Lebenszeitverschwendung 2.0
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Sie kennen das doch sicher auch. Zu einem interessanten, vorzugsweise politischen Beitrag irgendwo in der Weite des Netzes hinterließen Sie einen Kommentar. Es dauerte nicht lange bis der erste Wadenbeißer seinen Kommentar unten dran hängte, kurze Zeit später war das schönste verbale Hauen und Stechen im Gange. Lautstärke hoch, Sachlichkeit niedrig. Staunend verfolgten Sie die Diskussion...
In den letzten Monaten wurde viel geschrieben über die zumeist anonyme Meute, die sich im Internet auszutoben pflegt und dabei jedwede Form von Anstand beiseite fegt. Manch einer überlegte ernsthaft, die Kommentarfunktion unter seinen Beiträgen komplett abzuschalten, um z.B. seine Gedanken nicht durch unqualifiziertes Geschmiere herabwürdigen zu lassen oder weil sie schlicht keinen Bock darauf hat, sich in ihrem eigenen Wohnzimmer blöd anmachen lassen zu müssen.
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Ich beobachte die Blogosphäre auch schon seit Jahren und habe sicherlich genügend Erfahrungen in dieser Richtung machen müssen. Mir scheint sich die Problematik insofern etwas zu verlagern, als ich die grob polemisierenden Kommentarmassen nur noch in Ausnahmefällen vorfinde. Da scheint es, vermutlich durch konsequenteres löschendes Durchgreifen der Betreiber eine Abmilderung des Phänomens zu geben.
Auffällig finde ich jedoch die Verschärfung des allgemeinen Tons in den Kommentaren, ohne dass man ihn gleich als polemisch inakzeptabel diagnostizieren müsste. Da wird stereotyp behauptet, der Autor habe keine Ahnung von diesem oder jenem, Belege für diese Behauptung bleiben natürlich aus. Da wird beklagt, Beitrag X oder Y passe nicht zum - wohlgemerkt kostenlos lesbaren – Blog und vieles mehr.
Der Kommentator im Allgemeinen entwickelt ein Selbstverständnis, dass ich nicht mehr als kooperativ ausgerichtet identifizieren kann. Vielmehr scheint der Wunsch weitestgehender Selbstverwirklichung ungeachtet eigener Einflussgrenzen zum Trend zu werden. Jeder ist Experte für alles, alle anderen sind mindestens schlechter, wenn nicht gleich ganz ahnungslos. Massenhaft Bundeskanzler- und/oder Präsidentenanwärter kommentieren sich durch Blogdorf.
Eine geordnete Diskussionskultur kann ich nicht mehr erkennen, wobei Ausnahmen wie überall lediglich die Regel bestätigen. Eine ganze Weile habe ich mich darüber gewundert. Mittlerweile glaube ich die bestimmenden Faktoren benennen zu können.
Zum einen spielt das alte kriminologische Prinzip von der Entfernung zwischen Tat und Täter sicher eine bedeutende Rolle. Bekanntlich begehen Menschen umso leichter umso schwerere Verbrechen, je weiter sie von ihren potenziellen Opfern entfernt sind und je mittelbarer die Auswirkungen der Tat erlebt werden. Will heißen, man rammt jemandem Auge in Auge schwerer ein Messer in die Brust, als dass man einen schweren Stein über eine hohe Mauer wirft und so jemanden erschlägt. Auch Holzklötze von Autobahnbrücken werfen wird in diesem Zusammenhang gern als Beispiel genommen.
Im Web 2.0 ist solches Verhalten unproblematisch möglich. Unter Pseudonym aufzutreten ist mehr als üblich und wo man nicht identifiziert werden kann, hindert einen anscheinend nicht mal mehr das eigene Gewissen daran, verbal die Darmtuba zu spielen. Von schwereren Fällen, wie dem zunehmenden, gezielten Cybermobbing will ich gar nicht erst anfangen.
Zum anderen darf man nicht vergessen, dass die Gruppe der Diskutierenden im Web 2.0 in keiner Hinsicht homogen ist. Hier treffen Menschen aufeinander, die im wahren Leben zwar möglicherweise aufeinander treffen, aber ohne Umschweife aneinander vorbeigehen würden. Da hätten sonstige nonverbale Faktoren der Vermeidung sozialer Konflikte gegriffen. Korrektive, die wir im Web nicht haben.
Könnte ich erkennen, dass der Kommentator A ein pickeliger 17jähriger ist, würde ich sicherlich keinen Aufwand in eine Diskussion mit diesem Burschen stecken. Es sei denn, es ginge um das jüngste Album von Linkin Park. Wüsste ich, dass Kommentator B vor dem Rechner sitzend eine Trachtenjacke und einen Tirolerhut trägt, könnte ich mir eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit der CSU-Politik in Bayern gleich sparen. Hätte ich gesehen, dass Kommentator C ein Pentagramm auf der Stirn trägt und auch ansonsten eher durchgehend schwarz gefärbt erscheint, ließe ich die Diskussion über christliche Werte sicher sein.
Man kann sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass gerade die genannten, überzeichneten Beispiele der Diskussion bedürfen würden. Da würde ich sogar zustimmen. Allein wären dies keine Diskussionen, die ich zu führen bereit wäre.
Ich bewege mich nicht im Internet, um mich mit Leuten zu streiten, die aufgrund ihrer Jugend, ihres Alters, ihrer persönlichen Arroganz, ihrer Religion, ihrer politischen Ausrichtung oder aufgrund einer desaströsen Mischung mehrerer dieser Faktoren offenen Diskussionen überhaupt nicht zugänglich, weil nicht zugeneigt sind.
Ich bewege mich nicht im Internet, um einen Verlust an Lebensqualität zu erleben. Ich beabsichtige den exakt gegenteiligen Effekt. Alles, was mir dabei in die Quere kommt, ist Lebenszeitverschwendung 2.0.
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Meine Meinung
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Schön geschrieben! Die "verbale Darmtuba" hat mir am besten gefallen.
Diese Ansicht kann ich in vollstem Umfang teilen.
Besonders, da ich meine den ausschlaggebenden Kommentar gelesen und mit hochgezogener Augenbraue und einem Kopfschütteln abtat.
Dieser wie jeder Blog oder Webseite an sich, jedes halbwegs persönliches Medium wird sich ein Restrecht an eigener, freier Meinung rausnehmen (dürfen). Zumindest gilt dies für die nicht für ihre geforderte Objektivität bezahlten Medien wie große Tageszeitungen oder die öffentlich rechtlichen Sender.
Natürlich sind Kommentare immer eine Meinung und jeder darf diese im Normalfall auch äußern, jedoch sollte jede Kritik einen konstruktiven Konsens ihr eigen nennen.
Ich persönlich begrüße Beiträge, die, aus akutem oder nur gegebenem Anlass, auch mal das Grundthema ausdehnen, oder einem der - man erinnere sich _freiwilligen_ - Autoren die Möglichkeiten zur, mehr oder weniger persönlichen, Meinungsäußerung bieten.
So weiß man doch, dass sich auf der anderen Seite keine Informationsgeneratoren sitzen...
...sondern Menschen.
Danke für die Aufmerksamkeit.
Danke für den Beitrag.
Hab ja selber auch einige Foren, Gästebücher, Seitenkommentare, Feedback-Emails.
Was einem da oft unterkommt ist echt erschreckend.
Mein Resumee. Gnadenlos weglöschen, was auch nur den Hauch eines Anscheins erweckt 'Trollen' oder Werbung als Zweck zum Inhalt zu haben und Ärger in mir möglichst gar nicht erst aufkommen lassen. Damit hätte der ja sein Ziel erreicht.
Bei bösen Feddback-Emails, nur kurz zurückschreiben, in etwa 'ja schade das du das so siehst'.
Wenn der andere nochmal in meterlangen email-schreiben antwortet, dann nochmal ein 'ja da sind wir wohl anderer Meinung' hintennach schieben bis ihm die Luft ausgeht.
Meine kostbare Zeit widme ich dafür mehr der ausführlichen Beantwortung der netten mails
Toll geschriebener Beitrag. Ich kann deine Erfahrungen gut nachvollziehen und bin auch ähnlicher Meinung. Manchmal kommt man leider nicht drum herum Beträge zu löschen.
Was sich viele Menschen im Netz herausnehmen ist schon krass und würde im realen Leben dank ordentlicher Sozialisation kaum passieren.
Das social Web 2.0 ist halt auch oft einfach nur assozial...
Es hat schon Ähnlichkeit mit den frühen Dreißigern, als sich all die Leute zu einer "Community" zusammenschlossen, die damals beim Rest der Gesellschaft als Bodensatz galten. Plötzlich mussten alle diesen Leuten beim Schreien und Drohen zuhören. So ist es auch heute: Was nicht genau den Geschmack trifft (Musik, Bücher, usw.), wird gnadenlos niedergetrampelt.
Aber nicht nur die Besucher toben sich auf Blogs aus. Der Blog selbst geht ja auf den Kommentar zurück. Und interessanterweise sind die meisten Blogs anonym, was jeder Webmaster, der seine Logs auf Hotlinking prüft, bestätigen kann. Man kann diese Leute meiner Erfahrung nach auch nicht auf geltendes Recht hinweisen, weil sie dann völlig ausrasten.
Im übrigen sehe ich, dass der gute Ton des Publizieren, also der Pressekodex, für Blogs (obwohl sie gerne echten Journalismus imitieren) nie gegolten hat und inzwischen auch für echte journalistische Webseiten nicht mehr so richtig gilt. Fast alle servicejournalistischen Blogs sind offen oder verborgen einem Geldgeber verpflichtet. Und viele gehen bei der Gegenleistung sehr weit.
bitte nicht übelnehmen: ich finde der Artikel ist schon "starker Tobak".
Alles Geschriebene sehe ich zwar auch so.
Aber, um es mal so zu sagen, wenn ich ins Wasser springe muss ich doch davon ausgehen, dass ich dabei auch nass werde...
wie gesagt: war nicht bös gemeint (um nicht mit diesem Kommentar in so eine "Schublade geschoben zu werden")
Zitat: "Jeder ist Experte für alles, alle anderen sind mindestens schlechter, wenn nicht gleich ganz ahnungslos."
Stimmt. Und trifft auf 90% der Blogger gleichermaszen zu. Da Qualität + Anspruch der Artikel immer stärker verwässern, können sich auch immer mehr halbgebildete Deppen vergleichbaren Niveaus zu Worte melden.
Du beschreibst quasi ein Henne-Ei-Problem.
cortex
Du schreibst: "wo man nicht identifiziert werden kann, hindert einen anscheinend nicht mal mehr das eigene Gewissen daran, verbal die Darmtuba zu spielen."
Das mag so sein, aber gerade in der Zeit der Datensammelwut ist der Umkehrschluß, dass der Wunsch nach Anonymität gleich mangelnde Kommentarqualität bedeutet, nicht zulässig.
Auch ein gut- und ernstgemeinter, qualifizierter Kommentar kann u.U später gegen mich verwendet werden.
Diesen Umkehrschluß hast Du zwar gar nicht getroffen
, aber dieser Hinweis fehlte hier m.E trotzdem noch (im Hinterkopf habe ich das Usenet, wo Anonymität mit Trolltum gleichgesetzt wird).
Ja, ich muss dir auf jedenfall recht geben!
Es ist wirklich lustig zu lesen ... denn wenn man, wie ich, schon länger auf Dr.Web ließt und zum Beispiel den Blog "Schutz vor SMS-Betrügern" gelesen hat, weiss man auch was du mit: "Da wird beklagt, Beitrag X oder Y passe nicht zum - wohlgemerkt kostenlos lesbaren – Blog und vieles mehr." meinst.
Ich finde es immer wieder heftig zu lesen wie sich manche Leute in Kommentaren an Kleinigkeiten aufhängen und sich über jeden Scheiss aufregen, statt einfach einmal "danke" für manch wertvolle Info zu sagen.
Aber Kopf hoch - gemeckert wird immer und gemeckert wird auch immer mehr als gelobt. Also einfach nicht unterkriegen lassen und brav weiterbloggen :>
mfg Chris
Im Allgemeinen: volle Zustimmung. Allerdings gilt, wie überall, Goethes Zauberlehrling (Die Geister, die ich rief ...). Wir wollen alle soziale Vernetzung im Web, haben es aber (noch) nicht so richtig gelernt. Das Netz ist in seinen Möglichkeiten einfach schneller als die Hirne der Benutzer. Diese Art Kommunikationskultur muss sich auch erst noch entwickeln. Hinzu kommt der Charakter von Speakers Corner: Jeder stellt sich hin und labert, danach stellen sich andere hin und labern zurück. Passiert ja nix.
Im Speziellen: Wenn Dr. Web Dein (Dieters) persönlicher Blog wäre, wär's mir egal, ob hier Artikel über SMS-Spam stehen. Im Gemeinschaftsblog zu einem spezifischen Themenkreis (hierzu bitte nochmal den Beginn des Impressums als Erinnerung lesen) darfst Du Dir auch gefallen lassen, für off-topic-Beiträge kritisiert zu werden.
Hallo Dieter,
Du schriebst: Zum einen spielt das alte kriminologische Prinzip von der Entfernung zwischen Tat und Täter sicher eine bedeutende Rolle. Bekanntlich begehen Menschen umso leichter umso schwerere Verbrechen, je weiter sie von ihren potenziellen Opfern entfernt sind und je mittelbarer die Auswirkungen der Tat erlebt werden. Will heißen, man rammt jemandem Auge in Auge schwerer ein Messer in die Brust, als dass man einen schweren Stein über eine hohe Mauer wirft und so jemanden erschlägt. Auch Holzklötze von Autobahnbrücken werfen wird in diesem Zusammenhang gern als Beispiel genommen.
Damit benennst Du ganz präzise ein Grundproblem des Kapitalismus (freie Marktwirtschaft, Recht auf Privateigentum im Sinn des Friedrich Merz), auf das dieser keine Antwort hat.
Gruß
Bernhard
Schöner Artikel. Die Darmtuba ist toll. Und als Domain noch frei.

Weiteren Text spare ich mir und damit Lebenszeit für mich beim Schreiben und für alle anderen beim Lesen. Toll, was?
Ich fürchte, hier wird Diskussion mit Streit verwechselt. Der Deutsche hat im allgemeinen eine äußerst miserable Streitkultur. Hier wird immer gleich alles persönlich genommen, die Grenze zwischen Diskussion und Streit ist fließend und wird vom Blogbetreiber selbst gezogen. Wer streitet, sollte lernen zu diskutieren, andere Meinungen zuzulassen und Fehler einzugestehen.
Andererseits ... wenn ich mir so wie hier das dr.web blog ansehe, dann sind die Diskutanden durchaus fähige Leute, die sich nicht gleich bekriegen.
Ich denke es hat in gewisser Hinsicht mit Qualität und auch mit der Spezialisierung der Inhalte zu tun. So ein Blog wie hier, in dem Webworker vorbei schauen, wird wahrscheinlich nicht so schnell von Trollen überfallen, wie ein Polit-Blog.
Jedenfalls hat man mit einer hohen Besucherfrequenz natürlich jede Menge an Menschen, denen es eben - wie im Artikel erwähnt - egal ist, was man da eigentlich schreibt...
Ich finde auch, dass Diskussion und Streit in einen Topf geworfen werden. Unterschiedliche Meinungen machen die Kommentare doch erst interessant. Beleidigungen sind natürlich etwas anderes. Aber die Kommentare zum Artikel "SMS-Betrug" würde ich nicht als beleidigend empfinden. Das Schlimmste für einen Artikel sind m. E. ausbleibende Kommentare. Das würde ich nicht als Zustimmung sondern als Desinteresse werten.
Ob ausbleibende Kommentare was mit Desinteresse zu tun haben, darüber streiten sich Deutschlands Blogger ja nun mindestens seit Monaten. Im Ergebnis wird man sagen dürfen: Nein, die Gründe für ausbleibende Kommentare sind mehrdimensional. Ein wichtiger ist, dass mancher Artikel einfach keine Punkte mehr offen lässt, die man sinnvoll per Kommentar anfügen könnte.
Hi,
sowohl Sprachlich als auch Inhaltlich ein sehr schöner Artikel, vielen Dank erstmal dafür.
Ich denke Du hast die Problematik ziemlich auf den Punkt gebracht und die "Darmtube" war für mich, der ich der bildlichen Sprache sehr zugetan bin, ein wahrer Genuß.
Nicht dass Du damit meinen Freitag gerettet hättest, dazu musste ich heute schon zu viele blöde Kommentare löschen, aber Du hast ihn zumindest bereichert. Mehr davon, bitte.
cu
Ecki
"Alles, was mir dabei in die Quere kommt, ist Lebenszeitverschwendung 2.0."
Ein schöner Schlusspunkt!
Ein insgesamt guter Artikel, der alle offensichtlichen Probleme des Web2.0 noch einmal pointiert und verständlich aufzeigt.
Ein Artikel der aus der Masse der oberflächlichen und Web2.0 glorifizierenden Artikel herausragt.
Im Endeffekt reflektiert der Artikel jedoch auch ein Stück weit die gesellschaftlichen Abgründe der heutigen Zeit. Jeder darf sich zu allem äußern (Meinungsfreiheit, völlig in Ordnung). Das Problem dabei ist jedoch, dass einige Leute sich (im Web2.0 vor allem durch die Anonymität) dazu motiviert fühlen zu allem etwas äußern zu müssen.
In TV-Sendungen werden Prominente als "Experten" eingeladen, um Aktionen zu kommentieren von deren Kernthematik sie keine Ahnung haben. Dort werden überalterte Literaturkritiker zu Rate gezogen um das Fernsehen als solches, wie es in der heutigen Form publiziert wird, kritisieren und Vorschläge machen zu lassen. Und dabei merken sie noch nicht einmal, dass sie mit ihrem übertriebenem Verhalten längst selbst ein Teil der Gesellschaft sind, die sie so sehr verachten.
Ich schweife jedoch, das TV soll hierbei nur eines von vielen möglichen Beispielen sein.
Kurzum: Die heutige Gesellschaft verfügt heute über eine vor einigen Jahren noch undenkbare Macht (nahezu uneingeschränkte Meinungsfreiheit). Sie weiß jedoch noch nicht so recht damit umzugehen.
Daher unterstütze ich auch das Verhalten, unsachliche Beiträge zu löschen.
Einen schönen Tag an alle Leser und weiterhin gutes gelingen Dr.Web
Maik
Ich möchte, wenn der Punkt Meinungsfreiheit angesprochen wird, gern noch etwas hinzufügen. Nämlich die Fragestellung: Was ist eine Meinung?
Wikipedia sagt:
Verkürzt: Meinung ... ist eine Folge kognitiven Denkens.
Gerade dieser Eindruck entsteht bei mir, wenn ich mich durch die Tiefen des Kommentaruniversums im Web 2.0 bewege, genau nicht! Nach meiner Erfahrung ist das, was dort passiert zu über 90 % eben gerade NICHT Ausdruck von Meinungsfreiheit, weil eine als Ausfluss kognitiven Denkens gebildete Meinung ganz offensichtlich fehlt!
Wir sind in komplexen Gesellschaften zur permanenten Kommunikation verdammt, ob wir wollen oder nicht.Da geht real und virtuell schon mal etwas daneben.Warum soll es im Web 2.0 anders sein? Immerhin finden durch diese Technologie mehr Menschen überhaupt zu einer Meinung. Von dort aus gibt es immer den qualtativen Sprung zur Argumentation und ideatypisch zum herrschaftsarmen Diskurs.Der Mauserungsprozess dauert eben seine Zeit. Stumme Menschen haben wir zuviel, die den "sozialen Tod" zwangsweise hinnehmen.Was letztlich "Lebenszeitverschwendung" ist, lässt sich nur im Nachhinein betimmen, in genügend zeitlicher Distanz zu den vielfältigen Aktionen. Die Zeit, ja was ist das? Beschleunigung wozu? "Ach, verweile denn, du bist so schön ..."
Dann möchte ich mal ganz altmodisch danke sagen dafür, was Sven hier leistet. Ich habe dein Magazin seit 2000 in den Bookmarks (damals hieß es noch Ideenreich; das fand ich sehr kreativ).
Ich bin Künstler (Bücher, Spiele, Magie) und möchte daher auch meine Homepage kreativ gestalten. Als Laie habe ich hier über die Jahre immer wieder wertvolle Tipps gefunden.
Ich halte naturgemäß mehr von Menschen, die selbst Ideen produzieren als von solchen, die sie nur kritisieren. Und wenn sich jemand wie Sven Lennartz (und seine Autoren) auch noch der anonymen Kritik stellt, dann hat er meine volle Unterstützung.
Auf Dr.Web stehen seit über 10 Jahren KOSTENLOS Tipps, die andere Profis nur herausrücken, wenn man Ihnen Honorare für ganze Projekte bezahlt.
Danke!
Hadmar von Wieser