von Frank Puscher
Vergessen Sie umfassende Vorarbeiten in Photoshop und setzen Sie Bildeffekte direkt in Flash um. Darauf haben Flash-Designer lange gewartet. Die neue Version des Web-Animationswerkzeugs beherrscht Bitmap-Manipulation.
Bitmap-Manipulation will sagen: Importierte Fotos können direkt in der Flash-Umgebung verfremdet werden. Aus einem drögen Standbild machen Sie im Handumdrehen eine optisch interessante Animation und müssen das Macromedia-Werkzeug zu keinem Zeitpunkt verlassen.
Neben der verbesserten Bequemlichkeit hat dieses Verfahren folgenden gravierenden Vorteil: es spart Speicherplatz. Wollten Sie bisher zum Beispiel ein Objekt auf der Bühne von einer unscharfen in eine scharfe Ansicht überführen, so waren dafür zumindest zwei importierte Bitmaps nötigt, in der Regel sogar vier bis fünf. Das geht mit der neuen Methode mit nur einem einzigen, nämlichem dem scharfen Bild. Das Beste an den neuen Filtereffekten ist nämlich: Sie agieren dynamisch. Sie lassen sich sowohl per ActionScript als auch per Tweening verstärken und abschwächen.
Die Schärfe verlagert sich von einem Motiv zum anderen
Ein klassisches Beispiel aus der Filmbranche veranschaulicht das. Nehmen wir an, Sie wollen einen Dialog zwischen zwei abgebildeten Personen in Flash umsetzen. Filmer setzen hierfür häufig das Mittel der Schärfeverlagerung ein. Dabei ist jeweils der Sprecher scharf, während der Zuhörer unscharf zu sehen ist.
Importieren Sie zwei Motive mit freigestellten Porträts und entwerfen Sie einen passenden Hintergrund. Das Freistellen können Sie ebenfalls in Flash realisieren („Modifizieren/Teilen“ und dann mit Radiergummi oder Lasso arbeiten) aber meistens arbeitet Flash hier nicht sehr genau.
Platzieren Sie die beiden Kontrahenten auf unterschiedlichen Ebenen und wandeln Sie sie zu MovieClips um („F8“). Klicken Sie nun das obere der beiden Motive an und öffnen Sie „Fenster/Eigenschaften/Filter“. Klicken Sie auf das Plus-Symbol und wählen Sie „Weichzeichner“ („Blur“). Vergewissern Sie sich dass das Vorhängeschloss zwischen X- und Y-Verzerrung geschlossen ist, um beide Werte gleichzeitig zu manipulieren und stellen Sie eine Unschärfe von 17 ein.
iDer Filter „Blur“ wird auf MovieClips angewendet
Setzen Sie nun in beiden Ebenen in den Frames 25 und 50 je ein Schlüsselbild. Machen Sie das soeben weichgezeichnete Motiv auch in Frame 50 unscharf. Auf das andere Motiv wenden Sie den Filter nur in Frame 25 an. Nun setzen Sie vier Tweenings zwischen alle Schlüsselbilder und testen den Film. Die Schärfe verlagert sich dynamisch von einem Redner zum anderen. Nun brauchen Sie nur noch die passenden Texte auf einer weiteren Ebene einzublenden. Fertig. ™
Erstveröffentlichung 31.10.2005
Frank Puscher
Autor der Fachbücher "Leitfaden Web-Usability", "Flash MX-Das Kochbuch" und "Die Tricks der Internet Künstler". Frank Puscher ist nicht nur ein angesehener Autor, der für zahlreiche Fachzeitschriften tätig ist, er ist auch als Schulungsleiter und Berater erfolgreich.


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