Afrika

Was ist… Lexikon: GNU – wie ein Tier die Software-Welt veränderte

25. November 2005
von

GNU. Was klingt wie ein Tier aus der afrikanischen Savanne hat in Wahrheit die Software-Welt verändert. Denn während Software-Riesen wie Microsoft gluckenhaft über ihrem Quellcode wachen und ihre Programme teuer verkaufen, gleicht unter General Public License publizierte Software einem Freiheitsbekenntnis.

GNU-Programme können von jedermann für jeden Zweck genutzt werden. Die kostenlose Verteilung von Kopien inklusive dem Quellcode ist ebenso erlaubt wie eine eigenständige Weiterentwicklung.

gnu foto
GNU-Logo. Das gehörnte Tier nimmt gerne kostenpflichtige Software auf seine Hörner.

Die Urväter dieser Software-Revolution sind Richard Stallmann und der Rechtsprofessor Eben Moglen. Sie entwarfen die Lizenzbestimmungen. Seit Anfang der Neunziger Jahre wird nun viel nützliche Software auf nicht-kommerzieller Basis entwickelt und anderen unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Die Liste der verfügbaren Programme ist lang. Wer sich davon überzeugen will, braucht nur einmal dem SourceForge.net einen Besuch abzustatten, der Heimat von über 100.000 Software-Projekten.

Das der Spruch “Was nichts kostet ist nichts wert” für Open Source-Software nicht zutrifft zeigt der Blick auf ein Who is Who des GNU. MySQL, das Bildbearbeitungsprogramm GIMP, das Mindmapping-Tool Freemind oder die im Zeichen des Pinguins entwickelte Betriebssystem-Alternative Linux; sie alle haben mittlerweile eine großer Nutzergemeinde und knabbern an den Marktanteilen der Bezahl-Konkurrenz.

Das gilt im besonderen für das GPL-Flaggschiff Wikipedia. Die freie Enzyklopädie ist heute schon die größte kostenlose Wissensquelle der Welt und Speerspitze einer Bewegung, die Wissen für jedermann zugänglich und austauschbar machen will. (Michael Dobler)

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