Immer wenn ein Verband oder eine Behörde fordert, Webseiten mögen doch bitte für alle zugänglich und behindertengerecht gestaltet werden, finden das alle gut. Wieso das denn? Alles Heuchelei!
Man schaue sich einmal in anderen Branchen und Medien um. Wer verlangt, Bücher müssten stets auch in einer parallelen Auflage im Großdruck für Sehbehinderte produziert werden? Versandhauskataloge bitte per Verordnung zukünftig auch als Audiokassette verschicken, schließlich sind auch Blinde Kunden? Und das Fernsehen bitte komplett mit Untertiteln und Gebärdendolmetscher aufrüsten, auch Gehörlose sehen zu – kleine Einschränkungen nimmt der 99%ige Rest sicher gern in Kauf…
Diese Forderungen werden nicht erhoben, weil sie unsinnig sind. Nicht weil es technisch unmöglich oder schlechter dahingeheuchelt wäre, es ist schlichtweg zu teuer. Die Verdoppelung der Produktionskosten müsste sich entsprechend auf den Preis auswirken – und zwar für alle, denn für ein paar Prozent rechnet sich das nicht.
In der Welt da draußen gibt es deshalb Verlage mit behindertengerechten Programmen und Firmen, die in diesem, und nur in diesem Markt, gutes Geld verdienen. Ein funktionierender Nischenmarkt. So muss das auch im Netz geregelt werden.
Lassen Sie Ihre Seiten, wie sie sind und überlassen Sie es den Betroffenen, sich eigene zu ihnen passende Portale und Informationsangebote zu bauen. Gern auch mit staatlicher Förderung und Unterstützung der Webgemeinde und der im Netz tätigen Firmen, denn der Inhalt muss irgendwo herkommen.
Niemand aber muss verlangen, dass ausgerechnet Webdesign Quadrate zu Kreisen und es allen recht machen muss. Drei oder vier Versionen einer Site, wer will das wirklich? Und wer kommt dafür auf? Langweilige, aber kompatible Seiten auf der anderen Seite reizen aber die Mehrheit nicht. Behinderte betonen selbst unermüdlich, wie “normal” sie behandelt werden wollen. Bitteschön, sollen sie sich ihre Seiten doch selbst erobern.
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