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Milliardenschwere Startups – Es gibt sie immer wieder [Infografik]

8. Februar 2013
von

Ich wundere mich immer wieder. Die Zeiten sind schnelllebig. Dennoch schaffen es immer wieder Unternehmen, Marktwerte von einer Milliarde Dollar und mehr zu erreichen, ohne dafür mehr als ein paar an einer Hand abzählbare Jahre zu benötigen. Die Betreiber der Jobbörse Staff.com bauten eine schicke Infografik, die die Milliardäre der letzten acht Jahre mit ihren wesentlichen Basisdaten präsentiert. Auch bei diesen dreizehn Unternehmen bleibt natürlich der Grundsatz zu beachten, dass Marktwert und reales Geldvermögen nur ganz bedingt etwas miteinander zu tun haben. Bitte rennen Sie also jetzt nicht los, um Hals über Kopf ein Startup zu gründen, denn selbst bei einem angenommenen hohen Marktwert müsste sich immer noch jemand finden, der diesen auch in Euro und Cent zu zahlen bereit wäre. Insofern ist es interessanter, nicht auf den Marktwert, sondern auf das bislang eingefahrene Kapital zu schauen. Dieser Aspekt wird durch die Infografik ebenfalls abgedeckt.

Capital Raised

Facebook: 2,2 Milliarden Dollar eingenommen, Marktwert erstaunliche 48 Milliarden

Keine Sorge. Ich werde jetzt nicht tief in die Problematik der Unternehmensbewertung einsteigen, um deutlich zu machen, warum die börslich verwendeten Werte, allen voran die Marktkapitalisierung im Grunde nichts wert ist. Behalten Sie einfach im Kopf, dass der Marktwert eines börsennotierten Unternehmen unter keinem einzelnen Gesichtspunkt ein ähnlicher harter Fakt wie Ihr eigener Kontostand ist. Wollte man Unternehmen tatsächlich betriebswirtschaftlich bewerten, müsste man deutlich detaillierter vorgehen. Die Betrachtung des Marktwertes, aber auch die Betrachtung des bislang eingenommenen Kapitals greift da viel zu kurz.

Das vorausgeschickt, haben wir dennoch eine interessante Infografik zu betrachten. Sie zeigt Unternehmen im Alter von zwei bis acht Jahren, die in der kurzen Phase ihres Bestehens in Bewertungsgrößenordnungen von knapp unter einer Milliarde bis hin zu mehreren Milliarden Dollar vorgestoßen sind. Staff.com nahm die Gründung von Facebook als Startzeitpunkt und schaute ausschließlich auf Unternehmen, die danach gegründet wurden. Facebook eingeschlossen, fanden die Infografiker dreizehn Unternehmen, die den meisten von Ihnen mehr oder weniger gut bekannt vorkommen werden.
Unangefochten an der Spitze steht natürlich das große blaue Netzwerk aus Palo Alto mit 2,2 Milliarden eingefahrener Dollar und einem Marktwert von fantastisch anmutenden 48 Milliarden. Das gesamte übrige Dutzend schafft nicht annähernd den zuletzt genannten Wert, sondern bleibt mit in Summe unter 30 Milliarden deutlich zurück. Am nächsten an Facebook gelangt noch Twitter, die immerhin 1,16 Milliarden einfahren konnten und mit 5,35 Milliarden bewertet sind. Alle anderen fallen mehr oder weniger weit zurück.

Betrachtet man allerdings die Beschäftigtenzahlen und setzt sie zu den monetären Werten in Relation, verschiebt sich das Bild doch nochmal recht deutlich. Dropbox beispielsweise, lediglich vier Jahre alt, liegt mit seinem Marktwert von 4 Milliarden Dollar etwas oberhalb von Groupon. Zwar nahm Dropbox lediglich 257 Millionen Dollar ein, während Groupon mehr als den vierfachen Betrag verbuchen konnte. Aber, Dropbox erreicht all das mit 194 Mitarbeitern, währen Groupon derer 10.000 auf der Payroll hat.

Was die Infografik nicht leistet, ist, den Blick auf die andere Seite der Medaille zu werfen, direkt hinein in die dunkle Welt von Aufwand und Verbindlichkeiten. Groupon beispielsweise ist stets mit hohem Aufwand und noch höheren Verbindlichkeiten unterwegs. Dazu wurde, nicht zuletzt von mir, schon so einiges geschrieben.

Machen wir es abschließend kurz. Schauen Sie sich die folgende Infografik an, verlieren Sie dabei aber nicht die gesunde Skepsis und bleiben Sie stets misstrauisch, wenn ihnen jemand vermeintliche finanzielle Fakten beibiegen will.

Ein Klick auf die folgende Grafik bringt Sie zur Quelle. Dort findet sich eine größere Variante für die Sehschwachen unter uns.

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Quelle: Staff.com

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

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3 Kommentare zu „Milliardenschwere Startups – Es gibt sie immer wieder [Infografik]
  1. ati am 8. Februar 2013 um 13:53

    Die ganzen Zahlen im Artikel und in der Grafik belegen für mich nur: Wir sind eine krass degenerierte Gesellschaft. Und wer dabei (fb, twitter & Co.) nicht mitmischt, muss die heilige Inquisition fürchten. Bin schon auf den nächsten Hype gespannt …

  2. Christopher am 9. Februar 2013 um 14:37

    Interessant finde ich auch, wie wenige Mitarbeiter diese Unternehmen zum Teil haben und welche beachtlichen Werte herauskommen, wenn man den geschätzten Wert der Unternehmen durch die Anzahl der Mitarbeiter teilt. Bei Instagram beispielsweise entfallen dabei rund 57 Mio. $ des geschätzten Wertes auf einen Mitarbeiter (740 Mio / 13).

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