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von Björn Dammann
Man hört oft: „Das Rad muss man nicht neu erfinden“ – „Lassen Sie sich inspirieren“. Man kann sich von fast allem im Alltag inspirieren lassen. Schließlich ist unsere Umwelt schon seit Ewigkeiten so gestaltet, unsere Wahrnehmung bewusst und auch unbewusst zu lenken. Mein Tipp aus der Praxis: “Augen auf”.
Das Supermarktregal – auf Augenhöhe sein
Ist Ihnen das beim Besuch im Supermarkt schon einmal aufgefallen? Die teuren Produkte, die uns der Supermarkt natürlich bevorzugt anbieten möchte, stehen auf Augenhöhe. Das Wichtigste steht im Mittelpunkt.
Das lässt sich auch auf unsere Websites übertragen. Wenn Sie den Fokus des Benutzers lenken wollen, setzen Sie ihn unbedingt auf den sichtbaren Bereich.

Zeitschriften – Aus dem Rahmen ausbrechen
Bild im Bild, Kasten im Kasten; das Design langweilt. Schauen Sie sich Zeitschriften in Ihrer Umgebung an. Ein beliebtes Stilmittel in diesem Bereich: Personen ragen über die Logos und Titel der Zeitschriften (zum Beispiel Gala, Men’s Health, FHM).
Ihr Logo zu verdecken, sollten Sie natürlich vermeiden, schließlich können die großen Zeitschriften sich das durchaus erlauben und werden vielleicht auch mit einem Buchstaben weniger erkannt. Doch brechen Sie mal beispielweise mit einem Element des Bildes aus dem Bildrahmen aus.

Cornflakes – In den Bann ziehen
Sie können in Windeseile das gesunde Fitnessmüsli von den Schockoflakes mit dem lustigem Tiermaskottchen unterscheiden? Das hat natürlich seine Gründe. Sie haben einen klaren Absender und klare Gestaltungslinien.
Ihr Webprojekt möchte seriös und bodenständig wirken. Dann sollten Sie auf große Effekte verzichten und sich edel und bestimmt geben. Wenn Sie dagegen einen neuen Energy-Drink auf dem Markt bringen, muss es nur so vor Energie sprudeln.
Parfüm – Gefühle wecken
Je weiblicher das Parfüm, umso rötlicher ist seine Gestaltung. Männerparfüme sind blau, dunkel und zeigen Stärke.
Überlegen Sie sich bei ihrem Webprojekt genau, in welchem Millieu es sich abspielen soll. Seriosität verbinden wir mit blau, Boulevard mit rot. Kälte mit blau, Wärme mit rot. Die Natur ist grün. Die Sonne ist gelb. Das Ganze lässt sich noch Ewigkeiten weiterspinnen.
Vorsicht, wenn Sie international gestalten. In anderen Kulturkreisen haben Farben auch andere Bedeutungen. Zum Beispiel ist in Asien weiß die Farbe der Trauer und Rot das Glück.
Störer – Klare Infos auf wenig Platz
Jedes Produkt hat sie: Störer. Zu den beliebtesten zählen
- „Neu“,
- „Wieder da“ oder
- „20% mehr“.
Doch, auch ganz normale Features wie
- „24h aktiv“,
- „mit Power-Formel“ oder
- „Gegen Kalk und Schmutz“
werden über Störer kommuniziert. Ihr Vorteil, dass sie dem Benutzer sofort ins Auge springen und durch ihre kurzen Aussagen auch nicht lange aufhalten.

Auch Ihre Website kann so etwas sicherlich. Design-Büros und Freelancer nutzen beispielweise gerne den „Hire me“ Button in der Navigation direkt als Störer. Solche Beispiele lassen sich noch unzählig im Alltag finden. Halten Sie einfach die Augen offen.
(sl), ™
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Schöner Beitrag, aber Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Wäre der Artikel noch mit einigen Screenshots ausgestattet, die den konkreten Einsatz der Möglichkeiten zeigen, wäre er sehr viel interessanter!
Danke Thomas,
Bilder (bzw. Screenshots) hatte ich eigentlich mitgeschickt und mit dem Team auch noch kurz über Größe, Platzierung etc. gesprochen. Weiß leider gerade nicht wieso sie nicht drin sind.
- Die Augenhöhe nutzen lässt sich gut auf https://epicevent.com.au/ beobachten.
- Wie man im Webdesign aus dem Rahmen ausbrechen kannen demonstriert die Agentur http://glue.be/en/ sehr gut.
- Ein prominenter Störer in der Navigation findet sich auf http://www.savethechildren.de/
Viele Grüße
Björn
Da muss ich Thomas zustimmen ein paar nette Bilder würden den Beitrag ziemlich aufpimpen und man könnte sich ein Kaufhausbummeldesign viel besser vorstellen.
die bilder sind bei dem ganzen prozess leider vergessen worden. es gab dazu noch fragen. sorry dafür! ich habe mal angepasst und eingefügt was vorhanden war.
Ja, das waren alle. Danke, Sven.
Ich finde es immer wieder interessant wie sich die Design-Vorstellungen unterscheiden. Dies sind nun tolle Seiten mit aufwendigen Designs. Wiedersprechen jedoch jeglicher “Lehre” Ressourcen schonend zu arbeiten.
https://epicevent.com.au/ und http://www.savethechildren.de/ kommt z.B. mit rund 800kb Daten daher.
Es ist genauso wie der Kampf: Dynamisches AJAX im modernen Gewand vs Google-Optimierung, JS-Deaktivisten und Mobilen Browsern.
Klar muss man es letztlich auf den Kunden und die Zielgruppe abstimmen aber bei savethechildren.de hat meiner Meinung nach ein Büro zwar ein “tolles” Design erstellt doch ich möchte mal behaupten das die Besucher eher “Gelegenheits-Surfer” mit einer einfachen DSL-Leitung sind und bei den Datenmengen wird der Server bei einer Fernsehbewerbung auch schnell zusammen brechen.
Sprich man muss nicht nur die Markenprodukte auf Augenhöhe platzieren sondern auch schauen das man mit zwei Einkaufswagen durch den Gang kommt und der Kunde nicht 10 Minuten an einer Kasse anstehen muss.
Der Artikel gefällt mir. Er bestätigt, was ich für mich immer schon festgestellt habe. Kleiner Zusatz: Alle paar Monate werden die Sortimente in den Supermärkten verlagert. Man findet dann auf Anhieb nichts mehr – so hält man den Kunden im Laden fest.
Schöner Artikel
Hallo Björn,
das ist der bisher beste Beitrag beim Dr. Web Autorenwettbwerb! Eine gute These, die strukturiert und verständlich erläutert wird.
Weiter so!
Wirklich guter Beitrag.
Mehr zusätzliche Bilder wären wirklich noch Klasse gewesen.
Grüße Heiko
Finde ich ebenfalls – bester Artikel bisher. Björn soll noch mehr bzw. öfter schreiben!
Wirklich ein sehr gelungener Artikel! Ich werd die Tipps bei meinem nächsten Projekt mal berücksichtigen! Weiter so!!