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OpenCritics: Tausend Bewertungen für jede Website

29. September 2009
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User generated Content kann für Seiten- und Shopbetreiber im wahren Sinne des Wortes Gold wert sein. Sie erhalten automatisch mehr Inhalte und beleben die Websites. Handelt es sich dabei um Kritiken (Kundenmeinungen, Bewertungen etc.), können sie zudem vertrauensbildend wirken. Das ist für jene Betreiber, die mit ihrer Website oder ihrem Shop Geld verdienen möchten, besonders wichtig. OpenCritics ist ein Portal, das Partnersites Bewertungen in Massen anbietet.

Was ist OpenCritics genau?

OpenCritics ist ein Internet-Startup aus Hamburg. Das Projekt sammelt Kundenmeinungen und Bewertungen und stellt sie in einem Netzwerk zur Verfügung. Dieses Netzwerk besteht aus verschiedenen Partnerseiten und jede Rezension, Kritik und so weiter, die auf einer Seite geschrieben wurde, gehört automatisch auch allen anderen Partnern. Ein Shop- oder Seitenbetreiber hat also die Möglichkeit mit einem Schlag Tausende Kundenmeinungen auf seiner Seite einzubinden.

Die Neuheit daran ist, dass OpenCritics diese Inhalte nicht sammelt und zur Verfügung stellt, indem das Portal extra angesteuert werden muss. Das Hamburger Projekt verspricht eine 100-prozentige Einbindung der Kundenmeinungen in die Partnerwebsite.

Technische Umsetzung

Die Einbindung funktioniert mittels eines Javascript Widgets. Dies lässt sich an jede Website anpassen und ist frei zu gestalten; in Farbe, Größe, Rahmen, Sprache und was sonst noch anfällt. Der für die neue Partnerwebsite erstellte Code muss lediglich mittels Copy & Paste übernommen werden. Wird beim Einbinden oder in der Gestaltung Hilfe benötigt, so bietet OpenCritics Support an, der die Prozedur auch komplett übernimmt.

Was ist wirklich anders?

Selbstverständlich ist die Idee Kundenmeinungen zu sammeln nicht neu. Jedoch eröffnet OpenCritics tatsächlich eine neue Methode für Seitenbetreiber. Will man nämlich in seinem Shop die Sammlung selbst erstellen, so dauert es lange, bis eine ansehnliche und repräsentative Anzahl an Meinungen zu Produkten und Inhalten vorhanden ist. Zudem will man auch permanent Neues auf seiner Website präsentieren. Damit ausreichend Bewertungen vorhanden sind und stets neue erstellt werden, benötigt man aber eine sehr große Besucherzahl. Für Shops wie Amazon ist das kein Problem. Baut man einen neuen Shop oder eine Seite auf, tauchen hingegen lange Zeit nur hin und wieder einmal ein kleiner Kommentar oder eine kleine Kaufempfehlung auf.

Es gibt jedoch auch schon eine Reihe an Bewertungssystemen, die von verschiedenen Seiten Rezensionen bündeln. Ciao, Testeo oder Trustyou bieten die Möglichkeit eine Grafik bei einem Produkt anzuzeigen, welche die aktuelle Bewertung darstellt. Bei einem Klick darauf, wird der User dann aber auf das Bewertungsportal umgeleitet.

Bewertungssysteme, die hingegen auf der eigenen Seite einzubinden sind, funktionieren oft nur wie eine „Einbahnstraße“. So bietet beispielsweise Powerreviews eine entsprechende Bewertungstechnik an, sammelt sämtliche Bewertungen auf dem eigenen Portal, stellt sie aber nicht allen Partnerseiten zur Verfügung. Die Texte der User stehen nur jener Seite zur Verfügung, auf der sie auch verfasst wurden und Powerreviews.

Eine solche „Einbahnstraße“ soll es bei OpenCritics nicht geben. Hinter dem Projekt steht die Idee, frei lizenzierte Nutzermeinungen automatisch allen Partnerseiten direkt zur Verfügung zu stellen.

Kosten und Vertragsbedingungen

Das Preismodell bei OpenCritics ist etwas ungewöhnlich: Die Kosten für Partnerseiten richten sich nach deren Größe. Dadurch wollen die Hamburger wahrscheinlich nicht nur größere Partner mit gut gefüllten Börsen ansprechen, sondern frei nach dem Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“ zusätzlich viele neue und kleinere (Hobby)Sites und Shops erreichen. Der Service ist für Shops unter einem monatlichen Umsatz von 2.000 Euro kostenlos. Erst größere Shops werden bei dem Hamburger Startup zur Kasse gebeten. Der Preis ist dann schlussendlich Verhandlungssache.

Im Preis enthalten sind die Bewertungstechnik und alle bereits im System vorhandenen Bewertungen, Weiterentwicklungen, Backups (aller Bewertungen im System, nicht nur jene, die über die eigene Seite abgegeben wurden) und Supportleistungen. Die Kündigung und ein Export der Daten sind jederzeit möglich, man ist durch keine gewisse Vertragslaufzeit an OpenCritics gebunden.

Nutzen, Schwächen und Ausblick

Kundenmeinungen oder Bewertungen können vor allem für Shops, aber auch für andere Websites als vertrauensbildende Maßnahme wichtig sein. Sie können nachhaltige und positive Auswirkungen auf Conversion-Rate und Retourenquote haben.

Für neue und kleinere Shops bietet das OpenCritics-Projekt mit Sicherheit die Möglichkeit, schnell eine große Menge an Bewertungen zu erhalten. Das wäre für viele Betreiber wahrscheinlich alleine nicht möglich. Ob dadurch tatsächlich viel mehr verkauft wird, ist eine andere Frage und hängt auch noch sehr stark von weiteren Faktoren ab. Auf jeden Fall sind Bewertungen ein netter Nutzerservice und für kleine Shops bei OpenCritics kostenlos.

Eine der Baustellen bei OpenCritics ist mit Sicherheit der aktuelle Bestand an Inhalten im System. Die Hamburger stehen hier noch am Anfang und haben damit begonnen sich auf Filmrezensionen und Bewertungen von Büchern zu spezialisieren. In diesem Bereich liegt der Datenbestand laut eigenen Angaben im hohen vierstelligen Bereich. Bis zum Ende des Jahres wollen sie ihr Angebot jedoch deutlich ausbauen. Bei Film und Buch sollen Tausende Bewertungen hinzukommen und neue Bereiche sollen folgen. Zunächst ist OpenCritics auf der Suche nach Partnern im Games-Bereich. Laut eigenen Angaben soll jedoch schon nächstes Jahr eine viel breitere Palette – vom Küchengerät bis hin zum Rasenmäher – abgedeckt werden könne.

Auch wenn bei OpenCritics derzeit noch nicht allzu viele Bewertungen abgelegt sind, klingt das Projekt nach einer Idee mit viel Potenzial. Viele Shop- und Seitenbetreiber müssten sich keine Sorgen mehr machen, ob ihre Community groß genug ist, eine ansehnliche Anzahl an Rezensionen und Bewertungen zustande zu bringen. Zudem könnten sich jene Personen, die solche Bewertungen schreiben, auch sicher sein, dass mehr Menschen – nämlich die Nutzer aller Partnersites – ihren Text lesen können. Und da man davon ausgehen muss, dass ein möglichst großes Publikum das Ziel der Autoren ist, könnte sich ein solches System sogar noch zum „Bewertungs-Magneten“ entwickeln.

Manuel Diwosch

studierte Politikwissenschaften in Wien und ist seit 2000 als Journalist tätig. Besonderes Interesse an der Nutzung des Internets hegt er in Bezug auf Wirtschaft und Politk: E-Commerce, E-Business und E-Governement sind seine Stichworte. Derzeit lebt der Wiener in Innsbruck und arbeitet als Redakteur und freier Journalst.

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