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Google als neuer Trend im Webdesign? – Ein australisches Modelabel probiert es aus!

24. Oktober 2008
von

Jeder kennt Google. Der Begriff “googeln” als synonym für das Suchen (mit Google) im Web hat es ja schon lange in den Duden geschafft. Aber das spartanische Google-Layout als Webdesign-Trend? Eine solche Kuriosität ist mir beim Surfen auf australischen Websites untergekommen: Es geht um den Webauftritt des australischen Modelabels Ksubi (spricht sich “soobie”). Auf den ersten Blick kaum von Google zu unterscheiden. Das charakteristische Google-Logo wurde durch das schlichtere Ksubi-Logo ersetzt.

Was ist denn jetzt kaputt?

Meine erste Reaktion vor allem als ich von der Suchmaschine auf diese Seite geleitet wurde: “Was ist denn jetzt kaputt?” Nachdem ich kapiert hatte, dass dieses Wunderwerk des Designs eine ganz ernstgemeinte Webpräsentation darstellen soll, schossen eine Menge Gedanken durch meinen Kopf. Erstens fragte ich mich, hält sich die Modemarke Ksubi für genauso berühmt wie Google – zumindest in Australien – denn ich hatte von diesem Label noch nichts gehört, das von drei Surfern (also echten, die auf dem Meer rumsurfen) gegründet wurde und auch nichts weiter verkauft als Jeans, Shirts und Sonnenbrillen. Oder dachten die Designer vielleicht, wo Onlinesurfer durchstarten, fühlen sich auch Wassersurfer wohl? – Und ja, inzwischen weiß ich, in USA ist Ksubi wohl schon ganz angesagt, jedenfalls werden dort Girls wie Mischa Barton und Paris Hilton in Ksubi gesichtet.

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Bye, Bye Kunde

Mein nächster Gedanke ist, dass das Google-Layout für einen Online-Shop völlig ungeeignet ist. Bei einer Suchmaschine bin ich dankbar für viel Weißraum und knallharte Funktionalität. Mein Begehr ist schließlich nur eins, so schnell wie möglich wieder weg auf die gesuchten Online-Angebote. Bei einem Modelabel empfinde ich das als völlig gaga. Hallo, wenn ich Klamotten kaufen will, wäre doch ein bisschen Wohlfühlfaktor ganz klasse. Aber vielleicht hasst der typische Ksubi-Kunde jeden Schnickschnack, möchte am liebsten nur kurz in den Laden treten, mit einem Griff seine Lieblingsjeans packen, Geld auf den Tresen werfen und wieder im Outback verschwinden. Nur, wie gewinne ich so Neukunden?

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Typischer Vampir-Effekt

Selbst, wenn das so ist, durch dieses Mimikri-Layout tut sich meiner Ansicht nach die Marke Ksubi keinen Gefallen. Gestärkt wird sie davon nicht. Der Wohlfühlfaktor bleibt total auf der Strecke, der Wiedererkennungswert erst recht. Und der Witz ist auch ziemlich schnell vorbei, wenn die Verkaufszahlen erstmal in den Keller rauschen. An die Bedürfnisse des Kunden wurde hier von den Designern jedenfalls nicht gedacht. Wahrscheinlich kann man mit dieser lustigen Idee und der sicherlich auch täuschend ähnlichen und damit gelungenen Umsetzung einen Preis gewinnen. Wohlmöglich kurzfristig richtig Wellen schlagen – immerhin schreibe ich am anderen Ende der Welt gerade darüber. Aber die Marke begeht damit in meinen Augen Harakiri. Was kommt als nächstes, Ksubi kopiert Digg? ™

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Ruth Schilling

ist Fachautorin in den Bereichen Marketing, Werbung, Verkauf, Internet und Mitinhaberin der Agentur taula communication, calden.

22 Kommentare zu „Google als neuer Trend im Webdesign? – Ein australisches Modelabel probiert es aus!

  1. Michael S. am 24. Oktober 2008 um 08:49

    Hallo,

    ich finde es auf alle Fälle beachtenswert! Es ist eine angenehm schlichte Alternative zum Webshop-Einheitsbrei, der einen mit blink-hier-blink-da zuballert.

    Allerdings gibt es m.E. tatsächlich zwei Schwachstellen:

    1. Googles allgemein sinkende Reputation als seriöses Unternehmen, die wohl mittlerweile auch bei den weniger internetaktiven Usern angekommen ist. Normalerweise nehme ich mir doch ein Vorbild mit gutem, wenigstens besserem Ruf…

    2. Informationen dort zu präsentieren, wo bei Google die AdWords stehen, halte ich für gewagt. Ich z.B. blende diese Informationen bei den Google-Ergebnissen mittlerweile komplett aus. Und keiner kleinen Nutzergemeinde wird es ähnlich gehen. Um da Aufmerksamkeit zu erregen, müssten sich die Aussies schon vom Google-Layout ein Stück weit entfernen (wer weiß: Wenn es ihnen gelingt, in diesem Layout an dieser Stelle Aufmerksamkeit zu erhalten, ohne das Design wesentlich zu zerstören, wird Google ws. die Firma kaufen und künftig die AdWords-Anzeigen mit deren Idee pushen… ;-) )

    Abschließend: Die Idee halte ich prinzipiell für gut (mir liegt das Schlichte eben näher). Eine 1-zu-1-Kopie des Google-Designs sollte jedoch nur als Marketing-Gag herhalten (immerhin gibt’s darüber jetzt Berichte wie diesen Blogeintrag). Als “Haupt-Shop”, was es ja zu sein scheint, schließe ich mich der Meinung an: Eher nicht!

    Viele Grüße aus Aachen
    Michael

  2. Dennis am 24. Oktober 2008 um 09:28

    Sieht mir zu sehr nach Adsense und viel zu unseriös aus. Da würde ich kein Geld hin überweisen ^^.

  3. christian am 24. Oktober 2008 um 09:39

    ich find es eine lustige idee! und es dient schlicht und ergreifend dazu, aufzufallen! und das scheint gelungen! :-)

  4. SITS am 24. Oktober 2008 um 09:48

    Immerhin wurde genau das erreicht, was erreicht werden sollte. Die Seite fällt auf, es wird über sie geredet und geschrieben. Der Effekt wird sich aber nach kurzer Zeit abgenutzt haben.
    Ich möchte wetten, dass in Kürze die jetzige Seite durch eine “normale” ersetzt wird. Dann hat das momentane Design seinen Zweck voll und ganz erfüllt. Keine dumme Idee!

  5. nico am 24. Oktober 2008 um 10:10

    hmm, die Idee ist schon originell, aber manchmal aber nur manchmal ist mehr doch mehr.

  6. Christoph am 24. Oktober 2008 um 11:51

    Ist zumindest ein mutiger Versuch mal was anderes zu machen als immer nur die kunterbunten Onlineshops. Das richtige Google Feeling kommt bei mir aber nicht auf. Dazu ist die Seite viel zu langsam.

  7. Papa Bodehase am 24. Oktober 2008 um 14:45

    Ich find’s auch nicht sooo schlecht.

    Aber mal was anderes: dürfen die das? Oder wird da demnächst vom Google-Anwalt ein Schreiben kommen?

  8. stefano picco am 24. Oktober 2008 um 15:33

    Ich sag dazu einfach mal Autsch!

  9. tox!c am 25. Oktober 2008 um 09:32

    Ich finde die Idee wäre für einen z.b. Medizinalbedarf Shop oder so schon praktisch. Es gibt wirklich keinen ablenkenden Schnickschnack.

    Für einen Modeshop finde ich es allerdings absolut unpassend.
    Mit der Mode soll ja schliesslich auch ein gewisser Lifestyle vermittelt werden. Es gebe sonst keinen Grund warum ich, anstatt Nike einen Puma Schuh kaufen sollte.
    Das Image trägt zur Kundenbindung viel bei und bei diesem sehr schlichten Webdesign ist es meiner Meinung nach nicht möglich, dieses zu transportieren.

  10. christina am 26. Oktober 2008 um 10:32

    das ist ja mal ne geile idee – sicherlich nicht gerade etwas “besonderes” – aber dafür enorm viel Aufmerksamkeit. geil!

  11. Christian Scholz am 26. Oktober 2008 um 20:12

    Ist es nicht eher so, dass man denkt, man sei bei Google? Ich sehe da eher das Problem, dass die Marke verwässert und der Kunde irritiert wird.

    Ansonsten stimmt’s natürlich, für solch eine Marke passt es eh nicht unbedingt.

  12. Franky am 27. Oktober 2008 um 10:49

    Die Idee an sich finde ich ja eigentlich nicht verkehrt….aber vielleicht nicht unbedingt bei einem Onlineshop bzw. Modelabel.

  13. joerg am 27. Oktober 2008 um 13:58

    Gibt’s auch für Bücher auf http://www.buecher.ch
    Als einstig mal damit probieren:
    http://buecher.ch/suchergebnisse.html?qs=

  14. Schorsch am 27. Oktober 2008 um 15:46

    bei buecher.ch ist das Erscheinungsbild des Internetauftritts (Menufunktionen, Farbgestaltung) ja noch wenigstesn anders und erinnert zwar an einer Suchmaschine, nicht unbedingt aber an Google. Bei ksubi kommt man sich aber wirklich vor, als wär irgendwas schief gelaufen und man irgendwie bei Google gelandet. Ist ganz schön mutig, haben die keine Angst wegen Copyright-Rechten? Oder brauchen die nichts in dieser Hinsicht zu befürchten?

  15. Dirk am 27. Oktober 2008 um 20:05

    Ist wirklich seeehr mutig.

    Vielleicht übernimmt Google ja die Shop-Idee und man ist quitt?
    Wird aber sicher nicht eintreten …

  16. ff-webdesigner am 29. Oktober 2008 um 14:12

    find ich alles in allem sehr lustig, und ja auch recht solide umgesetzt.

  17. [...] zeigen, dass gerade bei einem Online-Shop witzig sein nicht Alles ist. In der Hinsicht muss ich Ruth Schilling von drweb.de voll [...]

  18. Webdesign mediaUp am 9. November 2008 um 23:23

    Sehr nette Idee für einen Shop..leider ist die Seite jetzt offline, vieleicht hatte jemand was gegen den clone oder einfach nur gute Anwälte ;)

  19. Fabian. am 22. November 2008 um 19:28

    Find’ ich schrecklich!

  20. Webdesign Saarland am 17. März 2009 um 22:36

    Habe diesen Versuch eine bekannte Seiten nachzuahmen schon öfter gesehen. Google ist natürlich ein begehrtes Ziel, denn der Erfolg gibt Google nun mal Recht. Allerdings wirken solche Seiten sehr schnell unseriös und vermitteln dem User den Eindruck auf einer Affiliate-Seite gelandet zu sein.

  21. Karl-Heinz Weidlinger am 30. Dezember 2009 um 22:22

    Sicher ist die Idee nicht ganz zu verwerfen, wie ich schon bei einem anderen Artikel hier auf dieser Seite gelesen habe, macht es wenig Sinn das Rad immer wieder neu zu erfinden, es reicht wenn man das Profil der Reifen ändert um andere Fahreigenschaften zu produzieren.
    Ob jetzt gearde eine Modemarke damit Erfolg hat, wird sich zeigen.
    Ich wünsche es ihnen auf alle Fälle!

    Allen Lesern auf dieser Seite wünsche ich einen guten Rutsch, Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr 2010.

    Karl-Heinz

  22. jochen am 10. Februar 2010 um 20:18

    bin direkt auf die seite drauf. layout ist nun aber etwas anders. ähnelt eher an nen ascii code style, aber irgendwie find ich das echt cool…
    und vor allem mutig. back to the roots.

    weiter so…

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