Die CMS-Falle

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von Philip Bolting

“Wir wollen die Inhalte unserer Internetseite selbst pflegen“ - So oder ähnlich fordern es viele Auftraggeber heutzutage. Webworker erfüllen diese Anforderung oft bedenkenlos mit der Installation Ihres bevorzugten Content-Management-Systems (CMS). Auftrag erledigt, Kunde zufrieden, Webworker arbeitslos.

Dabei ist ein CMS für die Mehrheit der Auftraggeber kontraproduktiv. Welcher Auftraggeber verfügt wirklich über die Kenntnisse und Erfahrungen, Texte und Bilder web- und zielgruppengerecht aufzubereiten? Die Folge sind Textwüsten, peinliche Selbstdarstellungen und pixelige Abbildungen.

Das Tagesgeschäft tut ein Übriges: Es bleibt trotz bester Vorsätze neben den eigentlichen Aufgaben des Unternehmens einfach keine Zeit mehr für die regelmäßige Aktualisierung der Homepage. Letzter Eintrag unter “Aktuelles”: Das Firmenjubiläum vor zwei Jahren. Der Besucher fragt sich: “Gibt es die Firma überhaupt noch?” “Vernachlässigen die Ihre Kunden so wie Ihre Homepage?” “Besser ich schaue nach einem anderen Anbieter.” Klick und weg ist er.

Dabei hatte der Auftraggeber doch unbedingt ein CMS haben wollen, um bei Aktualisierungen nicht auf Dritte angewiesen zu sein. Verzichtet hat er damit aber auch auf einen Berater und Begleiter. Jemanden, der rechtzeitig an die Aktualisierung der Homepage erinnert. Der die Kundenbrille aufsetzt und die Ziele der Internetpräsenz im Blick behält. Texte kritisch prüft und umschreibt, Bilder webgerecht aufbereitet, Server-Logs auswertet, sinnvolle Erweiterungen vorschlägt.

Arbeitsteilung gehört zu den Grundprinzipien unsere Wirtschaftssystems. Wie würden Bäcker, Metzger oder KFZ-Mechaniker reagieren, wenn der Webworker meint, ihre Arbeit übernehmen zu können – sofern er nur entsprechendes Werkzeug und eine Anleitung bekäme? Jeder soll das tun, was er am besten kann. Der Bäcker Brot und Brötchen backen und der Webworker die Website der Bäckerei betreuen.

Also lassen wir das CMS nur noch vom Webworker bedienen und alles ist gut? Nein, denn ein CMS bedeutet immer Einschränkung. Statt der besten Lösung wird diejenige gewählt, für die das verwendete CMS bereits ein Modul anbietet. Noch schlimmer wird es, wenn Aufgaben mit dem CMS umständlich, zeit- und wartungsaufwändig gelöst werden, die in reinem HTML/PHP in wenigen Minuten umgesetzt wären.

CMS sind keine Universallösung. Sie sollten nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich Sinn machen und ihre Stärken ausspielen können.

(sl), ™

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65 Kommentare zu Die CMS-Falle

  1. rene 13. Dezember 2009 at 10:44 #

    @Herr Kummer
    Ich verstehe nicht, warum Sie sich hier so aufregen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie damit richtig Geld verdienen, dann machen Sie das. Scheinbar klappt es nicht so richtig.
    Sonst würden Sie nicht versuchen, anderen, penedrant wie ein Guru, ihre Meinung aufzudrängen.

  2. Markus 14. Dezember 2009 at 11:05 #

    @Herr Kummer

    Ich glaube Sie verstehen nicht, dass andere Leute eine andere Meinung haben können als Sie. Wenn Sie den Artikel schlecht finden – o.k. Aber es handelt sich hier nur um IHRE EIGENE Meinung. Andere können das anders sehen. Verstehen Sie das?

    Ich finde Kommentarfunktionen nicht grundsätzlich schlecht. Nur wenn man darin (fast) nur noch Leute findet, die denken, dass ihre Meinung allgemeinverbindlich sein muss, macht es ein Forum überflüssig, da kein konstruktiver Gedankenaustausch mehr stattfinden kann.

    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass Sie Kontakt zum Endkunden haben. Erst vor kurzem hatte ich eine Homepage für eine Ferienwohnung. 2 nette ältere Leute – da wäre ein CMS völlig deplaziert. Aber eine andere Agentur hat sie da schon ganz heiß drauf gemacht……

    Unter Professionalität verstehe ich, dass man dem Kunden das verkauft, was er braucht. Der eine braucht ein CMS, für den anderen ist das nichts.

  3. LexX Noel 14. Dezember 2009 at 11:57 #

    Manche Menschen generalisieren gerne, einfach aus dem Grund heraus weil der Ich-Bezug fehlt. Genau so gibt es Menschen die meistens WIR anstatt ICH sagen.

    Für manche gibt es keine andere Meinung die richtigerer wäre als die eigenen.

  4. DerThomas 15. Dezember 2009 at 23:38 #

    Jetzt mische ich mich doch mal ein:
    Ich kann Andreas Kummer nur unterstützen!

    Wer weiß wie man ein CMS einzusetzen hat, dem wird es niemals zum Nachteil!
    Aus dem Artikel sticht eine deutliche Unerfahrenheit des Autors heraus.

    Versucht man einem Kunden z.B. TYPO3 auf’s Auge zu drücken und ihn anschließend damit allein zu lassen, ist das natürlich der falsche Weg. Aber mit einem übersichtliches CMS, dass eventuell speziell auf den Kunden zugeschnitten ist kommt m.E. jeder klar.

    “Es bleibt trotz bester Vorsätze neben den eigentlichen Aufgaben des Unternehmens einfach keine Zeit mehr für die regelmäßige Aktualisierung der Homepage.”
    Was kann das CMS dafür?

    Zu dem Bäcker-Vergleich spare ich mir jetzt mal jeden Kommentar…

    “Nein, denn ein CMS bedeutet immer Einschränkung.”
    => Ich finde dieser Satz alleine zeigt schon, dass der Autor keine Ahnung hat.

    “Statt der besten Lösung wird diejenige gewählt, für die das verwendete CMS bereits ein Modul anbietet.”
    => Lieber Autor: Man kann solche Module auch selber programmieren und sie dann entsprechend auf den Kunden zuschneiden.

    “Noch schlimmer wird es, wenn Aufgaben mit dem CMS umständlich, zeit- und wartungsaufwändig gelöst werden, die in reinem HTML/PHP in wenigen Minuten umgesetzt wären.”
    => Hä? => Fehlende Sachkenntnisse des Autors.

    Wie die Redaktion den Artikel veröffentlichen konnte bleibt mir schleierhaft…

  5. LexX Noel 15. Dezember 2009 at 23:56 #

    Die Redaktion möchte das ihre Internet-Präsenz besucht wird und zudem gut frequentiert wird, unter anderem mit immer neuen Kommentaren.

    In dem Zusammenhang ist ein Artikel der offensichtlich vor den Kopf stößt sehr polarisierend, sprich erzeugt eine Diskussion, sprich erzeugt eben neue Kommentare. ;)

  6. Andreas Kummer 17. Dezember 2009 at 10:49 #

    Zunächst: logisch akzeptiere ich andere Meinungen. Und erwarte das entsprechend auch von allen anderen. Es muss deshalb erlaubt sein, auf das einzugehen, was geschrieben worden ist. Weil – da würde ich dann dazu neigen, Markus recht zu geben – man sich ansonsten die Kommentarfunktion sparen kann. Ich gehe also davon aus, dass man sich nicht nur dann äussern darf, wenn man einen Kuschelkommentar abgeben will, sondern auch, wenn man eine Kritik zu machen hat.

    Nach meiner Einschätzung (man beachte: es ist also nur meine Meinung) besteht eine Verwechslung zwischen dem Einsatz eines CMS und der Tatsache, den Kunden dann mit allem alleine zu lassen. Man kann ein CMS verwenden und der Kunde macht die Aktualisierungen nicht selber. Ist trotzdem zu seinem Vorteil, weil es günstiger kommt, wenn es schneller geht. Das gilt nicht nur dann, wenn das der Kunde selber macht. Auf der anderen Seite kann man einfach alles mit der Fussgängermethode machen und es den Kunden trotzdem selber pflegen lassen. Das kommt dann sicher nicht gut, ist aber auch eine Möglichkeit.

    Ein CMS zu installieren und zu verwenden bedeutet also nicht notwendigerweise, dass der Kunde dann auch selber die Pflege übernehmen muss. Und auch wenn er das macht, kann man ihn immer noch unterstützen, indem man für ihn Plugins und Module schreibt für bestimmte Anwendungen und ihn auch redaktionell unterstützt, wenn das gefragt sein sollte.

    Wer kein CMS einsetzen will, der darf das selbstverständlich weiterhin. Wo kämen wir denn hin, wenn das nicht mehr erlaubt sein sollte? Dasselbe gilt für die Herstellung von Zusammenhängen wo augenscheinlich keine sind. Und selbstredend darf man solches auch gut finden, ohne zu wissen oder zu sagen warum. All das ist erlaubt. Aber es muss eben auch möglich sein, darauf hinzuweisen, dass kein sachlicher Zusammenhang besteht, wo ein solcher dargestellt wird.

    CMS bedeutet immer Einschränkung. Dazu braucht es offenbar keine Erklärung. Es ist ein Axiom. Trotzdem – mit Verlaub – einfach Unsinn.

    Der Kunde hat nie Zeit. Der Kunde kann keine Texte selber verfassen. Der Kunde kann kein Bild verkleinern (was übrigens bei einem CMS… aber lassen wir das). Der Kunde kennt seine Adressaten nicht.

    Es mag solche Kunden geben. Anzunehmen, dass sei immer der Fall zeugt von einem seltsamen und ansonsten eher in der Politik anzutreffenden Menschenbild. Bei meinen Kunden sieht das anders aus. Es gibt einfachere und solche, mit denen der Umgang schwieriger ist. Allen gemein ist: sie sind nicht dumm, nicht völlig beratungsresistent, durchaus in der Lage sind ein Bild zu verkleinern und Texte zu verfassen. Sie wollen nicht alleine gelassen werden und werden das auch nicht. CMS oder nicht spielt dabei keine Rolle.

    Die These des Artikels lautet: CMS sind irgendwie schlecht. Keiner weiss warum, aber klar ist, dass sie nicht gut sein können, weil sie nicht gut sein dürfen (da sie ja den Webworker arbeitslos machen). Im Artikel erfahren wir dann, dass sie die moralische Integrität der Kunden irgendwie untergraben und dazu führen, dass Kunden, die nichts können, ganz aufhören, was zu tun. Wir erfahren also, wie die Realität aussieht, wie sie vom Autoren wahrgenommen wird. Ein Reisebericht sozusagen. Keiner allerdings, der mich dazu bewegen würde, den Ort jemals aufzusuchen. Hier gibt es Kunden mit Zeit und Verstand. Und es gibt Instrumente, die mir als Dienstleister ebenso helfen wie meinen Kunden.

    @LexX Noel: A propos polarisierende Artikel… Da haben Sie wohl recht. Ob das eine gute Strategie ist auf längere Sicht, wage ich zu bezweifeln. Die redaktionelle Qualität spielt irgendwann auch für Werbepartner eine Rolle und nicht nur die Klickrate.

  7. Markus 17. Dezember 2009 at 11:14 #

    …. Wer weiß wie man ein CMS einzusetzen hat, dem wird es niemals zum Nachteil! ….

    Ich würde eher sagen aus deiner Äußerung sticht mangelnde Erfahrung heraus.

    ….. Aber mit einem übersichtliches CMS, dass eventuell speziell auf den Kunden zugeschnitten ist kommt m.E. jeder klar……

    Du hast nicht viel mit Kunden zu tun, oder? Die sind sehr verschieden – jedenfalls meine. Da ist vom jungen Designer bis zum älteren Herren, der froh ist wenn er den Computer starten kann (eigene Aussage), alles dabei.

    … keine Zeit mehr für die regelmäßige Aktualisierung der Homepage.” Was kann das CMS dafür? …

    Nichts! Nur hätte man sich das Geld dafür dann sparen können. Oder hätte ich dem netten älteren Herrn ein CMS installieren sollen obwohl ich weiß, dass er nicht damit zurecht kommt? Lieber den (Zeit)Aufwand dafür gespart, das günstigere Hostingpaket genommen und wenn Änderungen vorgenommen werden mache ich das.

    Ob ein CMS für die Pflege Sinn macht hängt vom Projekt/Kunden ab. CM-Systeme gibt es nicht in erster Linie damit der Webdesigner weniger Arbeit bei der Pflege hat, sondern damit der Autor ein solches System auch ohne Programmier- oder HTML-Kenntnisse bedienen kann.

    Oder setzt Du für eine Website auf der – Hallo Welt – steht extra ein CMS auf?

    … Zu dem Bäcker-Vergleich spare ich mir jetzt mal jeden Kommentar… …

    Ich finde den gut. Wenn man mit einem CMS ALLES das machen könnte was Webdesigner und Programmierer machen – und das ohne HTML/PHP-Kenntnisse – warum gibt es die dann noch?

    Der Vergleich mit dem Bäcker passt. Man denke nur an die vielen Backmischungen mit Anleitungen, wie man daheim Brot / Brötchen backen kann. JEDER kann Brot / Brötchen backen.

    Aber so gut wie vom Bäcker schmeckt es nie. Denn wenn es so wäre gäbe es keine Bäcker mehr.

    Wenn man absolut professionelle Arbeit will muss man zum Profi gehen – oder sich selbst die Zeit nehmen sich einzuarbeiten.

    Welcher professionelle Webdesigner druckt sich denn seine Visitenkarten selbst aus? Wer nicht das Equipment dazu hat wird zur Druckerei gehen – zum Profi auf dem jeweiligen Gebiet.

    … “Nein, denn ein CMS bedeutet immer Einschränkung.”
    => Ich finde dieser Satz alleine zeigt schon, dass der Autor keine Ahnung hat. …

    Nein! So ist es! Nochmal zur – Hallo Welt – Seite. Mit einem Text-Editor habe ich so eine Seite in 1 Minute erstellt. Wenn ich ein CMS dafür nehme muss ich das installieren, konfigurieren etc. Vorher muss ich natürlich schauen ob der Provider das unterstützt etc….

    Völlige Freiheit hat nur der, der jede Seite einzeln in HTML erstellt. Alles andere ist eine Einschränkung – die natürlich für den Arbeitsablauf sehr sinnvoll sein kann.

    Es macht natürlich Sinn mit Templates zu arbeiten. Nur habe ich dann eben nicht die Möglichkeit jede Seite komplett anders aussehen zu lassen. Und wenn ich für jede Seite doch ein Template erstelle, kann ich das auch gleich und HTML machen und spar das CMS.

    …. Noch schlimmer wird es, wenn Aufgaben mit dem CMS umständlich, zeit- und wartungsaufwändig gelöst werden, die in reinem HTML/PHP in wenigen Minuten umgesetzt wären.”
    => Hä? => Fehlende Sachkenntnisse des Autors. ….

    Oder fehlende Sachkenntniss deinerseits in HTML/PHP?

  8. LexX Noel 17. Dezember 2009 at 11:59 #

    Wenn das so weitergeht, dann wird es diese abstruse Diskussion noch in 2010 geben an dieser Stelle.

    Warum kann man nicht mal einfach akzeptieren das es verschiedene Meinungen gibt zu einem Thema? Kommt mir teilweise hier schon so vor, wie die Gott-Debatte zwischen Gläubigen und Atheisten.

  9. Andreas Kummer 17. Dezember 2009 at 14:31 #

    Jedem Tierchen sein Plaisirchen. Soll es ein jeder halten wie er will. Ich habe fälschlicherweise angenommen, die Zielsetzung von Kommentaren sei die kritische Betrachtung der vorliegenden Arbeiten. Aber das scheint man nur zu dürfen, wenn man auf Argumentationen verzichtet und auch nur, wenn man gut findet, was man vorgesetzt kriegt.

    Dann sind die Kommentare halt so wertvoll wie der Artikel auch. Wer schon immer die Meinung des Autoren geteilt hat, hat zwar keine weiteren Argumente für die eigene Position, dafür eine Menge Mitstreiter.

    @Christiane Rosenberger: Wenn zur Netiquette gehört, alles kritikfrei für gut zu halten, dann halte ich mich in der Tat nicht dran. Ansonsten habe ich niemanden persönlich angegriffen. Sollte sich jemand betupft fühlen, dann an möchte ich mich an dieser Stelle in aller Form und durchaus ernst gemeint entschuldigen. Es war und ist nicht meine Absicht, den Autoren oder die Diskussionsteilnehmer zu qualifizieren. Ich erlaube mir jedoch, mich kritisch zu äussern und die Dinge beim Namen zu nennen. Ich habe festgestellt, dass keine einzige These mit einem Argument untermauert worden ist. Das – und nicht etwa die Meinung des Autoren – habe ich kritisiert. Und deshalb halte ich den Artikel – man mag mir hoffentlich verzeihen – mindestens für ein Fachpublikation für völlig wertlos.

  10. Christiane Rosenberger 17. Dezember 2009 at 14:36 #

    Konstruktive Kritik ist durchaus erwünscht und davon lebt ein Blog – persönliche Angriffe, wie sie hier teilweise erfolgt sind, jedoch ausdrücklich nicht.

  11. Andreas Kummer 17. Dezember 2009 at 15:22 #

    Nun, ich gehe davon aus, dass mit dem persönlichen Angriff der Bezug auf die ‘peinliche Selbstdarstellung’ gemeint ist. Das nehme ich auf meine Kappe. In der Tat nicht wirklich freundlich. Das war als Hinweis darauf gedacht, dass IT-Leute im Allgemeinen eben die gleichen Fehler machen, die sie den Leuten vorwerfen, deren Aufgabe sie übernehmen wollen. Insofern tatsächlich nicht freundlich, trotzdem… wahr halt.

    Und es zeigt ein Grundproblem auf, welches hier immer wieder anklingt. Der Kunde kann und soll nicht alles selber machen. Aber der Webworker dann schon, obwohl er es selten besser kann. Mit Ausnahme von HTML und CSS vielleicht. Der Kunde soll die Arbeit teilen, aber der Webworker nicht. Nur er vereinigt in sich alle erforderlichen Fähigkeiten. Das muss er auch, denn ohne CMS geht es eben genau nicht anders. Ansonsten müsste der Texter und der Graphiker ebenso gut mit HTML und CSS umzugehen wissen, wie der Webworker. Der dann aber endgültig arbeitslos ist. Wollen wir also hoffen, dass dem nicht so ist.

    Wer also ganz alleine ist und alles selber machen muss (texten, layouten, umsetzen, programmieren und vermarkten), der erwähnt Arbeitsteilung gebenüber dem Kunden besser nicht. Weil dieser Schuss geht sicher nach hinten los…

    Und wer die Arbeitsteilung will ist konfrontiert mit Leuten, die eben genau nicht HTML und CSS beherrschen. Und deshalb ein – neutral ausgedrückt – Instrument benötigen. Wie auch immer man das nennt, es muss erlauben, Inhalte zu verwalten. Wem also CMS nicht gefällt, dem kann ich PZVVI empfehlen (Programm zur Verwaltung von Inhalten). Das ist zwar dasselbe, löst vielleicht aber nicht die gleichen Gegenreaktionen aus.

  12. Llyn 29. Dezember 2009 at 19:11 #

    Ich kann den Verfasser verstehen, habe mir vor Kurzem ähnliche Gedanken gemacht. Mit der Mehrheit der Auftraggeber sind bestimmt die eher mittleren und kleinen Freiberufler, Firmen und Privatpersonen gemeint. Auch ich durfte beobachten, dass mit den vorhandenen Mitteln nicht umgegangen werden kann. Ein öffentliches Unternehmen wollte von mir eine Übersicht über ein passendes CMS haben. Nach Recherche und ausführlichem Ausfragen, was der Kunde denn so an Wissen mitbringt, kam ich zu dem Schluss, dass ein minimales CMS reichen würde. Ich fürchte ich habe den Auftrag verloren an einen Konkurrenten, der dem Kunden wohl ein Typo3 aufgeschwatzt hat. Die kenntnisse des Kunden sind nicht mal annähernd ausreichend um das System halbwegs ordentlich zu pflegen. Die Voraussetzungen waren einfach nicht gegeben.

    Was die Einbußen bei der Arbeit angeht, so verstehe ich das so: Der Verdienst den man gehabt hätte bei laufender Betreuung der Seite sind futsch. Eigentlich müßte ein CMS (ein großes) so viel kosten, wie man im Laufe der Zeit verdient hätte. Im Grunde ruiniert man sich tatsächlich selbst, wenn man für jede kleine Seite ein CMS nimmt.

    Auch ich komme bei kleinen Seiten mittels include bestens weiter. Ich habe nicht alle Beiträge gelesen, aber darauf ist niemand wirklich eingegangen. includen ist die einfachste Form des Templateaufbaus, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Es bedarf vor allem nicht ständiger upgrades und dates und so weiter. Und ja die elenden Syervervoraussetzungen. Es ist schrecklich. Neuerdings bekommt man nicht mal ausreichend Informationen von den Entwicklern, was der Server beherrschen können muss. Bei Shopsystemen ganz extrem zur Zeit!

    Sind Kommunikationsebenen gefragt, Newsletter und pipapo-Funktionen, erst dann werden CMS interessant – vorher nicht. Bei Seiten von größeren Firmen, wo man weiß, es herrscht eine rege Kommunikation und es ist absolute Aktualität gefragt, auch dann komm selbstredend nur ein CMS in Frage.

    Immer offen bleiben und nett – liebe Leute – den Horizont erweitern und die alten Zeiten nicht vergessen, als man noch nicht computersüchtig war.

  13. Andreas Kummer 4. Januar 2010 at 09:52 #

    Das ist wohl wahr. Mit Include ist es am einfachsten. Ich glaube, niemand hat was anderes behauptet. Ich würde das sofort unterschreiben. Allerdings will der Kunde nicht notwendigerweise, dass…

    (a) der Auftragnehmer möglichst wenig zu tun hat,

    (b) der Auftragnehmer es einfach hat,

    (c) der Auftragnehmer möglichst lange mit ihm Geld verdienen kann.

    Dass man als Auftragnehmer das gerne so hätte ist klar. Und legitim dazu. Bloss sind eben noch andere am Markt tätig; und viele davon bieten dem Kunden etwas an, das wesentlich weiter geht als ein Include.

    Dass Typo3 (und auch andere CMS) die Kunden zuweilen überfordern ist auch klar. Bloss auch hier ist mit einem Include niemandem geholfen. Denn mit einem CMS ist es für den Kunden wohl schwierig, den Auftritt zu pflegen; ohne CMS jedoch ganz und gar unmöglich.

    Es lohnt sich, Geld damit zu verdienen, indem man dem Kunden einen Mehrwert bietet, der wiederum dazu führt, dass der Kunde mehr Erfolg hat und er deshalb eher bereit ist, von seinem Ertrag mehr in das Instrument zu investieren, das zum Erfolg beiträgt. Das ist eine Überlegung wert; im Artikel findet sich zu solch grundlegenden Fragen jedoch nicht ein Wort.

    Du stellts ja selber fest, dass du Kunden an Dienstleister verlierst, die diesem eben einfach mehr anbieten. Das mag man beklagen. Aber jammern führt nicht aus der Misere.

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