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Freerange Stock: Neue Fotografen-Community bietet kommerziell nutzbare Fotos völlig kostenlos

15. Juli 2013
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Freerange Stock, ein verhältnismäßig neuer Vertreter im weiten Feld der Stock-Foto-Provider, überrascht mit einem ungewohnten Ansatz. Alle Bilder sind völlig frei kommerziell nutzbar. Nicht einmal Quellenangaben oder Backlinks werden verpflichtend verlangt. Geld fließt direkt keines. Fotografen werden an den Adsense-Einnahmen der Site beteiligt. Einzige Voraussetzung ist das Anlegen eines Accounts…

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Freerange Stock: Professionelle Bilder, hunderttausende Mitglieder

Die Mitgliederzahl von Freerange Stock nähert sich schnell der 400.000. Das ist verständlich, immerhin ist eine Mitgliedschaft zwingende Voraussetzung, um die Bilder herunterladen und verwenden zu dürfen. Mitgliedern stehen eine Lightbox zum bequemen Zwischenparken der gesammelten Bilder und weitere Community-Funktionen, etwa das Anlegen eines Blogs zur Verfügung.

Freerange Stock ist offen für Foto-Kontributionen von außen, obschon nach eigenen Angaben der Grundstock bislang von In-House Fotografen angelegt wurde. Als Fotograf registrieren kann sich prinzipiell jeder, über die Aufnahme der eingereichten Fotos in das Directory entscheidet allerdings eine Redaktion. Die Voraussetzungen sind gängiger Standard und auch bei anderen Providern nicht lockerer.

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Für den Verwender wichtig ist die Garantie, keine Bilder kleiner 2600 x 1400 Pixeln anzubieten. Mit fast 4 Megapixel lässt sich schon so einiges machen. Einschränkungen gibt es kaum. Man darf halt die Fotos nicht redistributieren oder in ähnlicher Weise, also etwa als Aufdruck auf für den Verkauf bestimmten T-Shirts, Tassen, Postern und so weiter verwenden.

Das Auffinden geeigneter Bilder ist weniger komfortabel als bei Wettbewerbern gelöst. Es gibt keinerlei Kategorien, der gesamte Prozess läuft über Suchbegriffe. Einzig die 100 neuesten Bilder und die 100 beliebtesten Bilder lassen per Tab direkt anwählen. So muss man sich die Mühe machen, konkrete Suchbegrife zu ersinnen. Das sich daraus ergebende Resultat kann sich jedoch in den meisten Fällen durchaus sehen lassen. Die Fotografen geben sich offenbar Mühe, ihre Bilder in sinnvolle Zusammenhänge zu platzieren.

Ebenso wie andere Plattformen refinanziert sich auch Freerange Stock über das Einblenden von Shutterstock-Material oberhalb der freien Bilder. Anders als bei anderen ist dieser Bereich jedoch optisch deutlich abgegrenzt. So kann es nicht zu Irritationen in der Frage, welches Bild nun frei verwendbar ist und welches mehr oder weniger gesalzene Beträge erfordert, kommen.

Freerange Stock: außerordentlich gut gepflegt, viele exklusive Fotos

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass sehr viele Bilder außerordentlich gut als Symbolbilder zu gebrauchen sind. Gerade Redakteure kennen das Problem, dass es stets eines sinnvollen Bildes bedarf, häufig aber nur solche mit Symbolcharakter Sinn ergeben würden. Eben diese sind jedoch, zumindest nach meiner jahrelangen Erfahrung, eher Mangelware. Freerange Stock hat sich aufgrund dieser Tatsache bereits jetzt einen Platz in meinem täglichen Workflow gesichert.

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Der Umstand, dass Freerange Stock selbst Fotografen beschäftigt, sorgt dafür, dass es dort einige Tausend exklusive Fotos gibt, die man nicht auf anderen Plattformen finden kann. Zweitausend dieser Bilder hat Freerange Stock über spezielle Katalog-Kompilationen bereits verfügbar gemacht. Nach eigenen Angaben stellen diese aber nur einen Bruchteil des existierenden Archivs dar. Weiteres exklusives Material wird also nach und nach eingestellt werden.

Die Gesamtzahl aller Bilder, also inklusive derjengen von externen Fotografen, konnte ich nicht ermitteln. Es sind jedenfalls dermaßen viele, dass jeder von mir getestete Suchbegriff stets mindestens 300 Ergebnisse zeitigte.

Wer sich an der verpflichtenden Mitgliedschaft stößt, sollte mehrererlei bedenken. Zum einen ist es für eine auf Community ausgerichtete Site wichtig, möglichst hohe Mitgliederzahlen vorweisen zu können. Je mehr Mitglieder, desto attraktiver wird die Site für interessierte Fotografen. Zum anderen bestehen die erhobenenen Daten lediglich aus Name und E-Mail-Adresse, niemand wird da ausgeforscht.

Für Fotografen besteht die Attraktivität der Site zum einen darin, Aufmerksamkeit und Feedback zu erhalten, Diskussionen zu Beiträgen finden rege statt. Zum anderen werden Fotografen an den Adsense-Einnahmen der Seite beteiligt. Die Erlöse aus den Anzeigen, die auf der Detailseite des jeweiligen Fotos eingeblendet werden, gehen nach Auskunft des Betreibers zu 100% an den Fotografen, im Übrigen kommt ein Verteilschlüssel zum Einsatz.

Fazit: Kostenlos, kommerziell nutzbar, keine Nachweispflicht, hohe Auflösungen, Tausende Fotos exklusiv. Was kann man mehr wollen?

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ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

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5 Kommentare zu „Freerange Stock: Neue Fotografen-Community bietet kommerziell nutzbare Fotos völlig kostenlos
  1. Fumar Porros am 15. Juli 2013 um 13:38

    Vielen Dank für den Tipp! Die Anmeldung ist tatsächlich völlig problemlos und sogar ohne Mail-Verifikation – das ist man gar nicht mehr gewohnt… ^^

    • ati am 15. Juli 2013 um 20:00

      Und ein paar brauchbare Bilder habe ich auch schon entdeckt. Danke!

      • hans am 21. Juli 2013 um 20:07

        vielen dank

  2. Daniel am 4. Februar 2014 um 13:14

    Ich hatte heute schon wieder gelesen das bei einem großen deutschen Anbieter der Fotograf seine Bilder rausgenommen hat um dann die Nutzer abzumahnen.

    Ich habe deshalb den alten Beitrag hier nochmal rausgegraben um nochmal zu recherchieren ob wirklich keine Name, Copyright, Links oder ähnliches mit angegeben werden muss. Ich kenne nicht wirklich viel die das so handhaben. Mir ist nur noch bekannt picjumbo.com! Frage an den Author des Betrages gibt es noch andere Anbieter die keine Angaben wie keine Name, Copyright, Links vom eigenen Blog benötigen?

    • Dieter Petereit am 4. Februar 2014 um 13:46

      Ja, wir stellen diese Anbieter am laufenden Band vor. Schauen Sie mal einfach durchs Archiv. Gerade aktuell waren wieder zwei/drei/vier dabei.

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