Bildbearbeitung

Photoshop: Analyse und Nachbau einer Bildkomposition

7. Juli 2009
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Die Analyse von Bildmaterial hilft dabei, Stile in der Gestaltung besser zu verstehen und seine eigenen Fähigkeiten zu erweitern. Die einzelnen Schichten einer Komposition werden hierbei Schritt für Schritt nachgebildet. Dabei geht es nicht um eine Kopie, sondern um die Untersuchung und Auswertung anderer Werke. Wir versuchen eine Komposition des Cirque du Soleil nachzubilden.

Der Cirque du Soleil ist ein modernes Zirkusunternehmen, das auf eine Mischung aus Artistik, Live-Musik und Theaterkunst setzt. Hier geht es, wie schon angesprochen, nicht um eine Kopie der Collage, die später in einem Projekt eingesetzt wird, sondern um das Verständnis der Arbeit anderer Künstler.

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Hintergrund

Im Hintergrund ist ein Radialverlauf mit den Farben #997744 (RGB 153, 119, 68) zu schwarz zu sehen. Hinter dem Kopf kann man einige Highlights in der Farbe #eebb55 (RGB 238, 187, 85) mit dem Pinsel-Werkzeug und einer weichen Werkzeugspitze setzen. Im Hintergrund sind auch einige Linien und Punkte gesetzt worden. Die muss man nicht 1 zu 1 im gleichen Stil nachbilden, sondern kann auf fertige Pinselvorgaben setzen oder die Pfadwerkzeuge verwenden. Passende Werkzeugspitzen findet man etwa auf Brusheezy.

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Die Künstlerin

Hauptelement der Komposition ist eine Künstlerin des Zirkus. Hier wurde als Ersatz ein Bild von Stockxpert verwendet, einem kostenpflichtigen, jedoch günstigen Bildarchiv. Die Dame wird freigestellt und positioniert. Freistellen könnte man etwa über eine Ebenenmaske. Dazu klickt man im Menü auf »Ebene ↔ Ebenenmaske ↔ Alles einblenden« oder klickt in der Ebenenpalette auf den Button »Ebenenmaske hinzufügen«. Falls es nötig ist, wird die Hintergrundebene zuvor durch einen Doppelklick auf den Ebenennamen in eine normale Ebene umgewandelt.

Neben der Ebenen- wurde eine Maskenminiatur angefügt. Darin kann mit Schwarz und Weiß gemalt werden, wobei Schwarz unsichtbar und Weiß sichtbar bedeutet. Grauabstufungen stehen also für Abstufungen in der Sichtbarkeit. Man könnte nun die Dame grob mit dem Buntstift, einer größeren Pinselvorgabe und schwarzer Vordergrundfarbe freistellen. Für die Feinheiten tastet man sich mit dem Pinsel-Werkzeug und einer kleinen Werkzeugspitze heran oder aber man wählt mit dem Polygon-Lasso Abschnitt für Abschnitt eine Auswahl aus, um bei schwarzer Hintergrundfarbe durch Drücken der Entfernen-Taste die Auswahl zu füllen, wodurch die Pixel auf transparent gesetzt werden.

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Störungen und Farbe

In dem Beispiel ist die Haut außer im Gesicht sehr grobkörnig. Für diese Oberfläche wird eine neue Ebene erstellt und über »Bearbeiten ↔ Fläche füllen« mit Weiß gefüllt. Der »Filter ↔ Rauschfilter ↔ Rauschen hinzufügen« mit einer Stärke von etwa 70%, Gleichmäßig und Monochromatisch sowie das Umstellen der Füllmethode auf Ineinanderkopieren und die Reduzierung der Deckkraft können diesen Effekt simulieren.

Zusätzlich wird die Haut und das Kleid koloriert. Das geschieht auf einer eigenen Ebene, deren Füllmethode auf »Farbton« oder »Farbe«, steht. Hier wurden die Farben #223344 (RGB 34, 51, 68), #44aabb (RGB 68, 170, 187) und #007733 (RGB 0, 119, 51) eingesetzt. Die Ebene mit dem Störungen sowie die Ebene mit den Farben werden über »Ebene ↔ Schnittmaske« an die Form der freigestellten Person angepasst.

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Ornamente

Hinter dem Kopf sind ornamentale Elemente positioniert. Das Projekt Brusheezy bietet unter »Brushes« und »Filter ↔ By Category ↔ Ornaments« einige dieser Formen an, die auf einer eigenen Ebene in schwarzer Farbe gesetzt werden. Wichtig ist hierbei das Zusammenspiel mit der Kopfpartie, da die Ornamente wie Haare aus dem Hintergrund zu wachsen scheinen.

Neben den Ornamenten sind auch Silhouetten zu sehen. Diese kann man sehr leicht selbst erstellen, indem entsprechende Bilder freigestellt, die Ebeneninhalte mit gedrückter Strg-Taste auf die Ebenenminiatur ausgewählt und mit schwarzer Farbe gefüllt werden. Das kann für ein halbes Dutzend Schattenrisse schon etwas Arbeit machen, weshalb man auch auf fertige Silhouetten zurückgreifen könnte.

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Körper als Ornament

Die Körperform wandelt sich in Ornamente. Zunächst müssen dazu alle Ebenen der Frau mit den Farben und dem Rauschen auf eine Ebene reduziert werden. Mit gedrückter Strg-Taste klickt man dazu die einzelnen Ebenen an und reduziert diese über »Ebene ↔ Auf eine Ebene reduzieren«. Nun kann der untere Teil ausgeschnitten und auf eine eigene Ebene gelegt werden. Umschalt+Strg+J kann dabei helfen.

Auf einer weiteren Ebene werden einige große Ornamente gesetzt. Liegt die Ebene mit der unteren Hälfte der Frau darüber, kann diese mit einer Schnittmaske an die Form angepasst werden. Etwas mehr Kontrast könnte die Komposition noch abrunden.

Natürlich ist dieses Bild nicht annähernd so perfekt wie das Original. Bedenkt man jedoch, dass etwa das Portrait beim Original extra für diesen Effekt aufgenommen wurde und auch die Silhouetten und Ornamente von Hand entstanden sind, statt auf fertiges Material zurück zu greifen, so kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein. Und das Ziel, das Werk besser zu verstehen, wurde erreicht. ™

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Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials in den letzten 7 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, dem Franzis Verlag oder DigitalPhoto sowie Online-Magazinen wie etwa Dr.Web, photokina oder das Smashing Magazine von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine

12 Kommentare zu „Photoshop: Analyse und Nachbau einer Bildkomposition

  1. Mudder am 7. Juli 2009 um 10:02

    Sehr gut beschrieben.. wie man so ein Bild nachbaut :)
    Vom Titel und der Einleitung ist es jedoch unpassend, da ich z.B. davon ausgegangen bin das nun das Bild “analysiert” und der Aufbau dokumentiert wird und nicht das man dies nun mit eigenem Inhalt nach baut.

  2. moonrise am 7. Juli 2009 um 10:14

    Da fehlt doch tatsächlich die angepriesene Analyse.

  3. Gast2 am 7. Juli 2009 um 11:54

    Sry, aber was ist DAS denn ??? Ein lieblos und schnell dahingeschriebener Kurzartikel ohne jegliche Analyse ? Da kann’s Herr Metzmacher aber besser !

  4. Mediengestalter am 7. Juli 2009 um 13:47

    @ Gast2: FULL ACK!

  5. hoehfo am 7. Juli 2009 um 14:21

    Bei dem Titel habe ich auch nen anderen Artikel erwartet… muss den beiden vorhergehenden Kommentaren zustimmen!

  6. Manuel am 7. Juli 2009 um 16:24

    Damit bin ich der 6. im Bunde der etwas enttäuscht ist.
    Der Gedanke ein solches Werk Schritt für Schritt zu rekonstruieren ist gut und bringt ein “wenig” mehr Licht in die Sache.
    Aber für solche komplexen Arbeiten waren die Schritte für Anfänger / Nichtkenner zu sprunghaft und oberflächlich, und wo eine Analyse statt fand ist für mich leider auch nicht erkennbar.
    Schade, da hätte man sich mehr erhoffen können.

  7. Helen am 7. Juli 2009 um 16:46

    Bleibt ruhig, Nachbauen schließt die Analyse ja mit ein. Interessant am Original sind allerdings nicht die Swirls und Lichtstreifen. Die haben keine Zukunft außer als Tätowierung auf Bodybuildern. Sie machen auch das Original ziemlich peinlich, obwohl das Porträt selbst schön eingefärbt ist und die Swirls und Streifen hier sogar eine Bedeutung hätten und nicht bloßes Mitläufertum wären. Allerdings ist auch das Einfärben der Artistin keine große Sache. Der Nachbau hält sich zu sehr an das Original. Das Kleid wäre besser rot geblieben. Im Endstadium wirft das Miteinander von Gelb und Blau Fragen auf. Im Original hat der gelbe Hintergrund eine Entsprechung in der Kappe und der Halskrause der Figur, im Nachbau nicht. Ebenso fragt man sich, was aus dem unteren Saum des Kleids geworden ist. Ist das in einen Aktenvernichter geraten?

  8. Dirk Metzmacher am 7. Juli 2009 um 18:04

    Danke für die Kritik. Es ist nicht immer leicht, die Wünsche der Leser zu erkennen. Auch nicht, ob ein Artikel vielleicht zu sehr den Einsteiger anspricht oder doch schon zu “schwierig” ist.

    Deshalb ist es für mich umso wichtiger, eure Kommentare hier zu lesen, die sehr konstruktiv und sachlich sind, wofür ich mich bedanken möchte.

    Ich hatte mit diesem Artikel einen Versuch gestartet zu beschreiben, wie man Bildmaterial anderer Künstler nachgestalten kann. Der Begriff “Analyse” ist da vielleicht etwas untreffend.

    Ich könnte mir vorstellen, dass solch eine Bildanalyse in Zukunft in Zusammenarbeit mit dem Künstler in Form von einem Interview + Tipps und Tricks stattfinden könnte, um dem Wort besser gerecht zu werden und um den Künstler vorzustellen.

  9. Photoshop Weblog am 7. Juli 2009 um 18:20

    [...] neues Photoshop-Tutorial bei DrWeb.de Analyse und Nachbau einer Bildkomposition hat eine kleine Diskussion ausgelöst, ob das überhaupt eine Analyse ist oder doch nur [...]

  10. Sandra am 7. Juli 2009 um 21:19

    Ich meinerseits habe dafür genau das bekommen, was ich erwartet hab.
    Meiner Meinung nach wurde ziemlich genau analysiert, woraus das Bild besteht und mit dem Nachbau mehr als gut dargestellt.
    Die einzelnen Schritte sind für Anfänger bestimmt zu grob gehalten (genaue Anleitung welches Tool wo zu finden ist), andererseits kann man als Anfänger solch ein komplexes Bild auch selten bewältigen.

    Kurzum: ich analysiere nicht anders. Und für komplexe Bilder ist auch ein komplexeres Wissen nötig (wie bei vielem anderem auch, was sich aber mit etwas Zeit und Fleiss leicht erlernen lässt)(man muss auch nicht gleich mit dem Schwierigsten beginnen).

    Liebe Grüsse
    Sandra

  11. Neue Links / Neustart-Magazin am 9. Juli 2009 um 00:24

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