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Photoshop: Kreatives Feuer

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Apple hat schon immer die Herzen der Grafiker höher schlagen lassen. Sei es durch das Produktdesign, bei dem die komplizierte Technologie in eine attraktive wie benutzerfreundliche Hülle gesteckt wurde, die Aqua-Oberfläche des Betriebssystems oder zuletzt durch eine minimalistische Werbung, die mit einer trendigen Farbe im Hintergrund, einem Schattenriss im Vordergrund und einem weißem iPod als Blickfang überzeugte.

Gerade die iPod-Werbung, die Apple im Printbereich und animiert als TV-Spot umgesetzt hat, wurde oft kopiert. Vielleicht mit ein Grund, warum die aktuelle Version leicht geändert wurde. Statt einer einfarbigen Fläche bietet der Hintergrund nun ein Feuerwerk aus Farben, die etwas schmutziger als das Original mit verschiedensten Texturen zusammenspielen. Die schwarze Silhouette und die weißen Bildelemente als Blickfang wurden jedoch beibehalten. Schauen wir uns an, wie man so etwas macht.

2D-Programm, 2D-Oberfläche
Auch wenn man wie hier mit den Farben #666699 (RGB 102, 102, 153), #dd4444 (RGB 221, 68, 68), #558888 (RGB 85, 136, 136) und #aa3333 (RGB 170, 51, 51), dem Pinsel-Werkzeug sowie einer weichen Pinselvorgabe mit einem Hauptdurchmesser von etwa 100px einen bunten Farbverlauf mit einem 2D-Programm wie Photoshop erstellt, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch wie eine 2D-Oberfläche wirkt. Für dieses Ziel verwendet man eine Textur, die mit dem farbigen Hintergrund verrechnet wird.

Die Textur darf einer edlen Papieroberfläche, einer Wandstruktur in Wischtechnik oder gar einer zerkratzten Plexiglasscheibe entsprechen. Immer sollte aber der 2D-Charakter im Vordergrund stehen. Um nun die Struktur auf die Farben zu übertragen, stellt man die Füllmethode in der Ebenenpalette auf »Luminanz« und die Deckkraft auf etwa 65% ein. Die Helligkeitswerte der Ebene mit der Textur bilden nun zusammen mit dem farbigen Untergrund den gewünschten 2D-Effekt.

Screenshot
Dank Textur wirken die Farben flächig

Silhouette eines DJs
Kontraste sorgen für Spannung. Im Vordergrund der recht bunten Hintergrundfläche soll deshalb ein schwarzer Scherenschnitt eines »DJs im Einsatz« liegen. Hierzu wurde die entsprechende Form mit dem Eigene-Form-Werkzeug angewählt und aufgezogen. Man könnte auch ein Bildelement freistellen und schwarz einfärben oder eine passende Pinselvorgabe verwenden. Auch Kombinationen sind möglich. So habe ich hier die Frisur des Musikers leicht verändert und den Ärmel mit einem roten Schein hervorgehoben.

Screenshot
Schattenriss als Kontrast zum bunten Hintergrund

Burn, Baby, Burn
Das »kreative Feuer«, das im Hintergrund der Plattenspieler brennen soll, liegt auf einer eigenen Ebene, die man über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene« oder etwas schneller über den Shortcut »Shift + Strg + N« erzeugt. Mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug wählt man zahlreiche Spitzen aus, die mit der Farbe #99bbaa (RGB 153, 187, 170) gefüllt werden. Wer mag, kann die so erzeugte Grundform noch mit weiteren Farben und Mustern übermalen. Hilfreich ist dabei eine Ebene, die über der Ebene mit dem »Feuer« liegt, und deren Form durch einen Klick auf »Ebene ↔ Schnittmaske erstellen« an die darunter liegende Ebene angepasst wurde.

Screenshot
"Kreatives Feuer" aus zahlreichen Spitzen

Rauch aus Kreativität
Das aus einem »kreativen Feuer« kein normaler Rauch aufsteigen kann, ist klar. So vielfältig die Ergebnisse im Alltag der Grafiker sind, so farbenfroh darf gerne auch der Rauch sein. Mit dem Pinsel-Werkzeug, einer ausgefransten Pinselvorgabe und den Farben #33aaee (RGB 51, 170, 238), #ee8822 (RGB 238, 136, 34) sowie #cc3355 (RGB 204, 51, 85) zeichnet man ein wenig Qualm von Hand.

Auf einer weiteren Ebene könnte etwas mehr Rauch noch mit dem »Filter ↔ Weichzeichnungsfilter ↔ Bewegungsunschärfe« in die Länge gezogen werden. Um die Farben zu stärken, klickt man im Menü auf »Ebene ↔ Neue Einstellungsebene ↔ Gradationskurven« und formt aus der Linie eine S-Kurve, die für mehr Kontrast sorgt. Dazu setzt man einen Punkt in die Mitte, einen zweiten Punkt etwas weiter unten links und zieht diesen leicht zur rechten Seite hin.

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Passend zum Feuer: Bunter Rauch

Dots-Comeback
Die Techno-Dots waren eine Zeit lang recht beliebt, doch nachdem Tutorials zum Thema an jeder Ecke im Netz vorgestellt wurden, hatte man sich doch schnell daran satt gesehen. Wie in allen Branchen gibt es auch im Grafikdesign regelmäßig »Revivals« und so dürfen die Techno-Dots hier einmal mehr die Szenerie einrahmen. Ein Weg, um diese zu erzeugen, führt über den Modus »Bitmap«. Man erstellt ein neues Dokument mit weißem Hintergrund, sprüht mit dem Pinsel-Werkzeug und dunkelgrauer Farbe ein paar dicke Linien an den Rand oben links und unten rechts und wechselt über »Bild ↔ Modus ↔ Graustufen« in den »Modus ↔ Bitmap«.

Bei »Ausgabe« sollte 72 Pixel/Zoll stehen, bei der »« die Rastereinstellung. Im nächsten Fenster ändert man die Rasterweite auf 10 Linien/Zoll und die Rasterwinkelung auf 45 Grad ab. Als Form kommt »Punkt« zum Einsatz. Nach einem Wechsel über den »Modus ↔ Graustufen« in den RGB-Modus kann man die Ebene per Drag & Drop über der Ebene mit dem »kreativen Feuer« positionieren. Die Füllmethode wird auf »Multiplizieren« und die Ebenendeckkraft auf etwa 25% eingestellt. So bleiben nur noch die »Dots« stehen. Die weiße Farbe wird heraus gerechnet.

Screenshot
Mit der Rastereinstellung Punkt im Bitmap-Modus erzeugt

Tiefere Stimmung
Wer mit Licht und Schatten in Photoshop zeichnen möchte, stellt die Füllmethode einer leeren Ebene auf »Überlagern« um und sprüht mit einer weichen Pinselvorgabe und den Farben Schwarz und Weiß neue Lichteffekte, die sich über die Ebenenendeckkraft einfach regeln lassen. Um den Blick des Betrachters auf die Bildmitte zu lenken, habe ich mit weißer Farbe einen dreieckigen Lichtschein eingezeichnet, daneben das »Feuer« und auch den Rauch betont. Auf einer eigenen Ebene, deren Füllmethode ebenfalls auf »Überlagern« steht, liegt noch ein leichter Schatten, der mit schwarzer Farbe gezeichnet wurde. Die Ebenenreihenfolge habe ich dahingehend verändert, dass die Ebene mit dem Schatten unter der Ebene mit dem Feuer, die Ebene mit dem Licht jedoch darüber liegt.

Screenshot
Licht- und Schattenspiele

Plattenaufleger
Es fehlen noch die weißen Bildelemente, um der Vorlage zu entsprechen. Diese bieten einen harten Kontrast zum schwarzen Schattenriss und dienen als kleiner Blickfang. Im Beispiel wurden zwei Schallplatten mit Hilfe des Linienzeichners erstellt, die gleich auf einer eigenen Ebene liegen, falls die Voreinstellungen der Formwerkzeuge übernommen wurden. Zusätzlich verbindet ein Kabel die Plattenspieler mit dem Kopfhörer.

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Weiße Accessoires sorgen für einen Blickfang

Natürlich wird das Kopieren einer Werbekampagne eines bekannten Unternehmens nicht das Hauptziel eines Grafikers sein, doch lernt man durch die Kombination verschiedenster Techniken deren Stil kennen, der sich schon durch leichte Abwandlungen, wie etwa einer farbigen statt einer schwarzen Kontur und einer Skyline statt einer Person als Hauptelement, zu etwas völlig Neuem entwickeln kann.

Erstveröffentlichung 08.05.2007

Über Dirk Metzmacher

GravatarDirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials in den letzten 7 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, dem Franzis Verlag oder DigitalPhoto sowie Online-Magazinen wie etwa Dr.Web, photokina oder das Smashing Magazine von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Website. Weitere Beiträge für Dr. Web: 310

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