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Fries: Kostenloses Framework für die Entwicklung von Android-Apps mit HTML, CSS und JavaScript

30. Mai 2013
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Fries von Jaune Sarmiento liegt seit wenigen Tagen in der Version 1.0 vor. Fries stellt ein Framework zur Entwicklung von Web Apps zur Verfügung, die dem Look and Feel der Android UI entsprechen. Verwender der 4er Linie von Android werden sich direkt heimisch fühlen, wenn sie sich die Demos ansehen. In der aktuellen Version ist Fries optimiert auf die Zusammenarbeit mit PhoneGap, kann also nativ wirkende Apps hervor bringen.

fries-homepage

Fries will nicht nur das Prototyping beschleunigen

Vorneweg sei erwähnt, dass Fries unter der liberalen MIT-Lizenz steht, mithin für private und kommerzielle Zwecke verwendet werden darf. Das Projekt wird auf Github gehostet, kann aber auch auf der eigens eingerichteten Demo-Website heruntergeladen werden.

Fries bringt im entpackten Zustand gerade mal runde 470 KB auf die Waage, wovon die eigentlichen Framework-Bestandteile nochmal 100 KB weniger benötigen. Der Rest wird von Beispiel-HTML-Dateien belegt. In Version 1 verwendet Fries die offiziellen Android-Icons, was den authentischen Look der mit Fries erstellten Apps garantiert.

Fries setzt auf HTML, CSS und JavaScript, das Framework besteht im Wesentlichen aus CSS-Dateien und einigen Funktionalitäten, die mit JavaScript realisiert sind und als entsprechende Script-Dateien vorliegen. Fries ist modular aufgebaut. Jede Funktion steckt in einer eigenen Scriptdatei, die erforderlichenfalls von einer korrespondierenden CSS-Datei ergänzt wird. So ist die kollaborative Entwicklung weiterer Features einfach möglich, Sarmiento selber hat auch schon ein gutes Dutzend Ideen für weitere Funktionen.

Die Grundfunktionalität, also das „Übereinanderladen“ der einzelnen Seiten einer App wird vom JavaScript Stacks.js geleistet, das Sarmiento aus Ratchets Push.js entlehnte. Push.js ist nur für iOS tauglich. Stacks.js also sorgt nun für das Laden der Seitenelemente, wie auch der Inhalte über Ajax.

Fries: Simples Komponentensystem mit klarer Aufgabenteilung

Der Aufbau einer Fries-App ist von der Theorie her simpel. Alle Befehlselemente werden in ein Div der Klasse page gepackt, alle Inhaltselemente werden in ein Div der Klasse content geschrieben. Stacks.js kümmert sich um Zuordnung und erforderliche Ladevorgänge. Zusätzlich sorgt es für die Android-typischen Übergangseffekte mittels CSS3 Transforms.

Grundsätzlich kann eine Fries-App via Web-Server ausgeliefert werden, was während der Entwicklungsphase sicherlich der gängigste Weg sein dürfte. Ist die Entwicklung abgeschlossen, empfiehlt es sich spätestens, die App nach Adobe PhoneGap zu überführen, weil dadurch verschiedene Beschränkungen umgangen werden können. Die wichtigste dürfte dabei der Umstand sein, dass sich der Android-Browser nicht komplett wegblenden lässt, so dass die eigene App nicht den vollen Bildschirm nutzen könnte. Das ist nicht kritisch, aber wirkt nicht so professionell, wie es könnte. Zudem unterstützt PhoneGap alle gerätespezifischen APIs, die Android bereit stellt.

Derzeit bietet Fries fertige Komponenten für Action-Bars, Tabs, Schaltflächen, Listen und Formulare. Mittels der Komponente Spinners lässt sich eine Auswahlliste platzsparend unterbringen.

fries-spinners
Spinner im Einsatz

Alle Komponenten können auf der Demo-Website im Einzelnen getestet werden. Wie erwähnt steht Fries unter MIT-Lizenz, PhoneGap unter Apache-Lizenz zum kostenlosen Download bereit. Damit bilden die beiden Projekte ein Team, das den ambitionierten Entwickler ohne zusätzliche Kosten in die Lage versetzt, professionell wirkende Apps im Android Look & Feel zu erstellen.

Wenn ich jetzt noch verstünde, was die Assoziation Fries, zu deutsch Fritten, bedeuten soll, dann bliebe für mich keine Frage offen…

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ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

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