Aktionen stellen die einfachste Option dar, in Photoshop Abläufe zu automatisieren. Ständig wiederholte und gleichbleibende Aufgaben können zeitsparend auf Knopfdruck erledigt werden. So kann man Menübefehle und selbst Werkzeug-Einsätze aufzeichnen. Und sollte man einmal eine Funktion benötigen, die sich nicht aufzeichnen lässt, baut man eine Unterbrechung ein, um etwa Werte im Dialogfenster eingeben zu lassen.
Aktionen einsetzen
Photoshop bringt von Haus aus schon einige Aktionen mit. Über »Fenster ↔ Aktionen« ruft man die Übersicht auf und kann aus der Liste eine Aktion aussuchen und ausführen. Oft sind Aktionen in Sets (also Sammlungen von Aktionen) organisiert, um für mehr Übersicht zu sorgen. Das kleine Dreieck auf der linken Seite öffnet ein Set und zeigt die enthaltenen Aktionen an.

Man könnte nun eine Aktion oder gleich mehrere Aktionen mit gedrückter Shift-Taste auswählen oder aber einzelne, nicht beieinander stehende Aktionen mit gedrückter Strg-Taste, so wie man es auch von der Auswahl der Ebenen her kennt. Ein Klick auf den Button »Auswahl ausführen« startet dann den Ablauf der Aktion(en).

Übrigens: Um eine Aktion von einem späteren Punkt aus ablaufen zu lassen, wählt man diesen Befehl an und startet die Aktion wie gewohnt. Um jedoch nur einen einzelnen Punkt anzuwenden, wird dieser zunächst angewählt. Dann startet man die Aktion mit einem Klick auf den Button »Auswahl ausführen«, doch dieses mal mit gedrückter Strg-Taste.
Etwas schwieriger ist es, eine einmal abgelaufene Aktion wieder rückgängig zu machen. Da hilft es oftmals auch nicht, zuvor eine Kopie der Ebene angefertigt zu haben, wenn etwa der Befehl »Auf Hintergrundebene reduzieren« in der Aktion vorkommt. Man könnte jedoch vor dem Ablauf im Protokoll-Fenster einen Schnappschuss anfertigen, zu dem man dann zurückkehren könnte.

Verwaltung
Aktionen können sehr ähnlich den Ebenen verwaltet werden. Per Drag & Drop kann man die Reihenfolge der Aktionen anpassen. Wird die Aktion auf das Icon »Neue Aktion« gezogen, wird die Aktion kopiert. Auf den Papierkorb bewegt, löscht man die Aktion dagegen. Über den kleinen schwarzen Pfeil am oberen rechten Rand der Palette können viele weitere Optionen zu den Aktionen aufgerufen werden, wie etwa »Alle Aktionen löschen« oder »Aktionen laden«.

Um Aktionen zu sichern und vielleicht anderen Photoshop-Anwendern zur Verfügung zu stellen, müssen diese als Set abgespeichert werden. Über den Button »Neues Aktionsset« ist das schnell erledigt. Eine oder mehrere Aktionen werden in das Set verschoben, wie man es auch von Ebenen in eine Gruppe her kennt. Über das Aktionen-Bedienfeld und »Aktionen speichern« kann man diese auf der Festplatte sichern, dann per E-Mail versenden oder im Netz zum Download anbieten.
Über » Aktionen laden« wird ein Set aufgerufen. »Anfügen« sorgt dafür, dass bestehende Aktionen nicht ersetzt werden. Soll die ursprüngliche Ansicht wieder hergestellt werden, klickt man auf »Aktionen zurücksetzen«.
Tipps: Um einzelne Befehle einer Aktion auszuschließen, entfernt man einfach den Haken davor. Wenn nur ein Befehl ausgeführt werden soll, die restlichen jedoch nicht, klickt man diesen mit gedrückter Alt-Taste an.

Eigene Aktionen
Um nun eine eigene Aktion zu erzeugen, reicht ein Klick auf den Button »Neue Aktion« aus. Die Aktion erhält einen Namen und man könnte sie einem bestehenden Set oder einer F-Taste zur schnellen Anwendung zuordnen. Mit dem Bestätigen springt Photoshop automatisch in den Aufnahme-Modus.

Neben den Menübefehlen, wie etwa die Filter oder die Korrekturen, können auch einige Werkzeuge aufgezeichnet werden. Dazu gehören die Auswahlwerkzeuge Lasso, Polygon, Auswahlrechteck, Zauberstab und Freistellen sowie die Werkzeuge Verschieben, Slice, Magischer Radiergummi, Verlauf, Füllen, Text, Form, Anmerkung, Pipette und Farbaufnehmer.
Bei den Paletten können die Farbfelder, die Protokolle, Farben, Kanäle, Stile, Ebenen und zusätzlich andere Aktionen angesprochen werden. Achten sollte man darauf, dass viele Filter sich bei unterschiedlichen Auflösungen anders auswirken (gutes Beispiel ist der Wolkenfilter oder “Unscharf maskieren”), manche die Vorder- und Hintergrundfarben verwenden und auch die Auswahl der richtigen Ebene relevant ist, die bearbeitet werden soll. Hat man alle Befehle aufgezeichnet, beendet man den Vorgang mit einem Klick auf den Button »Ausführen/Aufzeichnung beenden«.

Unterbrechung
Manche Funktionen innerhalb von Photoshop können nicht aufgezeichnet werden oder verlangen eine Eingabe des Anwenders. Oder aber man möchte diesem eine kurze Mitteilung zeigen, bevor die Aktion weiter abläuft. Dazu geht man zur gewünschten Position innerhalb der Aktion, klickt den Befehl an, so dass dieser Blau hinterlegt ist, und dann auf den kleinen Pfeil rechts oben in der Palette, der zum Aktionen-Bedienfeld führt.
Mit »Unterbrechung einfügen« kann jetzt eine Nachricht präsentiert werden. »Fortfahren zulassen« sollte man dabei abhaken. So könnte man dem Anwender mitteilen, dass er zum Beispiel einige Pinselstriche malen sollte, was nicht automatisiert werden kann. Diese Art der Mitteilungen kann natürlich auch gleich während der Aufzeichnung eingefügt werden.

Wenn jetzt aber der »Gaußsche Weichzeichner« nach Geschmack des Anwenders eingestellt werden soll, statt vorgegebene Werte zu verwenden, benötigt man eine andere Art der Unterbrechung. Man muss ein so genanntes modales Steuerelement einfügen.
Das hört sich sehr kompliziert an, dabei muss man nur in der Palette links neben dem Befehl in dem Bereich »Dialog aktivieren/deaktivieren« durch Anklicken ein Icon setzen. Die Aktion wird dann an dieser Stelle unterbrochen und das Dialogfenster angezeigt. Nach der Eingabe bestätigt der Anwender den Vorgang und die Aktion läuft weiter ab.

Bestimmte Menübefehle können nicht aufgezeichnet werden, wie etwa Fenster- oder Ansichtsbefehle. Da könnte »Menübefehl einfügen« helfen, das man ebenso im Aktionen-Bedienfeld findet. Mit dem geöffneten Dialogfeld »Menübefehl einfügen« wählt man einen Befehl aus dem Menü wie etwa »Fenster ↔ Histogramm« aus und bestätigt mit »OK«.

Aktionen verändern
Bestehende Aktionen können sehr leicht geändert oder erweitert werden. Um etwa einen Befehl zu verändern, wird dieser doppelt angeklickt, im Dialog die Werte angepasst und der Vorgang mit »OK« bestätigt. Soll die Aktion erweitert werden, wählt man die Stelle in der Aktion an, so dass der Befehl blau hinterlegt ist, und klickt auf »Aufzeichnung beginnen«. Der neue Befehl wird eingefügt und der Vorgang mit »Ausführen/Aufzeichnung beenden« abgeschlossen.

Man kann auch eine Aktion komplett überarbeiten. Dazu wählt man aus dem Aktionen-Bedienfeld den Punkt »Erneut aufzeichnen« aus und kann im Anschluß Schritt für Schritt alle Werte neu definieren. Viele Optionen stehen dem Photoshop-Anwender offen, um Vorgänge in Photoshop zu automatisieren. Weiter gehen nur noch die Skripts. ™
Dirk Metzmacher
Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials in den letzten 7 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, dem Franzis Verlag oder DigitalPhoto sowie Online-Magazinen wie etwa Dr.Web, photokina oder das Smashing Magazine von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine




Hey, schönes Tutorial für alle die vielleicht vorher noch nicht viel mit Actionen gearbeitet haben.
Haben hier einige Lehrlinge denen ich das gleich mal zuschicken werde. Danke!
Viele Grüße aus Leipzig, André
[...] Photoshop ferngesteuert – Aktionen erklärt [...]
schön hier immer wieder tips und tricks lesen zu dürfen die mit photoshop zu tun haben …
aber wie sieht es denn mit anderen grafikprogrammen aus, wie gimp zum beispiel?
sicher … jeder profi nutzt photoshop … aber nicht jeder hat genügend geld um es sich legal zu besorgen … deswegen wären tips und tricks für die alternative durchaus auch ne feine sache.
Leider etwas irreführende Überschrift, denn „ferngesteuert“ sieht bei Photoshop anders aus!