Flash, 99% schlecht?

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Keine andere Technik konnte sich in kürzester Zeit so durchsetzen, wie das proprietäre Flash Format. Designer wie Benutzer zeigen sich fasziniert von animierter Vektor Grafik. In die Flash Euphorie mischte sich auch Design Guru Jakob Nielsen ein. Er hält 99% der Flash Seiten für schlecht.

Flash verführt zu schlechtem Design, erschwert Interaktivität und verschwendet knappe Web-Ressourcen, sind die unzweideutigen Thesen seiner aktuellen Kolumne bei useit.com.

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Ein lebender Web-Design Guru.

Jakob Nielsen ist nicht irgend jemand. “Designing Web Usability: The Practice of Simplicity” (dt.: Erfolg des Einfachen) ist zu einer Art Bibel des Web-Designs geworden. Das Buch wurde in elf Sprachen übersetzt und mehr als 125.000 mal verkauft. Benutzbarkeit (“Usability”) ist für Nielsen die mit Abstand wichtigste Eigenschaft einer Webseite.

Da wundert es wenig, wenn dem Meister der Nützlichkeit die opulente Optik aufgebrezelter Flash Seiten ein Dorn im Auge ist. Intros sind per se überflüssig und ärgerlich, weil es mit der Nützlichkeit nicht sofort zur Sache geht. Zweiter Punkt: Nicht alles was animiert werden kann, sollte auch animiert werden. Flash verführe zu lauter hochanimierten Seiten, denen unterwegs der wahre Sinn abhanden gekommen sei.

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Überfordert die Flash Navigation den arglosen Surfer?

Flash erlaubt eine Navigation, die weit über die Möglichkeiten von HTML und Co. hinausgehen. Nielsen befürchtet, das die Benutzer verunsichert auf das neue Angebot reagieren. Er beklagt weiter, dass Anwender durch Flash leicht zu reinen Zuschauern werden. Die Technik lege es nahe, Clips zu produzieren, die wie Werbespots endlos vorüberziehen.

Grundsätzliche Kritik übt er daran, dass ein Plug-In zum Quasi-Standard erhoben werde. Die Tatsache, dass Flash nicht dem HTML Standard entspreche führe zu einer Reihe praktischer Inkompatibilitäten, wie etwa nicht funktionierenden Zurück Buttons im Browser, eingeschränkten Suchfunktionen, nicht standardisierten Link-Farben, usw.

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Usability oder Augenweide?

Schlimmer noch, Flash lenke von den Themen ab, um die sich Web-Designer wirklich kümmern sollten. Aktualität, Informationstiefe und Kundennähe. Die typische Flash Seite ist so aufwändig, dass sie oft von einer technisch spezialisierten externen Agentur produziert wird, die dem eigentlichen Betriebszweck des Auftraggebers nicht unbedingt nahe steht. Einmal geschaffenen Werke haben dann auch wirklich die Angewohnheit, längere Zeit im Web präsent zu sein, ohne Aktualisierung. Mit dem oft oberflächlichen Einsatz von Flash für vordergründige Effekthascherei geht für Nielsen der Reiz am Neuen endgültig verloren.

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