Alles nur geklaut. Wie findet man Plagiate im Netz?
Ein Problem, das so alt wie das Web selbst ist, gute Inhalte werden gerne kopiert, interessante Konzepte werden gerne nachgeahmt und Duplikate werden nur selten gefunden und ausgemerzt. Wer seine Gedanken im Web veröffentlicht (und etwa via RSS verbreitet), muss im Hinterkopf behalten, dass er nicht nur von gut gesinnten Lesern entdeckt und gelesen werden kann. Auch manch ein abgebrühter Geschäftemacher kann auf der Suche nach ausbeutungswürdigen Quellen darauf stoßen. Und diesen schlicht und einfach als Contentfutter für den eigenen Seitenauftritt nutzen, ohne dabei den Autor um eine Erlaubnis zu bitten oder wenigstens auf den Autor zu verweisen. Schließlich kann man der Seite dadurch mit wenigen Clicks mehr Substanz und Professionalität verschaffen und gesucht wird nach Duplikaten eher selten.

Schon bei der Veröffentlichung eines Beitrages haben Sie das exklusive Urheberrecht auf den Beitrag. Um dies noch deutlicher zu machen, nutzen viele Sites das ©, das "copyright"-Zeichen. Auch in Deutschland, obwohl es hier gar kein Copyright gibt. Hier gilt das Urheberrecht. Bildquelle.
Warum sollten Sie auf das Plagiat achten?
Sie wissen nie, auf welchen Seiten Ihre Inhalte auftreten können. In vielen Fällen werden es Spam-Sites sein, die RSS-Feeds ausnutzen, um fremde Inhalte regelmäßig in Tausenden von Spamblogs zu veröffentlichen. Der Zweck der ganzen Geschichte: Google-Traffic anlocken, um mehr Pageviews und mehr Werbeanzeigen einblenden zu können und dadurch Werbeprovisionen zu kassieren. Enthalten solche Seiten einen Backlink zur Quelle des Beitrages, kann auch der Originalbeitrag plötzlich "in eine schlechte Nachbarschaft" geraten, mit Linkfarms, Spamseiten und Seiten mit illegalen Inhalten — vorausgesetzt die Spamseite ist nicht bereits aus dem Index ausgeschlossen. Dies kann unter Umständen das Ranking des Originalbeitrags in Google beeinflussen oder gar zum Ausschluss einer ganz harmlosen Seite aus dem Index führen. Das kann natürlich nicht im Sinne eines wohlwollenden Blog-Betreibers sein.
Was bei "klassischem" Plagiat (Inhalte werden in einem Einzelfall manuell kopiert und eingefügt) für die meisten Suchmaschinen relativ unwichtig ist (sie sind schlau genug, um Originale von Nachahmern zu unterscheiden), ist für Autoren, Journalisten und Blogger eine wichtige Angelegenheit. Denn nicht jeder mag seine Inhalte in merkwürdiger Form zusammen mit recht kreativen Werbeanzeigen sehen. Doch auch für Seitenbetreiber ist es sinnvoll, potenziellen Rechtstreiteren so früh wie möglich vorzubeugen. Etwa damit es nicht peinlich wird, wenn eine bodenständige Internet-Präsenz plötzlich aus dem Google Index entfernt wird, weil ein Mitarbeiter sich fleißig den Texten anderer Web-Auftritte bedient hat.
Kann man sich gegen Plagiat schützen?
Nur bedingt. Wenn Sie einen Beitrag im Web frei veröffentlichen, machen sie ihn automatisch zugänglich für alle — es sei denn, Sie sorgen explizit dafür, dass der Beitrag von Suchmaschinen nicht indiziert wird, und zwar mit einer entsprechenden robots.txt-Datei. Der Urheber von Bildern und anderen Multimedia-Dateien kann durch eingefügte Wasserzeichen eindeutig gekennzeichnet werden. Leider schützt dies nicht gleichzeitig von ungewünschten Kopien Ihrer Dateien (falls diese im Web frei verfügbar sind). Bei Multimedia-Dateien ist das Umgehen mit Plagiat besonders schwierig und mühselig, da die Suche nach solchen Duplikation mit einschlägigen Suchmaschinen beinahe unmöglich ist. Für Urheber ist der Umgang mit illegalen Kopien von Texten deutlich einfacher zu handhaben.
Wie kann man gegen Plagiat effektiv vorgehen?
Dies hängt natürlich vom guten Willen des Betreibers der Site, auf der Sie ein Plagiat entdeckt haben. Häufig reicht etwa eine strenge E-Mail an den Seitenbetreiber vollständig aus, damit ein kopierter Beitrag entfernt wird. Alternativ liefert häufig eine Benachrichtigung des Hosting-Providers der fragwürdigen Seite Abhilfe bereit. Im schlimmsten Fall kann man sich an Google wenden und die Entfernung der Duplikat-Seite aus dem Index beantragen (das entsprechende Online-Formular findet man bei Google unter Digital Millennium Copyright Act Takedown Request). Bei der Bearbeitung der Anfragen nimmt sich Google Zeit, genauso wie bei der Wiederaufnahme einer gesperrten Seite in den Index.

Gegen Plagiat kann man effektiv vorgehen. Etwa indem man die Entfernung der Duplikat-Seite aus dem Google Index beantragt. Das entsprechende Formular findet man unter Digital Millennium Copyright Act Takedown Request bei Google.
Doch bevor das Plagiat gemeldet wird, muss ein Duplikat zuerst gefunden werden. Dafür gibt es eine Reihe Online-Tools, die Sie nutzen können, um etwa Quellen von Duplikaten zu unterscheiden oder sicherstellen, dass ein vorliegendes Dokument in der Tat authentisch ist. Beachten Sie, dass sie meistens keine perfekten Ergebnisse liefern. Es lohnt sich immer, das Original mit der Kopie sorgfältig zu vergleichen, bevor man zeit- oder auch kostenintensive Maßnahmen dagegen ergreift.
Online-Tools
- Copyscape
Dieses Tools nutzt Google API, um nach Duplikaten einer Web-Seite zu suchen. Die kostenlose Version schränkt sich auf die ersten 10 Ergebnisse ein, der Rest ist nur für Premium-Nutzer verfügbar ($0.05 pro Suche). In den Suchschlitz kann nur die URL-Adresse der Originalseite eingefügt werden.

- .htaccess Hotlink Protection
Dieser Beitrag erklärt, wie man sich gegen Hotlinking der Bilder schützt, damit externe Seiten die Bandbreite Ihres Servers nicht ausnutzen können. Alternative Lösung mit PHP. Außerdem können Sie mit coldlink anti-hotlinking testing tool testen, ob andere Seitenbetreiber Bilder von Ihrem Server laden können. - Bad Behavior
Ein Plugin für Wordpress und MediaWiki, mit dem automatisches Kopieren von veröffentlichten Inhalten erschwert wird. Kann das Plugin einen RSS-Leser als SpamBot identifizieren, erhält er keine Benachrichtigungen über neue Beiträge auf Ihrer Seite. - Google Alerts
Um nicht permanent nach Duplikaten suchen zu müssen, können Sie einen Google Alert erstellen, der Sie regelmäßig über neue Kopien Ihrer Arbeit per E-Mail informieren wird. Dabei geben Sie einige Begriffe oder Sätze ein, die Ihr Werk eindeutig identifizieren - um den Rest kümmert sich Google Alerts selbst.

- ©Feed WordPress Plugin
Dieses Plugin fügt einen digitalen Fingerpint dem RSS-Feed hinzu und kann dies nutzen, um nach Duplikaten in anderen Feeds und Seiten zu verfolgen. Fragwürdige Seiten präsentiert das Tool direkt in der WordPress-Engine. Alternative: Digital Fingerprint Plugin (lässt sich mit Google Alerts kombinieren). - PlagiarismDetect.com
Dieses kostenloses Werkzeug führt eine sorgfältige Analyse der eingefügten Texte aus und präsentiert Ergebnisse in einer detaillierten Übersicht. Um den Dienst nutzen zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Der Dienst wurde für Studenten entwickelt, leistet jedoch auch für Webworker eine gute Arbeit. - The Plagiarism Checker
Dieses Tool der Universität des Maryland vergleicht Ausarbeitungen von Studenten und Schülern mit anderen Essays und Hausarbeiten, die in der Datenbank des Systems vorliegen. Es reicht, den Inhalt einer fragwürdigen Arbeit einzufügen, das System liefert eine Liste mit möglichen Quellen als Ergebnis zurück.

- Doc Cop
Mit diesem Online-Dienst können Sie bis zu 8 PDF- oder DOC-Dokumenten kostenlos miteinander vergleichen und feststellen, ob eines davon die Kopie des anderen ist. Auch der Vergleich eines Dokuments mit verfügbaren Materialen im Web ist möglich. Die Ergebnisse des Vergleich sind ausführlicher als bei anderen Tools — nicht verwunderlich, dass die Bearbeitung eines Dokuments 20-30 Minuten Zeit benötigt. In der kostenlosen Version können nur Textauszüge mit bis zu 50 Wörter analysiert werden. Eine kostenlose Registrierung ist erforderlich. - PlagiarismChecker.com
Dieser Dienst kann Kopien eines Textauszugs mittels Google und Yahoo aufspüren sowie nach Duplikaten einer Webseite suchen. Mit dem Tool können Sie automatisch Google Alerts erstellen und über neue Kopien per E-Mail benachrichtigt werden. - Plagiarism.org
Ein Portal zum Thema Copyright mit zahlreichen Informationen, Hinweisen, Ressourcen und weiterführenden Links zum Thema.

- 20 Best Free Anti-Plagiarism Tools
Eine Übersicht von nützlichen Werkzeugen und Ressourcen zum Thema. (tm)









