Kolumne - Generation Twitter - Wohin gehst du?
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Langsam ist es soweit: Die Generation Twitter drängt in den Job. Junge Leute, die nicht wissen, dass Twix mal Raider hieß, die sich angesichts eines Wahlscheibentelefons ratlos am Kopf kratzen: „Wie schickt man damit 'ne SMS? Und was soll das Kabel da dran?“ und die natürlich auch das geteilte Deutschland nur noch aus Erzählungen, nicht mehr aus eigener wie auch immer gearteter Anschauung kennen.
Seit ich es mit immer mehr jungen und noch jüngeren Leuten zu tun habe, sei es in der Ausbildung oder in anderen Zusammenhängen, gerate ich in ein Wechselbad der Gefühle.

Manchmal fühle ich mich als sagenhaft weise Veteranin, als Pionierin sogar. Denn, als ich aufwuchs gab es noch Sendeschluss im TV, Inliner hießen Rollschuhe und Mobiltelefone gab es nur bei Käptn Kirk von der Enterprise.
Vor zehn oder 15 Jahren war ich immer vorn mit dabei. Ich war Kunde bei ABC-Bücherdienst, bevor daraus telebuch.de hervorging und es schließlich von amazon geschluckt wurde.
Ich besaß einen der allerersten Apple Newton - den ersten Handheld-PC mit Handschriftenerkennung. Werbeslogan: Nur Kaffee kochen kann er nicht - das hagelte Beschwerden vom Verband der Sekretärinnen/Assistentinnen.
Ich stieg komplett auf Digitalfotografie um, als das für viele noch ein Fremdwort war. Und natürlich war ich Internetnutzerin fast der ersten Stunde.

Aber heute habe ich oft keine Lust mehr, schon wieder irgendeine technische Spielerei auszuprobieren. Kann ich nicht einfach ganz in Ruhe irgendwo sitzen und nur sein?
Irgendwie gerate ich immer wieder in Situationen, in denen ich beginne mich unsagbar alt zu fühlen. Da merke ich dann, dass ich mich insgeheim nach einem Telefon sehne, mit dem ich nichts weiter tun kann als zu telefonieren.
Ich möchte auch ohne Hochschulabschluss Handy-Tarife verstehen und nicht zu jedem elektrischen Nagelknipser eine 257-seitige Bedienungsanleitung in 58 Sprachen beiliegen haben. Überhaupt sehne ich mich immer öfter nach Einfachheit, Klarheit und Stille.
Wie war das schön, als ich beim Hören von Musik noch nicht ständig aufschreckte, weil ich dachte, das Telefon habe geklingelt oder eine SMS sei reingekommen. Wie toll, sich mit seinen Freunden und Arbeitskollegen nicht nur per SMS, Mail oder Skype zu unterhalten, sondern sich ganz und gar in der wirklichen Offline-Welt zu begegnen.
Ich habe es manchmal so satt, dass die modernen Möglichkeiten der Kommunikation es mir zwar ermöglichen, mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten aber niemandem mehr wirklich zu begegnen.
Ich frage mich immer mehr, wie die armen Jugendlichen von heute damit klar kommen, dass sie noch niemals einen Apfel direkt vom Baum gepflückt und gegessen haben, aber der ganzen Welt via Twitter jederzeit mitteilen können, dass sie gerade ein bisschen chillen und nachher abhotten gehen. - Okay, so hieß das zu meiner Zeit.

Über George Orwells 1984 können wir doch heute nur lachen, weil es gar keinen Obrigkeitsstaat braucht, um Leute dazu zu bringen, alle intimen Details Ihres Lebens in aller Öffentlichkeit auszubreiten und sich jederzeit angreifbar und vernichtbar zu machen. MySpace, Facebook, Study-VZ und Konsorten ermöglichen es. Sogar Mobbing und Dissen nehmen dank der neuen Plattformen unerwartete Ausmaße an.
Ich werde dieses Jahr vierzig und fühle mich manchmal wie ein Dinosaurier. Eigentlich müsste ich schon längst ausgestorben sein. Aber dann pingt mein E-Mail-Programm leise, um mir anzuzeigen, dass eine Mail angekommen ist.
Da fällt mir ein, dass ich selbst ja kaum noch etwas mit mir anzufangen weiß, wenn mal der Internetzugang ausfällt. Meine Arbeit kann ich gar nicht mehr oder nur rudimentär erledigen. Manche Kunden müsste ich das erste Mal anrufen, anstatt ihnen nur zu mailen.
Also so insgesamt bin ich von der Generation Twitter überhaupt nicht weit entfernt. Der Unterschied ist nur, dass ich mich noch an Zeiten erinnere, die so völlig anders waren, so unvorstellbar fern erscheinen, dass ich es selbst nicht mehr richtig glauben kann.
Aber wie wird das werden, wenn die Generation Twitter ins Altersheim kommt. Sitzen die dann auch den ganzen Tag im multifunktionalen Rollstuhl und twittern sich zu: „Jetzt noch ein bisschen chillen, dann... weiterchillen“ anstatt miteinander zu reden?
(tm), (sl)
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Meine Meinung
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Erschreckender Weise finde ich mich in Teilen dieses (grandiosen) Textes wieder. Mag daran liegen, dass ich die 40 bereits überschritten habe.
Mittlerweile ist es so, dass die Generation Twitter auch so spricht, wie sie "simsen" und "twittern". Man lacht nicht mehr, sondern sagt einfach LOL oder ROFL.
Furchtbar.
Ich stelle mir gerade dieses Altersheim vor und Opa erzählt einen Witz und die Anderen sagen alle LOL ROFL LOL.
Es gibt Menschen, die würde die heutige Kommunikationstechnologien als Fortschritt, und nicht als Rückschritt, bezeichnen. Aber das ist vielleicht Ansichtssache. Ich gehöre mit meinen 21 Jahren wohl gerade noch zur "Generation Twitter" und trotzdem unterhalte ich mich täglich mit echten Menschen in der realen Welt, mit Freunden, mit Kollegen, mit der Familie. Aber ich habe auch ein StudiVZ- und Facebook-Account und ich twittere, benutze ICQ, MSN, Jabber und Skype, telefoniere und schreibe SMS...
Ich kenne übrigens auch 40jährige und älter, die diese Technologien nutzen, es ist eben Ansichtssache...
Aber das was ich hier sehe, auch in den Kommentare, ist wohl die übliche "Medienkritik" der unterschiedlichen Generationen.
Viele der Gedanken habe ich auch des öfteren. Es gibt immer mehr Wege und Arten mit immer mehr Menschen zu kommunizieren, aber unterm Strich habe ich nicht das Gefühl, das es besser wird, sondern eher alles viel schlechter und komplizierter und vor allem oberflächlicher. Vielleicht fehlt auch einfach noch das Verständniss, welches Medium für welche Art des Kontaktes die Beste/Sinnvollste ist.
Artikel der viele negative Behauptung über das Web sammelt, ohne diesen wirklich nachzugehen.
Ein wunderbares Beispiel ist, dass die "Generation Twitter" in der Jugend verortet wird, obwohl diese nicht zu den Lautsprechern im Twitterversum gehört (siehe: http://meedia.de/nc/details/ar ). Ein Großteil der Twitterer hat also sowohl Raider als auch die DDR noch erlebt.
Das "Ich esse gerade einen Apfel" –Gezwitscher ist nebenbei nur eine Nutzungsmöglichkeit. Viele Wissenschaftler nutzen Twitter mittlerweile unter der Devise: „Schreibt nicht was du gerade tust, sondern was dich interessiert“ – so entsteht ein Netzwerk, in dem auf interessante Artikel hingewiesen wird.
Das dann noch der Bogen zu der Freigiebigkeit in sozialen Netzwerken gezogen wird, ist einfach nur schlimm, weil die Diskussion vollkommen vereinfacht wird, auf „überwacht“ und „nicht überwacht“, wer wen überwacht wird nicht diskutiert. Das Problem mit der Freigiebigkeit haben auch Erwachsene bei den ganzen Bonuskarten…
Also eine Bitte an die Autorin: Bevor Sie demnächst so polemisch gegen neue Medienentwicklungen Position beziehen, sollten Sie zumindest mal googeln, wie die von Ihnen kritisierten Plattformen wirklich funktionieren und wie der Stand der Forschung ist – aber lassen sie mich raten: [polemik] Zu Zeiten von Altavista war das Web eh besser [/polemik]
Wir sind die Generation "Dinosaurier". Wir kennen noch Rechner mit 64k RAM und wissen wie es ist, sich ohne Handy zu verabreden.
Nostalgie. *schmacht*
Oh ja, wie wahr!
Full ACK...!
Für die "einfachen Dinge" gibt es ja dann für unsere Zielgruppe Manufactum
Die Generation Twitter ist laut Statistiken übrigens im Schnitt 32 Jahre alt und männlich …
Ich bin zwar erst Mitte zwanzig, aber mir geht es in einigen Dingen ganz ähnlich. Ich sehe Jugendlich die jeden Ego-Shooter gespielt haben, in mehreren Sozialennetzwerken angemeldet sind, sich ins Koma saufen und den ganzen Tag ihre Mitmenschen mit „Musik“ aus ihren Handys beschallen. Aber wehe es muss im Studium bzw. in der Schule mal produktiv und konzentriert gearbeitet werden, dann ist aber Holland in Not. Keine Kenntnisse in alltäglichen Office Anwendungen, an Informationen wird nur das gefunden, was bei Google auf der ersten Trefferseite steht, E-Mails schreiben (so richtig mit Betreff, Struktur und einem verständlichen Inhalt) kann kaum jemand, da ja sonst nur Zeichenlimitiert per SMS, Twitter oder anderen Sozialennetzwerken kommuniziert wird. Aber wehe man sagt mal etwas, dann ist man direkt der Depp und hält sich für etwas Besseres.
Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich bin nicht gegen moderne Technik (im Gegenteil). Nur manchmal wird es mir einfach zu viel. Mir reicht als Kommunikationsmedium E-Mail, SMS, Jabber und das gute alte Telefon. Ich brauche kein Twitter, studiVZ & Co.
Vielen Dank, Ihr Artikel spricht mir aus der Seele, aber ich bin sogar schon über 50, nutze das Internet und die daraus entstehende Technik seit mehr als 13 Jahren.
[Ironie on]
Erschwerend hinzu kommt das Gefühl ständig unterwegs sein zu müssen, die to Go Vermarktung. Haben die kein Zuhause? Oder fühlen sie sich in den angesagten Designermöbeln nicht wohl, dass sie ständig to Go oder auf der Flucht sind? [Ironie off]
Mit 28 Jahren stecke ich irgendwo dazwischen. Ich kenne noch all die guten alten Sachen, von denen man so gerne in Nostalgie schwärmt: MSDOS, Raider, Zeiten ohne Handys, Fernsehen ohne die alltägliche Dosis Wahnsinn und Trash.
Trotzdem fühle ich mich auch der Generation Internet angehörend. Der aktuelle Fortschritt hat inzw. ein rasantes Tempo angenommen. Ich bin auch gespannt, was sich die Kreativen noch so ausdenken und was von der Masse getragen wird.
Während ich also jetzt mit ICQ, Facebook, Skype etc weitermache, werde ich den nächsten Spieleabend mit ein paar guten Freunden vorbereiten.
Mir hat diese Artikel gut gefallen.
Ein bisschen habe ich mich und viele Bekannte wieder erkannt.
Nur: Ob ich Musik mit Genuss (also ohne Störungen) hören kann, ob ich auch mal eine Woche ohne INet sein kann, ob ich mit einem Telefon nur telefoniere oder sonst was alles anstelle, all das liegt doch ganz allein bei mir.
So mache ich an jedem elektronischen Gerät was ich habe (Kamera, Handy, PC etc.) allen überflüssigen Lärm aus. Das Handy wird in der Freizeit abgeschaltet (ja richtig: "Aus"), Emails rufe ich ab wenn ich will (nicht automatisch) und Töne machen die auch nicht. Ich kann SMS lesen und schreiben (sogar in ziemlich korrektem Deutsch), tue dies aber höchsten 2 -3 Mal im Jahr.
Ich nutze gerne moderne Kommunikationsformen, kann aber auch einfach jemanden auf der Strasse ansprechen. Und ich kann den ganzen Elektronik-Zirkus abschalten wenn mir nach Ruhe ist.
Claus
P.S. Fast vergessen: nächstes Jahr werde ich 50
Liebe Ruth,
ich bin schon seit drei Jahren 40, war (leider) nie bei
den ersten in technischen Dingen... aber dann doch
irgendwann dabei... und das schon seit einigen Jahren...
und mir geht es ähnlich wie Dir ...
Manchmal frage ich mich, ob ich vielleicht doch mal mit
einer Schafzucht anfangen soll... *lach
Machst Du mit?
LG, Pert
Im Altersheim: "Jetzt noch ein bisschen chillen, dann... weiterchillen"
Genialer Spruch, danke für den Lacher des Tages!
Also ich glaube ja, dass das alles erst mal so ein Hype und Ausprobieren ist. Das wird sich ganz automatisch in den nächsten Jahrzehnten regulieren. Das nervige ist doch nicht die Tatsache, dass man immer und überall erreichbar ist und immer und überall irgendwas von sich gibt. Der Stressfaktor sind doch vielen Möglichkeiten. Twittern, bloggen, smsen, skypen, chatten und, und, und. Irgendwann wird sich das (hoffentlich) auf ein paar Programme, Tools und Standards reduziert haben und man braucht (wie beim Telefon) nur eine Nummer oder Alias um mir, wenn ich das will, eine Nachricht zu schicken. Dann entfällt das nervige gefrage ob man in diesem oder jenem Netzwerk ist. Kommunikation wird dann viel einfacher sein.
Ich bin ebenfalls Anfang vierzig und könnte mich also in dem Text gut wiederfinden. Es gelingt mir aber nicht recht.
Vielleicht weil ich nicht glaube, dass in der Zeit vor dem Siegeszug der PCs so immens viel mehr Äpfel direkt vom Baum gegessen wurden. Vielleicht weil mich die Zuspitzung: entweder Internet-Kontakte oder "echte Begegnungen" als Klischee unendlich langweilt. Vielleicht, weil ich nicht verstehe, wieso man nicht einfach das Handy ausschaltet, wenn man in Ruhe Musik hören will.
Natürlich ist in einer technisierten Welt vieles einfacher, aber manches auch komplizierter und anstrengender geworden. Die Sehnsucht nach alten Zeiten kann aber nicht die Antwort darauf sein. Plattheiten und Klischees sind in jedem Fall nicht geeignet, den Dialog zwischen den Generationen mit ihren unterschiedlichen Lebenswelten zu fördern.
Nicht "Resignation", sondern "Abgeklärtheit" ist gleichermaßen Recht und Pflicht des Alters!
Nicht mehr jedem "Hype" hinterher zu hechten, auch einmal ein Holzmedium (a.k.a. Buch) zur Hand zu nehmen, Füße hoch und Follower Follower sein zu lassen.
Kurz:
Umschalten von "Effektivität" auf "Effizienz"! Nicht mehr immer und alle, sondern wenn's drauf ankommt und die richtigen Werkzeuge benutzen (können). Das sollen die "Lütten" uns erst einmal nachmachen.
Wir werden später in unserer Ergotherapie keine Gummibälle kneten oder Wanderlieder singen, sondern steppen auf der Wii und Verschwörungstheorien über 9-11 austauschen!
Und das Schöne daran:
Die Generation Twitter wird dann in genau dem gleichen Dilemma stecken. Resigniert vor der Technik, unverstanden von der Jugend.
Pah, nehmt das, Facebooker, VZler und Twitterer!
irgendwie scheint mir der Beitrag - geheuchelt.
So ein Musterbeispiel aus dem Hauptseminar "Schreibwerkstatt": Heute setzen wir uns mal kritisch mit den neuen Kommunikationsformen auseinander.
> Da fällt mir ein, dass ich selbst ja kaum noch etwas mit
> mir anzufangen weiß, wenn mal der Internetzugang ausfällt.
Das ist traurig. Aber nichts Neues. Früher wussten Leute nichts mit sich anzufangen, wenn mal der Fernseher ausfiel, und davor wussten Leute nichts mit sich anzufangen, wenn mal der Strom ausfiel (OK, in New Yorker Aufzügen macht man dann Babys...), und davor ....
Ich bin bereits jenseits der 40 und laufe auch nicht jedem Hype hinterher, und mache (auch) nicht jeden Unsinn mit - allerdings habe ich das vor 20 Jahren auch schon nicht gemacht.
Der Text hätte ein schöner, herbstlich-melancholischer Rückblick werden können, auf die eigene, ungestüme Unvernunft der Jugend, wenn darin nicht so sehr auf die Klischees gedrückt worden wäre.
Weisheit kommt nicht automatisch, wenn man sich der 40 nähert.
Boah, die Kommentare ziehen einem ja hier teilweise die Schuhe aus! Dann weiß ich ja bescheid, habe früher auch Ego-Shooter gespielt und bin in sozialen Netzwerken angemeldet und deshalb bin ich also zu blöde für mein Studium und sauf mich regelmäßig ins Koma? Danke @Erika
Mit meinen 57 Jahren sollte ich wohl ein dreifach Hoch auf diesen Artikel ausstoßen, was mir aber nicht so ganz gelingen will. Ich nutze Twitter, Facebook und Google Wave (wird m.E. sehr überschätzt), blogge, moderiere ein Internetforum und gehöre ansonsten zu denen, die den Trillian Messenger nutzen, weil sie damit ihre AIM, Yahoo, MSN, ICQ und Skype Account prima vereinen können. Bin ich deshalb die Ausnahme von der "Regel"? Nein! Ich nutze lediglich die Möglichkeiten, die mir hilfreich und nützlich erscheinen. Was ich nicht brauche, tu ich mir auch nicht an. (Meinen Fernseher habe ich z.B. schon vor Jahren in den Keller verbannt, da ich die geünschten Informationen im Radio so ganz nebenbei bekomme.)
Die Möglichkeiten dazu stehen doch jedem - ganz unabhängig vom Alter - heutzutage weit offen.
Wir leben in einer Zeit des "kann, muss aber nicht" und ich schätze das sehr. Mein Handy z.B. kann Fotos machen.. ich nehme dennoch lieber eine Kamera.
Ich wünschte mir mitunter allgemein einen etwas entspannteren Umgang mit den Möglichkeiten der heutigen Zeit. Wer will, kann immer noch Äpfel direkt vom Baum essen und Raider gibt es auch wieder
Wie sagte doch ein weiser Mensch, dessen Name mir entfallen ist (wohl ein Tribut ans Alter)? "Jede gute alte Zeit war irgendwann einmal die schlechte neue Zeit."
Grüßle, Sec
Ein schöner Text, in dem ich mich, zumindest ein klein wenig, auch wieder finde. Aber nur fast.
Ich bin jetzt fast 38 Jahre alt, mein Einstieg in die Computerwelt begann 1984 mit einem C64 (natürlich!), und seit dem habe ich immer mit Computern zu tun gehabt. Das erste mal online war ich Anfang der 90iger, damals noch per Analog-Modem mit einer lokalen MailBox. Das Internet in der heutigen Form war noch etwas ziemlich exotisches.
Und obwohl ich vielleicht auch schon zu den Dinosauriern zähle, habe ich einen Twitter-Account, den ich auch gerne nutze. Aber nicht, um aller Welt mitzuteilen, an welcher Körperstelle es mich gerade juckt. Ich nutze Twitter hauptsächlich als eine fast unerschöpfliche Quelle für Inspirationen, Rohmaterial für meinen Job usw.
Das ist das tolle an unserer Zeit: die Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, sind fast unbegrenzt. Ich finde das ganze sehr spannend, und bin froh, als Webdesigner die Möglichkeit zu haben, aktiv an der Gestaltung des Mediums Internet mitwirken zu können (natürlich nur in einem kleinen Rahmen). Und ich bin auch sehr gespannt, wie sich das ganze in den nächsten Jahren noch entwickeln wird.
Hallo erst mal! Ich kann auch beides. Gehe arbeiten und am Abend dann ins Internet und twittere und skype. Wenn man seiner Arbeit nachgeht und die reale Welt um sich nicht vergisst, finde ich das in Ordnung. Habe auch neben Twitter noch mit vielen realen Menschen zu tun. Bei mir klappt es das alles unter einen Hut zu bekommen...
Ich danke Ihnen sehr für Ihre Worte, die mir so sehr aus dem Herzen geschrieben sind. Klar mit meinen fast 48 Jahren ist das auch kein Wunder, über 10 Jahre Interneterfahrung und einem Mann der selbst in dieser Branche sein Geld verdient.
- ich sag immer, Technik die begeistert.
Aber es macht auch Spaß immer wieder Neues auszuprobieren und ehrlich, ich hätte auch gern ein Handy mit dem ich alles unter einen Hut bringen kann
Twitter gehört dazu genau wie ICQ und wie sie alle heißen. Ich denk manchmal über die Köpfe nach, die all diese Dinge erfinden, programmieren und umsetzen und ich glaube handelt sich dabei eben genau um diese Twitter-Generation.
Früher habe ich als Graffiti-Artist Wände geprüht, dass hieß dann "bombing", zu den Amiga-Zeiten habe ich dann auch noch Intros programmiert und heute eröffne ich (in Kürze) einen Online-Shop für ausgefallene Künstler und deren Kustwerke als Limited Editon Prints...
Im prinzip macht diesen Wandel doch jede Generation mit. Ich denke z.B. gerade an den Gesichtsausdruck meines Vaters, als ich zum ersten mal "geil" als Superlativ verwendet habe - heute heißt dass dann "voll Porno" und da hätte ich gerne meinen Gesichtsausdruck gesehen als ich den zum ersten mal gehört hatte.
Das Leben ist cool und ich freue mich auf die vielen neuen Dinge die da noch kommen werden.
Meine Prognose:
- Das Fernsehen wird eines Tages interaktiv und ersetz zu großen Teilen das Internet
- Es werden bald 3D-Fernsehgeräte herauskommen die wie in Star Wars das Bild als Hologramm projzieren.
- Alles mögliche wird mit hauchdünnen Monitoren überzogen sein (z.B. Verpackungen, Tapeten, papierähnliche Handhelds,...
Ich kann dem teils zustimmen. Ich kenne noch dos und win 3.1. Ich probiere allerdings - habe ich auch nie - jedes neue Ding aus. IM und Twitter habe ich nie gemacht und soziale Netzwerke fand ich immer langweilig, mich stört aber auch nicht, dass andere das machen. Ich habe früher viel in Foren geschrieben, was mich aber irgendwann gelangweilt hat. Die Zeit reicht auch einfach nicht aus, das ganze Zeug intensiver auszuprobieren. Was mich teilweise nervt ist, dass man heute wirklich acht Stunden ma Stück bei der Arbeit am Computer sitzt. Der Laie soll heute Aufgaben erledigen, die früher von Experten gemacht wurden: Foto- und Videobearbeitung, Graphiker-Aufgaben, Textredaktion. Da kann eh nur Mittelmaß rauskommen, aber die Firma freut sich, weil sie billig davon kommt.
Also wenn das Ziel dieses Textes war, wild Klischees zu sammel und die gute alte Zeit zu preisen - nun dann hat er ins Schwarze getroffen.
Ich bin 22. Ich gehöre zu der Generation, die "Digital Natives" genannt wird. Dennoch war mein erstes Telefon eins mit Wählscheibe. Ich hatte als Kind Brieffreunde, mit denen ich mich begeistert über Pferde oder die Kelly Family ausgetauscht habe. Und auch wenn es vor meiner Zeit war, weiß ich, dass Twix mal Raider hieß.
Ich nutze die neuen Medien gern und exzessiv. Mein Freindeskreis ist über ganz Deutschland verteilt. Ich nutz Twitter, Skype, Facebook und E-Mails, um mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Um von ihnen zu erfahren, was sie tun, was sie fasziniert, was sie interessiert. Das führt aber nicht dazu, dass ich mich mit den Leuten nicht mehr persönlich unterhalten kann. Im Gegenteil: Ich kenne mehr Interessen und Ansatzpunkte, mit denen ich Gespräche beginnen kann.
Zumal nur ein sehr kleiner Teil meines Freundeskreises tatsächlich twittert.
Ganz abgesehen davon, wurde Neues von den Alten schon immer verteufelt. Als die ersten Platten kamen, hieß es das Radio stirbt, als Kassetten und CDs diese ablösten, wurden sie verteufelt. Fernsehen führt zu Vereinsamung und Handystrahlung macht Krebs. Immer frei nach dem Motto: "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht"
Vielleicht sollte man sich einfach mal auf etwas Neues einlassen, sich damit befassen, es differenziert betrachten, bevor man es Verteufelt.
Aber vielleicht bin ich in 20 Jahren auch so. Der Bauer steckt eben in uns allen.
Prima Artikel, klasse und kontroverse Kommentare.
Besonders der Satz "Wie war das schön, als ich beim Hören von Musik noch nicht ständig aufschreckte, weil ich dachte, das Telefon habe geklingelt oder eine SMS sei reingekommen." bezeichnet wohl eine Situation, die wir alle schon erlebt haben.
Ich find' ihn so gut, dass ich ihn erstmal twittern musste...
http://twitter.com/gwegner_de
Ich bedauere sehr, daß Sie bei den Recherchen zu diesem Artikel auf Twitter nur 16jährige gefunden haben. Meine Erfahrung ist dagegen eine ganz andere und Twitter ist eine große Erleichterung insb. im halbinformellen geschäftlichen Bereich.
Ich persönlich bin nicht der Meinung, daß das Medium an sich eine Rolle spielt. Die Leute unterhalten sich eh über das, was sie möchten und nutzen das Medium, da ihnen dafür gerade passend erscheint.
Schade dagegen auch die im Artikel durchklingende Unaufgeschlossenheit gegenüber Entwicklungen im Netz, steht einer Seite wie Dr Web schlecht zu Gesicht.
Nun, ich bin mit meinen 26 jungen Jahren zwar nicht annähernd so wissend über Dinge die die Vergangenheit betreffen, einfach aus dem Grund weil ich dort noch nicht gelebt habe und auch ich lebe in einer Welt, die sich zwischem dem virtuellen und dem lokalen Leben bewegt. Gerade in dieser Jahreszeit stelle ich fest, wie sich mein kleiner 16 jähriger Bruder immer weniger nach draußen bewegt und die sozialen Netzwerke nur sehr rar sind.
Auch ich habe die letzten 10 Jahre viele meiner Freunde durch das "neue" Medium verloren bzw. die Freundschaft hat sich verloren. Beruflich führt kein Weg an der mobilen Welt im Internet vorbei. Handy, Twitter, eMail, Messenger, Social-Networks alles online und immer auf standby.
Viele meiner Freizeitbeschäftigungen haben sich bei mir auf das virtuelle Leben verschoben. Nun nach 10 Jahren des Hypes, sehne auch ich mich nach etwas Ruhe, Einfachkeit, aber keiner Einsamkeit. Es liegt an jedem selbst, den schweren Grad zwischen der mitlerweile extrem komplexen Welt im Internet und dem realen Leben zu finden.
Seit wann ist Dr. Web dazu da die fehlende eigene Medienkompetenz angereichert um viele bunte Klischees öffentlich in einem Artikel darzustellen?
Auch mit den polemischen und schlecht recherchierten Artikeln von Dieter Petereit verliert Dr. Web immer mehr an Informationswert.
Das war früher auch alles besser.
#DrWebAbSofortKeineStartseiteMehr
Bin 25 und gehöre wohl auch zur "Generation Twitter" ...
Finde es gut, das in dem Artikel, keine klare "ich bin dagegen"-Stellung bezogen wird, sondern es, auf den Punkt gebracht, darum geht, das es halt eine "andere" Welt ist ... Nicht schlechter, nicht besser ...
Jeder sollte das Medium Internet nutzen wie er es für richtig erachtet ...
Selbst ich bin der Meinung, das es "schlimm" ist, das man ohne das Internet fast nichts mehr mit sich selbst anfangen kann, auf der anderen Seite sage ich ... Na und ...
Die Generationskonflikte hat es / und wird es immer geben ...
Gruss
Es handelt sich hierbei um eine "Kolumne" und für eine "Kolumne" finde ich es sehr unterhaltsam.
twitter ist die zukunft.
"Die Twitter-Generation" existiert nicht.
Genausowenig wie es "die Fax-Generation" gibt.
Wie schon von anderer Stelle erwähnt, ist der Durchschnittstwitterer mitnichten der lollende Teenie, der nicht einmal eine korrekte E-Mail schreiben kann.
Dumme Menschen hat es vor 20 Jahren auch schon gegeben, und der Verfall der deutschen Sprache wird schon seit Jahrhunderten beschworen.
Die Autorin gibt selbst zu, vor 20 Jahren gern die verschiedenen Technikspielsachen gekauft zu haben. Was unterscheidet sie von denen, die 20 Jahre jünger sind und es deshalb eben jetzt tun?
Die Äpfelpflückgeschichte ist nur peinlich...
Wer meint, er kann sich ein stereotypes Bild der Jugend zusammenschustern, weil er oder sie "schon" 40 Jahre zählt, wird nicht älter, sondern IST alt.
PS Ich bin nur unwesentlich jünger als die Autorin.
Ich fühle mich - als "Mitte-Dreissiger" mit 10 Jahren Erfahrung
- vor allem von Sec's Antwort angesprochen, Danke dafür!
Ich kenne das Leben noch mit SW-TV und ohne Handy, aber auch wie jetzt grad mit dem iPhone auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn.
Als ich mit Mitte 20 den PC zu meinem Beruf gemacht habe, war das ähnlich wie heute mit den neuen ITK-Hypes; einige lehnten ihn ab, andere haben alles damit gemacht, ob sinnvoll oder nicht. Mein fast 20jähriger Sohn ist mit dem PC aufgewachsen wie ich mit dem Toaster, der benutzt den PC wenn er will und geht mit "Kollegen chillen" wenn ihm danach ist, auch mal ganz ohne Twitter, Facebook, etc.
In meinen Augen ist das die Generation Twitter: Alles kann, nichts muss! Glückwunsch! Ich bezeichne das mal ganz "oldscholl" als Steigerung der Lebensqualität.
Also ich bin wesentlich jünger (fast 20 Jahre) als die Autorin. Aber auch wenn ich Twitter, Facebook, MySpace und alles hab: Ich hab schon mal nen Apfel gepflückt
Ausnahmen bestätigen die Regel! Aber die deutsche Sprache verfällt trotzdem.
ja... der mensch (an sich und verallgemeinert) bleibt dabei der gleiche... hat sich seit der zeit der guten alten griechen nicht wirklich geändert...
Ich bin auch über dreissig, bin mit SW-Fernsehen, Wählscheibentelefonen, Luftpost und Schallplatten aufgewachsen.
Vor allem gibt es heute einen einfachen Zugang zu Information, man muss "nur" den Verantwortlichen Umgang lernen, genau wie mit dem Nahrungs-Überangebot im Supermarkt!
Die heutige Jugend lernt vor allem eines: Die Welt ausserhalb der eigenen vier Wände ist ein gefährlicher Ort, an dem Amokläufer, Pädophile, Konkurrenten usw lauern, in den sie früher oder später hinausgeworfen werden.
An allen Ecken und Enden müssen diese Kinder vorsichtig sein, reibungslos funktionieren und sich am meisten vor ihresgleichen in Acht nehmen.
Das vor allem sollte man mit 40 Jahren verinnerlicht haben, statt mit Sprüchen über "diese heutige Jugend" zu kokettieren.
Bin ja gespannt wo das mit diesen Plattformen noch endet!
Über die Meinungen hier kann ich nur schmunzeln.
Wir habe heute viele Möglichkeiten, gewiß, aber muß man sich davon unter kriegen lassen.
Nein, man muß die Errungenschaften nur richtig nutzen ! Ich bin 71 Jahre und habe keinen
Grund zu klagen. Die Jungen können mir nichts vormachen, zumal sie viel zu wenig wissen. Sie verwenden modernste Geräte, sie konsumieren, aber ahnen nicht einmal, was da für eine Technik und Ingeneurskunst dahinter steht. Und sie nehmen sich viel zu wichtig.
Auch ich kann mit dem PC umgehen, Excel verwenden, habe ein Auto, eine digitale Kamera, ein FS-Gerät, eine HiFi-Anlage, ein Handy, u.s.w.
Ich nutze die Dinge, da wo es sinnvoll ist, mehr nicht. Ich erfeue mich an meinen Bildern, höre Radio, gute Musik, gehe wandern, sehe fern, benutze mein Telefon, das Handy, den DVD-Recorder, sitze am PC, nutze das Internet, und...und.
Also, was gibt es zu klagen. Man sollte über den Hilfsmitteln stehen und sie nicht so wichtig nehmen !
Wir sind Menschen und das sollten wir auch bleiben.!
"Aber wie wird das werden, wenn die Generation Twitter ins Altersheim kommt. Sitzen die dann auch den ganzen Tag im multifunktionalen Rollstuhl und twittern sich zu: „Jetzt noch ein bisschen chillen, dann... weiterchillen“ anstatt miteinander zu reden?"
Ich vermute, es wird sogar noch schlimmer:
Wir twittern dann der Schwester, dass wir auf's Klo müssen
Doch bei all den zu befürchtenden Schreckensszenarien bleibt mir nur zu sagen, dass es mir ähnlich geht. Hm... ist das nun ein untrügliches Zeichen für's Altwerden, (werde im Januar 52), oder eine gereifte Sichtweise?
Ich glaube vielmehr, dass ein gesundes Mittelmaß entscheidend ist. Sich nicht vor neuen Technologien verschließen, ihnen aber auch nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken und Bedeutung beimessen - das Leben findet offline statt. Und mein Handy kann auch ruhig ein paar Stunden am Tag ausgeschaltet bleiben. Ich muss und will nicht immer und überall erreichbar sein, denn sonst würde ich mich unfrei fühlen.
Dein Blog hat mir gut gefallen!
Ich glaube nicht, dass sich etwas geändert hat. Vielmehr war die Zeit von einigen Jahren nach dem 2. Weltkrieg bis vor etwa 5 bis 10 Jahren - wohl nach dem extremen Schock - der einzigartige Ausnahmezustand in der Menschheitsgeschichte seitdem es Zivilisation gibt. Noch nie - glaube ich - war die breite Masse so frei wie in diesen wenigen Jahrzehnten. Ansonsten war die Masse immer irgendwie versklavt und heute ist sie es wieder - allerdings freiwillige, - zumindest oberflächlich - fröhliche Sklaven. Es ist daher vielleicht falsch, diesen Ausnahmezustand als Massstab zu nehmen. Leider.
Elektronische Kommunikation ist freilich leichter - auch automatisiert - überwachbar, als das Gespräch im Kaffeehaus. Sie machen es freiwillig. Es ist gelungen, ihnen die allgegenwärtigen Abhörwanzen in verschiedenen Formen schmackhaft zu machen. Und sie zahlen sogar dafür. Sie, das sind eigentlich wir alle, resp. die meisten von uns und am stärksten betroffen die jüngere Generation.
Heute gefesselt und dressiert von Computerspielen, Fernsehen und Medien allgemein. Und arbeiten für Geld von dem man nicht leben kann und auf Unterstützung - Almosen - angewiesen ist. Das ist sehr traurig. Angestellte protestieren gegen Mindestlohn, in hundert Jahren werden sie vielleicht wieder ihre minderjährigen Kinder arbeiten schicken müssen. 14 Stunden täglich im Bergwerk - wie auch immer das dann ausschaut - kann ja niemandem schaden. Und es kann ja nicht ewig die Gesellschaft die nutzlosen Leute durchfüttern. So in der Art wird sich das dann wohl anhören. Und selbstverständlich ist es fortschrittlich im freien Markt zu leben, wo jeder die Chance hat, sich optimal ausbeuten zu lassen. Und aus Sorge vor der vielen Kriminalität wird jeder überall überwacht.
Die sonderbare Sprache mit ROFL statt wirklichem Lachen kann man auch von älteren Herren haben, die Amateurfunker sind. Die lachen mitunter auch nicht, sondern sagen "kicher, kicher". Das ist einfach eine Sache, die sich ergibt genauso wie Modewörter oder bestimmtes Verhalten, das man eine Zeit lang hat und dann wieder ablegt.
Es liegt überhaupt nicht an der "heutigen Jugend", die freilich nicht anders ist als die Generationen davor. Die Zeit hat sich komplett geändert. An der Jugend erkennt man das, etwas ältere haben das nur noch nicht mitbekommen. Von diesen älteren - dazu gehöre auch ich - gibt es ja einige, die die Technik nur zu ihrem eigenen Vorteil nutzen.
Diese Kehrtwende und gleichzeitige "Modernisierung" gibt mir zu denken. Generation Twitter ist wie ein torkelndes Baby dass nicht wachsen will, es probiert viel aus, aber dabei bleibt es auch. Umso schlimmer finde ich die zum Teil vorliegende Abwehrhaltung gegenüber der Wegbereitenden Generation. Diese Haltung erinnert mich an einen Spielfilm, der von Vampiren handelte, die die letzten Menschen niederstreckten, um in ihrer Vampirgesellschaft ungestört leben zu können.
Ich denke, wenn Generation Twitter alt sein wird, und es viele weitere kleine "Twitties" geben wird, die in ihrer Twittergemeinschaft leben werden, wird es keinen Platz mehr für "Normalsterbliche" geben. Und dass finde ich viel erschreckender als eine Vampirgesellschaft!
Auch wenn ich in Betracht ziehe, dass manches aus Sicht der Kolumnistin überspitzt wurde - was ja auch ihre Aufgabe ist - so finde ich mich doch in dem Beitrag sowie in einigen Kommentaren wieder. Auch ich, der ich noch nicht 40 sondern erst 35 bin, kenne Telefone mit Wählscheibe, Raider (jaja, wird jetzt Twix, sonst ändert sich nix) und den guten alten C64 zu Zeiten als Commodore es sich noch leisten konnte, Werbung beim FC Bayern zu machen (erinnert sich daran noch wer?)
Ich denke die Lösung für die o. g. Probleme ist ein allseits beliebtes Schlagwort, ach nee, buzz word: Medienkompetenz!
Wer zwingt mich denn, dem pubertierenden 13Jährigen via Twitter zu folgen, der mich über die Evolutionsgeschichte seiner Akne informieren möchte? NIEMAND! Auch auf Skyper und Facebook erlaube ich nicht gleich jedem, alles von mir zu lesen, ebenso suche ich mir meine Freunde dort sehr genau aus (halt so wie IRL, also offline). Nichts desto trotz empfinde ich die neuen Möglichkeiten als Chance, angefangen mit der Tatsache, dass ich nicht mehr die sauteuere Auskunft anrufen muss, wenn ich mal eine Telefonnummer suche, über die Tatsache, dass ich öfter mal denke "lohnt sich vielleicht mal in der Wikipedia zu recherchieren" bis hin zu tollen Möglichkeiten, mit meinem Umfeld auch dann in Kontakt zu bleiben, wenn der Beruf mich mal woanders hintreibt.
Oje! Bitte nicht schon wieder ein "das Neue ist so böse und verderblich und das Alte war soo gut" Artikel!
Die gibt's ja zu Hauf und wie die meisten anderen schreiben auch Sie ziemlich einseitig.
Es ist schon klar, dass die Auswüchse der Möglichkeiten keinen guten Einfluss zu haben scheinen.
Aber gänzlich schlecht sind sie auch nicht.
Die Menschen haben schon bei der Erfindung der Dampfmaschine oder des ersten Automobils oder TV Gerätes den Untergang der Zivilisation beschworen. Das ist immer so wenn sich grundlegende Dinge ändern.
Bedenklich sind meiner Erfahrung und Beobachtung nach nicht die Medien selber, sondern der Umgang damit bzw die Regulation.
Klar, wenn ich alles ohne Regeln verfügbar mache und nicht für eine gewisse verwantwortungsvolle Nutzung sorge - läuft eben alles aus dem Ruder.
Aber auch nach der 68er Bewegung sind die Menschen wieder zu einem "normalen" Leben zurückgekehrt nachdem sich eine Generation erst einmal "ausgelebt" hatte.
Das zweite große Problem ist die Geschwindigkeit mit der sich alles entwickelt.
Wo früher unsere Eltern noch moralische Reden schwingen konnten, haben sie heute keine blasse Ahnung mehr was die Jugend eigentlich so treibt.
Aber da helfen keine Pauschalfeldzüge gegen den Verfall von Werten und Ohnmachtsbekenntnisse mit nostalgischen Einlagen.
Viel sinnvoller wäre es doch Artikel zu veröffentlichen, die der älteren Generation klar machen wie wichtig es ist sich auf dem Laufenden zu halten um tatsächlich bedenkliche Ausuferungen zumindest früh zu erkennen und mit den jungen diskutieren zu können, ohne deren Tun als "Spielerei" zu verharmlosen oder "skanalöse Zustände" heraufzubeschwören wo vielleicht gar keine sind.
Ich bin 30 und mach mich auch Sorgen, dass die Freizügigkeit vieler Kids (oder meiner Freunde und Bekannten) mal schlecht auf sie zurückfallen wird (Thema: Facebook & Google = STASI auf freiwilliger Basis).
Aber vielleicht realtiviert sich das schnell wieder und die jungen Leute kommen von selber drauf, dass Twitter, Facebook und technische Spielereien auf Dauer keine Lösung sind. Wir werden ja alle mal älter und weiser.
Und lauf neuesten Studien fangen bereits viele zwischen 15 und 25 an sich wieder aus dem Medienhype zurückzuziehen weil sie keinen tieferen Sinn darin sehen.
Nichts desto Trotz:
Die Jugend mach letztendlich immer was sie will . ABER.
Viele Kids sind sich garnicht bewusst, was für Konsequenzen ihre Online Aktivitäten haben können.
Ein paar Blogs, Foreneinträge, Facebookartikel oder FunPix veröffentlichen ist schnell und gedankenlos erledigt.
Aber da das Internet nicht vergisst kann das unter Umstände zu großen Individuellen Probleme führen, ohne, dass die Kids das überhaupt bedenken.
Hier müsste man von glaubhaften Autoritäten zumindest Aufklärung schaffen.
Dann wird das schon (hoffe ich)