Layouts

Die große Leere: Simplicity und White Space als Trend

6. Januar 2007
von

In vergangenen Jahr wandelte sich die Design-Szene zunehmend zu einem Podium von simplen, schlichten und beinahe
minimalistischen Design-Ansätzen. Komplexe Layouts wurden immer häufiger durch simple Zwei- oder gar Einsspalter ersetzt und mit großzügig gewählten leeren Räumen versehen.

Und in der Tat – Web 2.0 brachte neben Euphorie der Seitenbesucher, die nun plötzlich zum absoluten Mittelpunkt des Web-Geschehens geworden sind, neue theoretische Ansätze, die insbesondere Usability, Interaction Design und Lesbarkeit von Inhalten betreffen. Web 2.0 brachte ein “neues altes Designverständnis”, das nun aus dem Print-Design ins Web übertragen wurde und vor allem auf Simplicity und White Space setzt. Doch obwohl im Netz davon viel und gern gesprochen wird, sind dazugehörige theoretische Grundlagen nicht einfach zu finden. Das lässt sich ändern.
(Autor: Vitaly Friedman)

Screenshot

Simplicity:

White Space (Negative Space):

Simplicity und White Space in Praxis:

Vitaly Friedman ist Buchautor, Autor sowie Entwickler und Designer von benutzerfreundlichen Webseiten. Er ist Chef-Redakteur des Online Magazins Smashing Magazine, das zu den weltweit populärsten Onlinemagazinen für Webdesign zählt und wie Dr. Web zur Smashing Media GmbH gehört. Vitaly studierte Informatik an der Universität des Saarlandes.

17 Kommentare zu „Die große Leere: Simplicity und White Space als Trend
  1. Nicolas am 6. Januar 2007 um 14:15

    Designgrundlagen sind Designgrundlagen. Da gibt es keine „Übertragung vom Printdesign ins Web“. Ich würde mal sagen, bis vor einigen Jahren waren die Websites der Unternehmen in erster Linie visuelle Präsentationen. Heute geht es mehr um die Inhalte, aufgrund der enormen Bedeutung von Gesellschaftsbildungen im Web. Darum spielt z.B. Typografie eine entscheidende Rolle. Das heißt aber nicht, dass es die visuellen Präsentationen nicht mehr gibt.

    Theoretische Grundlagen findet man in jedem Buch über Komposition/Layout, Typografie & Co.

  2. Vitaly Friedman am 6. Januar 2007 um 15:49

    Gemeint wurde vor allem Simplicity und White Space. Diese werden nun im Web neu entdeckt, für Print Design sind sie jedoch typisch.

  3. Vitaly Friedman am 6. Januar 2007 um 17:08

    Nachtrag: bestimmte Techniken aus Print-Typografie fanden sich in der Textgestaltung fürs Web wieder. Dies sollte im Satz „Übertragung vom Printdesign ins Web“ betont werden.

  4. Nicolas am 6. Januar 2007 um 18:05

    Ich verstehe, aber es ist in meinen Augen falsch hier davon zu reden, dass etwas entdeckt wurde oder übertragen wird. Reduzierte Gestaltung in Form von Reduzierung/Vereinfachung und Weißraum ist gängige Praxis – überall dort, wo es angebracht ist. Bisher war es im Web weniger angebracht, was sich nun ändert. Der Trend ist aber keine Adaption, sondern eine logische gestalterische Konsequenz, aufgrund der Gegebenheit, dass der Fokus heute im Web auf den Inhalten liegt. Und Inhalte gestaltet man nunmal mit viel Weißraum und wenig Grafik …

  5. DerLeser am 6. Januar 2007 um 23:48

    Seit großformatige, hochauflösende Monitore nicht mehr wirklich teuer sind und man sie quasi zum Standard rechnen darf, kann man natürlich zunehmend davon ausgehen, dass großzügige Weißflächen und der Text auch wirklich zusammen draufpassen und wirken können. Das war beim Durchschnitts-Surfer nicht immer so.

  6. [...] Die große Leere: Simplicity und White Space als Trend – eine Quellensammlung | Dr. Web Weblog (tags: webdesign design) [...]

  7. Interessante Zeiten » Mut zur Lücke am 7. Januar 2007 um 13:24

    [...] Mitte letzter Woche habe ich in der Schweiz meinen Freund, den Musiker Daniel Kreder besucht. Wir haben uns über das ausgewogene Verhältnis von Tönen und Nicht-Tönen unterhalten, darüber, dass Gestalt durch das entsteht, was eben nicht ist. Diese Erkenntnis gab es auch immer schon in der Bildenden Kunst und wird derzeit auch vermehrt unter den Webdesignern diskutiert. Auf dem Blog von drweb gibt es eine umfangreiche Liste mit Artikeln, die den White Space im Webdesign näher beleuchten. Eine wahre Fundgrube!Mein Lieblingsdesign geht in dieselbe Richtung, hier zum Beispiel. So etwas möchte ich auch gern können. [...]

  8. » Schlichtheit — cne _LOG Archiv am 7. Januar 2007 um 14:05

    [...] Entferne alle unnötigen visuellen Elemente. Mehr Schlichtheit gibts bei Dr. Web. Tags: Design « Newsletter-Tool Letterpop [...]

  9. [...] Auf dem Dr. Web-Blog findet sich eine umfangreiche und interessante Liste von Links zu theoretischen Beiträgen im Netz, die den im letzten Jahr in der Webdesign-Szene sich zunehmend ausbreitenden Trend zu simplen und schlichten, minimalistischen Design-Ansätzen thematisieren. [...]

  10. Kurz Vor Neune » Blog Archive » Einfach am 7. Januar 2007 um 17:15

    [...] Minimal vs. totale Reizüberflutung. Eine schöne Linksammlung zusammengestellt vom Dr. des Webs. Vorreiter auf diesem Gebiet (in meinen Augen) sind u.a. die Chinesen. Das Buch “Aktuelles Plakatdesign aus China” (Achtung Emfehlung!) unterstreicht diese These eindrucksvoll. [...]

  11. [...] Im letzten Jahr sah man immer mehr einfache, fast minimalistische Webseiten. Eine Linksammlung theoretischer Grundlagen zu Simplicity und White Space findet man beim Dr. Web Weblog: Die große Leere: Simplicity und White Space als Trend – eine Quellensammlung. [...]

  12. John am 8. Januar 2007 um 09:48

    Ich bin durchaus ein Fan von viel Freiraum/Space, allerdings scheint mir die Formel “Entferne alle visuellen Elemente” übertrieben.

    Dann bräuchte man quasi kein CSS, sondern bastelt einfach ein klassisches “H1 H2 P P usw.”-Konstrukt. Reicht doch.

    White Space ist wichtig, aber das sollte nicht gleichbedeutend mit der Reduzierung eines Designs auf null sein. Das Auge “ißt” durchaus mit und wenn es schmeckt liest es sich auch besser.

  13. Kai am 8. Januar 2007 um 10:00

    Schöne Sammlung! Musste nur gerade schmunzeln, da der Dr. Web Blog (unfreiwillig?) auch eine Menge White-Space im oberen Bereich hat. Rufe ich die Seite auf, sehe ich eigentlich nur die Headline des Artikels und zwei AdSense Blöckchen. Um den “richtigen” Inhalt zu lesen muss ich erstmal nach unten scrollen… Steigert das die Klickrate bei den Werbeblöcken?

  14. [...] Webseite besuchen [...]

  15. [...] Webseite besuchen [...]

  16. [...] Linkliste mit Websites zu den Themen Simplicity und Whitespace [...]

  17. peter am 22. Juli 2010 um 10:26

    autsch … man sollte schon in der lage sein und erkennen, dass simplicity und white space völlig verschiedene dinge sind.

    ich kann recht viele elemente auf einer webseite haben und mittels white space ordnung und eine gute übersicht bieten.

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