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Google Web Designer – Mountain View nimmt den kreativen Prozess ins Visier, bietet kostenloses Tool

4. Juni 2013
von

So ganz nebenbei kündigte Google heute die baldige Verfügbarkeit eines kostenlosen Tools mit dem sprechenden Namen Google Web Designer an. Die Ankündigung findet sich lediglich als Randnotiz im Beitrag “thinkDoubleClick: Connecting digital, accelerating growth” des offiziellen DoubleClick-Blogs, in dem man nun wirklich nicht mit Breaking News rechnet. Viel gibt der Beitrag nicht her, aber klar ist: Google nimmt neben der Suche und der Darstellung der Websites über einen eigenen Browser nun auch den kreativen Prozess ins Visier. Konsequent ist das schon…

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Photo Credits: Robert Scoble on Flickr

Google Web Designer – primär für die kreative Anzeigengestaltung?

Googles Werbeplattformen performen außerordentlich gut. Aber nicht zuletzt die AdBlocker-Debatte der letzten Wochen machte deutlich, dass sich an den heutigen Werbeformaten etwas ändern muss. Immer noch viel zu viele Werbeeinheiten kommen stumpf etwa im Flash-Format daher und belasten Geduld und Performance der Besucher und deren Rechner.

Das Blockieren von Anzeigen kann indes nicht im Interesse des kalifornischen Suchmaschinenriesen sein, auch wenn es zunächst lediglich eine auf Publisher, etwa Online-Magazine und Blogs, begrenzte Wirkung zu haben scheint. Im Gegenteil wirkt sich die Problematik direkt auf die Umsätze Googles aus, denn nahezu jede mir bekannte Publikation setzt zumindest teilweise auch auf Google zur Werbeplatzbelegung, und wenn es nur um Restflächen geht.

Immer wieder werden in der Debatte kreativere Werbeformen gefordert, eben Formate, die unterhalten und vor allem nicht nerven. Offenbar will Google dem Problem proaktiv begegnen und den Weg hin zu interessanteren Inhalten beschleunigen. Die Strategie erinnert an den Einstieg Googles in den Browsermarkt.

Auf der Basis von HTML5 soll Google Web Designer (nicht Developer) Kreativen ermöglichen, kreative Werbeformate zu erstellen. Zusätzlich wird Web Designer auch in der Lage sein, Websites und Web Apps zu erstellen. Mehr Informationen gibt der Konzern aus Mountain View derzeit nicht heraus.

Google Web Designer – Homepage-Baukasten on Steroids?

Also, interpretieren wir ein bisschen. Der Name “Web Designer” lässt darauf schließen, dass es sich nicht um ein Coder-Tool handeln wird. Vielmehr deutet die Bezeichnung auf ein Werkzeug hin, mit dem im Stile von etwa Photoshop, InDesign oder meinetwegen auch Dreamweaver Sites per WYSIWYG zusammengestöpselt werden können. Dabei muss das Tool in der Lage sein, Anwendungen, etwa zur Verwendung in den Werbenetzwerken, entsprechend zu paketieren. So betrachtet erinnert das Vorhaben recht deutlich an Flash, bloß ohne Flash.

Nicht klar wird, ob es sich bei Google Web Designer um eine Web App oder eine native App für diverse Plattformen handeln wird. Der Chance, dass es sich um eine Web App handelt, dürfte nicht zuletzt in Anbetracht der stetigen Bemühungen Googles, das eigene ChromeOS durchzusetzen, die höchste Wahrscheinlichkeit zuzusprechen sein.

Sollte das der Fall sein, wird sich zeigen müssen, inwieweit sich Google Web Designer gegen die seit Jahren bestehenden und sich kontinuierlich modernisierenden Website-Builder durchsetzen kann. Weiterhin wird sich zeigen müssen, wie es Google gelingen will, die ohnehin gegenüber Vereinfachungstools skeptische Designer-Gemeinde von den Vorzügen des eigenen Werkzeugs überzeugen zu können. Ich bin sehr gespannt und Sie?

Links zum Beitrag

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

2 Kommentare zu „Google Web Designer – Mountain View nimmt den kreativen Prozess ins Visier, bietet kostenloses Tool
  1. Charly Epic am 5. Juni 2013 um 02:58

    Ich selbst nutze einige Dienste von Google darunter auch Webmaster Tools. Gut finde ich, dass Google darüber Aufschluss gibt, wie man seine Website für die Suchmaschine optimiert.

    Wenn also mit Google Web Designer ein Tool gemeint ist, das den grafischen Teil einer Website überprüft und Ratschläge zur Verbesserung gibt inklusive Guides usw. dann halte ich es für eine gute Idee, wenn ich mich auch gerade frage wie es technisch umgesetzt wird.

    Einen weiteren Design-Baukasten finde ich aber als Webdesigner verständlicherweise eher überflüssig ;)

  2. […] Dienstag: Amen soll verkauft werden. Amen ist dieses komische Bewertungsnetzwerk, dessen Sinn sich mir schon beim Start nicht erschlossen hat. Wie auch immer, dieses (Fake)Bild dazu ist jedenfalls toll. Was haben Pornos, Online Shops und soziale Netzwerke gemeinsam? Sie teilen sich das Treppchen bei den häufigsten Besuchen aus der jungen Zielgruppe. No surprise. „Google nimmt kreativen Prozess ins Visier“. Aha. Mal schauen, wie das zündet. Wie auch immer, es gibt ein neues Tool für Designer. […]

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