CSS

HTML 5 und Flash – Koexistenz, statt Krieg

18. Mai 2010
von
Luke Reimer (Übersetzung von Manuela Müller)

Englische Originalversion

Angesichts der teils lautstarken Auseinandersetzungen in der Web Community über HTML 5 versus Flash, konnte ich es mir als Web-Veteran mit gut zehnjähriger Praxis in Webdesign und Flash-Entwicklung nicht verkneifen, mich ins Schlachtgetümmel zu stürzen. Bevor ich Ihnen mein Friedensangebot unterbreite – nämlich die konstruktive Koexistenz von Flash und HTML 5 – seien Sie hiermit gewarnt, dass dieser Artikel von meiner persönlichen Meinung beeinflusst ist, dass es womöglich ein paar Dinge gibt, von denen ich noch nichts gehört habe, und dass letztendlich niemand von uns wirklich wissen kann, was die Zukunft bringt.

Der Einsatz von Flash bis heute

Als Flash zuerst herauskam und dank seiner relativ revolutionlären Möglichkeiten für Furore sorgte, war das Tool viel weniger komplex und einfacher zu bedienen als heute. Ich selbst fing 1999 an, mit Flash zu arbeiten. Die damalige Version 4 wurde noch von Macromedia entwickelt und vertrieben. Sein besonderer Vorteil ist einfach auf den Punkt zu bringen: Flash erlaubte es dem durchschnittlichen Computer-Anwender, ohne besonderes Talent oder Ausbildung grafische Webdesigns zu erstellen und mit einfachen interaktiven Elementen auszustatten. Das war in der chaotischen Netzwelt der Netscape- und IE4-Aera ein ziemlich starkes Feature.

Es dauerte nicht sehr lang, und Flash wurde zum Generieren kompletter Websites eingesetzt. Dieser Trend verstärkte sich mit zunehmener Verbreitung von Actionscript. Web-Kreative sparten dank Flash schlicht und ergreifend viel Entwicklungszeit ein. Gleichzeitig lösten die Animationen viel Bewunderung aus, waren sie doch von den statischen und textlastigen Geocities-HTML-Seiten um “Lichtjahre” voraus.

Für meinen Geschmack begann kurz nach dieser Zeit der übermäßige und inflationäre Gebrauch von Flash. Man kann es mit dem Einsatz von HTML-Tabellen vergleichen – ein Framework, das für einen bestimmten Zeitraum die Web-Industrie revolutionierte, hatte sich durch übermäßigen Gebrauch abgenutzt und wurde infolgedessen wieder für den eigentlichen Zweck eingesetzt (nämlich dazu,  Reihen von Daten statt Spalten und sonstige Bereiche von Webseiten aufzunehmen und in Form zu bringen.)


Grafik: bnet.com

Warum Flash und HTML 5 sich nicht bekämpfen müssen

Ich habe in jüngster Zeit jede Menge Blog-Posts gelesen, in denen HTML 5 wie eine Art Preis-Catcher dargestellt wird, der sich dazu anschickt, Flash fertig zu machen und nach zähem Ringen um die neuen Webstandards und mit löblichem Pragmatismus zu besiegen. Ich glaube jedoch nicht an dieses Szenario. HTML 5 und Flash sind nicht dafür gemacht, miteinander in den Ring zu steigen oder sich überhaupt irgendwie zu bekämpfen. Ich glaube vielmehr, dass beide ihren jeweils eigenen und wohlverdienten Platz in der Web- und Grafik-Design-Community haben.

Der Platz von Flash

Interessanterweise ist der Platz von Flash nicht allein im Web – am wenigsten ist es für die Produktion kompletter Websites (oder der berühmt-berüchtigten Flash-Intros) geeignet. Auch, wenn Flash mit Sicherheit im Webdesign weiterhin für Werbebanner, Grußkarten oder Spiele eingesetzt werden wird, gibt es zwei Bereiche, in denen es wahrlich glänzen wird, anstatt zu verschwinden.

1. Unternehmenskommunikation

Der erste Bereich liegt in der Unternehmenskommunikation. Ich arbeite in Teilzeit für einen große internationalen Telekommunikationsdienstleister als Web-Entwickler in einem Multimedia-Team. Dieses Team besteht zum Großteil aus Flash-Entwicklern und es besteht ein riesiger Bedarf an weiteren Flash-Entwicklern. Während Flash im Webdesign an Bedeutung verliert, gewinnt es in der Unternehmenskommunikation und im E-Learning, sei es online oder offline, dank visuell sehr ansprechend gestalteter Trainingslösungen, Handbüchern, Produktpräsentationen, Rundgängen durchs Unternehmen und vieles mehr zunehmend an Bedeutung.

Während Flash-Filme auf einer Website eher simpel und störend wirken können, machen seine Fähigkeiten in der Interaktion mit Datenbanken, PHP-Integration, XML-Codierung, externes Actionscript 3, erweiterbare Plugins sowie die Im- und Export-Funktionen Flash zu einem extrem stabilen Werkzeug, das um Längen besser ist als konkurrierende Techniken und Anwendungen. Flash hat eine profitable Zukunft in der Firmenkommunikation vor sich.

2. Mobile Plattformen

Der zweite Einsatzbereich ist ein sehr vielversprechender, aber derzeit noch etwas turbulenter – sprich umkämpfter Platz: mobile Anwendungen. Eher als zum Erstellen von Web-Inhalten wäre Flash für die Produktion von Anwendungen und den grafischen, interaktiven Elementen für diverse mobile Plattformen ein machtvolles Instrument für Designer und Entwickler und ein Beitrag zur boomenden Mobil-Industrie (zudem könnten wir Designer und Entwickler dabei einen hübschen Profit einfahren).

Warum soll ausgerechnet Flash so gut für mobile Anwendungen geeignet sein? Noch dazu mehr als web-basierte Tools oder Frameworks? Weil Flash als ein sehr mächtiges Entwicklungswerkzeug, das mehr als seine grafischen Fähigkeiten und Animationen zu bieten hat.

Actionscript 3 hat für die komplette Struktur und Funktionalität bedeutende Verbesserungen gebracht, die es Entwicklern erlauben, überzeugendere Anwendungen zu programmieren. Zweitens würde die Beständigkeit und Kompatibilität sicherlich zunehmen, wenn Flash auf plattformübergreifend eingesetzt wird. Selbst wenn die kompletten Web-Standards von sämtlichen mobilen Geräten unterstützt würden, würde das noch lange nicht ausschließen, dass wir bei den Browsern für mobile Geräte dieselben Kompatiblitätsprobleme haben, wie bei den Desktop-Browsern. Wenn Flash jedoch von allen mobilen Geräten untestützt wird und ich entwickle ein Flash-Modul, könnte ich dagegen ziemlich sicher sein, dass es auf der ganzen Bandbreite mobiler Geräte reibungslos läuft.

Unproduktives Gerangel – “Software-Hersteller aller Länder einigt Euch” …

Das derzeitige Gezerre zwischen Adobe und Apple mag zwar entmutigend erscheinen. Bedenken Sie jedoch, dass Android ein Framework mit Flash-Unterstützung herausbringt, während Adobe gerade Version 10.1 seines Flash Players für Smart Phones auf den Markt wirft und Research in Motion sich dem Adobe-Open-Screen-Projekt angeschlossen hat, wodurch die Flash-Unterstützung auf BlackBerry in der nahen Zukunft gesichert ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es besser gewesen wäre, Flash niemals in dem erlebten Ausmaß in einem reinen Web-Umfeld einzusetzen. Allerdings hat Flash eine paar wahre Trümpfe unter der Haube, die es für verschiedene Anwendungsbereiche weiterhin zu einer wertvollen Ressource machen. Einer davon, nämlich die mobile Zukunft, sieht wirklich glänzend aus.

Der Platz von HTML 5

Der ideale Einsatzbereich von HTML5 ist dagegen ausschließlich im Internet! Und das sind wirklich außerordentliche Neuigkeiten. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Umschwung von HTML-Layout-Tabellen zu CSS – eine äußerst befreiende Phase, deren Möglichkeiten und Bedeutung nur wir Webdesigner wirklich zu schätzen wissen. Die Fortentwicklung zu standardkonformen Browsern und die Funktionsvielfalt von CSS 3 und HTML 5 wird unserem Metier neue Höhen und eine Flut wunderschöner und funktionaler Websites bescheren, die wir nie zuvor erlebt haben.

Es gibt zahlreiche Artikel und Ressourcen, die den Funktionsumfang von HTML 5 erläutern. Darauf will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Lassen Sie mich jedoch noch einmal versichern, dass HTML 5 die Zukunft ist und eine sehr schöne Zukunft außerdem.

Das Web in 2 Jahren

Wie wird sie also aussehen, die nächste Stufe des professionellen Webdesigns? Ich mag vielleicht ein wenig idealistisch sein in meinen Annahmen, aber woran ich glaube und was ich wirklich gerne sehen würde, ist dies:

  • HTML 5 und CSS 3 als neue Web-Standards
  • Alle Browser sind kompatibel und standardkonform.
  • Flash wird als eher limitiertes Tool für Multimedia, Spiele und interaktive Anwendungen sowohl online als auch offline eingesetzt.
  • Mobile Plattformen und die Entwicklung von Inhalten stellen das neueste und am schnellsten wachsende Segment der Industrie dar.
  • Flash-Unterstützung ermöglicht die stabile und plattformübergreifende Anwendungsentwicklung.
  • HTML 5, CSS 3 und komplexe JavaScript-Unterstützung in mobilen Browsern

Fazit

Flash wurde in den vergangenen Jahren im Web missbräuchlich und zu viel eingesetzt. Es hat seine Tentakel viel zu tief mit dem Stoff des Webdesigns verwoben und dessen Basis unterwandert. Anstatt sich nun jedoch gänzlich von pragmatischeren Techniken und Frameworks aus dem Feld schlagen zu lassen, wird Flash sich in seine angestammten Bereiche zurückziehen, für die es geschaffen ist und wo es wahrhaft glänzen wird. Der erste Bereich liegt in der multimedialen Unternehmenskommunikation und Lernanwendungen. Was den zweiten Bereich anbelangt, kann man noch keine Vorhersagen machen, das muss die Zeit erweisen – aber wenn es dazu kommt, wird Flash eine bedeutende Tür in die Welt der mobilen Plattformen öffnen.
(tm)

17 Kommentare zu „HTML 5 und Flash – Koexistenz, statt Krieg
  1. cor am 18. Mai 2010 um 16:11

    Flash auf mobilen Endräten? Habe ich irgendwas verpasst oder haben sie das Problem des Ressourcenhungers von Flash in den Griff bekommen? Auch mit dem Rest kann ich mich nicht anfreunden. SVG ist ein guter Flash-Ersatz für Diagramme und Präsentationen und arbeitet besser mit XML und Programmiersprachen zusammen. Und es ist offen. Adobe hätte seine Technik offen legen sollen,

  2. Jarek Sarbiewski am 18. Mai 2010 um 16:11

    Ich finde den Beitrag sehr interessant doch die Prognose zu idealistisch, was ja auch Luke Reimer selbst gesagt hat. Da ich schon seit Flash Version 5 dabei bin und mich auch schon vorher mit HTML und dann auch CSS beschäftigt habe, kann ich sagen, dass die Zukunft meistens Dinge hervorbringt an die keiner gedacht hat.

    Ich denke, dass die Firmen wie Adobe nicht schlafen und schon einen Ass im Ärmel bereit haben um das Web schon wieder zu revolutionieren. Doch bis jetzt steckt HTML5 in den Kinderschuhen und für Adobe macht es aus diesen Grund keinen Sinn sich gross gedanken zu machen. Es werden auch noch Jahre vergehen bis HTML5 überhaupt mal überwiegend für Webpräsentation verwendet wird. Auch wenn alle neuen Versionen aller Browser HTML5 überwiegend unterstützen werden sicherlich wenige die neusten Versionen eines bestimmten Browsers verwenden. Man bedenke, dass der IE6 immer noch am häufigsten verwendet wird obwohl schon die Version 8 in den Startlöchern steht.

    Wenn es dann wirklich soweit ist, dass HTML5 der neue Standard ist dann könnte ich mir bei Flash die volle Hardwareunterstützung der Grafikkarte vorstellen. Das würde das Web wirklich revolutionieren. Wie schon erwähnt wird es aber zu früh sein solche Dinge jetzt schon herauszubringen, da es sich in der Vergangen immer wieder bewährt hat Dinge langsam auf den Markt zu bringen. Sei es bei Prozessorherstellern oder auch bei Flash. Damals hat Macromedia auch den Fehler gemacht mit dem Shockwaveplayer, der ja, was die wenigsten wissen, auch schon die OpenGL Schnittstelle verwendet hat um die Grafikkarte anzusprechen.

    Ich würde sagen, dass Flash die Stellung im Webseitenbereich weiterhin halten wird und sich zudem auch im mobilen wie auch im Home-Entertain Bereich weiter ausbauen wird.

  3. rené am 18. Mai 2010 um 17:17

    Zitat:
    Man bedenke, dass der IE6 immer noch am häufigsten verwendet wird obwohl schon die Version 8 in den Startlöchern steht. -Ende
    @Herr Sarbiewski
    Mir entsteht der Eindruck, dass Sie ca. 1 Jahr eingefroren waren.;-)
    In den Startlöchern steht mittlerweile Version 9, und das der IE 6 am häufigsten verwendet wird, ist 2010 auch nicht mehr der Fall.
    OT:
    Zitat:
    Flash wird als eher limitiertes Tool für Multimedia, Spiele und interaktive Anwendungen sowohl online als auch offline eingesetzt. – Ende
    Das ist es für mich schon immer und nicht erst in 2 Jahren.

  4. DW am 18. Mai 2010 um 17:34

    Also Flash für mobile Engeräte empfinde ich persönlich auch als entwas weltfremd. Insbesondere Deswegen, weil Apple sich tapfer sträubt die Technologie auf ihren Geräten einzubinden. Flash mit HTML 5 zu vergleichen halte ich für etwas recht merkwürdig – auch wenn irgendwann mal ein Browser CSS 3 unterstützen sollte.

    Die Zeiten sind vorbei, in denen JavaScript die Brut des Teufels war. So erlauben Frameworks wie prototype in Verbindung mit scripty ganz hervorragende Effekte, die – wenn richtig programmiert auch von Suchmaschinen gesehen werden können. Sollte sich in den nächsten Browsergenerationen dann auf ein Format zu Darstellung von Video geeinigt werden können, dann ist Flash aus meiner Sicht für das Web abgeschafft. Sinnvoll ist es dann auch nur noch zur 2D-Spieleprogrammierung. Mit O3D von google gibt es aber auch in diesem bereich ganz andere Entwicklungen…

    Mein Fazit: Ist man in der Webprogrammierung unterwegs, lohnt es sich nicht sich mit Flash auseinanderzusetzen.

    Gruß
    DW

  5. Florian Schwegel am 18. Mai 2010 um 18:16

    “Allerdings hat Flash eine paar wahre Trümpfe unter der Haube, die es für verschiedene Anwendungsbereiche weiterhin zu einer wertvollen Ressource machen. Einer davon, nämlich die mobile Zukunft, sieht wirklich glänzend aus.”

    Dem Statement, dass Flash auf mobilen Platformen wichtig wird oder ist, muss ich widersprechen. Apple würgt Flash einfach ab. Die Endusergeräte, die zur Zeit den Ton angeben, sind aus dem Hause Apple (iPod, iPhone, iPad, und die Macbooks). Diese drei Produkte, erschließen die drei wichtigsten mobilen Märkte äußerst erfolgreich. Daher hat Apple bei Plattformen der mobilen Softwareanwendungen sehr viel mitzureden(gerade nach dem Erfolg des Appstores)
    Meiner Meinung nach hat Apple mit dem Ausschluss von Flash aus deren mobilen Betriebssystem sehr recht. Flashanwendungen würden den Appstore qualitativ erheblich schwächen (nicht, dass es keine schlechten Anwendungen gibt, dennoch sind die alle unter einem strengen Regelment erst verfügbar gemacht worden). Flashanwendungen sind ressourcenfressend und daher für mobile Geräte, die keine permanente Energieversorgung haben nicht brauchbar. Letztendlich bestimmt die breite Masse der Enduser welche mobile Plattform sich durchsetzten wird. Apple will qualitativ hochwertige Produkte verkaufen, und das auch im Appstore, weswegen ich es als ihr gute Recht ansehe, wenn sie den ausmisten wie es ihnen passt (auch wenn das den Entwicklern natürlich nicht recht ist).

    Genauso ist im Web Flash immer schon viel zu ressourcenfressend gewesen. Die weit verbreiteten Flashplayer sind langsam, stürzen oft ab, und machen auch Video-Files standardlos. Die Einbindung in Suchmaschinen von Flash basierenden Seiten scheint ja schon besser zu funktionieren, wies aber in der Vergangenheit erhebliche Probleme auf.

    Flash müsste komplett und intensiv neu gestaltet werden, um den wachsenden Anforderungen jemals zu wachsen. Und meiner Meinung hat Flash das in der Vergangenheit auch nie geschafft. Adobe lässt meiner Einschätzung nach extrem nach; das mag zum Beispiel von ihrer Monopolstellung im Designanwendungsbereich kommen. Blame on you Adobe!

    HTML 5 ist ein schon viel zu lange ausständiger Standard, der mit Flash eigentlich nichts zu tun hat. HTML 5 in Kombination mit CSS3 bietet in der nahen Zukunft Entwicklern ein mächtiges Werkzeug. Hier müssten Browserentwickler endlich zu besseren Ergebnissen kommen, weil wenn wir ehrlich sind ist auch Firefox ein schlechtes Programm (viel zu Ram-lastig, und nicht mehr Standardkonform, umständlich und unmoderne Oberfläche). Dass hier Browser nicht schon längst einheitliche Standards vertreten, und ressourcen-schonende, stabile Anwendungen sind, liegt wohl an der Unfähigkeit der führenden Firmen.

    mit freundlichen Grüßen, Flo

  6. Björn am 18. Mai 2010 um 19:05

    Nennt mich einen Apple Fan-Boy (was ich mittlerweile wohl auch bin), aber ich habe Flash auf meinem iPhone bis jetzt noch nicht wirklich vermisst.

    Wenn man den Drang verspürt YouTube Videos anzusehen, gibt es eine App dafür, wenn ich Spiele spielen will, gibt es mehr als genug “Apps” dafür. Das mal so dahingestellt, finde ich persönlich, das Flash (zumindest auf dem iPhone) in ein Geocity/Klick-dir-deine-Website zusammen Zeitalter führen wird.

    Denn dann klickt sich jeder seine App zusammen wie er will und die Qualität ist dann häufig mehr als fraglich – ja, ist natürlich auch bei nativen Apps die in Objective-C geschrieben sind der Fall.

    Ich betrachte schon PhoneGap mit Argwohn. Die Apps die ich bisher ausprobiert habe, kommen eben nicht an nativen Coden ran, vielleicht ist das auch nicht der Anspruch von PhoneGap, will es doch mehr eine Brücke für diejenigen bauen, die eben eine App machen wollen und keine neue Sprache erlernen wollen bzw. sich mit bestehenden Web-Kenntnissen das digitale Arschgeweih “App” auftätowieren lassen wollen.

    Auch das viel zitierte “runs on all mobile plattforms” lasse ich mal so stehen. Denn wer sich die BlackBerry Landschaft ansieht und sieht, was diese verschiedenen OS-Versionen in Sachen HTML/CSS unterstützten, wischt sich diese Illusion schnell aus den Augen.

    Flash auf mobilen Geräten, ob iPhone OS, Android, BlackBerry oder auf ‘ner weniger mobilen Kaffeemaschine – wofür?

    Amen.

  7. Marcel am 18. Mai 2010 um 22:57

    Das Problem ist nicht der Anwendungsbereich von Flash. Das Hauptaugenmerk sollte hier wirklich auf den Präsentationscharakter und der grafisch aufwendigen Lösungen gelegt werden. In diesen Bereichen ist Flash wunderbar aufgehoben. Die Diskussion allein auf Apple und deren Produkte zu beziehen, geht definitiv in die falsche Richtung.

    Das große Manko von Flash sind die Resourcen, die es in Anspruch nimmt. Während man als Webentwickler zusieht, dass das Markup so schmal, Stylesheets so effektiv und Scriptlaufzeiten so schnell wie nur irgendwie möglich sind, ist Flash ein wahres Monster und neigt nach wie vor zu Abstürzen.

    Obwohl Flash sehr netten XML Support mitbringt und sich hier sehr schöne Anwendungen in Zusammenarbeit mit PHP erstellen lassen, sehe ich die Zukunft von Flash außerhalb des Webbereiches oder zumindest abseits von effektiven Webanwendungen.

    Der Focus im Web wird mit dem immer mehr an Form und Gestalt annehmenden HTML5 noch intensiver als bisher auf dynamischen Webanwendungen liegen.

  8. Eric Tuerlings am 20. Mai 2010 um 23:31

    Lange Rede, kurzer Sinn: Flash ist kein W3C-Standard und damit für mich nicht wichtig.

  9. Andreas Becker am 23. Mai 2010 um 16:04

    Ich finde es gut, das mal wieder jemand Flash ein wenig lobt.
    Hab selbst früher viel mit Flash gemacht und Fakt ist:

    Das was heute mit Flash möglich ist und wo es überall angewandt wird, dazu braucht HTML5 falls überhaupt jemals möglich noch minimum 5 Jahre oder mehr. HTML5 als vergleichbare Technik zu nennen bzw. als Ersatz für Flash finde ich lächerlich und realitätsfremd.

    Man denke nur an alle Spieleseiten, Gadgets für Myspace und Co, Audio und Videoplayer, Werbebanner, und und und. Ohne Flash im Moment noch wenig Multimedia-Feeling im Web.

    Außerdem bietet HTML5 ja auch nur das Canvas-Tag in dem man dann Animationen und interaktiv Stuff mit JAVASCRIPT realisieren kann. Das kann HTML5 selbst ja nicht.
    Wo ist da dann bitte der Unterschied zu einem per Object-Tag oder ähnlich eingebundenem Flash bzw. Java.
    Im Prinzip doch das Gleiche!

    Natürlich hat Flash auch seine Schwächen: Suchmaschinen, Prozessorhungrig,….
    Aber dafür bietet es halt auch viel Sound, Bewegtbild, Interaktion,…. und damit würde sicherlich auch der HTML5 Browser so einiges mehr an Leistung ziehen.

    Und der Betriebssystem unabhängige Ansatz von Flash ist für Entwickler, Auftraggeber und Konsumenten immer noch das Optimalste. Ist schließlich auch einer der Gründe warum Java so erfolgreich wurde.
    Und ob Web, Mobile oder TV, im Prinzip ist das Medium ist doch egal. Wenn wir es bis heute im Web nicht schaffen das alle Browser alle gängigen Standards unterstützen um eine Webseite ohne Hacks Crossbrowser-Kompatibel zu gestalten, dann wird es auf mobilen Devices auch nicht klappen…

    Adobe braucht sich keine Sorgen zu machen. Eher denke ich wird Apple seine Strategie nochmals überdenken müssen. Den ein Web ohne Flash ist definitiv ein langweiligeres Web.

  10. sascha am 26. Mai 2010 um 14:47

    Ich bin gerade im Aufbau einer komplett geflashten Firmenwebsite auf Basis einer Flash-Frameworks names Gaia. Ich kann nur Gutes über Flash sagen, wenn es sauber angewandt wird, bietet es Möglichkeiten, die Momentan mit anderen Mitteln niemals so einfach umsetzbar wären. Schaut Euch mal dieses Animationsframework an: Greensock. Super simpel implementiert, angesteuert und mit 1.6 Kb sehr klein. Für den multimedialen Bereich sehe ich noch lange Luft für Flash.

  11. darki777 am 27. Mai 2010 um 03:57

    Diese Diskussion könnte sich ins Endlose ziehen. Auch wenn manche meinen nur Flash könne direkt auf die GPU zugreifen, so ist dies schlichtweg nicht korrekt (siehe WebGL / O3D), auch wenn dies noch etwas dauern wird bis die Technik richtig ausgereift ist, sind damit dennoch vollständige 3D Applikationen und Spiele umsetzbar (manche machens schon vor), über den effektiven Einsatzzweck kann man sich streiten.

    Letzten Endes sollte man an die langwierige Zukunft denken, nicht in der Gegenwart verharren und eher darüber nachdenken in welchem Arbeitsumfeld man sich in ein paar Jahren sieht oder sehen möchte. Ich selbst habe Flash seit Version 5 benutzt und damit Anwendungen entwickelt, bin aber komplett auf HTML / CSS / JS / “und was es sonst noch gibt” umgestiegen, da es auf lange Sicht gesehen die Zukunft und der Standard des Webs ist und sein wird, Flash dagegen sehe ich in anderen anwendungorientierten Bereichen als gut funktionierendes Gesamtkonzept, auch wenn ich die guten alten Flash Zeiten sehr vermissen werde, habe ich mich davon schon längst verabschiedet.

    @Anreas Becker/…
    So wie Sie Flash präferieren und Ihr Statement argumentieren, könnte man fast meinen, Sie hätten noch nie (ausreichend) mit etwas anderem gearbeitet als Flash, um überhaupt ein objektives Statement mit einzubringen oder haben Sie die letzten Entwicklungsjahre verschlafen? ;)

    @Sasha/…
    “…sehe ich noch lange Luft für Flash.”
    Ach, eine magische Krisallkugel, wo kann ich die kaufen? Wenn Sie in die Zukunft sehen können, dann glaube ich Ihnen das sogar, aber ich gehe einfach mal von der Annahme aus dass Sie das nicht können :-)
    So rasant und kontinuierlich wie die Entwicklung voranschreitet ist im Moment alles möglich, “Open End”. Ebenso kann ich auch nur sehr Vieles und Gutes über Flash sagen, aber das ist nicht das Thema, dies könnte ich andersrum wieder genauso gegenargumentieren, aber es würde zu nichts führen :-)

    “…die Momentan mit anderen Mitteln niemals so einfach umsetzbar wären”
    Manche meinen auch funktionsbasierte Projekte wären einfach einfach, weil Sie nur einfach sind, aber wer wissend weiß, dass objektorientierte Projekte nicht einfach sind, weil sie für die Zukunft einfach sind, so fehlt einem nur der Wortschatz “mehr” zu können ;) (ist gesamtheitlich zu deinem Satz als Idiom zu verstehen)

    P.S.
    Daher einfach mal abwarten, Tee trinken und schauen was die Zukunft bringt :-) Solche Diskussionen wie “HTML5 vs. Flash” sehe ich ohnehin als irrelevant, aber dennoch als amüsant anzuhörenden Zeitvertreib :-)

  12. Jean Marie am 27. Mai 2010 um 15:56

    Mein Senf:

    Wie schon teils vor mir gesagt – sinnlose Diskussion. HTML(5) und Flash in Konkurrenz zueinander zu sehen, ist meiner Meinung nach eher fragwürdig.

    Wer Webentwickler ist und sich halbwegs auskennt, kann bei diesem Thema eh nur müde lächeln.

    Gruß,
    JeanMarie

  13. Henryk Rödel am 8. Juni 2010 um 23:12

    Bei dem Thema stimme ich Jean Marie zu. Ich kann mir garnicht vorstellen, dass HTML5 jemals mit Flash herankommt :) Adobe schläft nicht, sondern entwickelt sich von Jahr zu Jahr ebenfalls weiter. Vielleicht könnte HTML5 bei dem Intergrieren von Videos eine Konkurrenz werden, mehr aber nicht.

  14. Rolf Moczarski am 13. Juni 2010 um 11:36

    Da muss ich mit Henryk einstimmen, Flash wird ja auch nicht stehen bleiben.

    Aber Super Artikel, vielen Dank

  15. [...] im Smashing Magazine und auf Dr. Web am selben Tag jeweils der Originalbeitrag und dessen deutsche Übersetzung, “HTML 5 und Flash – Koexistenz, statt Krieg”. Auf Dr. Web bekam dieser Beitrag bislang 14 [...]

  16. [...] New: For a German translation of this article – please follow this link. [...]

  17. dennis am 22. August 2010 um 16:15

    Bullshit. Flash ist kein allgemeiner Standar und gehört deswegen ersetzt. Bitte aufwachen! Das hat auch alles keine “funktionalen” Gründe …

    Bei Techniken die im Web verwendet und zu Standards entwickelt werden sollen ist es wichtig das sie a) verfügbar sind und b) robust sind… das ist im “absoluten” Sinn gemeint.

    Beides erfüllt Flash nur mangelhaft.

    1) Techniken die von der Weltgemeinsachaft im Web genutzt werden sollen, dürfen nicht von einer Firma unter Patentschutz gestellt werden… deswegen muss auch Apple, Microsoft, Siemens, Frauenhofer, etc Abstand nehmen von h.264-Video (oder die MPEG LA muss den Codec freigeben und auf Ihre Milliarden verzichten).

    2) Zudem: Flash ist “binary” … jede andere Webtechnologie ist im Klartext lesbar und editierbar. Das ist wichtig, nicht nur für Entwickler, sondern auch für alle anderen die mit diesem Format umgehen müssen (Suchmaschinen, sonstige Parser-basierte Technologien).

    Um mit Flash arbeiten zu können, muss man sich erst ein SDK installieren. Für HTML/JavaScript/etc reicht ein einfacher Texteditor aus.

    Tools für Flash schreiben ist nicht möglich ohne das es nicht von Adobe geduldet werden muss … Flash wird also in seiner Fortentwicklung ausschliesslich von Adobe kontrolliert.

    Etc, etc … da gibt es also jede Menge Bruchstellen.

    Flash ist also keine robuste Technologie in diesem Sinne.. und weil es patentrechtliche Ansprüche seitens eines einziegen Herstellers gibt, ist die Technik im oben genanten Sinne auch nicht wirklich “verfügbar”… zu jeder Zeit,für jeden, ohne rechtl. Einschränkungen.

    Weg mit Flash … lieber die Bewegung innerhalb der Herstellergemeinde von Browsern nutzen und dem Web das geben was es für eine freie Weiterentwicklung durch die Nutzer braucht:

    Standards die jedem gehören und von jedem verwendet werden können ohne Einschränkungen!

    Dennis

Ein Kommentar? Schön!

Wir freuen uns immer über Leser, die durch nützliche und konstruktive Beiträge zum Thema eine Diskussion anstoßen oder den Artikel mit weiteren Informationen anreichern. Alle Kommentare werden in diesem Sinne moderiert. Zum Kommentar-Fairplay gehört für uns auch der Einsatz von rel="nofollow". Bitte verwenden Sie zudem als Namen weder eine Domain noch ein spamverdächtiges Wort. Vielen Dank!