Das Angebot kommerzieller und kostenloser Schriften im Netz ist groß und wächst stetig. Oftmals sind kommerzielle Schriften gerade für kleinere oder nicht-kommerzielle Projekte zu teuer, während kostenlose Schriften häufig nicht den Ansprüchen von Webdesignern oder Auftraggebern entsprechen. Der Anbieter Lost Type versucht, den goldenen Mittelweg zu finden.
Lost Type: Zahlen oder nicht zahlen?!
Anders als bei anderen Foundries gibt es bei Lost Type weder kostenlose noch kostenpflichtige Schriften. Denn jeder zahlt bei Lost Type den Beitrag, den ihm der Font wert erscheint. Bevor eine Schrift heruntergeladen werden kann, wird der Besucher aufgefordert, einen individuellen Preis anzugeben. Erst nach erfolgtem Download findet zur Zahlungsabwicklung eine Weiterleitung zu PayPal statt.
Auch die Eingabe einer Null ist möglich, falls jemand für eine Schrift nichts zahlen will. Nach Angaben von Lost Type fließen 100 Prozent der Einnahmen an die Schriftgestalter.
Lost Type: Fontdienstleister mit kleiner, aber feiner Auswahl
Mit knapp 50 Schriften ist das Angebot bei Lost Type recht klein. Dafür gibt es einige sehr interessante Schriften, wie zum Beispiel die „Homestead“, eine Art Fragmentschrift. Die „Homestead“ besteht aus mehreren Schnitten, deren Buchstaben jeweils nur als Fragmente vorhanden sind. Erst durch die Kombination mehrerer Schnitte ergeben sich „ganze“ Buchstaben, die unterschiedlich eingefärbt ein abwechslungsreiches Schriftbild abgeben.
Auch die „Ribbon“ ist eine Besonderheit. Sie wird zusammen mit einer EPS-Datei geliefert, in der sich einige zur Schrift passende Rahmen befinden, die als Gestaltungselemente genutzt werden können.
Die meisten Schriften aus dem Portfolio von Lost Type sind nicht für Fließtexte, sondern eher für plakative Überschriften geeignet. Oftmals sind nur Großbuchstaben vorhanden. Außerdem fehlen meistens kursive und fette Schnitte, die für eine gute Textgestaltung nicht fehlen dürfen, ebenso wie deutsche Sonderzeichen.
Lost Type liefert neben Schriften für das Printdesign zusätzlich Webfonts
Auch wenn die Anzahl der Schnitte meist gering ist, so sind viele Schriften als Webfonts erhältlich. Interessant hierbei ist, dass anders als bei den meisten kommerziellen Schriftenhäusern, keine zusätzlichen Kosten für die Nutzung im Web anfallen. Die Einbindung erfolgt mittels @font-face, wobei die Erstellung des Kits noch geleistet werden muss. Hier bietet sich der wohl hinlänglich bekannte Fontsquirrel an.
(dpe)
Denis Potschien
Seit 2005 ist er freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet.
- Web |
- Google+ |
- More Posts (155)





Letzte Kommentare