt, wird der Kontrast gesteigert. Bewegt man den Punkt dagegen nach links, formt man also ein leichtes Fragezeichen, wird der Kontrast vermindert.
Farbbalance
Falls das Foto einen Farbstich aufweist, kann dieser mit der Farbbalance entfernt werden. Man bewegt einfach den Regler in die entgegengesetzte Richtung, also hin zur Komplementärfarbe. Wenn also die Aufnahme zum Beispiel grünstichig ist, zieht man den Regler in Richtung Magenta. Aber auch die generelle Farbstimmung kann beeinflusst werden. Soll das Bild etwa wärmer wirken, wird der Regler einfach in Richtung Gelb bewegt.

Helligkeit/Kontrast
Mit Helligkeit/Kontrast hat man den Spezialisten zur Änderung dieser Werte zur Hand. Wozu also die Gradationskurven? Allgemein sagt man, dass die Gradationskurven die bessere Qualität anbieten. »Helligkeit/Kontrast« könnte nun zusätzlich zur Feinjustierung eingesetzt werden. Empfehlenswert ist eine Anpassung nicht über die Werte +10 und -10 hinaus.

Kreative Änderungen
In Photoshop wird nach »Helligkeit/Kontrast« eine Trennlinie gezeigt. Alles was danach kommt, ist spezieller. So könnte man das Bild nun in eine Schwarz-Weiß-Aufnahme umwandeln, mit einem »Fotofilter« die Farbstimmung des Fotos verändern oder »Tiefen/Lichter« einsetzen, um die Schatten aufzuhellen.
Man könnte natürlich auch mit der Funktion »Gleiche Farbe« die Stimmung eines anderen Fotos auf die Aufnahme übertragen. Dazu benötigt man mehrere geöffnete Dokumente oder aber ein Dokument mit mehreren Ebenen. Denn bei »Gleiche Farbe« muss unten im Dialogfenster zunächst eine Quelle angegeben werden, aus der die Informationen entnommen und über das andere Bild gelegt werden können.

Man gibt also die Quelle und vielleicht noch die Ebene innerhalb dieser an. Mit der »Luminanz« regelt man die Helligkeit der Überlagerung, mit der »Farbintensität« die Stärke der Farbe. Dank »Verblassen« kann die Überlagerung für einen realistischeren Effekt abgeschwächt werden.
Schärfe
Ganz am Ende der Bildoptimierung wird das Foto geschärft. Eine gängige Methode ist der Weg über »Bild ↔ Modus ↔ Lab-Farbe«. Das hat den Vorteil, dass in der Kanäle-Ansicht der Kanal »Helligkeit« ausgewählt werden kann. So wird einzig die Form, nicht aber die Farbe geschärft.

Im Menü klickt man auf »Filter ↔ Scharfzeichnungsfilter ↔ Unscharf maskieren« und stellt die Stärke auf etwa 300 bis 500% und den Radius auf etwa 0,2 Pixel ein. Bei sehr großen Aufnahmen erhöht man diesen Wert auf 0,3 Pixel. Nach der Anwendung wechselt man wieder in den Modus »RGB-Farbe« zurück.
Der hier beschrieben Weg zeigt die ersten und wichtigsten Schritte zur Qualitätssteigerung auf. Je nach Foto sind oftmals weitere Schritte und selektive Optimierungen nötig.









