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Create.js – InPage-Editing für Content Management Systeme mit HTML5

29. Dezember 2012
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Wenn man über Strategien zur Bearbeitung von Web-Inhalten nachdenkt, wird man zumindest schnell darüber Einigkeit erzielen, dass das sog. Inline- oder InPage-Editing, also die direkte Bearbeitung der Inhalte im Original-Layout, die verständlichste und eleganteste Lösung wäre. Dennoch bieten nur wenige CM-Systeme eine solche Herangehensweise. Das Projekt Create.js will ein Modul sein, mit dem beliebige CMS relativ einfach genau eine solche Möglichkeit implementieren könnten.

Create.js – Schon für etliche CMS verfügbar

Create.js entkoppelt Editing, Framework und Content voneinander, zieht mithin eine weitere Ebene in den bisher schon etablierten Mehrklang ein. Die Vorteile eines solchen Bausteinsystems liegen auf der Hand. Solange sich die Bausteine an etablierte Standards halten, sind sie untereinander austauschbar. Innovationen werden so zumindest potenziell beschleunigt, da sich kein Teilnehmer auf einer Vormachtstellung ausruhen kann.

Create.js arbeitet mit RDFa-Annotationen zur Definition der editierbaren Elemente und verwendet ein RESTful API zur Speicherung der editierten Inhalte auf dem Server. Damit ist der gesamte Ablauf transparent und standardkonform.

Drupal 8, TYPO3 Neos, Symfony CMF und OpenCMS haben sich bereits für die Integration von Create.js entschieden. Das Core-Team von WordPress hat sich, zumindest nach meinen Recherchen, bislang noch nicht zu diesem Thema positioniert. Scheut man den technischen Anpassungsaufwand oder scheut man die Öffnung mit Blick auf die gerade stärker werdende Vormachtstellung? Man weiß es nicht…

An lizenzrechtlichen Problemen zumindest kann es nicht liegen. Create.js verwendet im Standard den Hallo-Editor, kann jedoch auch zur Zusammenarbeit mit dem Aloha-Editor verpflichtet werden. Create.js wird unter MIT-Lizenz abgegeben, ebenso Hallo.

Serverseitig setzt Create.js Backbone voraus, dessen Models und Collections den änderbaren Inhalt aufnehmen, daraus Views erzeugen und auf diese Weise für Synchronizität zwischen Front- und Backend sorgen. Neben Backbone setzt Create.js noch jQuery, die jQuery UI, Underscore und VIE voraus.

Create.js wurde maßgeblich von Henri Bergius entwickelt. Die Finanzierung wird teilweise über die Europäische Union im Rahmen des IKS-Projekts sicher gestellt. Das IKS-Projekt soll semantische Technologien für gängige CMS-Systeme verfügbar machen.

Das folgende Video von der Codesprint 2012 in Kopenhagen befasst sich mit TYPO3 Neos und der Integration von Create.js in das CMS. Auch Henri Bergius kommt darin zu Wort:

Links zum Beitrag:

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

3 Kommentare zu „Create.js – InPage-Editing für Content Management Systeme mit HTML5
  1. Heinz am 29. Dezember 2012 um 19:24

    Hallo

    Wesentlich einfacher ist die Einbindung von openWYSIWYG 1.4.7. , zu haben hier http://www.openwebware.com/ .

    Dieses ist reines Javascript und hat sonst keine Abhängigkeiten zu anderen
    Frameworks oder Subsystemen. Es ist gut dokumentiert somit sind eigene Modifikationen ohne Probleme möglich. Das ist sogar mir gelungen :-)

    Die Anbindung an ein Backend sollte für den kundigen Entwickler kein Hindernis darstellen.

    Gruss
    Heinz

    • Dieter Petereit am 29. Dezember 2012 um 20:54

      Die Anbindung an ein Backend ist natürlich bei Create.js bereits gelöst. Insofern hinkt der Vergleich extremely….

  2. M am 30. Dezember 2012 um 09:44

    Was ist hiermit?

    wordpress.org/extend/plugins/front-end-editor/

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