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Geklautes Glück


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von Sven Lennartz

Wer träumt nicht vom großen Portal? Den Marktführern mal so richtig Beine machen? Das steigert den Ruf der Firma, zeigt was Sie können und bringt vielleicht die eine oder andere Werbemark. All das lässt sich ohne eigene Inhalte und ohne nennenswerte Geldausgaben schnell zusammenbasteln.

1. Schritt
Zu erst einmal das Design. Suchen Sie sich eines der führenden Portale aus und kopieren sie es. Im Verlauf der Gestaltung mit einem WYSIWYG-Editor wird die Seite so lange umgeändert, bis nur noch wenig an das Original erinnert. Der strukturelle Aufbau der meisten ist eh der gleiche.

2. Schritt
Wenn die grobe Struktur steht, gilt es die Sache mit Inhalten auszufüttern. Normalerweise das Schwierigste. Aber das stellt uns vor keine Probleme. Es gibt genug Möglichkeiten ganz legal an tollen Content zu kommen. Manchmal bieten ihn die Firmen selber an, manchmal geschieht das über Partnerprogramme. Man muss nur danach suchen. Eine Anzahl "normaler" Links (Bahn, Post, Stadtplandienst) rundet die Sache ab, sofern das wirklich sein muss. Und nicht vergessen, die Partnerprogramme bringen Geld. Nicht viel zwar, aber das läppert sich.

  • Häufigstes Objekt der Begierde: Die Wikipedia. Zugriff erlaubt!
  • Inhalte in Massen spendiert das Dooyoo Partnerprogramm. Sie können, in Rubriken sortiert, gleich mehrere Hunderttausend Meinungen anbieten. Das sieht wichtig aus.
  • Noch besser, vor allem wenn man es kombiniert, ist das DMOZ-Verzeichnis. Ein großer Web-Katalog im Stile Yahoos, den sie kostenlos benutzen dürfen.
  • Aktuelle Nachrichten könnten von Shortnews kommen.
  • Einen Shopping-Bereich richten sich mit Hilfe von Amazon oder einen anderen Anbieter ein.
  • Das aktuelle Fernsehprogramm steuert Klack bei.
  • Kostenlose Inhalte jubelt auch Instancontent unter's Volk. Der Name sagt alles.
  • Wenn das nicht reicht: Es gibt zahlreiche RSS Feeds, die man auch einmal testen könnte, da sind sie ja da.

Sehr nützlich in diesem Zusammenhang ist Webmasterplan. Dort können Sie sich aus mehreren Hundert Programmen bedienen. Diese Anbieter erlauben nicht nur Links, sie zahlen sogar noch dafür. Auf diese Weise richten Sie Dienste wie etwa das Suchen ein. Außerdem können Sie sich hier mit Bannern und Buttons bekannter Firmen versorgen. Die sind für den professionellen Look unverzichtbar. Auf gar keinen Fall sollten Banner unbekannter oder fragwürdiger Firmen zum Einsatz kommen.

3. Schritt
Die übliche Designerarbeit. Man braucht eine ordentliche Domain, Webspace, eine Kollektion eigener Grafiken inkl. Logo, manchmal eine Site-Suchmaschine und so weiter. Auch um Dinge wie das Impressum und die AGB sollte man sich kümmern.

4. Schritt
Die Promotion. Da wir kein Geld ausgeben wollen, machen wir das über Suchmaschinen. Allerlei Brückenseiten erstellen, fleissig anmelden und die Sache kommt ins Rollen. So mancher Gast wird Ihr neues Superportal richtig liebgewinnen und gern einen Link setzen. So kommt auch ein bisschen Traffic bei Ihnen an. Aber der ist nicht wirklich wichtig. Was zählt, ist der schöne Schein.

Erfinden Sie einen Slogan und eine "Story" und ihre Firma ist gemacht. Geldgeber und Freunde lassen sich nicht selten von Äußerlichkeiten beeindrucken. Mehr als einen Nachmittag Arbeit sollte Sie das nicht kosten.

Und wenn Sie damit reich werden, vergessen Sie uns nicht ...

Über Sven Lennartz

GravatarSven ist der Erfinder und Leiter des Dr. Web Magazins. Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Autor früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH. Website. Weitere Beiträge für Dr. Web: 1226

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