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Google Apps, Folge 1: E-Mail


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Mit "Google Apps For Your Domain" zielt der Suchmaschinenbetreiber auch auf den Markt kleiner Unternehmen und Institutionen. Rund um das Hauptprodukt "GoogleMail" ist eine sinnvolle Software As A Service entstanden, die einem sämtliche wesentlichen Möglichkeiten der modernen Kommunikation und des Informationsharing bietet. Heute will ich Ihnen zeigen, wie Sie davon profitieren können, Google Apps E-Mail auch auf Ihrer Domain nutzbar zu machen.

Beispiel 1: Virtuelles Team GmbH

Die "Virtuelles Team GmbH" hat keine Büroflächen. Ihre fünf Mitarbeiter arbeiten ausschließlich per Internet zusammen. Da sie gemeinsam an Projekten tätig sind, ist nicht nur eine saubere E-Mai-Abstimmung, sondern auch das Führen gemeinsamer Kalender, sowie die Bearbeitung von Pflichtenheften, Arbeitsdokumenten oder Kalkulationen erforderlich. Außerdem macht es Sinn, dass jeder Projektmitarbeiter aktuelle Informationen in strukturierter Form online für die Teammitglieder publizieren kann. Die "Virtuelles Team GmbH" (VT) weiß es vielleicht noch nicht, aber sie ist die Hauptzielgruppe des Produktes "Google Apps". Mit "Google Apps" könnte die VT die Komponenten "Googlemail", "Calendar", "Text & Tabellen" und "Websites" integriert nutzen. Im heutigen Beitrag will ich mich jedoch auf die Nutzung der E-Mail-Anwendung beschränken.

Beispiel 2: Familie Meier

In der Familie Meier leben zwei Erwachsene und drei Kinder. Die Kinder sind zwischen 10 und 14 Jahren alt und wollen mit ihren Freunden auch per E-Mail kommunizieren können. Herr Meier kennt die Risiken virtueller Kommunikation und möchte vor allem verhindern, dass seine Kinder mit Viagra, Penisverlängerungen und gefälschten Breitling-Uhren in Kontakt geraten. Er traut ihnen genug Medienkompetenz im Übrigen zu, ist aber hinsichtlich der Vielzahl unerwünscht zugesandter E-Mails unsicher. Auch für Familie Meier macht es Sinn, "Google Apps" einzusetzen.

Beispiel 3: Sportverein Hintertux

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Sportverein Hintertux haben seit Jahren Probleme, ihre Tätigkeiten vernünftig zu koordinieren und zu kommunizieren. Immer wieder werden Termine abgestimmt und von einigen doch wieder vergessen oder nicht weitergegeben. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass in Hintertux die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut und wenn man ehrlich ist, stimmt das auch. Selbst Trainings- und Spieltermine sind Geheimwissen derjenigen, die unmittelbar betroffen sind, und das ist noch der beste Fall. Auch der Sportverein Hintertux würde mit einer kombinierten Lösung aus "Googlemail" und dem "Calendar" sicherlich gute Erfahrungen machen und seine Koordination stark verbessern können. Ganz abgesehen vom positiven Imagefaktor, den es hätte, wenn Hintertux all seinen Mitgliedern eine kostenlose Webmailadresse mit der Funktionalität von "Googlemail" und dem Domainnamen des Sportvereins verfügbar machte. Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass eine solche Lösung die knappe Zeit des ehrenamtlichen Administratoren nur unwesentlich beanspruchen würde.

Gemeinsamkeiten der drei Beispiele

Aus unterschiedlichen Gründen wird in allen genannten Beispielen Wert darauf gelegt, dass die Kommunikation unter eigener Domain erfolgt. Die VT will natürlich mit ihren Kunden nicht unter fremder Flagge kommunizieren. Sollen die etwa denken, dass man sich nicht einmal eine eigene Domain für einen Euro achtzig im Monat leisten kann? Herr Meier hat eine eigene Domain registriert, weil er davon ausgeht, dass unter den Sammelnamen (etwa @gmx.de oder @hotmail.com) der großen Hoster potenziell noch viel mehr unerwünschtes Zeug ankommen wird, als auf einer weniger bekannten privaten Domain. Und der Sportverein Hintertux möchte ein Team-Gefühl erzeugen, um eine stärkere Bindung der Mitglieder an den Verein zu erreichen und nutzt deshalb ebenfalls eine eigene Domain.

Diese drei Beispiele sind echt. The names have been changed, aber die Szenarien sind stimmig. Allen Dreien ist noch eines gemeinsam: Ich administriere sie. Ich breite also hier keine Theoretika aus, sondern Erfahrungswissen. Die umfassendste Nutzung liegt natürlich bei unserer VT vor. Ihr werden wir in der nächsten Folge der Beitragsreihe "Google Apps" wieder begegnen, ebenso wie unseren Vereinsmeiern aus Hintertux.

Vorteile von Googlemail

"Googlemail" ist hinsichtlich seiner Features konkurrenzlos. Dies ist keine kühne Behauptung, sondern eine aus vielen selbst durchgeführten Tests anderer, auch kostenpflichtiger Produkte gewonnene Faktenerkenntnis. Es ist schnell, es ist gut strukturiert, die Nutzererfahrung ist überragend. Ich persönlich nutze Googlemail seit 2005 ausschließlich. Lediglich zu Sicherungszwecken habe ich noch ein Outlook installiert, das ich per Pop3 mit den Googlemails fülle. Dahinter steckt ein Stück Paranoia dergestalt, dass ja schließlich morgen ein Tornado sämtliche Google-Rechenzentren platt machen könnte und dann wären womöglich meine ganzen Mails weg (deswegen auch Pop3 und nicht Imap).

Haben Sie weitere Konten bei anderen Providern. können Sie bis zu fünf Stück davon sowohl zum Senden, wie auch zum Empfangen in Ihr Googlemail-Konto einbinden. Dabei entscheiden Sie, ob über andere Konten eingehende E-Mails auch unter dem Eingangskonto beantwortet werden sollen. Ganz grundsätzlich können Sie bei jeder E-Mail, die Sie verfassen, per Dropdown-Menü wählen, von welchem Konto aus Sie diese zu verschicken gedenken.

Nutzt man "Googlemail" über den Firefox, kann man sinnvolle Plugins, wie Better Gmail, Gmail Space, Remember The Milk For Gmail und schicke Userstylesheets per Stylish nutzen, um so die Nutzererfahrung noch einmal deutlich zu verbessern. Menschen mit mehreren Googlemail-Konten sollten auch mal ein Auge auf den Gmail Manager werfen, der es erlaubt per einfachem Klick von einem Konto zum nächsten zu wechseln. Nutzt man "Googlemail" über "Chrome", ist man in der Lage, "Googlemail" mittels des Setzens einer sogenannten Anwendungsverknüpfung (hinter dem Link erklärt Klaus wie´s geht) das Verhalten einer Desktopanwendung beizubiegen.

Das Killerfeature von "Googlemail" für mich persönlich ist, neben der rasanten Geschwindigkeit der Oberfläche, dem flexiblen, auch über Filter steuerbaren Tagging und dem integrierten Chatclient, der Spam-Filter. Ich kommuniziere seit über 15 Jahren per E-Mail und habe daher den Anstieg der Spam-Mails und den Kampf dagegen live miterlebt und natürlich auch geführt. Dabei machte ich im Fazit durchweg schlechte Erfahrungen. War der Spam-Filter zu rigide, kamen selbst harmloseste Mails nicht mehr durch. Nutzte man eine der vielen Listen, war man darauf angewiesen, dass der Listenbetreiber zeitnah engagiert blieb, was sich zumeist auch als Wunschdenken erwies. Selbst die quasi manuelle Führung einer Spamword-Liste probierte ich vor einigen Jahren. Auch das ist keine Option, will man nicht zum Vollzeit-EDV-Hausmeister verkommen. Zuletzt war ich ganz zufrieden mit den Spamfiltern des Providers Domainfactory, allerdings nicht mit deren Webmailinterface. An den Filter von "Googlemail" jedoch reicht keine mir bekannte alternative Lösung auch nur annähernd heran. Falschpositive, wie auch Falschnegative kommen zwar vor, aber lediglich in einer Größenordnung von ungefähr 1:1000; zu vernachlässigen also.

Insbesondere die Mitarbeiter der VT GmbH sind restlos begeistert von ihrem radikal reduzierten Spammail-Aufkommen. Vor dem Einsatz von Google Apps nutzte man Outlook mit seinem lernfähigen Junkmail-Filter, den man allerdings auch täglich mit neuen Junkmails trainieren durfte aka musste. Man hatte zuletzt nicht den Eindruck, dass überhaupt ein Lerneffekt eintrat. Fand der Mitarbeiter X vor dem Einsatz von Google Apps morgens ins Postfach blickend im Schnitt 200 Spammails vor, so hat sich diese Zahl durch den Einsatz von Apps auf Null reduziert. Von bislang mehreren Tausend Spammails in der Woche sind unter zehn Stück geblieben.

Ein weiterer Pluspunkt besteht darin, dass ein- und ausgehende E-Mails automatisch einem Virusscan unterzogen werden. Eines der Haupteinfallstore für Viren bleibt damit, bei konsequenter Nutzung von Googlemail, geschlossen. Natürlich ist auch weiterhin die Installation einer Virenschutzsoftware zu empfehlen. Immerhin können Viren auch über Websites oder Wechselmedien den Weg auf Ihren Computer finden. Beispielsweise im Google Pack findet sich die erforderliche Software.

Übrigens. Spamfilter und Antivirus wendet Google auch auf diejenigen E-Mails an, die von Konten kommen, die Sie zusätzlich über Googlemail abrufen lassen. Ein Feature, dass man bei anderen nicht einmal kostenpflichtig erhält, gleichzeitig aber die Voraussetzung dafür ist, überhaupt sinnvoll innerhalb eines Googlemail-Kontos mit mehreren anderen Konten zu arbeiten.

Haben Sie ein hohes Mailaufkommen und müssen desöfteren mal eine Mail suchen? Ich habe Outlook 2007 gegen Gmail getestet. In Outlook 2007 musste ich zuerst noch den Volumenboliden "Windows Desktop Search" nachinstallieren, bevor es überhaupt ans Suchen ging und dies dann auch nur zäh. "Googlemail" nutzt offensichtlich die prinzipiell gleiche Engine für das Durchsuchen der Mails, wie für das Durchsuchen des Web. Mir ist noch keine ähnlich schnelle Lösung bekannt geworden.

In der kostenlosen Standardedition der "Google Apps" erhält man derzeit pro User ein Postfach mit einer Größe von 7 Gigabyte. Mein Konto, dass ich seit 2005 konsequent nutze, verwendet von diesen 7 Gigabyte bislang 1,5. Der durchschnittliche Benutzer dürfte also auf Jahre hinaus keinerlei Platzprobleme bekommen. Sollte dies doch vorkommen, besteht die jederzeitige Möglichkeit auf die Premier Edition der Google Apps up zu daten. Diese kostet derzeit rund 45 USD pro User und Jahr, beinhaltet aber dann neben 25 Gigabyte pro Postfach auch noch eine 10-Jahres-E-Mail-Archivinglösung von Postini (aktuell nur in der englischen Sprachversion).

Nutzen für unsere Beispielszenarien

Wie bereits gesagt ist die VT unter Produktivitätsgesichtspunkten restlos vom Spamfilter begeistert. Außerdem findet sie es auch nicht von Nachteil, dass E-Mails künftig als Einfallstor für Viren ausfallen. Sicherlich hätte sich die VT auch für eine der frei verfügbaren Projektgruppen-Softwares entscheiden und diese auf einem eigenen Server betreiben können. Man hatte sich sogar einige Exemplare angesehen. Aber Zeit ist Geld und Geld wird mit Kundenprojekten, nicht mit eigenen verdient. "Google Apps" belastet weder Geld-, noch Zeitbudget. Ein Argument, dem sich gerade kleinere Einheiten nicht verschließen können.

Der Sportverein Hintertux, respektive dessen Mitglieder sind hocherfreut über eine einheitliche E-Mailadress-Struktur. So kann jedes Mitglied die Adresse eines anderen Mitglieds erraten, wenn es den Namen des Mitglieds kennt. Außerdem kommt auch hier, wo es vorwiegend um private PC-Nutzer geht, der Virenschutz und der Spamfilter hervorragend an und beschert dem Vereinsvorstand einen Imagegewinn (obwohl der ja gar nichts dafür kann ;-)). Und der Admin ist zufrieden, weil seine knappe Freizeit mit der Administration von "Google Apps" kaum belastet wird.

Lediglich für Vater Meier musste ich noch ein anderes Problem in den Griff bekommen, bevor auch er seinen Kindern die Zugangsdaten zu deren E-Mailaccounts aushändigte. Sie erinnern sich, dass Vater Meier seine Kids vor Spammails schützen wollte. Das gelingt mit "Googlemail" zwar prinzipiell grandios, hat aber einen kleinen Haken namens Spamcount. Als Spam identifizierte Mails werden in den Ordner Spam abgelegt, der in der Navigation auch sichtbar, also klickbar und damit zugänglich ist. Nun ermöglicht immerhin Better Gmail (FF-Plugin) das Verstecken des Spamcount, also der Zahl der aktuell im Ordner liegenden Spammails, nicht aber das Verstecken des Ordners an sich. Somit hätten Meiers Kinder, neugierig, wie Kinder nun mal sind, jederzeit per einfachem Klick auf das Wörtchen "Spam" Zugriff auf die ganzen Viagra-Mails nehmen können.

Letztlich haben wir für dieses Problem zwei Lösungen gefunden. Die erste, die im Grunde nichts weiter erfordert und sehr wirkungsvoll ist, besteht darin, den Zugang zu "Googlemail" lediglich per POP3 über einen Client, wie "Thunderbird", "Outlook Express", "Livemail", whatever zu ermöglichen. Diese Clients rufen den Spammailordner nicht ab und gut ist. Weil es aber unter Kids offenbar üblich ist, Webmail zu verwenden, reichte Vater Meier diese Lösung nicht aus. Die zweite Möglichkeit ist weniger wirkungsvoll, aber dennoch letztlich die von Meier favorisierte. Sie besteht darin, dass eine Filterdefinition den Spam-Ordner immer sofort leert, wenn eine Mail hinein verschoben wird. Auf diese Weise zählt natürlich der Spamcount nicht hoch und der Spamordner bleibt stets leer. Dafür jedoch füllt sich der Papierkorb, der prinzipiell genauso zugänglich ist, aber nicht über einen Zähler verfügt. Das Risiko, dass seine Kids den Inhalt des Papierkorbs würden inspizieren wollen, hielt Meier jedoch für gering. Ich hätte die POP3-Lösung gewählt...

Habe ich Sie nun für den Einsatz der "Google Apps"-E-Mail interessieren können, werden Sie sich möglicherweise auch dafür interessieren, wie sie in den Genuss des Angebotes kommen können und was Sie dafür wie konfigurieren müssen. Bleiben Sie Dr. Web gewogen und abonnieren Sie den RSS-Feed. In wenigen Tagen geht´s weiter... (tm)

Die Hauptübersicht für die Administration der Google Apps Hauptübersicht für die Administration der Google Apps

Über Dieter Petereit

Gravatarist diplomierter Absolvent des Studienganges Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing, aber bereits seit 25 Jahren in der IT daheim. Seit der Jahrtausendwende ist er bei verschiedenen Unternehmensberatungen tätig gewesen und hat dort KMU in Fragen crossmedialer Marketingstrategien, sowie hinsichtlich konkreter IT-Projekte betreut. Technische Dokumentationen schreibt er seit Ende der Neunziger am Fließband, so dass der Betrieb verschiedener Blogprojekte seit 2005 nur konsequent ist. Website. Weitere Beiträge für Dr. Web: 96

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26 Kommentare zu “Google Apps, Folge 1: E-Mail”

  1. Jörg schreibt am

    Super … Danke!

    Wie müssen die Filtereinstellungen aussehen, damit dies funktioniert? Was sollte ich eintragen in »Von«, »Betreff«, …? Irgendwie trifft doch keines zu.

  2. killerbees19 schreibt am

    Also an eurer Stelle würde ich schon ein wenig vorsichtiger sein. Denn Google alle Mails, Dokumente & Co. anzuvertrauen ist schon etwas extrem. Denn Google hat schon mehrmals gezeigt, dass sie alle Daten aufheben und auch verwenden. Der ganze Hype um die Google Apps ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, denn für diese ganzen netten Features zahlt man genau genommen einen hohen Preis ;-)

    MfG Christian

  3. Dieter Petereit schreibt am

    @Jörg: Du trägst is:spam bei "Mit diesen Wörter" ein. Nehme an, Du meintest das, oder?

    @killerbees19: Wer sind die Guten und wer sind die Bösen? Und sind die Guten wirklich die Guten oder bloß ein bisschen weniger böse als die Bösen? Was ist überhaupt böse und wer kann von sich behaupten, das nicht zu sein? Soll ich SPD oder CDU wählen oder noch was ganz anderes oder ist es besser, ich radikalisiere mich?

    Diese Fragestellungen bringen uns nicht weiter. Ich werde auch zukünftig ideologiefrei Technik beschreiben.

  4. Jörg schreibt am

    Welche Filterkriterien benützt Vater Meier, um den Spam direkt in den Papierkorb wandern zu lassen?

  5. killerbees19 schreibt am

    @Dieter: Ich glaube du hast mich nicht ganz verstanden, aber egal. Ob Google nun "Böse" ist oder nicht muss jeder für sich rausfinden, ich wollte nur darauf hinweisen. Trotzdem: Informativer Beitrag von Dir :-)

    MfG Christian

  6. Dieter Petereit schreibt am

    @Jörg: Er schreibt in die Filtereinstellungen is:spam im Feld "Mit diesen Wörtern". Das ist auf der rechten Seite. Links ist Von, An und so.

    @Christian: Mag sein. Ich reagiere schnell allergisch, wenn es ideologisch wird oder ich annehme, dass es ideologisch werden würde. Jede Medaille hat immer mehrere Seiten. Man sollte grundsätzlich immer versuchen, alle Aspekte eines Themas zu durchdringen, bevor man sich für oder gegen etwas entscheidet. Insofern verstehe ich schon, woaruf Du hinweist. Nur führt das hier regelmäßig zu weit.

    Was den konkreten Fall betrifft. Wenn Du als Freiberufler Deine sensiblen Daten zum Steuerberater gibst, packt der Sie in der regel bei DATEV rein. DATEV ist auch eine privatrechtliche, gewinnorientierte Kiste. Die bieten ihre Software auch als SaaS an. Die Steuerbüros arbeiten per Remote-Desktop direkt in den Rechenzentren. Weißt Du, was die da mit den Daten machen? Weißt Du, was T-Mobile mit Deinen Verbindungsdaten macht? Was mit den Kundendaten geschieht, haben wir immerhin schon gesehen.

    Ich denke Du verstehst, was ich sagen will...

  7. killerbees19 schreibt am

    Ja, verstehe ich. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass nur Google so eine Firma ist, das wäre das letzte was ich mit meinem Kommentar erreichen wollte. Ich persönlich reagiere nur in letzter Zeit etwas allergisch, wenn ich das Gefühl habe, dass Google wieder einmal in den Himmel gehoben wird, weil alle Gratis Angebote ja sooo super sind und ohne Nachteile. Schwamm drüber :D

    MfG Christian

  8. Harry Schmieder schreibt am

    Jeder kann natürlich tun und lassen, was er will und ich möchte mit meiner Meinung auch niemanden bevormunden, belehren oder bekehren.

    Für mich persönlich steht aber fest, dass dieser Hype um Google völlig übertrieben und ungerechtfertigt ist.

    Eine Suchmaschine, bei der valide Websites nach XHTML strict, die noch dazu suchmaschinen-optimiert und barrrierefrei sind, nur gefunden werden, wenn man bezahlt (Adwords etc.), bei der stimmt etwas nicht. Und die unterstütze ich auch nicht.
    Eine Website für Kunden suchmaschinenoptimiert herzustellen ist wesentlich schwerer und bedeutet viel mehr Arbeit, als die Website selbst herzustellen. Muss das wirklich so sein ?

    Meiner Meinung nach bekommt man bei Google nur dann ein hohes Ranking, wenn man so viele Tools wie möglich von denen (be)nutzt und sich für alle möglichen kostenpflichtigen Optionen registrieren lässt. Keywords haben bei Google so gut wie keine Bedeutung (absolut lachhaft !) und man wird gezwungen, bei branchenähnlichen anderen Sites um Backlinks zu betteln !
    Auch das mit der Handhabung der Keywords habe ich bis heute nicht verstanden ! Das Einzige, was damit bewirkt wird ist, dass man seinen Inhaltstext den Keywords anpassen muss. Für mich total lächerlich. UMGEKEHRT muss es sein, wo bleibt denn da die Logik !?
    Nur mit all dem hat man gewisse Chancen, dass Websites irgendwann nach gefühlten 100 Jahren wenigstens mal auf der ersten Seite gefunden wird.

    Also Ihr könnt mich auslachen oder was Ihr wollt, aber ich halte von diesem ganzen Google-Hype absolut nichts und ich persönlich werde auch NIE ein spezielles Tool von Google benutzen und mich auch NIE bei Google registrieren lassen.

    Eine Suchmaschine ist ausschließlich dazu da, Seiten anhand eingegebener Keywords zu finden und anzuzeigen. Das was Google macht, hat damit nichts mehr zu tun.
    Mit ihrer undurchsichtigen Politik und ihren ungerechtfertigten Vorgaben macht Google dem Webdesigner das Leben unnötig schwer.
    Selbst wenn man alle Möglichkeiten ausschöpft, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass Websites auch entsprechend gerankt werden. Das Ganze ist ein einziges Verbange-Spiel zugunsten Googles, sonst nichts.

    Und da ich das nicht einsehe, werde ich für meine persönlichen Sites Google niemals unterstützen und mich den ganzen Vorgaben niemals anpassen. Da ist es sinnvoller, die eigene Website durch Außenwerbung zu pushen, dann wird sie auch bekannt.

    Früher hat es gereicht, wenn man eine Website ordentlich erstellt hat und auf Validität geachtet hat. Dann noch die richtigen Keywords und Metatags eingebaut und schon wurde man in allen Suchmaschinen nach relativ kurzer Zeit gefunden.

    Heute muss man für das gleiche Ergebnis erst mal 10 Semester Google studieren und vergleichsweise einen Haufen Geld ausgeben. Und dazu habe ich absolut keine Lust.

    Für reine Benutzer mag Google ja recht gut sein, für einen Webdesigner sieht das allerdings ganz anders aus.
    Wie kann man zum Beispiel einem Kunden 2 Wochen nach Erstellung seiner Website erklären, dass seine Homepage trotz größter Sorgfalt und Annäherung an Google-Vorgaben noch nicht in den Suchmaschinen gefunden wird. Gibt es jemanden, der auf solche Fragen eine plausible Erklärung hat ? Ich glaube nicht.
    Hat jemand mal versucht, einem Kunden zu erklären, wie dafür zu sorgen ist, dass seine Homepage schnellstmöglich ein hohes Ranking aufweist ? Viel Spaß, kann ich da nur sagen. Dabei tritt nämlich der Inhalt seiner Website plötzlich völlig in den Hintergrund. Und das kann es ja nun wirklich nicht sein.

  9. killerbees19 schreibt am

    @Harry: In einigen Punkten stimme ich dir eindeutig zu, jedoch hatte ich bisher nie das Gefühl für Google etwas bezahlen zu müssen, um gut gelistet zu sein. Ich verwende lediglich GA und Webmastertools von Google und erscheine trotzdem meistens auf Seite 1, Google hat von mir bisher noch keinen Cent gesehen, umgekehrt auch nicht. Wirklich große Optimierungen habe ich auch nicht vorgenommen. Aber vllt. liegt es auch daran, dass ich eine XML Sitemap für alle Suchmaschinen bereitstelle, denn zugegeben: Seit dieser Zeit habe ich das Gefühl besser gelistet zu sein.

    Aber im Großen und Ganzen hast du recht. Es ist absolut unlogisch seine Seite anpassen zu müssen, damit man überhaupt den Hauch einer Chance hat um gelistet zu werden. Denn mit Session-Parametern in der Url oder "zu vielen" Links auf einer Seite, wie es gerade bei Communities fast immer der Fall ist, hat man keine Wahl: Entweder Optimieren oder nicht gefunden werden...

    MfG Christian

  10. SITS schreibt am

    @killerbees19: Besser gelistet durch eine XML-Sitemap würde ich nicht unbedingt sagen. Auf jeden Fall aber schneller gelistet. Und wenn man die Webmaster-Tools nicht nutzen möchte, kann man ja seit einiger Zeit auch in der robots.txt auf die Sitemap verweisen und spart sich so die Registrierung bei Google.
    Irgendwie kommen wir aber etwas vom Thema ab ;-)

  11. Harry Schmieder schreibt am

    @killerbees: Auch ICH habe schon lange eine XML-Sitemap ! Aber auch mit dieser wird meine absolut valide und barrierefreie Startseite nie über den Rankwert 2 hinaus kommen, wie ich befürchte. Geschweige denn die Unterseiten.

    Diese Einrichtung von oder für Google zählt für mich auch noch - gemessenen an allen anderen Google-Maßnahmen - als nachvollziehbar ;-).

    Vor etwa 2 Wochen hatten ca. 10 meiner Unterseiten zumindest eine PageRank 1. Die sind jetzt alle wieder auf 0 !! WARUM ?!?! Was soll das ?!?!

  12. Philipp schreibt am

    Zum Thema Google Apps: Ich finde es toll, dass Google diesen Service anbietet. Daten werden überall erhoben, überall verkauft und sind im Allgemeinen sowieso noch das einzige, womit man im Internet "richtig" Geld verdienen kann, wenn man dem Nutzer irgendeine kostenlose Leistung bieten will. Ich sehe das pragmatisch. Google informiert darüber, wofür die Daten verwendet werden. Wer den Service will, akzeptiert das eben. Wer nicht will: Es gibt tausende Alternativen. Nur eben keine einzige ist so hübsch und so schön integriert. Eine Frage der Prioritäten...

    Zum Thema Pagerank: Meine Seiten haben bei Google alle einen PageRank von 5 oder besser - ohne übermäßige Optimierungen. Was ich gemacht habe:

    1. Viel (guten) Inhalt
    2. Optimierte URLs (seite.de/Artikel/Mein-Artikel.html usw.)
    3. Optimierte Seitenstruktur (das relevante im Code weit oben)
    4. Metatags, Sitemaps, Exportfunktionen

    Am wichtigsten scheint mir aber, dass man verlinkt wird. Deshalb sind diese ganzen Blogs ja auch so weit oben in den Ergebnissen, "Trackbacks" sind ja nichts weiter als Backlink als Automatismus.

  13. Shadok schreibt am

    @Harry Schmieder
    Auf die Sitemap muss in der robots.txt in Form einer vollwertigen URL verwiesen werden. Nur der Dateiname der Sitemap reicht nicht aus.
    Ich habe mal bei der Überarbeitung einer Seite vergessen geänderte Dateinamen in der Sitemap anzupassen. Auch das ist kontraproduktiv.
    BTW: Hast Du die Sitemap mit einem Generator oder per Hand erzeugt?

  14. Harry Schmieder schreibt am

    @shadok:

    herzlichen Dank für Deine Hinweise.

    In meiner robots.txt ist auf die Sitemap mit einer vollwertigen URL verwiesen.

    Die Sitemap.xml wurde von Hand erstellt und sie ist absolut fehlerfrei.

    Aber wie gesagt, danke für Deinen Hinweis.

  15. Dieter Petereit schreibt am

    Dieses Kundengejammer kenne ich ebenfalls zur Genüge. Man kann keine Platzierung garantieren PUNKT Und man kann die Aufnahme in den Googleindex nicht garantieren PUNKT

    Ich halte es aber auch für völlig verständlich, dass Google die statische Website des obertollen Mittelständlers Bandstahl GmbH weiter hinten zeigt als das Informationsportal mit aktuellen Fachinformationen oder den kontinuierlich aktualisierten Blog zum gleichen Thema.

    Ganz abgesehen davon, dass diese Diskussion aber auch absolut gar nix mit Google Apps zu tun. Scheint mir doch sehr "Du hast mich geärgert, mit Dir spiele ich nicht mehr" motiviert zu sein.

    Zum Thema: In Kürze wird hier ein Vergleich weiterer Onlinedienste erfolgen. Jeder muss wählen, was für ihn am besten passt.Leider sind diese Vergleiche in Eigenarbeit sehr aufwändig, weil man schließlich erst einen recht tiefen Einblick benötigt, um Unterschiede überhaupt bemerken zu können. Wer also Google aus nicht produktbezonenen Gründen ablehnt, findet bei Dr. Web bald auch was zu den Alternativen.

  16. TYay0 schreibt am

    Kleiner Tip:
    Ein nettes Feature von googlemail sind die erweiterbaren eMailadressen (sub):

    Alt:
    maxmustermann @ googlemail dot com

    Neu:
    maxmustermann+drweb @ googlemail dot com

    So kann man seine emailadresse mit einem "+" beliebig für verschiedene Zwecke erweitern.

    Cheers

  17. Dieter Petereit schreibt am

    Ergänzung zu 16.

    Beispielsweise könnte man so eine Ideensammlung aufbauen. Man erstellt das Label "Ideen", richtet einen Filter ein, der die Plus-Mailadresse filtert und verlabelt und schickt künftig seine spontanen Eingebungen an adresse+ideen[at]googlemail[dot]com.

  18. Franky schreibt am

    Ich verwende seit langem Outlook, seit dem Release auch 2007 und weder habe ich Spamprobleme noch musste ich Desktopsearch zum suchen installieren. Allein der Junkmail Filter auf Stufe Hoch (nicht Höchste) reicht vollkommen. Zusätzlich kann man mit wenigen Klicks diesen Filter prima konfigurieren. Ein ganz nützliches Plugin für Outlook ist "Frontpage Spam Submission" von Microsoft. Sollte wirklich mal ein Spam durchkommen drückt man einfach nur auf ein Knöpfchen und die ominöse Mail wird an eine Adresse/Team geschickt, die überprüfen warum die Mail durch den Junkmailfilter von Outlook gekommen ist. Auch was die Suche betrifft kann ich nicht meckern. Bisher habe ich immer alles wieder gefunden und ich archiviere im Outlook wirklich 99% meines Schriftverkehrs. Die Suchzeiten waren ebenfalls akzeptabel.

    Das ganze Thema Google hat bei mir einen leicht faden Beigeschmack daher versuche ich soweit es geht immer ohne Google zu agieren. Wer weiß wohin das Thema Google noch führt :). Trotzdem sehr schöner Beitrag.

  19. Müller schreibt am

    Das ist ja gut und schön..... aber google kennt ja dann meine Account-Daten meiner anderen Emailadressen.

    Das heisst doch das google Zugriff auf meine Emails hat bzw den Inhalt dieser Emails für eigene Zwecke nutzen könnte...

  20. Dieter Petereit schreibt am

    @Franky und Müller: Ich kann die allgemeine Skepsis gegenüber Google im Grundsatz nachvollziehen, aber was ist die Alternative? Microsoft? Yahoo? GMX oder andere Unternehmen aus United Internet? Oder SAP, Sage, IBM? Im Grunde ist es wurscht, welchen Anbieter man bei SaaS wählt. Die potenziellen Nachteile sind immer dieselben. Vor allem, wenn man dem Anbieter dann auch noch unredliche Vorgehensweisen unterstellt.

    @Franky: Diese Erfahrungen kann ich nicht teilen. In meinen Szenarien geht es aber auch um wirklich viele E-Mails. Vielleicht liegt da ein Unterschied. Und die Nachinstallation des Desktop Search ist überall da erforderlich, wo nicht schon Vista drauf ist.

    @Müller: Wenn man über T-Mobile, Vodafone etc handyfoniert, können diese Anbieter sogar den Inhalt der Gespräche mitschneiden, wenn sie es denn wollten. Ganz abgesehen von der jederzeitigen Standortbestimmung. Trotzdem handyfonieren Sie, oder?

  21. Jo schreibt am

    Ich suche nur noch verzweifelt nach EINEM Feature: Wo ist die gemeinsame Adressbuchverwaltung? Die ganze VT GmbH, die Familie und der Verein Hintertux haben alle die gleichen Empfänger. Allen gemeinsam ist, dass ein gemeinsames Adressbuch toll wäre. Jeder, der einen Eintrag verbessert, hilft damit allen anderen. Wo ist diese Funktion?

    Wenn Google Apps und Google-Apps-Googlemail dem Outlook in nichts nachsteht, dann sollte diese Funktion doch dabei sein, oder?

    Gruß
    Jo

  22. Dieter Petereit schreibt am

    @Jo: Da hast Du Recht ;-)

  23. Roland schreibt am

    Hallo

    Ich habe eine Frage zu den Kosten:
    Google Apps Professional wird mit rund 40 Euro pro Jahr und Nutzerkonto angegeben. Entspricht 1 Nutzerkonto 1 Email Adresse?

    Google Apps Standard ist gratis und kann auf bis zu 50 Nutzerkonten ausgebaut werden. Ich nehme an, ein Nutzerkonto ist auch hier 1 Email Adresse, korrekt?

    Besten Dank für die Antwort.

    Gruss Roland

  24. Dieter Petereit schreibt am

    @Roland: Teilweise. In meinem Apps-Standard kann ich 200 Nutzerkonten anlegen. Ein Nutzerkonto ist eine Mailadresse, aber eine Mailadresse kann mehrere (beliebig viele?) Aliase haben. So kommt man auf Nutzerkonten mal X Mailadressen.

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