Der folgende Beitrag ist kein Tipp für die Praxis, beileibe nicht, sondern ein Erfahrungsbericht…
Ja, dass waren noch goldene Zeiten, als man mit Domains richtig Geld machen konnte. Da musste man nur nach Markennamen suchen und die eventuell noch freien Domains registrieren. Irgendwann ist die entsprechende Firma schon darauf gekommen (oder man hat nachgeholfen) und die musste dann richtig bluten, um die Domain wieder zu bekommen. Hat man als Firma zu dieser Zeit versucht, sein Recht vor Gericht klären zu lassen, hat einen der Richter wie ein UFO angesehen. Diese Zeiten sind lange vorbei! In Deutschland hat man mit dieser Masche keine Chance mehr. Das einzige was man bekommt ist eine Abmahnung und anschliessend mit 99% Wahrscheinlichkeit einen verlorenen Prozess. Man darf ja nicht mal mehr die Namen des Konkurenten in den Meta-Keywords führen, selbst catch-all bei Subdomains sind strittig. Aber wenn es ums Geld geht, sind die Menschen sehr einfallsreich. So habe ich vor wenigen Tagen eine neue Tour beim Domain Grabbing kennen lernen dürfen.
Wie kann man also heute noch mit Domains Geld verdienen?
Der beschriebene Weg fällt eher unter Betrug und Vorspiegelung falscher Tatsachen, denn unter Domain Grabbing: Man nimmt den Markennamen eines großen Konzerns. Die haben sicher schon viele gängige Domains wie firmaxy.de und firmaxy.com registriert, aber es gibt ja laufend neue Domain-Endungen wie .info, .name und seit kurzem auch .eu für Europa. Zudem lässt sich der Name ja noch beliebig variieren, zum Beispiel fimaxy-ag.com, firmaxy-shop.com, myfirmaxy.com, und so weiter. Zusammen mit den vielen Domain-Endungen ergeben sich annähernd unendlich viele Variationen und es sind ganz sicher welche dabei, die Firma XY noch nicht registriert hat. Wenn der Konzern groß und interessant genug ist, haben die sicher schon Erfahrungen gemacht, wie teuer und aufwändig es sein kann, sich gegen Böewichte zu wehren, die unrechtmäßig solche Domains nutzen, etwa um gfälschte Produkte der Firma XY zu verkaufen.
Jetzt kommt der Clou: Man ist ein kleiner Registrar und ruft bei XY an. Idealer Weise sind Sie eine Frau mit einer netten und höfflichen Telefonstimme oder beschäftigen eine solche. Lassen Sie sich direkt mit dem CEO oder zur Not dem IT-Chef verbinden. Seien Sie hartnäckig bis Sie die am Telefon haben, denn die haben wenig Zeit und sind daher empfänglicher und schliesslich geht es um das Wohl der Firma! Erzählen Sie ihm, dass die genannten Domains bei Ihnen registriert werden sollten, Sie das aber zum Glück erstmal durchgegangen sind und nun nachfragen wollen, ob das so seine Richtigkeit hat. Er wird aus allen Wolken fallen! Natürlich nicht, also was kann man jetzt tun?
Bieten Sie ihm an, die Registierung auf den Namen der Firma XY vorzunehmen, dann ist er das Problem los. Beim Preis können Sie zu diesem Zeitpunkt fast beliebig unverschämt werden, denn er rechnet den Stundensatz des Anwalts dagegen und der ist in jedem Fall teurer! Er fragt Sie, wer so unverschämt ist und die Domains registrieren will? Die Antwort ist ebenso einfach: "eine Firma aus Deutschland". Mehr müssen Sie Dank der Berufung auf den Datenschutz nicht sagen. Wieviel man damit verdient? Nur fair ist sicher eine einmalige Pauschale von 150,- € für die Adminstration und dann die jährlichen Kosten von, sagen wir mal, 195,- € für 5 Domains. Das macht zusammen 345,- € und die Kosten für die tatsächliche Registrierung liegen bei ca. 85,- € pro Jahr. Natürlich ohne einmalige Pauschale, denn das kann sich heute kein seriöser Registrar mehr leisten. Also bleibt Ihnen ein Gewinn von 260,- € für ein Telefonat von 15 Minuten. Kein schlechter Stundensatz, oder?
Haben Sie es geschafft, sind Sie auf der sicheren Seite, denn dann haben Sie eine regulären Vertrag und die angebliche Vorregistrierung können Sie ja wegen des Datenschutzes nicht zugänglich machen. Ach ja, wenn Sie zufällig in einem solchen Konzern arbeiten: einfach mal nachsehen, ob die Domains wirklich schon bestellt sind. Wenn nicht, schicken Sie den Anrufer dahin, wo der Pfeffer wächst! Sie können auch die genannten Domains gleich noch während des Telefonats registrieren, aber auf Dauer wird das auch teuer, denn die Varianten sind ja nahezu unbegrenzt. Wo lag der Fehler des Anrufers? Na, eine "Firma in Deutschland" hat wie schon erwähnt sehr schlechte Karten vor Gericht, deshalb gibt es in der EU nur noch wenige Domain-Grabber. Anders sieht es leider nach wie vor in anderen Regionen der Welt, gerade Asien und die ehemalige UDSSR aus. Ein Gastbeitrag von Jean-Christoph von Oertzen.
Sven Lennartz
Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.



Ich bin mir ziemlich sicher, daß man bei meinem Arbeitgeber diese Masche zehn mal in Folge durchziehen könnte. Erst dann dürfte mal jemand auf die Idee kommen, bei einem fachkundigem Mitarbeiter nachzufragen. In anderen Großunternehmen dürfte es nicht wesentlich anders aussehen.
[...] Domain Grabbing 2.0 [...]
Wenn man es am Telefon wirklich bis zum CEO schafft, dann kann man dem wahrscheinlich in den meisten Fällen eh alles verkaufen, was nicht direkt sein métier ist.
gute idee :) danke für den tipp ^^
zu Gast bei Dr. Web
Uii, heute ist mein erster Gastbeitrag bei Dr. Web erschienen. Danke Sven!
Es geht um eine Masche um größeren Firmen Domains mit deren Markennamen zu verkaufen, in dem man vorgibt, einen entsprechenden Versuch einer dritten Person zur Sicherhe
Wir waren zum Jahreswechsel Opfer einer ähnlichen “Attacke”:
http://playersprayers.blogg.de/eintrag.php?id=172
Ja wow. Jetzt wird auch schon auf Dr. Web mein Ironiedetektor unterstützt. Ich bin mehr als begeistert!
Domain Grabbing 2.0: Trotz Anwaelten Geld verdienen
Dr. Web hat in einem Gastbeitrag von butterfly X einen haarsträubenden Erfahrungsbericht zum Domain Grabbing veröffentlicht. Normalerweise scheint das Thema in Deutschland erledigt. Im Markenrecht gibt es wesentlich kuriosere Entscheidungen a…
Domain Grabbing 2.0
Passend zum web 2.0: Domain Grabbing 2.0.
[...] Dr. Web Weblog » Blog-Archiv » Domain Grabbing 2.0 (tags: Domaingrabbing) [...]
Wenn sich das Bundespresseamt für ein Domain interressiert kann man mit der Bundesregierung 1 Domain opfern um die Freiheit von 5 weiteren Domains zu sichern.
Frei bleiben http://www.wahlleiter.de, http://www.unionsbuerger.de, http://www.praesidentin.de … Dafür wurde KanzlerSchroeder.de geopfert.
Das ist keine Domaingrabbing, sondern europäische politische Poesie gemäss Art. 11 Charta der Grundrechten.
…um mal ganz ehrlich zu sein: Dieses Vorgehen ist ziemlich naiv und wird in den meisten Fällen nicht funktionieren:
1. In großen Konzernen wird man nicht einfach zum CEO durchgestellt.
2. Sollte man es tatsächlich schaffen, wird man gleich weiterverwiesen, an seine Assistenz, seine EDV oder in diesem Falle gleich die Rechtsabtl.
@Fluffi: Ich weiss nicht, wieviele CEOs von Großkonzernen du kennst, aber es ist genau umgekehrt, da dauernd alle möglichen Leute denen was verkaufen wollen. Es gibt in allen Konzernen gute Mechanismen, solche Leute erfolgreich abzuwehren.
3. Keine Person in einem Konzern wird mal eben so per Telefon einen Vertrag abschliessen – schon gar nichts revolvierendes. Hierfür gibt es gesetzte Lieferanten, der Einkauf muss in den meisten Fällen eingeschaltet werden. Im Zweifel wird die genannte Domain beim Haus- und Hof-Provider bestellt.
Also: Hört sich erstmal plausibel an, hat vielleicht sogar irgendwann mal irgendwo funktioniert, insgesamt dürfte die “Erfolgswahrscheinlichkeit” aber minimal sein.
Fazit: Ein weiterer Fall von “urban legends” ;-)
Genau auf diese Art und Weise ging die Firma “Europa Domain Registrierung” aus der Schweiz bei mir vor. Als ich allerdings hörte, dass die pro Domain 220 Euro haben wollten, war im Prinzip klar, dass das nicht seriöses ist. Finger weg von denen!
Zum Thema Domaingrabbing fiel mir grad nachfolgendes ein, was ich mal kurz ausgegraben habe.
Sedo.de die Domainhandelsbörse, deren Geschäftsführer Tim Schumacher ist. Der “Ole” (siehe weiter unten im Text..) ist wohl sowas wie die rechte Hand von T.S.
… so snapt sich die DomCollect Worldwide Intellectual Property AG schon auch mal gerne Domains wie “UdoNoll.de”, die mal einem Udo Noll gehört hat. Dabei sollte doch wohl auch Herrn Schumacher klar sein, wer das bessere Recht hat.
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DomCollect / ExpiringDomains
Sedo hat seit April eine separate Domain-Holding-Firma (DomCollect
Worldwide Intellectual Property AG mit – aus markenrechtlichen und
vor allem Gründen der schnelleren und unkomplizierteren
Unternehmensgründung – Sitz in der Schweiz), die in Domains zum
Eigenhandel investiert. Dies führt für Sedo zu einer stärkeren
finanziellen Position, einer Verbesserung der Wettbewerbsposition
Handelsplattform (durch schnellere Transfers beim Eigenbestand),
einer attraktiven Dienstleistung gegenüber unseren Domain-Registrar-
Partnern zur Monetarisierung ihrer “Expiring Domains” und ist ein
Gegenschlag gegen Konkurrenten wie Pool.com, die in unserem
angestammten Handelsbereich wildern.
Wichtig ist jedoch, dass eine klare Trennung zu Sedo erfolgt, da wir
unseren Kunden neutrale und faire Dienstleistungen anbieten.
Aus diesem Grund sollte den Kunden gegenüber diese Beteiligung
auch NIEMALS AKTIV kommuniziert werden. Nur wenn ein Kunde
selbst nachfragt, können wir folgende Erklärung abgeben
-> Sedo selbst ist nicht im Eigenhandelsbereich aktiv, sondern ist eine
neutrale Domain-Handelsplattform für alle Marktteilnehmer.
-> Bei speziellen Rückfragen können wir – ähnlich wie auch schon
in unserer bisherigen Position vertreten (Sedo selbst hat ja bereits jetzt
die eine oder andere Domain, die jedoch alle in der neuen Firma
zusammengefasst werden) – dies weiter ausführen: Sedo ist lediglich
an einer separaten Domain-Holding-Firma beteiligt, in der Domains zum
Eigenbestand liegen – zum Beispiel auch aus vermittelten Transaktionen,
wo der Interessent vom Kauf zurückgetreten ist und wir, um eine
reibungslose Transaktion zu gewährleisten, die Domain dann gekauft
haben. Diese externe Holding- Firma wird von Sedo wie jeder andere
Kunde auch behandelt.
Dieser letzte Satz soll uns – gemäß unserem Grundsatz, dass unsere
Kunden uns vertrauen müssen – auch in unserer Arbeit leiten:
Gutachten oder Domain- Vermittlungen mit Domains der DomCollect
müssen unbedingt so gemacht werden wie immer, also so wie wenn
die Domain einem Externen gehören würde.
Verantwortlich – da es sich um ein Registrarprojekt handelt – ist für
dieses Produkt momentan Ole. Rückfragen bitte an ihn oder an Tim.
Hallo Herr Oerzen,
Sie widersprechen sich!
Erzählen Sie ihm, dass die genannten Domains bei Ihnen registriert werden sollten, Sie das aber zum Glück erstmal durchgegangen sind und nun nachfragen wollen, ob das so seine Richtigkeit hat.
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Registriert werden sollte !
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Haben Sie es geschafft, sind Sie auf der sicheren Seite, denn dann haben Sie eine regulären Vertrag und die angebliche Vorregistrierung können Sie ja wegen des Datenschutzes nicht zugänglich machen.
Ach ja, wenn Sie zufällig in einem solchen Konzern arbeiten: einfach mal nachsehen, zum Beispiel bei Domaindiscout24, ob die Domains wirklich schon bestellt sind.
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Nachschauen ob die Domain wirklich schon bestellt ist !
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Entweder die Domain ist registriert,
dann kann die Firma in der whois nachschauen wer der Besitzer ist. z.B. bei http://www.dnsstuff.com (whois Lookup)
Wenn die Domain nicht registriert ist,
hilft auch die Schleichwebung zu domaindiscount24 nicht!
Denn eine Domain die nicht registriert ist, kann auch nicht überprüft werden.
nette Grüße
Wolfgang Wild
DOMAINUNION
[...] Aber wie eine kurze Suche im Internet ergab, sind wir nicht die einzigen die einen solch netten Service bekommen. Denn wie man hier, hier und hier nachlesen kann haben es die Deutschen Mitarbeiter der Firma Europa Domain Registrierung GmbH schon oft versucht. Und wie man nachlesen kann zu gesalzenen Preisen. Etwa 220 Euro soll so eine Domain kosten! Auffallend ist auch, dass die Europa Domain Registrierung GmbH keine eigene Website hat und kaum in einem Telefonverzeichnis aufgelistet ist. Wie soll denn da jemand eine Domain registrieren können? [...]
Einen Punkt noch zum Kommentar vom “Jott” bzgl. DomCollect und der Domain “UdoNoll.de”.
Ja, die Firma DomCollect registriert und veräußert Domainnamen. Bei automatisierter Registrierung kommt es leider hin und wieder vor, daß auch eine Domain wie “UdoNoll.de” registriert wird – dies versuchen wir, so weit es geht, abzufangen.
Wenn es dann doch vorkommt, so ist es keinerlei Problem für uns die Domain wieder zu löschen oder an eine Person zu übertragen die berechtigten Anspruch auf den Domainnamen hat.
Auch DomCollect hat keinerlei Interesse sich unnötig in Rechtsstreiterein einzulassen.
Danke und Gruß,
Ole.
[...] bei meiner liebsten lieblingssuchmaschine haben ergeben, dass das voll der fake ist! link1 link2 link3 und wenn man im internet sucht findet man bestimmt noch einige [...]
[...] klawit geposteten Bedingungen erf