Opera 12 ist da. Der stets unterschätzte Browser, der zu seiner verdienten Verbreitung ständig deutlichen Abstand hält, kann seit gestern von der Unternehmenswebsite heruntergeladen werden. Neben vielen Verbesserungen, die vor allem den Endnutzer betreffen, wie einer gesteigerten Performance, einem einfacheren Theming und der Unterstützung des Do-Not-Track-Headers zur Verbesserung der Anonymität im Web, bietet Opera 12 auch dem Webentwickler verbesserte Features. So geht der Browser konsequent weiter auf dem Weg des kommenden HTML5-Standards.
Opera 12: Mehr HTML5, weniger eigene Services
Die aufregendste Neuerung in Opera 12 dürfte die Unterstützung von WebRTC sein. Dieser noch in Entwicklung der W3C Web Real-Time-Communications Arbeitsgruppe befindliche Standard soll in der Zukunft Echtzeit-Kommunikationsanwendungen in Web Apps, also ohne zusätzliche Technologien neben dem Browser, ermöglichen. Opera 12 erlaubt bereits jetzt den Zugriff auf die Webcam des Users. Die Unterstützung funktioniert im Standard, also ohne Vendor-Prefixing. So können mit Opera 12 bereits zum jetzigen Zeitpunkt über die getUserMedia API Fotos über die Webcam aufgenommen und weiterverarbeitet werden. Um zu verhindern, dass die Funktionalität missbräuchlich verwendet wird, lässt Opera dem Benutzer per auffälliger Meldung die Wahl, die Schnittstellen zu aktivieren, wenn es erkennt, dass eine Web App den Zugriff etwa auf die Webcam zu erlangen versucht.
In Arbeit befindet sich die Umsetzung der Hardwarebeschleunigung für den gesamten Browser. Opera will nicht bloß das Rendering mit Hardwareunterstützung beschleunigen, sondern das gesamte Benutzerinterface soll davon profitieren. In diesem Zusammenhang bewegt sich die Version 12 in den Bereich der WebGL-Unterstützung vor. Für 3D Rendering innerhalb des Canvas-Element wird zwingend auf Hardwarebeschleunigung gesetzt. Sowohl Hardwarebeschleunigung, wie auch WebGL-Unterstützung sind standardmäßig ausgeschaltet und müssen in den Einstellungen manuell aktiviert werden. Wer der Auffassung ist, bei seinem Opera sei es wegen einer Updateinstallation möglicherweise anders, gibt in der Adresszeile ein opera:gpu ein und erhält eine verbindliche Aussage.
Ansonsten führt Opera 12 nun auch CSS3 Animationen und Übergänge korrekt aus. Hinzu gekommen ist weiterhin die Unterstützung von CSS3 Generated Content for Paged Media. Dieses CSS3-Modul beschreibt die Umsetzung von Styles, die man hauptsächlich aus der Präsentation von Druckmedien kennt. Es handelt sich etwa um Fußnoten, Endnoten, Silbentrennung oder Kreuzreferenzierungen. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit des standardbasierten Drag and Drop. Eine vollständige Übersicht aktuell unterstützter Standards führt der Browserhersteller an dieser Stelle.
Der HTML5Test bescheinigt dem Opera 12 entsprechend einen deutlich höheren Score als seinem Vorgänger. 385 Punkte kann er nun statt der vormaligen 338 auf sich verbuchen. Damit liegt er nur noch 17 Punkte hiinter der aktuellen Chrome-Version. Schaut man sich die Zusammensetzung des Score im Einzelnen an, so stellt man fest, dass es die HTML5-Formularunterstützung ist, in deren Umsetzung sich Opera deutlich vom Chrome abhebt. Die ist allerdings von Version 11 zu Version 12 nur marginal verbessert worden, wenn man einmal von der bislang nicht vorhandenen Möglichkeit der Formularvalidierung absieht.
Auf der Negativseite bleibt zu vermerken, dass weiterhin keine WebSocket-Unterstützung gegeben ist. Auch IndexedDB, sowie der Zugriff auf das Dateisystem und die Isolation von iFrames in einer Sandbox stehen nicht auf der Funktionsliste des neuen Opera. Mit der Version 12 trennt sich Opera von seinem, im Alltag weitgehend unbedeutend gebliebenen Dienst Unite. Ebenso verschwinden die Opera Widgets, deren Nutzen zumindest mir stets verborgen geblieben war. Ebenfalls im Orkus landet die Sprachsteuerung.
Es bleibt spannend im Rennen der Browser, die sich standardtauglich zeigen wollen.
Dieter Petereit
ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.
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Ich habe früher Opera genutzt und bin mittlerweile aufgrund zahlreiche Darstellungsfehler auf Websites auf Chrome umgestiegen.
Die neue Version 12 werde ich mir trotzdem ansehen, vielleicht hat sich seit damals (Version 10 oder frühe 11) einiges getan und Opera stellt Websites nun wie FireFox und Chrome dar.
Hier geht es darum, dass Opera bei HTML viel strenger ist und deshalb unvalide Seiten auch nicht so anzeigen kann wie Browser, die fast alles durchgehen lassen. Hierbei liegt nur der Fehler beim Webdesigner selber. Da kann man die Schuld dem Opera nicht geben
grüße
und wann stellt ihr das mal ein das opera formular-daten mal speichert ?
bei einigen online-browser spielen wird handel betrieben
da muß man häufig die gleichen daten eingeben