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Der Aufbau moderner Portfolio-Websites

9. Dezember 2008
von

Was ist eigentlich damit gemeint, mit einem “Portfolio”? Seiner ursprünglichen Bedeutung nach handelt es sich um eine transportable Mappe, in der ein Künstler ausgewählte Werke zur Ansicht bereithält. Nicht anders ist das im digitalen Zeitalter. Das moderne Portfolio ist eine Website, und für die gibt es eigene Kriterien. Welche Arten von Portfolios gibt es und was gehört dort hinein?

Eine Portfolio-Seite verkauft nicht direkt, sie liefert keine Nachrichten oder redaktionelle Artikel. Solche Erweiterungen sind nicht typisch, kommen aber ab und an trotzdem vor. Heutzutage bevorzugt als Weblog. Was also zeigt ein Portfolio? Eine einfache Regel lautet:

Das bin ich. Das mache ich.

Man zeigt Arbeitsproben (die Blätter in der antiken Mappe), erzählt etwas über sich (wobei man sich kurz fasst), spricht über seine Fachgebiete und bietet (gut sichtbar) Kontaktdaten an. Im Großen und Ganzen ist es das bereits. Natürlich färbt die Persönlichkeit des Designers auf seine Arbeit und im besonderen Maße auf sein Portfolio ab. Das ist ein wichtiges Kriterium. Es beeinflusst die Darstellung.

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Eine typische Portfolio-Website der Designerin Eva-Lotta Lamm. Der Webdesigner mit seinem Fähigkeiten steht im Mittelpunkt, nichts anderes. Dieses Konzept lässt sich fast beliebig variieren und erweitern. Schauen Sie sich das einmal an:

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Designer wie Maurivan Luiz verstecken sich nicht hinter ihren Werken. Sie gehen offensiv als Person auf potenzielle Kunden zu. Das Gegenteil sehen wir bei Vittor Lourenco, der seinen aktuellen Auftrag in den Mittelpunkt stellt. Er tut das nicht nur ein bisschen, er macht es ebenso kompromisslos wie der Kollege zuvor mit seinem Foto.

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Ein Portfolio ist kein Ort für das Ausleben überbordener Kreativität. Vor grenzenlosen Übertreibungen und radikal neuen Konzepten hütet man sich besser. Denn wenn die Mappe nicht als solche erkannt wird, das Portfolio nicht für ein solches gehalten werden kann, wird es seinen Zweck nicht erfüllen. Dieser Zweck besteht in der Regel darin, Kunden zu interessieren, ihnen ein Einblick in das Werk und die Persönlichkeit des Designer zu ermöglichen. Auch, wenn man selten direkt verkauft, ein großartiges Portfolio wird man sich merken. Es gilt den zukünftigen Auftraggeber zu überzeugen, nicht ihn zu verschrecken.

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Äußerst aufgeräumt, aber kann dieser untypische Ansatz Erfolg haben?

Portfolios können außerdem sein:

  • Selbstdarstellung
  • Projektdokumentation
  • Ein Link für den Kunden

Ein zentrales Element moderner Portfolios ist der Screenshot. Meist unter dem Stichwort “Referenzen” werden frühere Arbeiten abgebildet. Es versteht sich von selbst, dass diese Bildschirmfotos selbst von allerhöchster Qualität sein müssen. Man zeige eher wenige, auf keinen Fall zu viele Abbildungen auf einer Seite. Es lohnt sich hier Aufwand zu treiben. Schließlich geht es ums eigene Können, das hier in Szene gesetzt wird.

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Screenshots im Rahmen bei Webdots

Typische Elemente von Portfolio-Sites sind:

  • Screenshots eigener Werke, zumeist in einem rechteckigen Format.
  • Testimonials (O-Töne von Kunden).
  • Nur wenige Einzelseiten, manchmal nur eine einzige.
  • Gut sichtbare Kontaktdaten
  • Oft verwendet wird die Schreibtischmetapher. Zum Beispiel Brian Wilkins

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Eine Singlepage-Website. Tomas Pojeta zeigt, dass dies auch fantasievoll möglich ist.

Was nicht hinein gehört:

  • Ideen, Entwürfe, Pläne (können geklaut werden)
  • Kritik (weder an Kunden noch an Kollegen)
  • Werbetexte

Portfolios brauchen einen soliden Text. Rechtschreibfehler und handgestrickte Formulierungen gehören nicht ins Portfolio. Da das Texten nicht unbedingt die Profession eines Designers ist, holt man sich besser noch einen Texter hinzu. Auch der Quelltext sollte keine Fehler enthalten.

Tipp: Bieten Sie eine Zusammenfassung als PDF zum Download an. Gelegentlich findet man auf Portfolios eine Art Lebenslauf (englisch Resume). Interessenten nehmen gern etwas mit. In der realen Welt Prospekte oder Visitenkarten, im Virtuellen ein PDF. Auch ein Autoresponder ist denkbar.

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Natalie Devalle klebt sich selbst ins Bild

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Eine solide, keine herausragende Arbeit: Sanoj P Mohan

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Der typograhische Ansatz: Rik Catlow

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Bekannte Portfolio-Verzeichnisse im Netz

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Sven Lennartz

Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.

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