Blogger 404 Unkreativ
Was es nicht gibt, das kann auch nicht gefunden werden. Wer es dennoch versucht, erhält als Ergebnis eines Seitenaufrufs einen 404-Error. Webserver sind von Haus aus wenig kommunikativ, mehr als eine schnöde Textzeile erhält man selten. Der Seitenbetreiber muss selber Hand anlegen, um seinen Traffic zu retten. Blogger, so könnte man vermuten, nutzen diese Gelegenheit zu phantasievollen Höhenflügen oder platzieren originelle Ideen. Aber nichts davon, die Gelegenheit verstreicht weitgehend ungenutzt. Eine eigene Fehlerseite wird selten angelegt. Das mag aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit geschehen, in manchen Fällen könnte es der Provider verhindern.

Server-Fehlermeldung im Firefox
Ein kurzer Test. Abgefragt wurden nicht existierende Seiten der Top 20 Blogs nach dem Ranking der Deutschen Blogcharts. Immerhin drei Blogs haben sich sachlich/technisch die Mühe gemacht. Alle andere begnügen sich damit entweder keine Einstellungen vorzunehmen, es dem Provider zu überlassen oder den fehlgeleiteten Traffic auf die Startseite umzubiegen. Ideen hatte niemand. Nur in einem Fall wurde Werbung eingeblendet.
| BILDblog | Weiterleitung auf Startseite |
| SPREEBLICK | Kurzer Hinweis inerhalb des Templates |
| Der Shopblogger | Weiterleitung auf Startseite |
| law blog | keine |
| WERBEBLOGGER | vorhanden |
| wirres.net | Weiterleitung auf Startseite |
| Basic Thinking | keine |
| Ehrensenf | Providermeldung mit Link auf denselben |
| jensscholz.com | Providermeldung von 1&1 |
| Industrial Technology & Witchcraft | Eigener 404 Hinweis ohne Template und Link |
| Der Schockwellenreiter | keine |
| Indiskretion Ehrensache | keine |
| MC Winkels weBlog | keine |
| Mario Sixtus | keine |
| netzpolitik.org | vorhanden |
| Mac Essentials | Eigener 404 Hinweis ohne Template und Link |
| Rebellen ohne Markt | vorhanden |
| sinn-frei.com | vorhanden - mit viel Werbung |
| lummaland | keine |
| Irgendwas ist ja immer | vorhanden |
Braucht man überhaupt eine eigene 404-Seite, oder werden in Blogs schlichtweg keine Fehler gemacht? Möglicherweise, doch ein Problem ist schnell produziert und der Besucher dann schon entschwunden. Zum Tragen kommen Vertipper auf Leserseite, falsch gesetzte externe Links, verschobene, umbenannte oder gelöschte Beiträge, Probleme mit Groß- oder Kleinschreibung oder fehlerhafte interne Links. Der 404-Error gehört seit jeher zum Alltag des Webmasters.
Auch wenn die 404-Seite keine zentrale Funktion ist, hier bietet sich Gelegenheit den Leser bei Problemen freundlich abzuholen. Man kümmert sich... Das man so etwas auch kreativ nutzen kann, zeigen Websites wie Area 404, dort werden Beispiel für jeden Geschmack präsentiert.
Wer nichts tut, überlässt zu einem Teil zumindest dem Browser die Gestaltung. Der Internet Explorer nämlich zeigt eine eigene Fehlermeldung, wenn der Ausgabetext des Servers unter 512 Byte bleibt.

Server-Fehlermeldung im Internet Explorer (Auschnitt)
Rein technisch gesehen, ist die eigene 404-Seite kein Kummer. Die Datei .htaccess wird um eine einzige Zeile bereichert. Im Falle eines nicht gefundenen Dokumentes wird fortan eine Extraseite aufgerufen. Hier hat man - Blog oder nicht - in jeder Hinsicht freie Hand. So kann auch auf die Startseite umgeleitet werden oder auf einen extra angelegten Blogeintrag.









