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Mein Standard ist nicht dein Standard


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Der Streit ist alt, doch er ist nicht mehr der selbe. Was früher der Browserkrieg war, wird zunehmend zu einem Krieg um Standards. Web-Standards, die das W3C als verantwortliche Organisation teils schon vor Jahren festgelegt hat und weiter entwickelt.

Ein moderner Browser zeichnet sich nicht mehr durch kreative Features und fantasievolle neue Effektdarstellungen aus, sondern orientiert sich an den Standards. Je exakter er das tut und je mehr er davon beherrscht desto besser. Bedienbarkeit und Handling einer solchen Software stehen dabei erst einmal nicht zur Debatte.

Seinen vorläufigen Höhepunkt fand diese Auseinandersetzung als Microsoft es wagte seine Site MSN.com für alle Browser zu sperren, die es nicht selbst herstellt. Die aberwitzige und sachlich unrichtige Begründung: nur der Internet Explorer würde sich exakt an die Standards halten, Benutzer anderer Software könnten daher nicht bedient werden.

Dieses Verhalten, das Microsoft wenige Tagen später aufgrund weltweiter Proteste zurücknehmen musste, ist ein Rückfall in finstere Tage. Das WWW ist für alle da, so ist es seinerzeit konzipiert worden, genau das ist es, was es zumindest bislang so erfolgreich machte. Jeder kann das Web "machen" und jeder es benutzen. In der Praxis sieht das leider oft anders aus.

Die Standards sind eben genau dafür gemacht worden, sie sind die Basis. Und lediglich die schlechten Browser der Vergangenheit haben den Webdesigner dazu gezwungen, sich am Machbaren, nicht aber am Wünschenswerten, zu orientieren. Dieser Zustand ändert sich nun langsam. Moderne Browser können deshalb Anzeigeprobleme verursachen, wenn man sich nicht an die gemeinsame Basis hält. Die zwingt auch den Webdesigner, seine Arbeit zu überdenken, nach und nach proprietäre Tags hinauszuwerfen und auf eine möglichst umfassende Allgemeinverträglich zu achten. Im Zweifelsfalle ist ein korrekter Code wichtiger als die optische Sauberkeit mit bestimmten, in der Regel älteren Produkten. Die wichtigste Regel darf aber auch dabei nie aus den Augen verloren werden. Webseiten werden für Menschen gemacht, nicht für Browser.

Es handelt sich um einen Prozess, der etwas Zeit braucht. Aber Sie können sicher gehen, dass das Web in ein oder zwei Jahren optisch ein ganz anderes Bild als heute bieten wird. Immerhin ein Gutes hat der Microsoft'sche Fauxpas gezeigt: Das Web ist stark, es kann sogar den Giganten aus Redmond bewegen.

Wie soll sich ein Browser benehmen? Die W3C Browser Guideline

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