Eine Frage mit fast schon historischen Dimensionen, die trotz ihres Alters immer noch und immer wieder Diskussionen auslöst und Meinungen aufeinander prallen lässt. Wie soll man es nun machen? Welche Monitorgrößen- und Auflösungen muss man berücksichtigen?
Früher war es üblich, dass die Vielzahl der im Internet surfenden Computer mit einem Bildschirm mit einer Auflösung von 800*600 Pixel ausgestattet waren. Heute ist dem natürlich nicht mehr so. Da gibt es 1024*768, 1152*768, 1280*854, 1680*1050, 1920*1200 und so weiter. Auch die Systemwelten unterscheiden sich – wenn auch nur leicht – voneinander. Die Tendenz für neue Monitore geht in die Breite, nicht in die Höhe, wie es für das Websurfen angenehmer wäre. Video und TV bestimmen zunehmend das Format.
Was tun? Ein 800 Pixel breites, an er linken Seite klebendes Design erzeugt bei einem Full-HD-Bildschirm in der ganzen rechten Hälfte gähnende Leere. Ein 1100 oder 1300 Pixel breites Design hingegen zwingt Besucher zum ungeliebten Horizontal-Scrollen.
Auflösungen nach Webhits. Die Daten stammen vom 1. Juni 2008.
Nicht jeder ist ein Vollbildsurfer
Zuerst einmal darf nicht von der Größe der Geräte, bzw. deren Auflösungen ausgegangen werden. Man sollte stattdessen schauen was tatsächlich benutzt wird. Die Differenz ist umso gravierender je größer die Monitore werden. Das ist logisch, denn wer kauft schon einen Mammutmonitor um dann nur einen Browser darauf laufen zu lassen? Tatsächlich machen es viele; je kleiner der Monitor, desto häufiger wird im Vollbild gesurft.
Der so genannte View-Port, also die tatsächlich zur Verfügung stehende Fläche unterscheidet sich von der Auflösung. Das liegt daran, dass verschiedene Erweiterungen und Leisten benutzt werden. Jeder macht das anderes, der eine verwendet diverse Werkzeugleisten, der andere benutzt eine Seitenleiste für seine Bookmarks oder die History – oder benutzt sogar mehrere davon.

Standard-IE7 mit festgestellter Bookmarkleiste. Der zur Verfügung stehende Platz wird so eingeschränkt.
Die Breite der Bookmarkleiste kann frei gewählt werden. Als Webdesigner kann man nie wissen in welcher Umgebung Seiten tatsächlich dargestellt werden und wie groß der View-Port wirklich ist.
Das heißt konkrekt: wenn 1280*1024 die derzeit vorherrschende Monitorauflösung ist, heisst es noch lange nicht das dafür gestaltet werden muss oder sollte. Im Gegenteil, wer es tut liegt oft falsch. Die Benutzer größerer Monitore surfen logischerweise kaum noch im Vollbild.
Der Anteil der Vollbildsurfer. Je größer und moderner der Monitor, desto selten wir der gesamte Platz für den Browser verwendet. nach Thomas Baekdal.
Was also tun?
Lassen Sie sich nicht von Statistiken über Monitore und Auflösungen irreführen. Es steht zwar mehr Platz zur Verfügung als anno 1998, er ist aber immer noch begrenzt. Monitore ab 20″ sind nach wie vor selten zu finden (was unter Webdesigner als “klein” gilt, ist dem Massenpublikum noch weitgehend fremd) und werden kaum im Vollbildmodus genutzt. Machen Sie es nicht zu breit! Gelöst ist das Problem damit freilich nicht. Es gibt kein perfektes Maß, hier muss jeder für einen Kompromiss finden. Und der wird je nach Projekt, Zielgruppe und Auftraggeber anders ausfallen.
Auf der relativ sicheren Seite ist, wer auf flexible Layouts setzt, die sich verschiedenen Auflösungen anpassen können. Das muss gar nicht zu 100% passieren.
Material zum Thema:
- The Incredible Em & Elastic Layouts with CSS
- Screen Resolutions and Better User Experience
- Actual Browser Sizes von 2006
- Monitor-Auflösungen (Deutsch, schon etwas älter)
Erstveröffentlichung 03.06.2008
Sven Lennartz
Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.




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