von Jacqueline Pohl
Immer mehr Desktop-Aufgaben verlagern sich ins Web. Die Online-Bildbearbeitung ist dabei eine der spannendsten Entwicklungen im Web 2.0. In Konkurrenz zu Photoshop Elements oder Paintshop Pro für Nutzer, die hauptsächlich Digitalfotos retuschieren, beschneiden und umwandeln, machen die Online-Bildbearbeiter eine gute Figur.
Kalender, Adressbücher, Textverarbeitung wie von Word oder Open Office gewohnt – alle denkbaren Büroanwendungen stehen heute auch als Dienste im Web auf Abruf bereit. Der Benutzer bearbeitet seine Dokumente am Bildschirm, als hätte er sie auf dem PC gespeichert. Die Daten können gedruckt, verschickt und natürlich auch lokal abgespeichert werden. Die Online-Tools sind überall verfügbar und mit schicken Ajax- oder Flash-Oberflächen so komfortabel zu bedienen, wie die gewohnte Software. Das kürzlich in Version 1.0 veröffentlichte EyeOS bringt sogar den ganzen Desktop mit Anwendungen wie Textverarbeitung, Calculator, Kontaktverwaltung und Dateimanager ins Web. Ein Blick auf die Online-Alternativen in der Bildbearbeitung soll zeigen, ob die Dienste mehr sind als nur Spielerei.

EyeOS verlegt den Desktop ins Web
Einsatzzweck
Ob mobil für ein paar Schnappschüsse zwischendurch, die ins Fotoblog geladen werden sollen oder ganz regulär für die Bildbearbeitung auf dem Zweitrechner ohne Photoshop-Lizenz – die Online-Bildbearbeiter machen ihre Sache gut – innerhalb der Grenzen, die ihr reduzierter Funktionsumfang setzt. Warum aber nicht gleich ein kostenloses Gimp installieren? Wer weiß, dass er unterwegs eine Bildbearbeitung brauchen wird, soll das getrost tun. Schneller und flexibler geht es aber mit den Online-Tools. Sie sind unabhängig vom Rechner einsatzbereit und für viele schnelle Korrekturen wesentlich benutzerfreundlicher. Die Online-Grafiker benötigen teilweise nur ein Flash-Plugin oder aktiviertes Javascript im Browser.
Die besten Webgrafiker
Fauxto (sprich: Foto) kann die Formate JPEG, TIF, PNG, BMP und GIF verarbeiten. Ebenen werden in der Layer-Palette angelegt, verschoben, sichtbar oder unsichtbar gemacht, die Deckkraft über einen Schieberegler verstellt – alles wie aus Photoshop gewohnt. An Filtern herrscht kein Mangel. Schärfen und Verwischen, Farbkorrektur, Invertieren, Schwarzweiß werden auf Mausklick angewendet und können teilweise noch über Regler fein eingestellt werden. Die Zoom-Funktion hilft bei der Kontrolle des Ergebnisses. In der Werkzeugleiste greift der Benutzer auf Auswahlwerkzeuge, Pinselspitzen, Pipette und Radiergummi zu. In einem Kontextfenster am unteren Rand werden die passenden Optionen wie Pinselstärke eingeblendet. Geht mal etwas schief, hilft das mehrfache Undo aus der Klemme. Die Bildgröße kann verändert, das Bild gedreht und anschließend wieder auf dem PC gespeichert oder direkt im Web veröffentlicht werden.

Kommt Grafik-Software am nächsten: Fauxto setzt auf Paletten und Werkzeugleisten
Ähnlich mächtig ist Picnik. Anstelle einer Werkzeugleiste und der typischen Paletten setzt das Tool auf besonders einfache Bedienung mit Buttons und Reglern. Mit dem Mausrad zoomen Sie ins Bild. Die Darstellung passt sich auch fließend beim Skalieren des Browser-Fensters an. Beim Ausschneiden hilft zum Beispiel eine Vorauswahl, die über das Greifen und Verschieben der Eckpunkte angepasst werden darf. Im Menü können Sie außerdem einstellen, dass die neue Auswahl die ursprünglichen Proportionen beibehalten soll, ein Quadrat oder eine andere feste Größe haben soll. Besonders interessant ist die Funktion „Straighten“, die sich unter dem Menüpunkt „Rotate“ findet. Mit Hilfe eines Rasters, das über das Bild gelegt wird, richten Sie damit Schnappschüsse aus, die nicht ganz gerade geworden sind. Ein Rote-Augen-Filter und eine mehrfache Rückgängigfunktion sind weitere Highlights.

Schiefe Motive richten Sie mit Picnik an einem Raster aus
Phixr mag zwar auf den ersten Blick nicht so stylisch ausschauen, wie seine Kollegen, bietet aber hervorragende Hilfen wie die vergleichende Vorschau für Effekte und feine Einstellmöglichkeiten mit Reglern. Schärfen, Sättigung und Kontrast anpassen, Bildrauschen entfernen, Sepia- und Schwarzweiß-Filter und die Texteingabe stehen auf Mausklick bereit. Mehrere Bilder können geladen und abwechselnd bearbeitet werden. Außerdem erlaubt Phixr, zwei Fotos zu einem zu verschmelzen, was tolle Effekte ergibt. Per Schieberegler bestimmen Sie, welches Bild dabei stärker hervortreten sein soll.

Phixr bietet eine Vorschau auf die Auswirkungen von Filtern und Effekten
Können die Online-Programme also Photoshop ersetzen? Noch nicht. Dafür fehlen ihnen Profi-Features wie Pfade, Farbmanagement, mehr Filter, Erweiterungsmöglichkeiten, und natürlich ist auch die Stabilität und Verfügbarkeit einer Web-Anwendung immer ein Kriterium. Doch in Konkurrenz zu Photoshop Elements oder Paintshop Pro für Nutzer, die hauptsächlich Digitalfotos retuschieren, beschneiden und umwandeln, machen die Online-Bildbearbeiter eine gute Figur. Und der Funktionsumfang dürfte rasch weiter steigen, gemessen an den beeindruckenden Entwicklungen der vergangenen Monate. ™
Link zum Thema:
Erstveröffentlichung 02.07.2007




[...] nutzt, ist es nicht lohnenswert, so viel Geld auszugeben. Da gibt es jetzt einige Programme und Online-Dienste, wo man gar nicht mehr das Programm kaufen muss, sondern sich einfach die entsprechende Funktion [...]
… gehört sowas nich auch zum Thema “Online Bildbearbeitung” ? Dienste die für einen die BIldbearbeitung übernehmen? Hier hab ich mal einen gefunden den ich ziemlich easy fand: http://www.picstar24.de
Ich war sehr zufrieden mit den Ergebnissen.