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Evolution: wie ein Premium WordPress-Framework entsteht [#1]

4. April 2013
von

Bereits seit längerem beschäftigt mich die Frage, wie ein optimales WordPress Theme Framework aussehen sollte und welche Eigenschaften es haben muss. Was genau sollte es können und vor allem, was muss es können, um Endverbraucher und Entwickler gleichermaßen anzusprechen? Diese kleine Artikelserie, die mit dem folgenden Beitrag startet, begleitet nun die Entwicklung meines neuen Premium WordPress-Frameworks, genannt Evolution.

Evolution Framework - die Entstehung eines Premium WordPress Frameworks

Der Anfang – die Planung des Evolution Frameworks

WordPress-Frameworks gibt es mittlerweile einige – Premium und Open Source – für jeden erdenklichen Einsatzzweck. Auch große Namen wie Genesis tummeln sich darunter. Manche hingegen sind nur eine kleine Hilfe, wenn es darum geht, die grundsätzliche Code-Struktur zu erstellen.

Stellen wir uns nun die Frage, wie ein wirklich gutes und optimales Framework aussehen sollte, gelangen wir relativ schnell zu dem Schluss, dass die Beantwortung gar nicht mal so einfach ist. Was ist optimal? Welche Eigenschaften müssen vorhanden sein, wenn es professionelle Entwickler und “unbedarfte” Endkunden gleichermaßen ansprechen soll? Meine Überlegungen hierzu brachten folgende Ergebnisse, die ich bemüht bin, weitestgehend so umzusetzen.

Die Eigenschaften eines guten WordPress Theme Frameworks

Folgende Eigenschaften sollte ein Framework meiner Meinung nach aufweisen:

Frontend:

  1. Es sollte auf jeden Fall responsiv sein und auf jedem Ausgabemedium funktionieren
  2. Hervorragender Einsatz von white-space sollte gegeben sein
  3. Lesbare Typographie – keinerlei Einsatz mehr von 12px Body-Schriftgrößen, sondern angemessene und lesbare Schriftgröße mit optimaler Skalierbarkeit durch Einsatz von rem als Einheit für die Schriftgröße
  4. Ein modulierbares, ansprechendes Flatdesign muss gegeben sein
  5. Ausreichend nützliche Widgets für die wichtigsten Einsatzzwecke müssen inkludiert sein
  6. Ausreichend Platz für Werbung muss vorhanden sein, wichtige Werbeflächen müssen vorbereitet sein
  7. Es sollte viele Plugins unnötig machen
  8. Eine coole Lightbox für Bildergalerien muss auch vorhanden sein
  9. Ein – möglichst spamgeschütztes – Kontaktformular muss vorhanden sein
  10. Ein anpassbares Layout muss her (Sidebar links oder rechts, Inhalt volle Breite oder nicht usw.)
  11. Es muss auf Performance optimiert sein

Backend:

  1. Es muss auf Sicherheit optimiert sein
  2. Eine Optimierung auf SEO muss vorhanden sein, wichtige SEO Einstellungen und auch On-Page SEO muss vorhanden sein
  3. Theme Einstellungen und Einstellungen SEO müssen exportierbar sein, so dass sie in andere Installationen importiert werden können
  4. Die üblichen Spielereien wie visueller Shortcode-Generator, Custom Logo, Custom Layout müssen vorhanden sein
  5. Alle Spielereien, die auf die Performance der Webseite schlagen, müssen auch abstellbar sein.

Grundsätzlich:

  1. Eine optimale Vorbereitung auf die Verwendung von Child-Themes muss gegeben sein
  2. Es muss so Entwicklerfreundlich wie möglich gestaltet sein
  3. Eine hervorragende und leichtverständliche Dokumentation muss geschrieben sein
  4. Die beste Vorbereitung auf Custom Post Types aller existierenden WordPress-Frameworks muss da sein
  5. Ein automatisches Update System wie bei den Themes von WordPress.org sollte vorhanden sein (ziemlich schwierig)

Nicht das Rad neu erfinden: worauf Evolution aufbauen wird

Wenn man ein Auto baut, wird man nicht erst mit der Entwicklung des Rades anfangen, und genauso baue ich das Evolution-Framework auch auf mehreren bereits vorhandenen Arbeiten auf. Große Teile des neuen Frameworks werden von Grund auf neu entwickelt, jedoch werden auch Teile auf meinem bereits vorhandenen Andysthemes-Framework aufbauen. Veraltete und schlecht weiter zu entwickelnde Bereiche des Frameworks werden jedoch – auch im Sinne der Sicherheit – ersetzt werden. Besonderen Wert lege ich auf die Grundfunktionen des Evolution-Frameworks, die nun vom bekannten Options Framework-Theme von Devin Price gesteuert werden.

Bedingt durch die vielen Grundfunktionen und der ständigen Weiterentwicklung erscheint mir das Options Framework-Theme auch im Sinne der Sicherheit der beste Grundstock für das neue, komplette Theme-Framework zu sein, auch wenn ich etliche Funktionen hinzufügen und bearbeiten muss.

Ein kurzer Ausblick auf die (noch nicht fertige) Administrationsoberfläche des Evolution-Framework

Illustration

Illustration

Illustration

Ausblick

Das Evolution WordPress Framework wird zur Mitte diesen Jahres zuerst einmal nur in deutscher Sprache erscheinen. Es soll sich zunächst vorrangig auf dem deutschen Markt unter Entwicklern, der eigentlichen Zielgruppe, etablieren. Die Qualität soll so hoch sein, dass die Kunden geplant günstigen Preis gerne zahlen werden – auch im Hinblick darauf, dass es nur eine Lizenzversion geben wird. Im Anschluss an den Kauf wird das erworbene Framework ohne die vielfach üblichen Lizenz-Restriktionen genutzt werden können.

(dpe)

ist Fachjournalist, Spezialist für WordPress und WordPress Sicherheit und ist im im Internet unterwegs, seit es in Deutschland existiert. Seit 2012 schreibt er für DrWeb. Soeben ist sein E-Book über WordPress Sicherheit erschienen. Und auf seinem Blog TechNick schreibt er über Android, Apps, Technik und Webthemen.

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6 Kommentare zu „Evolution: wie ein Premium WordPress-Framework entsteht [#1]
  1. Uwe am 4. April 2013 um 14:30

    Nitpicking:

    Der penetrante Verzicht auf Leerzeichen in Komposita ist schon krass und hat mich wirklich beim Lesen der Bildschirmfotos stark gebremst.

    Beispiel:

    * “Evolution Import / Export Einstellungen” – Kann ich hier die Einstellungen importieren und exportieren oder sind es die Einstellungen für den Import und Export?

    * “Download Theme Export Datei” – WUT???

    • Andreas Hecht am 4. April 2013 um 20:42

      Hallo Uwe,

      danke, dass Du mich auf die Fehler aufmerksam gemacht hast! Wie ich bereits schrieb, ist das Framework ja noch in Arbeit und manche Beschriftung daher noch im “Beta-Stadium”. Selbstverständlich wird das Framework fehlerfrei auf den Markt kommen.

  2. Gabriel am 5. April 2013 um 09:51

    Das hört sich super an! Bin sehr gespannt. Was ich bei Frameworks bisher vermisse ist eine “light” Version die nur Templates und Quelltext enthält die benötigt werden wenn man WordPress als klassisches CMS einsetzt. Also nur Pages, keine Post, keine Kommentarfunktion, keine Tags und keine Kategorien. Ich habe bisher WP-Framework oder Toolbox eingesetzt und immer damit begonnen die Templates aufzuräumen.

  3. […] man in diesem Artikel auf drWeb.de lesen kann, entwickle ich gerade ein neues Premium WordPress Framework speziell für die Nutzung […]

  4. […] Zuge der Entwicklung des neuen Premium WordPress Frameworks Evolution entstehen auch einige neue Widgets, die nach und nach als Plugin auch in der WordPress Plugin-Suche […]

  5. Mario am 28. August 2013 um 23:06

    Hallo, wie sieht es aus, was macht die Entwicklung des Framesworks? Bin sehr interessiert daran, habe leider keine neuen Informationen gefunden

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