Kolumne: Ist Google eine Gefahr für das Internet?
Google ist brillant. Extrem einfach zu benutzen, nur unaufdringlich mit Werbung bestückt, zudem völlig kostenlos und Produzent erstklassiger Resultate. Damit wäre die Welt eigentlich in Ordnung. Wenn es da nicht ein Problem gäbe.
Inzwischen kennt so ziemlich jeder die Vorzüge der Supersuchmaschine und nutzt sie auch. Das hat Google in relativ kurzer Zeit an die Spitze katapultiert und sämtliche Konkurrenz aus dem Felde geschlagen. Ein Monopol deutet sich an, denn Googles Beliebtheit wächst weiter. Dies könnte schon in naher Zukunft für einige unangenehme Konsequenzen gut sein.
Was man mit Google nicht finden kann, das gibt es nicht. Barer Unfug, aber so wird es dem Publikum vorkommen. Google hat bereit zensiert. Offizielle Begründung: "Dies geschieht, um nicht wegen Verstoßes gegen Landesgesetze belangt zu werden." Nach einer Untersuchung der Harvard Law School wurden in Deutschland und Frankreich bislang mindestens 113 Websites ausgeschlossen.
Nun handelt es sich hier zumeist um Recht- oder Linksradikales Gedankengut, auf welches die Menschheit gewiss verzichten kann. Doch darum geht es nicht. Auch der ungekehrte Fall ist bereits vorgekommen, als kritische Berichte über Scientology nicht mehr gefunden werden durften.
Zu viel Macht in einer Hand ist immer gefährlich. Niemand weiß, was Google aus welchen Gründen auch immer als nächstes sperrt. Eine Beschwerde der Konkurrenz mag da schon genügen, für einen Suchmaschinenspammer gehalten zu werden ebenso, Google zu kritisieren vielleicht bald auch. Für den Betreiber einer Website kann dies den Todesstoß bedeuten.
Wenn das Internet ohne Google nicht mehr zu denken ist, das Monopol faktisch existiert, dann liegt es nahe für das Suchen Geld zu verlangen. Niemand weiß in welche Richtung hier gedacht wird. Aber es wird gedacht. Den Anfang werden wohl Zusatzdienste wie die unlängst eingeführten "News" machen.
Es liegt nahe dann die Betreiber von Websites zur Kasse zu bitten. Ein wunderbares Instrument dafür hat sich Google selbst geschaffen: "Page Rank". Wer hier gut darsteht, wird seine Position um keinen Preis verlieren wollen. Das Dr. Web Magazin zum Beispiel bezieht bei einem "Page Rank" von nur 6 aus 10 mehrere Tausend Besucher täglich von Google. Das müsste uns doch ein paar Euro wert sein. Der Witz dabei ist, diese Besucher sind früher auch gekommen, nur eben von mehreren Dutzend Suchmaschinen, nicht von einer!
Google ist keine wohltätige Organisation, sondern ein Unternehmen, das Profite machen muss. Ein Monopolist hat es da besonders leicht. Wer an dieser Stelle an Microsoft denkt, liegt nicht ganz falsch. Das düsterste Szenario bestünde wohl in einer Übernahme Googles durch Microsoft. Soweit sollte es nicht kommen, auch andere Suchmaschinen haben etwas zu bieten.









