Fotografie

Photoshop: Interessantere Fotos mit Farbmanipulation und Belichtungsfehlern

22. Mai 2012
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Photoshop stellt uns alle Optionen bereit, um Fotomaterial in der Qualität zu steigern. Doch auch der entgegengesetzte Weg steht uns offen, Bilder mit exakt eingearbeiteten Bildfehlern können ebenso mit Photoshop konstruiert werden. Dazu gehören etwa Farbverschiebungen und kolorierte Aufnahmen. Die Ergebnisse haben einen ganz eigenen Charme und gehören sicherlich nicht zuletzt deswegen zu den beliebtesten Filtern, die die neuen sozialen Bildernetzwerke, wie Instagram und andere zu bieten haben.

Cross Processing-Effekt

Ein junger Klassiker ist der Cross Processing-Effekt. Dazu geht man auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven, bestätigt mit OK und wählt bei RGB den Rot-Kanal an. Ziel ist es, in den einzelnen Farbkanälen unterschiedliche Kurven zu formen. Die Kurven werden sich dabei überkreuzen, was auch den Namen des Effektes erklärt.

Im Rot-Kanal wird ein Punkt in die Mitte gesetzt und ein zweiter unten links. Auch der Grün-Kanal wird so behandelt und eine leichte S-Kurve eingestellt.

Im Blau-Kanal wird eine Kurve erzeugt, die genau entgegengesetzt verläuft (also wie ein umgedrehtes S). So entsteht ein Bild, bei dem die Schatten bläulicher und die helleren Bereiche gelblicher sind. Bei diesem Effekt ist es hilfreich, eine Einstellungsebene > Helligkeit/Kontrast einzufügen, um den Kontrast etwas heraus zu nehmen und die Helligkeit leicht zu verstärken.


portrait of dirty sexy woman / © T.Tulic / http://de.fotolia.com/id/34122276

Für eine Vignettierung wird über Ebene > Neue Füllebene ein Verlauf aktiviert. Dieser Verlauf sollte von Schwarz zu Transparent erfolgen.  Art: Radial, Skalieren: 150% sowie Umkehren sollten aktiviert sein. Die Deckkraft dieser Ebene wird auf 33% reduziert. Bei der Umsetzung haben wir nicht-destruktiv gearbeitet. Jederzeit können also Verlauf und Gradationskurven angepasst werden.

Selektive Farbkorrektur

Ein weiterer Weg zu einer Farbverschiebung führt über Neue Einstellungsebene > Selektive Farbkorrektur. Bei den Farben wählen wir Schwarz. Die Werte ändern wir auf -60, 100, 70 und 20. Wir selektieren die Grautöne und geben die Werte 0, 0, -30 und 0 ein. Bei Weiß sind es die Werte -40, -20, 80 und 20.


Urban fashion / © olly / http://de.fotolia.com/id/37353677

Das Ergebnis ist noch zu stark, weshalb wir die Deckkraft auf 60% reduzieren. Den Kontrast erhöhen wir über eine Einstellungsebene > Gradationskurven leicht. Dazu setzen wir einen Punkt in die Mitte, sowie einen zweiten Punkt links unten. Diesen bewegen wir zur  rechten Seite, um eine leichte S-Kurve zu erzeugen.

Belichtungsfehler

Neben den vorgestellten Farbverschiebungen haben auch Belichtungsfehler ihren Reiz. Eine neue Ebene wird erstellt und mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug ein Bereich am Rand selektiert. Mit roter Vordergrundfarbe, dem Verlaufswerkzeug und einem Verlauf von der Vordergrundfarbe zu Transparent, der in der Optionsleiste eingestellt wird, entsteht nun der erste Belichtungsfehler. Dazu wird der Verlauf von der rechten Seite zur Bildmitte hin aufgezogen. Ein gelber Verlauf könnte damit kombiniert werden.


Old Pinball 1 / © fotogiunta / http://de.fotolia.com/id/19320398

Die Deckkraft wird auf 70% reduziert und die Füllmethode auf Negativ multiplizieren umgestellt. Der Verlauf wird über Strg+J kopiert und mit dem Verschieben-Werkzeug in die Bildmitte bewegt. Der Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner hilft nun dabei, diese Kopie verschwimmen zu lassen. Übrigens: Bei dem Originalbild könnte zur Unterstützung die Sättigung etwas reduziert werden.

(dpe)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

3 Kommentare zu „Photoshop: Interessantere Fotos mit Farbmanipulation und Belichtungsfehlern

  1. der Martin am 26. Mai 2012 um 21:35

    Mich wundert, dass hier offenbar niemand den Mut aufbringt und zum Ausdruck bringt, wie nutzlos schlecht, dumm und überflüssig er/sie diesen Beitrag auf einer ansonsten eher anspruchsvollen Themenseite findet.

    Dann mach ich es eben: DAS WAR NIX Dirk Metzmacher. Glatte sechs. Setzen!

  2. Dirk Metzmacher am 11. Juni 2012 um 18:42

    Das kann natürlich nur zwei Gründe haben, dass das sonst keiner schreibt: Die anderen Leser trauen sich das nicht so wie Sie oder die Beiträge von mir werden zur Sicherheit gleich komplett ignoriert ;-)

    Aber ehrlich: Das Internet ist groß genug und selbst das Dr.Web-Magazin hat genug zu bieten, dass wir beide darin Platz finden und glücklich werden/bleiben können. Nichts für ungut!

  3. Torsten am 19. August 2012 um 12:59

    Ich muss allerdings dazu sagen, da ich Dr.Web schon eine lange Zeit mit verfolge, Beiträge wie der von Dirk seinen Reiz ausmachen. Gerade für Neueinsteiger (damals selbst angefangen als Student) war Dr.Web soetwas wie ein Allrounder Lexikon, daher seh ich diese kleinen Tipps weder als dumm, noch als überflüssig an.

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