Fansites, Blogs und Shops, die zwar ein Nischenthema besetzen, dort aber qualitativ hochwertige Inhalte anbieten, finden kaum passende Vermarkter. Für die großen Werbeverkäufer sind sie einfach zu klein. Vertikale Vermarktung, ein neuer US-TRend, erscheint da als Silberstreif am Horizont. Mit Glam ist der erste große vertikale Vermarkter auch in Deutschland gestartet. Die Themen: Frauen, Lifestyle, Beauty und Wellness.
Dr. Web: Herr Hirt, geben Sie es zu, sie kommen nur deshalb mit Glam nach Deutschland, weil sie gebürtiger Schwabe sind.
Ralph Hirt: Nein, keineswegs. In Deutschland wird offensichtlich zu wenig für Frauen getan. Noch bevor wir deutsche Inhalte in unserem Netzwerk hatten, belegten aktuelle Zahlen, dass bereits 1,2 Millionen Besucher pro Monat aus Deutschland zu uns kommen. Und außerdem ist Deutschland voll von tollen Marken, die über unser Netzwerk auch international werben wollen.
Dr. Web: Wer ist Bestandteil dieses Netzwerks?
Hirt: WebSites, die sich auf qualitativ hochwertigem Niveau mit Inhalten für Frauen beschäftigen. Das können redaktionelle Websites sein, Blogs, Fan-Sites oder Onlineshops. Deren Inhalte ergänzen wird mit Hilfe einer eigenen Redaktion und mit strategischen Partnern wie Burda. Dabei läuft ein Teil über unsere eigenen Portale, spannend ist aber auch, Kooperationen zwischen den Partnern zu stiften, in dem zum Beispiel ein Partner unsere Nachrichten-Widgets einsetzt und somit auch von den Inhalten profitiert, die die anderen erzeugen. Wir verstehen uns als eine Art Drehkreuz zwischen den Nutzerinnen, den Inhalten und den Content-Produzenten.
Dr. Web: Warum sollten die zu Ihnen kommen und nicht zu einem der bereits in Deutschland aktiven Vermarkter?
Hirt: Weil sie von den großen Vermarktern gar nicht genommen werden oder weil wir sie besser vermarkten. Unser Konzept der Kombination aus redaktioneller Leistung, Syndication und Werbenetzwerk ist einzigartig. Und uns interessieren vor allem die vielen ambitionierten Nischenanbieter, die tolle Inhalte liefern, dafür aber nur ein paar Cent von Google AdSense bekommen.
Gerade jetzt sieht man doch deutlich, dass sich die Nutzungsgewohnheiten der User ändern. Sie informieren sich über mehrere Sites und nehmen dort jeweils kleine Informations-Häppchen auf, gerade im schnellen Fashion- und Style-Bereich. Wenn Sie als Werber ihre Zielgruppe kontinuierlich erreichen wollen, bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als Content-Aggregatoren wie Glam zu nutzen.
Ich glaube, dass gerade die stärker werdende Fragmentierung schuld daran ist, dass die großen Marken immer noch nicht nennenswert in Online-Werbung investieren. Entweder sind die Streuverluste auf den großen Portalen viel zu groß oder der Aufwand, die guten Sites herauszusuchen und zu buchen ist zu teuer. Da setzen wir an.
Die vertikale Lösung von Glam garantiert sehr hohes Themen-Engagement seitens der Nutzer
Dr. Web: Wenn es so einfach wäre, hätten längst andere zugeschlagen. Es gibt doch nur zwei Möglichkeiten: Sie bezahlen den Publishern weniger oder sie nehmen von den Werbern mehr.
Hirt: Es gibt noch eine dritte. Sie erzeugen mehr Werbung. Mit Marken, die diese hochqualifizierten und gleichzeitig auch großen Zielgruppen sonst nirgends finden, erarbeiten wir stimmige Werbepakete. Die sind in der Tat wertvoller als durchgereichte Bannerplätze.
Dr. Web: Also doch die Platzierungspreise. Techcrunch berichtet, sie hätten die Preise für eigene Werbemittel, die House Ads, gesenkt.
Hirt: Über Preise sprechen wir nicht. Aber Fakt ist doch: Für den Publisher zählt der Umsatz und der entsteht durch „Schaltungspreise mal Traffic“. Durch die Integration in unser Netzwerk profitiert auch die Besuchsfrequenz der Partnerseiten. Meines Wissens hat uns in den letzten zwei Jahren kaum ein Partner verlassen.
Dr. Web: Wie viele Partner sind es?
Hirt: Zum Deutschlandstart im Juli hatten wir rund 550 Partner. In nur zwei Jahren haben wir es geschafft von 0 auf 72 Millionen Nutzer pro Monat zu kommen. Das zeigt doch das Interesse an diesem Ansatz. Wir sind inzwischen einer der führenden Websites weltweit mit mehr Traffic als Facebook.
Dr. Web: Apropos Facebook – die Frauen-Communities müssten doch ganz oben auf Ihrer Liste stehen?
Hirt: Nicht unbedingt. Da müssen wir genau hinschauen. Dort wo sie Communities auf Websites um Themen herum bilden, ist das natürlich spannend. Wenn Sie von den sozialen Netzwerken sprechen, dann ist das für uns derzeit nicht von vordergründigem Interesse. Unser Fokus liegt ganz klar auf hochwertigem Content. ™
Dr. Web: Herr Hirt, vielen Dank für dieses Gespräch
Frank Puscher
Autor der Fachbücher "Leitfaden Web-Usability", "Flash MX-Das Kochbuch" und "Die Tricks der Internet Künstler". Frank Puscher ist nicht nur ein angesehener Autor, der für zahlreiche Fachzeitschriften tätig ist, er ist auch als Schulungsleiter und Berater erfolgreich.



Der Artikel bietet keine aussagekräftigen Fakten, nur viel Luftblasen-Werbung für Herrn Hirt. Sollte Dr.Web hierfür Geld bekommen haben, kann ich das nachvollziehen. Ansonsten ist es nicht das, was ich als Plus-Abonnent im Bereich hochwertiger Artikel erwarten würde.
Ralph Hirt blubbert Marketing-Gedöns ohne Inhalt. Die wenigen Infos halten auch nicht Stand: Im Interview redet Hirt von 550 Partnern. Bei W&V (http://www.wuv.de/news/digbusiness/meldungen/2008/09/107662/index.php) hieß es vor einem Monat, es wären 40 Partner. Etwas krass der Unterschied.
Hi 52eins,
ich bin nicht ganz Ihrer Meinung, schließlich habe ich das Interview geführt. Wer sich mit dem Thema Affiliate-Marketing beschäftigt, kennt die Probleme mit unbezahlter Branding-Werbung, Restplatzvermarktung und nicht zahlenden Affiliatenetzwerken. Da ist eine vertikale Integration über ein Thema doch schon ein anderer Ansatz. Hier können auch kleinere Sitebetreiber, Blogschreiber und Co. über ihren hochqualitativen Zielgruppen-Content nennenswerte Reichweite erzielen und diese vermarkten.
Sie haben natürlich völlig recht, wenn man eine Firma porträtiert zum Deutschlandstart, dann ist das auch eine Werbung für diese Firma. Man kann deren Treiben noch nicht bewerten. Allerdings ist es dennoch berichtenswert, zumal es sich bei Glam um eine der erfolgreichsten Websites der Welt handelt. Völlig inakzeptabel wäre es natürlich, wenn Dr. Web für so ein Interview Geld bekäme, denn dann würden wir über Sachen schreiben, die wir nicht wichtig fänden.
Das mit den Partnern ist natürlich eine Sache der Zählweise. Mit Burda als Partner hat Glam Zugriff auf Contents von einem ganzen Netzwerk.
Apropos: Haben Sie tatsächlich zweimal dieses Marketing-Gedöns gelesen, einmal bei WUV und einmal bei Dr. Web?
Ich hoffe Sie finden ansonsten viele interessante Inhalte hier. Wenn Sie eine Idee für einen spannenden Artikel haben, immer her damit.
Gruß
- Frank Puscher -