Dieser Beitrag nimmt am Dr. Web Autorenwettbewerb teil. Sie helfen dem Autor durch Ihr Feedback und Ihre Kritik in Form eines Kommentars. Diese fließen ebenso wie der erzielte Traffic und eventuelle Verlinkungen in die Entscheidung über die zu gewinnenden Preise ein.
von Jenny Habermehl
Jeder, der einen dieser Berufe gelernt hat oder gerade lernt, kann mich verstehen. Man lebt 24h, 365 Tage im Jahr diesen Beruf.
Es fängt schon an, wenn man zu Hause sitzt und einige Werbeprospekte der Supermärkte von nebenan auf dem Tisch liegen hat. Manchmal grenzt es schon an Körperverletzung, sich diese an zu schauen. Knallige Farben, schlecht freigestellte Artikel auf knallig gelbem Hintergrund mit einem fetten Schlagschatten verziert „schweben“ diese Produkte daher. Von der Typografie ganz zu schweigen. Okay, es ist wohl auch oft Absicht, um „billig“ zu suggerieren, aber es gibt auch Märkte, die für „günstig“ bekannt sind und trotzdem ansprechende und professionelle Werbung haben.
Dann gibt es Flyer oder Prospekte, die so wundervoll gestaltet sind, dass man sie sofort mitnimmt. Auch davon habe ich schon einen Ordner voll gesammelt, als Inspirationsquelle.

Läuft man so durch die Stadt, sieht man noch ganz andere Dinge. Da wären z.B. Plakate mit Stockphotos aus Fotolia & Co., die man beim Streifzug zufällig gesehen hat oder sogar selbst schon für einen Kunden gekauft hat. Meistens weiß man noch, woher das Stockbild stammt.
Das Internet ist eine Klasse für sich. Ich verstehe nicht sehr viel von Webprogrammierung, aber ein Bisschen von Webdesign und wenn man sich die eine oder andere Internetseite anschaut, will man eigentlich gleich wieder wegklicken. Blinkende Buttons und am besten keine Struktur in der Navigation, kombiniert mit möglichst vielen verschiedenen Farben, die auf keinen Fall zusammen passen. Aber ein Programmierer hat wahrscheinlich noch mehr zu leiden, wenn die ganze Webseite mit Tabellen oder ähnlichem aufgebaut wurde. Natürlich gibt es auch das genaue Gegenteil, dass Webseiten dermaßen modern und stylisch gemacht sind, dass man sie sofort in seine Lesezeichen aufnimmt und unendlich viel Zeit damit verbringen kann, alle Funktionen aus zu probieren und sich von dem schönen Design und den tollen Bildern verzaubern zu lassen. Ich besitze eine regelrechte Sammlung solcher Seiten.
Doch die Berufskrankheit schleicht sich unbewusst in tiefere Gewässer. Produktdesign beim täglichen Einkauf, selbst bei Bücher-Covern macht sie keinen Halt. Wer hat sich denn noch nicht dabei erwischt, als er beim Einkauf nach der schöner gestalteten Packung gegriffen hat oder erst dadurch aufmerksam auf ein Produkt wurde? Oder beim Gang durch das Bücherregal, man eher Bücher herausgreift, die einen visuell gleich ansprechen?
Produktdesign ist das gefährlichste überhaupt, denn der „Haben-Will-Knopf“ wird sofort gedrückt, wenn etwas vom Design her sehr ansprechend ist.
Zugegeben, es klingt nun mal sehr oberflächlich, wenn man das so liest. Doch es macht einfach mehr Spaß, wenn die Eiskarte vom Italiener ansprechend gestaltet ist und mit Appetit anregenden Bildern bestückt ist. Design lebt man nun einmal. So lange es aber nicht den Alltag bestimmt, sehe ich auch kein Problem darin. Es ist aber immer wieder zum schmunzeln, wenn man sich dabei erwischt, wie man die Zeitschrift beim Arzt durchblättert und nur die Werbeanzeigen darin analysiert.
Wie seht ihr das? Seid ihr auch schon infiziert? Wünscht ihr euch die gute alte Unwissenheit zurück?
(sl),
Für den Wettbewerb können keine Beiträge mehr eingereicht werden, über Autoren freuen wir uns trotzdem. In dem Fall: bitte hier entlang.
Weitere Beiträge:
- 5 Ideen wie Sie wiederkehrende Arbeitsschritte & Marketingprozesse gewinnbringend im Internet automatisieren! Ein Gastbeitrag von Robert Nabenhauer.
- Wachstum durch Facebook-Gewinnspiele: Wie Sie über Facebook virale Gewinnspiele & eine schnell wachsende Fangemeinde aufbauen
- Wie Sie aufmerksamkeitsstarke Prelaunch-, Launch- und Relaunch-Szenarien aufbauen und dabei Viralität, Spannung & Kaufkraft erzeugen
- Wie Sie waschechte Iphone-Apps mit PhoneGAP entwickeln, um am lukrativen App-Markt mitzumischen
- Wie Sie Ihr Shop-Sortiment so präsentieren, dass der Kunde in Zukunft mehr findet und eher kauft! Ein Gastbeitrag von Nicolas Schmidt-Voigt.
- 11 faszinierende BuddyPress-Plugins, um kostenlos aus WordPress ein soziales Netzwerk zu zaubern
- Die Vorboten einer neuen Internet-Industrie! Ein exklusiver Rückblick & Blick hinter die Kulissen der Clickbank-Exchange 2011 in New York.


Bei mir zeigt sich diese “Krankheit” am ehesten im Beisein anderer Personen wie Freunde, Bekannte oder Familie. Nicht selten werde ich angesprochen weil ich schon wieder “seltsam kritisch” irgendetwas anstarre von dem ich den Eindruck hatte es nur kurz und nicht weiter intensiv zu betrachten.
Da meine Arbeit vorangig im Webdesign von statten geht, kommt es oft vor dass ich auf Seiten wegen Details grüble, nicht selten sogar dank Firefox-Erweiterungen wie Firebug direkt den Code umschreibe um zu überprüfen ob mein Empfinden wirklich ein Bild liefern würde das mir eher zuspricht.
Kurz: Ja diese Marotte ist mir nur zu gut bekannt.
Schön, dass es nicht nur mir so geht. Hat man einmal begonnen diese Dinge zu sehen, kann man nur schwer damit aufhören. Auch wenn ich mit der Zeit etwas abstumpfe (was auch gut so ist, denn der Augenkrebs ist überall), werde ich mich wohl immer über gewisse Dinge aufregen müssen. Ich habe nämlich ein richtiges Unverständnis gegen schlechtes Design von mittleren bis etwas größeren Unternehmen entwickelt. Es gibt keine Ausreden dafür, dass man ab einer gewissen Grüße und Reichweite noch immer z.B. Comic Sans für die Weinetiketten verwendet.
Meine Hoffnung ist also einfach, dass das Bewusstsein für gutes Design steigt. Dass man nicht alles selbst pfuscht und zu jemanden geht, der einen gut berät und professionell unterstützen kann.
Ich kann dir nachempfinden.
Bei dem genannten Buchbeispiel muss ich allerdings sagen, dass Bücher zu einem gewissen Teil auch Deko sind, insofern also schon einen gewissen Schönheitsaspekt aufweisen sollten. Wenn ich durch allerlei Buchhandlungen spaziere, sehe ich primär meine Genré-Regale durch. Besondere Buchcover und -rücken ziehen mich besonders an und ich finde das ist auch gut so, denn schließlich sehen sie im heimischen Bücherregal ebenso gut aus, wie im Laden.
Soll allerdings nicht heißen, dass ich jedes schöne Buch kaufe.
Ich habe einige Jahre in einem Land in Skandinavien gewohnt und mich an das dortige Design gewöhnt. Ich war richtig geschock, als ich hierzulande so viel Augenkrebs-Design gesehen habe. (Dort verwenden selbst Discounter Farben die zusammmenpassen z.B. Rot&Gelb das nicht zu grell ist.) Ich kaufe wirklich lieber dort ein, wo ich mich auch Design-mäßig wohlfühle.
*schmunzel* Muss man mehr sagen?
LG,
Turicon
Sex sells
Wie sagt Monk aus der gleichnamigen Serie immer…
“Es ist ein Segen – und ein Fluch.”
Guter Artikel, der die Alltags-”Qual” stimmungsvoll wiedergibt. Mir fielen beim Lesen spontan die grausigen Werbeanzeigen eines in meinem Heimatort ansässigen Autohauses ein, die fernab des Corporate Designs immer mal wieder in einem der viel zu vielen Wochenend-Blätter erscheinen. Die haben noch nicht einmal den Charme von Do-It-Yourself und rufen bei mir gelegentlich ein Gefühl von Fremdschämen hervor.
Man kann und sollte dem alltäglichen Werbe- und Gestaltungsdesaster aber auch eine positive, wenn nicht sogar optimistische Seite abgewinnen: Gäbe es nicht all das Schlechte, hätten wir nicht viel zu tun?! Wichtig scheint mir dabei, sich für einen Kunden ohne jegliches Interesse an Veränderung und Bewegung nicht aufzureiben und einfach mal “Nö, dann eben nich’!” zu sagen.
Ich denke es ist normal, wenn man ein Auge für seine ‘Berufung’ bekommt und auch außerhalb des Arbeitsplatzes analysiert, was andere machen, warum sie es genau so machen und was man selbst hätte anders gemacht.
Habe ursprünglich Elektriker gelernt. Bin allerdings rund 13 Jahre aus dem Beruf raus und sehe immer noch, wenn Schalter/Steckdosen schief eingesetzt und wenn Unterputz-Abzweigdosen unter der Tapete sichtbar sind oder wie Leitungen verlegt wurden etc… Wenn ich Räume betrete, fallen mir als erstes die elektrischen Komponenten auf.
Beim Design kann ich zum Glück auch einfach den inneren Theoretiker abschalten und Ästhetik für sich wirken lassen und genießen, wenn es gelungenes Design ist.
Ich wünsche mir vor allem die Zeit vor der Rechtschreibreform zurück. Da wäre niemand auf die Idee gekommen “aus zu probieren” zu schreiben.
Ansonsten inhaltlich voll treffender Artikel.
Mir geht es genauso. Nur ist mir diese Tatsache erst wieder so richtig in den Sinn gekommen, als ich den Beitrag hier gelesen habe.
Autorenwettbewerb: “Mein Tipp aus der Praxis” oder “Was ich in meinem Arbeitsleben gelernt habe”
Auch wenn dieser Artikel stimmen mag, ist er eigentlich eine ziemliche Themaverfehlung für den Wettbewerb. Das ist die persönliche Meinung der Autorin, die eben mit mehr Schöngeist als andere Menschen durchs Leben zieht.
Ich bin neben all dem, noch Hobby Musikproduzent. Dann geht das ganze im Radio & TV weiter. Billigmusik, Sounds die man von Sample CDs kennt, Sampling von alten Klassikern, Melodien die sich nur um 2 töne von Hits aus den 80ern unterscheiden usw. Es gibt eben nichts was es nicht gibt
Ich arbeite in der Digitaldruck-Branche. Was da an Layouts und Designs in die Maschine wandert, ist schon peinlich. Vielleicht streikt ja irgendwann einmal die Druckmaschine ob der miserablen Arbeiten.
Wenn Agenturen nur noch Billigkräfte beschäftigen, dann dürfen wir uns nicht wundern. Es scheint, dass Design und Grafik heute nichts mehr Wert sind.
Jeder kann Corel und Co. bediehnen, aber was RGB und CMYK ist….
Auch wenn ich der Meinung des Autors durchaus folgen kann, ist mir persönlich nicht ganz klar, worin der Zusammenhang mit der Themenstellung des Autoren-Wettbewerbs liegt. Ist die Erkenntnis, dass Flyer auch schöner sein könnten, eine Erfahrung, die man im Arbeitsleben macht oder worin besteht der Tipp aus der Praxis?
Wo ist der Bezug zur Zielgruppe: “Dr. Web bietet Fachinformationen für kleine und mittlere Unternehmen, die ihr Internetprojekt in eigener Regie betreuen. Ideal für Seitenbetreiber, Webdesigner und Webworker – selbstständig und freiberuflich.” ?
Ich bin immer auch der Suche nach interessanten Artikeln mit Mehrwert, finde diese Stellungnahme aber leider noch nicht ganz ausgereift. Bitte nicht böse sein, aber ganz ehrlich: was weiß ich nach dem Lesen dieser Zeilen, was ich vorher noch nicht wußte?
Gruß
Ali
Ein wirklich schöner Beitrag, wo ich mich persönlich wiedergefunden habe. Denn ich gehöre auch zu diesen Menschen, die sich gerne mal über eine Printanzeige aufregen oder die totale Inspiration dort finden. Allerdings finden ich in meinem Umfeld wenig Begeisterung oder Zustimmung der jeweiligen Anzeigen, da sich die meißten einfach nur für das Produkt und den Preis interessieren und nich wie ich, um das Gesamtbild einer Anzeige wie Typografie, Layout, Raster, Einklinker, Störer, Border, etc.
Genail! Endlich gibt mal jemand wieder, was ich doch täglich mache – bewusst oder auch unbewusst. Muss wirklich zu geben, dass es mir wirklich genau so geht. Oft ist es so, dass ich mich anstatt auf den Inhalt konzentriere, lieber erstmal die Typographie oder die Gestaltung und Farben analysiere und oft denke “man, was für eine Tragödie”.
Schade, der Titel der mich hier hinführte ist leider etwas irreführend. Eigentlich erwartete ich aufgrund des Titels, hier etwas erhellendes oder ironisches über die “Berufskrankheit” Webdesigner (und die anderen genannten) zu lesen.
Liebe Kritiker,
darüber, ob der Artikel wirklich etwas mit der Themenstellung zu tun hat, habe ich auch lange überlegt.
Der Artikel hat etwas mit dem Arbeitsleben eine Grafikers zu tun, oder nicht? Und auch mit der Praxis, nämlich dass das Leben eines Grafikers durch den Beruf beeinflusst wird und wo es sich überall bemerkbar macht. Auch wenn es keine Fachlektüre geworden ist, muss es nicht schlecht sein. Was spricht gegen einen unterhaltsamen Artikel? Ich finde, die Zielgruppe ist getroffen, denn viele erkennen sich wieder und schreiben dies auch.
Das mit der Rechtschreibung: Ist das denn nicht nach der neuen Rechtschreibung? Ich blicke nicht mehr durch, was die ganzen neuen Rechtschreibreformen angeht und in der Berufsschule lernt man nicht mehr viel darüber. Ich habe mich aber sehr bemüht, den Artikel fehlerfrei abzuschicken/ ab zu schicken.
Andreas F: Was hast du denn erwartet? Das würde mich interessieren!
Ich bedanke mich für die Kritik, und natürlich auch den Zuspruch. Ihr seid nicht allein
Ha, mir fällt gerade auf, das Bild ist an ungünstiger Stelle!!! Direkt unter dem Satz, in dem ich gerade davon erzähle, dass es auch wundervoll gestaltete Flyer gibt, die man sofort mitnimmt. Also nicht falsch verstehen.
Einen Absatz höher wäre es passender.
Ich sehe es ähnlich wie die Autorin und empfinde die heutige Welt der Kommunikation und des Designs wie folgt.
Ob Print, Webdesign oder Musik – am Design wird oft zu viel gespart und immer weniger investiert. Dazu kommt, dass in unserer Gesellschaft immer weniger GUTER Geschmack vorhanden ist. Wir geben uns mit zu wenig schon oft zufrieden. Wer achtet heute noch darauf, in welchen Details sich noch Dinge, Formen oder Töne groß unterscheiden?
Die Masse geht mit der Masse. Visuelles Design hat sich heute in der breiten Masse angepasst und angeglichen.
In der modernen Popmusik werden die gleichen Muster immer wieder verwendet, von Lady Gaga über Madonna bis hin zu Beyonce. Websiten ähneln sich schon oft im Aufbau.
Werbeflyer oder Plakate von z.B. Clubs oder Discotheken haben bereits ein bestimmtes einheitliches Design bekommen.
Deshalb denke ich, ist es richtig, gerade in der Zeit der Massenkommunikation und Massenmedien mit offenen und wachen Augen und Ohren durch das Leben zu gehen und Design noch in all seinen Formen detailiert wahrzunehmen – Typografie, Formen und Farben – und somit am Ende nicht völlig abstumpft wie der Rest der Masse. Es ist am Ende keine Krankheit – sondern der noch vorhandene, gesunde Instinkt und der Sinn, sich auf die Suche nach gutem Design zu begeben. Weg von dem Mainstream – hin zu neuen Wegen und Formen im Produktdesign.
Hallo! Netter Artikel über ein alltägliches Problem. Da will ich auch mal fragmentarisch meinen Senf hinzugeben ;
Ich sehe das mit dem “Design”-Müll ähnlich. )
Auch ich arbeite täglich im Web und bekommen da einiges mit, was mich schockiert. Das fängt bei manchen großen Webseiten an, deren Startseiten (meist aus SEO-Gründen) derart mit Inhalten überfrachtet sind, weil alles was wichtig ist immer gleich auf die Startseite muss. Dass darunter die Übersichtlichkeit leidet ist klar. Aber damit nicht genug – viele gut besuchte Seiten haben noch ein Design aus dem letzten Jahrtausend und sind zudem zugeschüttet mit Werbung. Über dem Header, rechts neben dem Menü, zwischen den Zeilen von Artikeln(!) und teilweise nicht vom Inhalt zu unterscheiden, wird Werbung immer geschickter eingepflanzt. Das ist eben die Kehrseite des kostenlosen Internet.
Zu den Discountern fällt mir nur ein, dass ich tatsächlich auch denke, dass diese einfach nur preiswert zu sein haben. Das Schöne ordnet sich hier eben dem Preis unter, ist auch völlig OK, solange ich nicht über Bananenkisten stolpern muss um an die Milchpalette zu gelangen
Aber generell bin ich auch ein optisch gesteuerter Kunde, der lieber etwas schön gestaltetes kauft, als sich auf die Funktion zu konzentrieren.
Zur letzten Frage, ob man sich nicht manchmal nach der guten alten Unwissenheit sehnt: Jein! Einerseits erspart sie einem manches Kopfschütteln über grausame Werbespots, andererseits bin ich froh, ein Auge für Ästhetik zu haben, denn sie bereichert den Alltag doch enorm.
Beste Grüße!
Hallo Jenny,
auch als Design-Laie kann ich deinen Artikel sehr gut nachvollziehen. Wobei ich allerdings hoffe, dass nicht nur vorbelastete Profis bei so mancher Werbung Augenkrebs bekommen, weil sie einfach so bar jeden ästhetischen Feingefühls ist…
Da ja ausdrücklich ein Feedback erwünscht ist, möchte ich aber zwei Punkte erwähnen, die ich an dem Artikel nicht ganz so glücklich finde:
Der Absatz unter dem Bild zum Thema “Stockfotos” ist für mich undeutlich. Was kritisierst du da?
Auch bei dem Ausspruch “Produktdesign ist das gefährlichste überhaupt…” fehlt mir ein wenig die Intention.
Schöne Grüße
R.
woah, ich dachte manchmal geht’s nur mir so! sehr cooler Artikel, mal was anderes – und nebenbei sehr gut nachvollziehbar
Lieber Rüdiger,
danke für deine Fragen bezügl. des Artikels.
Zuersteinmal das Thema Stockphotos. Das ist wohl eher an die Leute gerichtet, die öfter Bilder für Kunden raussuchen müssen, möglichst billig, möglichst gute Qualität. Da hat man so 2-3 Standardseiten, wo man nach Stockphotos sucht.
Die Bilder sind nach Stichwörtern, die auch nur irgendetwas mit dem Bild zu tun haben (könnten), versehen. Das bedeutet, je öfter man schon gesucht hat, desto öfter sieht man immer wieder die gleichen Bilder. Nun läuft man an der Straße an einem Plakat vorbei und erkennt eines der Stockbilder wieder. Da viele Designer ja auf die gleichen Stockagenturen zurückgreifen bzw. Bilder in mehreren Agenturen vertreten sind. Ist es nun besser nachvollziehbar?
Zum Produktdesign:
Sprich: Tolles Design = Haben!
Schon einmal im Internet/im Laden was gesehen, das dich vom Design her dermaßen angesprochen hat, dass du es kaufen wolltest, koste es was wolle, egal ob man es braucht oder nicht oder ob es einen Nutzen hat? Dann weißt du, wovon ich schreibe
Besonders interessant finde ich es, dass manche in den Kommentaren auch von anderen Berufskrankheiten schreiben. Z.B. das mit dem Elektriker finde ich wahnsinnig lustig! Habe gleich meine Steckdosen angeschaut und geguckt, ob die schief sind. Sind sie, ist mir aber nie aufgefallen. Da sieht man mal, wie der Beruf das Leben beeinflusst.
Aber liebe Leute, seht den Artikel nicht als Beschwerde über so viel schlechtes Design in unserer Welt. Es soll eher darauf aufmerksam machen, dass wir “Wissende” mehr darunter leiden und sofort analysieren. Dass es unser Leben beeinflusst, besonders das gute Design.
Perfekt aufgenommen!
Bin auch der Meinung, dass sich keiner wehren kann, sein beruflich bedingtes Wissen vom Alltag fernzuhalten… Und wie so schön gesagt: wenn man Design lebt, ist es erst recht schwer vom Beruf mal eine Auszeit zu nehmen.
Bin zwar selbst nicht beruflich in der Branche tätig, aber allein Praktika und großes Interesse an Desin und Werbung gewährten mir schon einen bedeutenden Einblick.
Schön wie beide Seiten beleuchtet werden – das Design das uns glücklich macht wie auch jenes, das uns einfach nur noch abnervt…
So wie sich viele in dem Artikel wiederfinden werden, wird es vielleicht auch manchen mal wieder erlauben, aus diesem allumfassenden Design-Berufskäfig, in dem sie schon fast automatisch und unbewusst drin stecken, auszutreten. Das meine ich natürlich nicht nur negativ, es ist ja auch oft unterhaltsam oder eben auch eine Wertschätzung der gelungenen Arbeiten – aber ist es nicht die größte Kunst, bewusst mit klarer Haltung sich seinem Berufsfeld zu stellen?
Macht Spaß!
Und man fühlt sich verstanden…
Unterhaltsamer Beitrag um sich die ganze Haltung mal wieder bewusst zu machen
@Jenny Habermehl: “Andreas F: Was hast du denn erwartet? Das würde mich interessieren!”
Naja, “…,Webdesigner und andere Berufskrankheiten” könnte man so verstehen, daß selbstironisch/provokant behauptet wird, “Webdesigner” an sich sei bereits eine Berufskrankheit.
Da hätte ich vielleicht etwas in die Richtung von “Traue keinem Webdesigner” (http://blog.ins.de/Webdesign/traue-keinem-webdesigner.html), allerdings zum Autorenwettbewerb passend, erwartet.
Ich denke, wie auch bei anderen Produkten, gibt es ja auch Werbung für unterschiedliche Klientel.
Versteh mich nicht falsch, ich finde die angesprochen Flyer auch ziemlich furchtbar. Was würde sich für dich aber ändern, wäre der Flyer ganz toll im edlen Design mit feinem Papier?
Der Flyer würde die angesprochene Klientel nicht erreichen, da dem “Durchschnittsmenschen” nicht das Design interessiert, sondern der Inhalt (günstige Preise etc.).
Solange es Menschen gibt, die Nahrungsmittel als durchlaufenden Posten betrachten, wird es “billiges” Essen geben und solange die Verkaufszahlen der Discounter stimmen, wird es auch diese Flyer geben.
Lieber Mario,
hast du dir denn mal den Prospekt von Lidl angeschaut? Ich staune darüber und ebenfalls über die tollen Produktbilder. Was mit Ikea? Ebenfalls Anbieter von günstiger Ware und der Katalog ist unumstritten ein Augenschmaus.
Für mich würde sich so viel ändern: Ich schaue es mir einfach viel lieber an und gerade so ansprechend präsentierte Produkte kommen mir gleich viel wertvoller und auch qualitativ hochwertiger vor, als schlecht freigestellte Produkte mit fettem Schlagschatten schwebend auf knallrotem Hintergrund. Es macht mehr Kauflust. Und genau DAS ist der Knackpunkt.
Den meisten ist es aber wahrscheinlich egal, wie das Produkt präsentiert wird. Das war es mir vorher auch.
Und klar wird es immer diese Werbung geben. Das ist auch okay so. Du kannst ja nur für dich selbst entscheiden, was du kaufst. Ich kaufe auch billige Produkte mit hässlicher Verpackung
Und auch Produkte aus hässlichen Prospekten. Die Produkte sind nicht schlechte oder besser, doch was fühlt sich als Grafiker besser an?
Zum Schluss: Es sollte IMMER auf den Inhalt ankommen. Doch der Wert des Inhalt richtet sich nun eben nach seiner äußeren Präsentation und wenn diese gut ist, dann ist das Ziel der Werbung erreicht
Sorry dass ich so oft schreibe, ich beantworte nur gerne die Fragen und ich hätte den Artikel lieber noch viiiiel länger und ausführlicher geschrieben. Ist nun einmal ein interessantes Thema, auch psychologisch betrachtet.
Ich kann die story total nachvollziehen. Und ich bin erleichtert das ich nicht die einzige bin, die durch die Stadt läuft und sich Plakate anguckt und dann einen Kommentar über die Gestaltung abgibt.
Es ist einfach eine Berufskrankheit, doch ohne sie wäre der Alltag schon langweilig =)
Was da Jenny schreibt ist absolut die Wahrheit, zumindest, wenn man seinen Job liebt und lebt.
Ich nehme immer jedes Werbemittel mit und schaue es mir minutenlang an und studiere es. Ich suche Fehler, aber auch gut gemachte Dinge. Ich lerne aus den Fehlern und Glanzstücken Anderer und sammle sie auch.
Viele gehen an den Briefkasten und werfen alle Reklame weg. Ich nehme es mit und sammle es.
Was das Verpackungsdesign angeht: Das ist bei mir momentan auch ein Thema. Zur Zeit muss ich ein Design für ein neues Produkt erstellen.
Dabei achte ich genau das, was Jenny schrieb.
Ich nutze also den Instinkt des Menschen aus – Das Auge für das Aussergewöhnliche und seine Neugier. Das verbunden mit qualitativem Design.
In der Hoffnung, dass auch Andere (auch ich) sich gut gestaltete Verpackungen auf Regal stellen.
Wer also seinen Beruf liebt wird den Artikel sehr gut verstehen und für gut empfinden.
Grüß
Zu Beitrag 27/28:
Verpackung und Inhalt – Nehmen wir an due gehst in die Stadt und eine junge Dame läuft vorbei.
Auf was achtest du? Natürlich auf die “Verpackung”! Erst später entdeckst du das der Inhalt eben gut oder schlecht ist. Der erste Eindruck kommt eben vom äußeren und von daher sollte eben auch eine Verpackung, Katalog oder auch ein Prospekt eher gut aussehen.
Mag vielleicht etwas absurt klingen, aber im eigentlichen Sinne ist es dennoch gleich.
Hallo,
ja, das “Problem” haben viele die sich plötzlich auch auf der Autobahn überlegen, welche Schriftart das eigentlich dort auf der LKW-Plane vor ihnen ist ..
Finde den Artikel gut, weil er anspricht was uns das allen passiert und die Frage ist, sind wir deswegen “anfälliger” für gut gestaltete Werbung und kaufen eher oder durchschauen wir es besser? Das hätte ich gerne mal wissenschaftlich erforscht – Gruss an die BBC!
Ich habe mal mit einem Freund einen Kinofilm gesehen und wir haben uns über die verwendeten Fonts gestritten … ja – wir sind wohl alle ein wenig geschädigt
Also mir ist das Design, vorallem von Dingen die man Tag täglich benutzt, auch sehr wichtig. Ich würde nicht sagen, dass mir dabei die Funktionen und die Qualitativ egal wären, jedoch spielt Ästhetik bei mir auch eine große Rolle.
Wie du schon richtig sagtest: Es kommt immer darauf an, welche Firma welche Inhalte vermitteln will. Leider sind sich die Firmen der Relevanz einer ansprechenden Gestaltung (und damit meine ich nicht die großen Versandhäuser und Ketten, sondern die Einzelhändler, die die Innenstädte erst zum Leben erwecken) ihrer Produkte zu selten bewusst und ich denke, dass man kein Grafiker/Designer zu sein braucht, um sich immer auch nach dem Optischen zu richten. Das Auge isst (und entscheidet) ja bekanntlich mit.
Ich finde, IKEA hat es geschafft, eine ideale Mischung aus “günstig” und “modern” zu erzeugen. Daran kann man sich ein Beispiel nehmen…
Treffender Artikel! Ich sehe das genau so, denn es passiert mir immer wieder, dass ich beim Einkaufen zu den schöneren Packungen greife oder beim Blättern in einer Zeitschrift eher auf die Werbung achte und bei besonders guten Anzeigen hängen bleibe, um zu sehen, wie sie das gemacht haben.
Doch so richtig ist mir das erst nach diesem Artikel aufgefallen.
Ich musste über mich selbst schmunzeln, als ich mich wiedererkannt habe!
Ja, diese Gedankengänge kommen mir ebenfalls bekannt vor.
Ich sitze im Zug, starre auf die aufwendig bedruckte
Tasche meines Gegenübers. Wie viele Ankerpunkte die Grafik auf der Tasche wohl hat?
Oder sind die Sterne da auf der Keksdose nicht eine
typische Pinselspitze aus Photoshop?
Schon seltsam, mit welchem Blick man die Dinge sieht.
Man sieht ungewollt gleich hinter die Kulissen, auf das Grundgerüst.
Der Artikel ist sehr beeindruckend. Ich hab mir noch nie so gedanken darüber gemacht.
Schon verrückt das man durch die Werbung oft das kauft was man eigentlich gar nicht braucht, aber es hat einen irgendwie angesprochen.
@lesly s
da gebe ich dir vollkommen recht…man kauft die besser gestallteten Dinge eher als die anderen. Danke an den Autor der mir das so bewusst gemacht hat, ist mir nie wirklich aufgefallen. Toller Artikel.
Danke für die Erinnerung an die alte Zeit des Augenkrebses!
Während meiner Ausbildung war das ganz extrem bei mir. Ständig sind mir Werbemittel online wie offline in die Hände gefallen bei denen ich dachte: “wie kann man nur!?”
Mittlerweile hat sich das etwas relativiert – dachte ich. Aber das ist es nicht. Ich nehme nur nicht mehr wahr, dass ich so viel wahr nehme!
Und dann kommt bei mir noch das Problem dazu, dass es nicht nur gut aussehen soll, sondern, dass ich auch Qualität möchte. Letztens hatte ich zwei ähnlich Lebensmittel in der Hand: Das eine in einem top Verpackungsdesign und das andere mit guten Inhaltsstoffen… Ich stand vor dem Regal und habe ernsthaft überlegt welches ich nehmen soll. Ich habe dann beschlossen … etwas anderes zu kochen!
Guter Artikel, ich kenne sehr viele Webseiten die einfach nur ein Graus sind in Punkto Design.
Auch die schlechte Werbung in Prospekten kenne ich, wobei mich als Mann das nicht wirklich sonderlich interessiert ;o)
Sehr interessanter Artikel Jenny!
Die können offensichtlich nix dafür…
Das hilft Leuten wie mir, die in einem ganz anderen Berufsfeld tätig sind, besser zu verstehen, wieso sich die Freunde beim Geburtstag plötzlich über irgendwelche Fluchtlinien auf der Speisekarte unterhalten, anstatt MIR ihre Aufmerksamkeit zu widmen
Wer hat den von uns nicht schon einmal etwas gekauft das ihm sofort ins Auge gefallen ist,
nicht zu letzt Augrund seiner “schönen” Verpackung? Macht die Verpackung den nicht auch
das Produkt interessanter und zugleich spannender? Ich kann dir hier nur zustimmen.
Der “Haben-Will-Knopf” wird aufgrund des Designs, vielleicht sogar Unterbewusst, aktiviert.
Auch ist natürlich die Eisskarte beim Italiener ansprechender wenn diese schön gestaltet ist.
Da läuft einem doch schon das Wasser im Munde zusammen, bevor man den “echten” Becher prall
gefühlt mit leckerem Eis serviert bekommt. Es ist nicht auch das Ziel des Produktdesigns genau
dieses Erlebniss der Aufregung, der Spannung oder am Beispiel der Eiskarte das “köstliche, leckere” zu
suggerieren? Natürlich kann diese sehr gefährlich sein, kaufen wir doch auch Aufgrund der schönen
Gestaltung Dinge die wir eigentlich nicht brauchen. Es ist schon eine gewissen Manipulation mit
jeder Produktgestalung verbunden. Da kann ich dir nur zustimmen!
Gut getroffen!
Hallo Jenny,
ich komme auch aus der Branche und wenn ich Deinen Artikel so lese, kommt mir Vieles sehr bekannt vor. Was in den letzten Jahren immer schlimmer wurde ist die Bereitschaft, für gute Gestaltung auch Geld auszugeben. Ich habe sehr viel mit “Klein-Betrieben” zu tun. Es gibt die Leute, die ihre Websites oder Printprodukte selbst gestalten mit ihren “Profi”-Programmen zu Hause am PC. Das schlimme ist, sie finden es auch noch gut und lassen sich selten überzeugen, einen Profi ran zu lassen. Die Anderen wollen was super Tolles, haben die größten Ideen, aber die erste Frage richtet sich nach den Kosten. Natürlich sind die Kosten immer ein großes Thema, aber die Billig-Billig-Schiene fahren immer mehr. Und als Grafiker wird es auch immer schwerer für die “Kleinen” kostendeckend zu arbeiten.