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Microsofts SkyDrive: Cloudspeicher jetzt auch via Android erreichbar

29. August 2012
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SkyDrive ist Microsofts Variante eines Cloudspeichers für die Massen. Mit kostenlosen 25 Gigabyte Speicherplatz kommt das Produkt generös daher. Mittlerweile gibt es Synchronisationslösungen für die großen Betriebssystem-Plattformen. Nachdem ein mobiler Client für Windows Phone und iOS schon seit längerem im Angebot ist, steht seit dem 28. August 2012 auch ein Client für Android-Smartphones in Googles Play Store bereit.

Microsoft: Nicht gerade ein Fast Mover

Eins will ich gleich klarstellen: Ich nutze Microsoft-Produkte seit den Achtzigern täglich. Daran wird sich vermutlich auch in absehbarer Zeit nichts ändern, denn zumindest im Office-Bereich kann den Redmondern nach meiner Überzeugung nach wie vor niemand das Wasser reichen. Was das OS betrifft, so ziehe ich zwar Mac OS vor, muss jedoch häufig genug mit Windows arbeiten und empfinde das auch nicht als schmerzhaft. Windows ist spätestens seit Version 7, nach dem leidigen Vista-Zwischenspiel, wieder ein Betriebssystem, das man ohne Bedenken empfehlen kann.

Was die Mannen aus Redmond allerdings außerhalb der Kernkompetenz Desktop-Betriebssysteme und Office-Lösungen so produzieren, konnte mich bislang nicht überzeugen. Dabei gehörte ich sogar zu den ernsthaften Anwendern der diversen Windows CE-Modelle, ob sie MDA oder iPaq hießen. Microsoft hätte vor zehn Jahren die Führerschaft in der Entwicklung von Smartphones übernehmen können. Der hartnäckige Versuch, ein Desktop-OS auf mobil umzubiegen, musste jedoch scheitern und tat es dann ja auch.

Das neue Windows Phone OS leitet nun den umgekehrten Weg ein. Jetzt will man ein für mobile Nutzung optimiertes System auf den Desktop umbiegen. Ob das funktioniert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Ich vermute: Nein.

SkyDrive: Großer Cloudspeicher mit mäßigem Komfort

SkyDrive, der Cloudspeicher aus Redmond, gehört für mich klar in die Gruppe traditioneller Me-Too-Angebote. SkyDrive überzeugt natürlich MS-Office-Anwender, weil es diese Produkte clever damit verbindet. Alle anderen könnten sich allenfalls durch den großzügig bemessenen Gratispeicher von immerhin 25 Gigabyte angezogen fühlen, der allerdings für Neuanwender inzwischen auf 7 GB reduziert wurde. Denn, was Bedienbarkeit und anderen Komfort betrifft, kommt SkyDrive nicht an Konkurrenten wie Dropbox oder SugarSync heran.

Immerhin existieren für SkyDrive mittlerweile Synchronisationstools, um Dateien automatisch zwischen verschiedenen Rechnern auf Stand zu halten. Das war nicht von Beginn an so. Microsoft hatte zunächst die Vorstellung, man möge seine 25 GB doch bitte per manuellem Upload einzeln bestücken. Erstaunlich…

SkyDrive für Android: Hausmannskost aus Redmond

Nun bringt man einen Client für Android. Bereits im letzten Jahr stand für Windows Phone eine App zur Verfügung, die funktional über den jetzt vorgestellten Android-Client hinaus ging. Um Weihnachten 2011 herum testete ich ein Nokia Lumia. Der darauf verfügbare Client bot einen automatischen Upload neuer Fotos aus der Camera-Roll. Eine iOS-Variante gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Im Rahmen der üblichen Salamitaktik brachte Microsoft dann den iOS-Client, jetzt den Android-Vertreter. Der automatische Upload wird wohl auch noch kommen. Aktuell ist er nicht implementiert. Geduld ist eine Tugend.

Ansonsten bietet SkyDrive für Android Hausmannskost, sieht dabei jedoch aufgrund der Android-Designprinzipien, die die zur Verfügung stehende Bildschirmfläche besser auszunutzen wissen, als die flächige Kacheloptik eines Windows Phone das kann, besser aus, als das Original seinerzeit auf meinem Lumia wirkte. Android-typisch können Dateien aus dem SkyDrive mit allen Apps des Smartphones geteilt werden, die dafür in Frage kommen. Hierzu erfolgt zunächst ein Download mit anschließendem Re-Upoad in den gewählten Dienst, etwa Google+. Links können auch geteilt werden, dann jedoch nicht über den Teilen-Dialog. Dateien lassen sich sowohl erstellen wie löschen. Das Generieren der Vorschaukacheln in den einzelnen Verzeichnissen gerät allerdings auf Smartphone (HTC One X), wie Tablet (Asus Transformer TF 101) zur Geduldsprobe.

SkyDrive für Android liegt in Version 1.0 vor und kann kostenlos aus dem Play Store bezogen werden, mindestens Android 2.3 ist Voraussetzung. Auf Tablets passt sich die Optik der größeren Fläche an, was sich in einer anderen Verteilung der Vorschaukacheln äußert. Immerhin.

Fazit: Wer SkyDrive-Verwender ist und ein Android-Smartphone nutzt, wird den Client natürlich installieren und hat so Zugriff auf die in der Wolke gespeicherten und geteilten Daten. Unverständlich bleibt das Beschneiden von Funktionalität gerade unter Android, wo bekanntlich die Hürden für Programmierer, auf Core-Funktionalitäten wie das Dateisystem zuzugreifen, deutlich geringer sind als unter iOS oder Windows Phone.

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Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

5 Kommentare zu „Microsofts SkyDrive: Cloudspeicher jetzt auch via Android erreichbar

  1. SiGa am 29. August 2012 um 12:02

    Ich dachte, die 25 GB wären reduziert worden… oder gibt´s die wieder?

    • Dieter Petereit am 29. August 2012 um 12:59

      Hmm. Ich habe sie, deshalb habe ich das nicht hinterfragt. Aber es stimmt: Neuanwender erhalten nur noch 7 GB frei. Habe es im Beitrag ergänzt. Danke der Nachfrage ;-)

      • SiGa am 29. August 2012 um 22:00

        Das heißt, du hast deine 25 GB noch? Bei mir sind schon länger bestehende Konten zurückgestutzt worden, was mich vor den Kopf gestoßen hat. Es hieß, das Volumen sollte erhalten bleiben und nur für Neukunden reduziert werden… Stimmte bei mir jedenfalls eindeutig nicht. Keine vorherige Benachrichtigung oder Vorwarnung, dass irgendetwas zu unternehmen wäre. Schade.

      • Dieter Petereit am 30. August 2012 um 08:01

        Ja, ich habe meine 25 behalten, so wie es auch angekündigt war.

      • SiGa am 30. August 2012 um 14:29

        Sehr seltsam – jedenfalls danke für die Auskunft und den Artikel! Das Synchronisationstool war ein großer Fortschritt und das hier ist ein weiterer. 7 GB sind ja auch nicht zu verachten… ;)

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